Archiv für Februar, 2012

“Wenn es am Schönsten ist, soll man gehen”, so sagt zumindest ein Sprichwort. Ich nehme mir die Freiheit und gehe – zumindest für die nächste Zeit. Ich möchte jedoch nicht gehen, ohne mich bei Euch allen für die vielen Klicks und die wunderbare Begleitung hier im Blog bedankt zu haben. Die fast 14 Monate hier und auf Euren Blogs mit Euch haben mir viel Freude bereitet. Wer weiß schon was die Zukunft bringt – vielleicht komme ich eines Tages doch zurück?!? Ich vermisse das Bloggen jetzt schon :-).

Da noch eine Anfrage für eine Ideenparty offen ist, möchte ich Anna ihre Chance geben und am nächsten Montag zum Abschluss noch die wahrscheinlich vorerst allerletzte Ideenparty zu veranstalten. Ich würde mich freuen, wenn Ihr mit Hinweisen und Ratschlägen wieder dabei wäret.

Vielen Dank für alles und vielleicht bis irgendwann einmal im Blog oder im wahren Leben

Eure Leonie

vielen Dank an Rosie Geisler, die ein wunderschönes Bild gemalt hat

Heute ist wieder Montag und Ihr seid gefragt. Helft Rana Ihren Wunsch zu verwirklichen. Heute startet bereits die 7. Ideenparty. Bitte gebt alles und macht mit.

Ranas Wunsch im O-Ton:

Mein Wunsch

 Mein Wunsch ist es, einmal für mindestens ein  halbes Jahr im Ausland zu leben. Und zwar nicht nur  Urlaub dort zu machen, sondern einfach in einem Ort  zu leben, dort einkaufen, vielleicht sogar einen kleinen Job machen, z.B. als Deutschlehrerin(nur so ein paar Stunden…)

Am liebsten würde ich in Frankreich oder Italien sein, wobei ich ein klägliches Französisch und gar kaum  Italienisch spreche. Mein Arbeitgeber würde einem Sabbatjahr zustimmen (müssen…). Meine Familie ist auch erwachsen und braucht mich nicht dringend. Mein Mann würde mich zudem  in allem unterstützen und mich dann mal besuchen kommen.

Also ist mein Hindernis nicht die fehlende Zeit…. Es sind eher die Fragen:

  • Wo will ich eigentlich genau hin? Irgendwie ans Wasser, das ist schon klar…
  • Wo finde ich eine bezahlbare Unterkunft?
  • Was kann ich dort tun, um Land und Leute  kennenzulernen?
  • Gibt es vielleicht einen Job, z.B. als Deutschlehrerin dort für mich (eigentlich um Kontakte zu knüpfen)? Bin ich nicht zu alt (54 ) für sowas?
  • Schaffe ich als ewiges Nordlicht und Familienmensch allein so einen Auslandsaufenthalt?

Ich bin für alle Tipps hinsichtlich konkreter Möglichkeiten aber auch allgemeiner Natur dankbar. Denn wie heißt es so schön : Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum!

Besser kann man seinen Traum doch gar nicht beschreiben, oder? Und so viele Fragen sind offen. Ihr könnt Rana bei der Beantwortung helfen und sie ihrem großen Traum ein Stückchen näher bringen.

Ich wünsche Euch einen ideenreichen Montag.

Morgen ist wieder Montag und damit Ideenparty. Rana hat einen Wunsch, zu dem sie Euch unten selber Näheres erzählen wird. Ranas Wunsch ist der siebte Wunsch, der bei mir eingegangen ist. Im Moment liegt mir nur noch ein weiterer Wunsch vor. Wenn Ihr noch Wünsche “versteckt” halten solltet oder Euch bislang nicht getraut habt, immer her damit. Ansonsten könnte die übernächste Ideenparty auch die vorläufig letzte sein.

Nun zu Rana im O-Ton:

Mein Wunsch

Mein Wunsch ist es, einmal für mindestens ein  halbes Jahr im Ausland zu leben. Und zwar nicht nur  Urlaub dort zu machen, sondern einfach in einem Ort  zu leben, dort einkaufen, vielleicht sogar einen kleinen Job machen, z.B. als Deutschlehrerin(nur so ein paar Stunden…)

Am liebsten würde ich in Frankreich oder Italien sein, wobei ich ein klägliches Französisch und gar kaum  Italienisch spreche. Mein Arbeitgeber würde einem Sabbatjahr zustimmen (müssen…). Meine Familie ist auch erwachsen und braucht mich nicht dringend. Mein Mann würde mich zudem  in allem unterstützen und mich dann mal besuchen kommen.

Also ist mein Hindernis nicht die fehlende Zeit…. Es sind eher die Fragen:

  • Wo will ich eigentlich genau hin? Irgendwie ans Wasser, das ist schon klar…
  • Wo finde ich eine bezahlbare Unterkunft?
  • Was kann ich dort tun, um Land und Leute  kennenzulernen?
  • Gibt es vielleicht einen Job, z.B. als Deutschlehrerin dort für mich (eigentlich um Kontakte zu knüpfen)? Bin ich nicht zu alt (54 ) für sowas?
  • Schaffe ich als ewiges Nordlicht und Familienmensch allein so einen Auslandsaufenthalt?

Ich bin für alle Tipps hinsichtlich konkreter Möglichkeiten aber auch allgemeiner Natur dankbar. Denn wie heißt es so schön : Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum!

Vielen Dank an Rana, dass Du so plastisch und ausführlich Deinen Traum hier beschrieben hast. Ich wünsche sehr, dass Euch allen bis Morgen Ideen und Hinweise für Rana einfallen. Bitte strengt Euch noch einmal für Rana an.

Ich grüße Euch heute aus Freiburg und wünsche allen Lesern einen schönen Tag.

Noch sind die Bäume kahl. Das Grün fehlt. Der blaue Himmel und warme Sonne vermitteln das Gefühl von nahendem Frühling.

… auch das muss sein.

Der Wein ist bereits ausgeschnitten.

Ich liege mit dem Rücken auf der Bank, sehe in den blauen Himmel und denke an Dich.

Euch allen wünsche ich einen schönen Tag.

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Und während ich in Freiburg weile, kann ich Euch – sofern Ihr mögt – ein wenig weiter aus der Anstalt lesen lassen. Ein Staatssekretär hatte eine Idee und jetzt wird man sehen, was er daraus macht. Ich wünsche Euch einen schönen Tag und viel Spaß beim Lesen.

Bereits am nächsten Arbeitstag wirbelten Stäbe um den Staatsekretär herum, denen er schwungvoll erläuterte, dass die gesamte Liegenschaftsverwaltung der öffentlichen Hand seiner Meinung nach vollkommen überaltert wäre und in ihrem Aufbau und ihrer Organisation nicht mehr der Zeit entspräche. „Unsere Aufgabe ist es nun,  zeitnah etwas innovatives Neues schaffen“, teilte er seinen Mitarbeitern mit.

Auch sein persönlicher Referent Herr Maier war wieder aufgetaucht und verschwieg geflissentlich, dass der neue Westflügel der Finanzdirektion ein beeindruckendes Bauwerk war und dass das zu diesem Anlass gebotene Catering ihm auch recht gut gemundet hatte. Das Abendessen gestern hatte er sich sparen können. Außerdem hatte er auf dem Treffen so viele interessante Gespräche bis Punkt Dienstschluss geführt, dass er seiner Kollegin noch an diesem Morgen vollkommen begeistert versichert hatte, dass durch die Einweihung des Westflügels, der gestrige Tag für ihn rundum gelungen gewesen sei.

Der Staatssekretär nahm seinen gestern so schmerzlich vermissten Referenten heute gar  nicht richtig war. In seiner Vorstellung sah er bereits wunderschöne Bilder vor sich. Ein Staatsunternehmen, das den Inbegriff der modernen Verwaltung darstellte. Lächelnde freundliche Serviceangestellte, die entspannt am Schreibtisch telefonierten, in Konferenzen gingen und aus den staatlichen Liegenschaften fast ohne Mühe nebenbei Vorzeigeliegenschaften herrichteten.

Dass trotz großen Instandhaltungsrückstaus an den maroden staatlichen Gebäuden, dies alles ohne Einsatz großer Mittel geschehen sollte, verstand sich zumindest für den Staatssekretär von selbst. „Genau deswegen“, erklärte er gerade seinen ein wenig zweifelnd schauenden Mitarbeitern, „gründen wir  ja nun ein Unternehmen und machen der lahmen Verwaltung mal ein wenig Dampf unter dem Hintern“. Um seine Lippen zeigte sich ein kleines Lächeln. Und wem hätte der Staat all das zu verdanken?  Wer würde belobigt und vielleicht sogar noch vor dem  Ruhestand der nächste Minister werden?

Sein Lächeln ging in ein breites Grinsen über. „Noch besser wäre es, wenn die Staatsdiener ihr Gehalt selber erwirtschaften und zusätzlich weitere Einnahmen erarbeiten könnten, die dann unmittelbar in den dringend zu sanierenden Staatshaushalt fließen könnten“, führte er weiter aus. Diese geniale Idee war ihm gestern Abend beim Fernsehen gekommen, als er einen Bericht über Auslagerung von Unternehmen in die dritte Welt gesehen hatte. „Was für eine geniale Idee“, jubelte nun auch Herr Maier, dem es allmählich opportun erschien, seinem Chef ein wenig positive Bestärkung zu geben, zumal er durch den Gesichtsausdruck des Staatssekretärs erkannt hatte, dass dieser sich um nichts in der Welt von seiner Idee würde abbringen lassen. „Der Minister wird begeistert sein“, fügte er deshalb noch mit jubelnder Stimme hinzu.

Da der alte Staatssekretär ein Mann der Tat war, holte er sich bei erster Gelegenheit,  gleich in der nächsten Woche von dem Minister „grünes Licht“, wie er es nannte. Der Minister schien zunächst nicht so angetan von der Idee seines Staatssekretärs und äußerte, dass es doch wohl wichtigere Dinge für einen Staatssekretär zu erledigen gäbe, als sich um eine Hausverwaltung zu kümmern. „Da haben Sie selbstverständlich recht, Herr Minister“, erwiderte der Staatssekretär, „selbstverständlich ist mir diese Hausverwaltung, wie sie die Liegenschaftsverwaltung sicher zu recht bezeichnen, vollkommen egal. Bedenken Sie jedoch, was für Geld sich mit den Immobilien machen ließe, wenn sich jemand fachmännisch um diesen Laden kümmern würde.“

„Das müssen Sie mir erläutern“, lächelte der Minister, „ich gehe davon aus, dass Sie sich, mit dem jemand gemeint haben?“ „Nun ja“, erwiderte der Staatssekretär, „ ich will mein Licht nicht unter den Scheffel stellen und Ihnen ehrlich sagen, dass ich genau genommen, nicht nur Immobilienfachmann bin, sondern bereits ein fast fertiges Konzept in der Tasche habe. Ich kann Ihnen sofort erläutern, wie wir diesen Laden so wirtschaftlich machen können, dass noch zusätzliches Geld in die Staatskasse fließen wird.“

 „Tatsächlich?“, fragte der Finanzminister und klang noch nicht sehr überzeugt. „Sehen Sie, Herr Minister. Im Moment arbeitet diese Verwaltung so unwirtschaftlich wie alle unsere Verwaltungen. Wahrscheinlich finanziert der Steuerzahler hier den Umstand, dass ein paar Beamte Monopoly mit staatlichen Liegenschaften spielen. Jedes Unternehmen kann hier nur besser wirtschaften. Das ist doch gar keine Zauberei. Und Sie, Sie werden der Finanzminister im Zeitfenster dieser Dekade sein, unter dem ein jetzt noch kaum vorstellbarer  Geldsegen in die Staatskasse rauschen wird“, fügte er  im Ton der festen Überzeugung hinzu. Der letzte Satz hatte seine Spuren bei dem Finanzminister hinterlassen. Das hatte der Staatssekretär sofort innerlich zufrieden  registriert. Er wartete ab und ließ dem Finanzminister ein wenig Zeit zum Überlegen.

„Gut, ich muss jetzt nach Brüssel. Also probieren Sie es. Schlimmer als es jetzt ist, kann es ja wohl nicht werden“, sagte er mit einem Blick auf die Uhr und hastete aus dem Raum.  Ganz kurz flammte in dem Minister der Gedanke auf, dass er bis vor einer Stunde noch nie etwas von dieser Verwaltung gehört hatte, geschweige denn wusste, wie gut oder wie schlecht es um sie stand. „Egal“, dachte er, „der Staatssekretär ist ein alter Fuchs und der wird schon wissen was er tut.“

Zufrieden mit sich und der Welt und einem Versprechen in der Tasche, das seine Arbeitswelt in der nächsten Zeit ein wenig bunter machen würde, zog der Staatssekretär sich in seinen Raum zurück. Versonnen malte er auf einem Blatt Papier eine Skizze mit einem kleinen Ablaufplan für die nächsten großen Schritte. Er betrachtete das Blatt, strich, kritzelte neu, strich einige Passagen, um letztlich zufrieden auf ein vollständig  beschriebenes DinA4 Blatt zu blicken. „Nun kann es losgehen“, sagte er zu sich selbst und strich sich zufrieden die Haare zurück.

Dann rief er seine Vorzimmerdame Frau Büchner in so einem lauten Ton zu sich, dass diese ihn durch die verschlossene Tür hörte. Vor Schreck vergoss Frau Büchner ihren Mittagskaffee auf einer Akte, wischte schnell noch ein wenig von der großen Pfütze weg und eilte dann hastig in das Zimmer ihres Chefs. Sie erhielt den Auftrag einen Stab von Mitarbeitern, die der Staatssekretär ihr namentlich aufzählte, noch für diesen Nachmittag in das große Besprechungszimmer im zweiten Stockwerk ein zu berufen.

Um 16.00 Uhr waren dann auch fast alle auf der Liste des Staats-sekretärs stehenden Personen dort versammelt und blickten erwartungsvoll auf die große Tür, durch die gleich der Staatssekretär kommen sollte. Punkt 16.15 Uhr wurde diese aufgerissen und der Staatssekretär schritt in eiligen Schritten, gefolgt von seinem persönlichen Referenten Herrn Maier auf die Kopfseite des Tisches zu. Mit einem Schwung ließ er sich nieder und bedeutete seinem Referenten, dass dieser ihm zunächst einen Kaffee eingießen möge. Dann erhob er die Augen und blickte prüfend in die Runde, um zu kontrollieren, ob auch alle seine Schäfchen seinem Aufruf gefolgt waren.

„Wo ist Müller?“, rief er in die Runde noch bevor er die Anwesenden begrüßt hatte. Sein persönlicher Referent flüsterte ihm zu: “Erkrankt. Und Harder ist auf Dienstreise“. „So, so“, murmelte der Staatssekretär und es war ihm anzusehen, dass er es vollkommen unverständlich fand, dass es hier im Ministerium tatsächlich Personen gab, die nicht zu dieser wichtigen Sitzung erschienen und einfach auf Dienstreise gingen oder krank waren.

„Liebe Kollegen“, hob er an und „liebe Kollegin“, fuhr er mit Blick auf Regierungsdirektorin Frau Dr. Schleicher-Hartmann fort. Wir sind heute hier versammelt, um den Auftakt zu einem einmaligen Projekt zu begehen. Wir werden mit diesem Projekt zeigen, was in diesem Staat und in uns steckt. Langsame Verwaltung war gestern. Heute heißt es für uns: Moderner Staat – moderne Verwaltung. Da wir hier im Hause in den letzten Jahren mehr als effizient geworden sind, werden wir nun anfangen, die Außenverwaltung zu reformieren. Wir werden sie nicht nur sanieren, sondern wirtschaftlich machen.

Jawohl – wirt-schaft-lich“, endete er gedehnt und schaute auffordernd in die Runde. Ein allgemeines Gemurmel erhob sich unter den Anwesenden. Und der Staatssekretär redete weiter und weiter. Seine Begeisterung stieg sichtlich von Satz zu Satz und er redete sich regelrecht in Rage. Nur einmal unterbrach er kurz, als Frau Regierungsdirektorin Dr. Schleicher-Hartman etwas zögernd die Hand für eine Frage hob.

Diese räusperte sich als der Staatssekretär ihr wohlwollend zunickte und ihr damit Rederecht einräumte, und sagte: “Herr Staatssekretär, ich gratuliere zu Ihrer überaus glücklichen Idee und werde Ihnen selbstverständlich mit meiner Abteilung tatkräftig bei der Umsetzung zur Seite stehen“. Dann machte sie eine kleine Pause, um all ihren Mut zusammen zu nehmen und stieß dann mit kurzatmiger Stimme hervor: „Sicher haben Sie auch bereits festgelegt, aus welchen Mitteln dieses Großprojekt finanziert werden soll?“. „Liebe Frau Dr. äh…“

„Schleicher“, flüsterte Herr Maier. „Ja natürlich, Schleicher, selbstverständlich ist die Kostenfrage geklärt. Das ist vollkommen einfach“. Der Staatssekretär blickte triumphierend in die Rund, um dann langsam und bestimmt zu sagen: „Es gibt keine Kosten“. Er machte eine Pause und blickte sichtlich mit sich selbst zufrieden im Kreis herum, um die Wirkung seiner Worte zu überprüfen. „Ja, meine Herren und meine Dame. Sie haben richtig gehört. Dieses Großprojekt wird sich selber tragen, da wir Geld in ungeahnten Größen einsparen werden.“

Dann machte der Staatssekretär eine kurze Pause und sah dabei die fragend aus ihren blauen Augen auf ihn schauende Frau Dr. Schleicher-Hartmann fast mitleidig an. „Ich verstehe, dass Ihnen so ein innovatives Projekt noch nicht untergekommen ist und Sie ein wenig  Zeit zum Verstehen brauchen“, fuhr er fast väterlich nachsichtig fort. Frau Dr. Schleicher-Hartmann errötete und vergrub ihr Gesicht schnell und hektisch wieder in den vor ihr liegenden Papieren.

An diesem Tag wurde es 20.00 Uhr als der Staatssekretär das Gebäude in der Wilhelmstraße verließ. Seine Mitarbeiter hatten bis 19.30 Uhr seinen Worten zu dem neuen Großprojekt gelauscht und nur Herr Dr. Brinkmann war dabei einmal kurz eingenickt. Als „Fast Pensionär“, der seine Tage heimlich am Maßband, das er jeden Morgen abschnitt, zählte, wurde ihm jedoch großzügig durch den Staatssekretär verziehen.

In der Zeit, in der die Mitarbeiter nun noch ihr durch die außerplanmäßige Sitzung versäumtes Tagesgeschäft nachholen durften, eilte der Staatssekretär zu seinem Dienstwagen und ließ sich zu einem Empfang der Handelskammer bringen, auf dem er auf leckere Häppchen hoffen durfte. Er sackte zufrieden auf den Rücksitz der Limousine und teilte dem Fahrer seufzend mit: „So, nun haben wir uns ein paar gute Häppchen und ein gutes Tröpfchen verdient. Das war ja wieder ein äußerst anstrengender Tag. Ja, ja – alles im Dienste des Staates“, fügte er noch hinzu.

Während der Fahrer durch den abendlichen Verkehr von Berlin Mitte steuerte und darüber nachdachte, was für Häppchen ihn wohl heute, nachdem er den Staatssekretär zu Hause abgeliefert haben würde, in seinem Heim um Mitternacht erwarten   würden. Dabei kam er innerlich seufzend zu dem Schluss, dass sein Kühlschrank, wie immer seit  dem Tag, an dem seine Frau ihn verlassen hatte, leer sein würde. Während er noch überlegte, wo die nächste Tankstelle in der Nähe der Handelskammer sein könnte, um sich dort eine kleine Mahlzeit einzukaufen, nickte der völlig erschöpfte Staatssekretär auf dem Rücksitz ein.

 

Nein keine Angst, heute mache ich keinen Abflug, sondern setze mich mit Hund nur in den Wagen und fahre nach Freiburg. Dabei hoffe ich auf staufreie Autobahnen und vielleicht ein wenig Sonne im Süden der Republik.

Wer Lust auf ein bisschen mehr Leonie hat, kann bei Medienkanzler ein Interview mit mir lesen. Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen Donnerstag und melde mich wieder aus Freiburg.

Ich hatte Euch ja bereits angekündigt, dass ich hier  im Blog eine zwei Jahre alte Geschichte von mir einstellen möchte. Dabei hoffe ich ganz arg, dass nicht nur Vallartina diese schmerzfrei übersteht :-). Heute geht es mit dem ersten Teil und dem Staatssekretär, der eine Idee hat, los.

Der Staatssekretär hat eine Idee

Die Geburtsstunde der Anstalt, wie sie später von dem Minister bei Ansprachen gerne bezeichnet wurde, begann kurz nach der deutschen Wiedervereinigung in der damals gerade wieder zur  Bundeshauptstadt ernannten Stadt Berlin. Genau genommen hatte alles mit einer mehr als genial zu bezeichnenden  Eingebung, die ein Staatssekretär im Finanzministerium im Oktober 1992 hatte, begonnen. Dieser Staatssekretär, der schon über zwanzig Dienstjahre fleißig gearbeitet oder zumindest dem Staat gedient hatte und langsam dem Ende seinen aktiven Beamtenzeit entgegen sah, hatte sich an einem wunderschönen Herbstmorgen, an dem die Sonne auf das bunte Herbstlaub vor dem Berliner Ministerium schien, den ganzen Morgen mit schwierigen steuerrechtlichen Fragen beschäftigt. Sein Kopf rauchte und er sehnte sich in seinem tiefsten Inneren danach, die gesammelten Akten zum Steuerrecht von seinem Schreibtisch zu fegen.

Seinen Blick auf die prächtige Laubfärbung gerichtet, fasste er den Entschluss, die vor ihm gebündelten Steuerakten einfach an den Referatsleiter, der ihm diese Arbeit eingebrockt hatte, zurück zu senden. „Warum soll eigentlich immer nur ich arbeiten? Meine Zeit hier im Ministerium ist in einigen Jahren beendet und langsam müssen sich meine Leute daran gewöhnen, auch ohne mich zu arbeiten. Soll sich doch der Hallhuber einen Kopf machen und  seine Vorschläge so überarbeiten, dass ich nur noch unterschreiben muss“, brummelte der Staatssekretär vor sich  hin.

Seinen Augen fingen bei dem Gedanken, dass der Hallhuber ganz schön ins Schwitzen kommen würde, wenn er die Akten ohne Überarbeitung zurückbekommen würde, an zu leuchten. Die Laune des Staatssekretärs stieg um gefühlte 5 Grad. Bis dieses unleidliche Steuerthema wieder auf seinem Tisch ankommen würde, würde Zeit vergehen und wenn er Glück hätte, wäre er dann bereits im Winterurlaub.  Er raffte mit beiden Händen die Berge von Akten vor sich zusammen, füllte mit seinem Füllfederhalter in roter Tinte das Kürzel für den Hallhuber, das HaHu in das Kästchen auf dem grauen Aktendeckel und schmiss die Akten erleichtert auf den Aktenbock, der neben seinem Schreibtisch stand. „Hoffentlich lässt sich der Aktenbote – wie er das üblicherweise macht – mit dem Transport ordentlich Zeit“, dachte der Staatssekretär.

Damit der Aktenberg auch tatsächlich nicht so schnell wieder bei ihm ankommen würde, ging er auf Nummer sicher und versenkte eine einzelne Teilakte des Steuervorgangs, die er zuvor aus dem großen Stapel auf seinem Aktenbock herauszog, hinter dem großen Aktenschrank in der rechten Ecke seines Dienstzimmers. Erleichtert atmete er auf und zog dabei unbeabsichtigt den Staub ein, den der gezielte Wurf der Teilakte hinter den großen Schrank aufgewirbelt hatte. Er fing an zu husten und fluchte über die miserable Putzfrau und die noch miserablere Hausverwaltung, die solch unzuverlässige Reinigungskräfte eingestellt hatte.

Er würde sich beschweren, beschloss er spontan. „Bei wem eigentlich“, überlegte er vor sich hin sinnierend. „Wer ist hier eigentlich die verantwortliche Hausverwaltung?“ Diesem Thema würde er sich annehmen und zwar umgehend. Sein persönlicher Referent sollte sich darum kümmern. „Genau, der Maier, der ist der Richtige“, murmelte er. Der würde alle Informationen schnell heraus bekommen und dann würden in dieser Hausverwaltung Köpfe rollen. „Jawohl“, sagte er zu sich selbst.

„Wo war eigentlich sein persönlicher Referent“, fragte er sich. Er griff zum Telefonhörer auf seinem Schreibtisch und rief seine Vorzimmerdame Frau Büchner an, die beflissentlich: „Was kann ich für Sie tun“, in das Telefon flötete. „Wo verdammt ist dieser Maier denn wieder?“, brüllte der Staatssekretär ungeduldig. „Herr Maier – einen Moment“, sagte die Vorzimmerdame und man hörte, wie sie mit Papier raschelte. „Hoffentlich hat der nicht schon wieder Urlaub“, brummelte der Staatssekretär in den Hörer. „Nein, nein, Herr Maier ist bei der Finanzdirektion Berlin zu einer Einweihungsfeier eingeladen“. „Was für eine Einweihungsfeier“, dröhnte die Stimme des Staatssekretärs aus dem Hörer. „Die Bauverwaltung und die Liegenschaftsverwaltung des Bundes laden zur Einweihung des neuen Westtraktes der Finanzdirektion…“, fing Frau Büchner an vorzulesen. Weiter kam sie nicht.

„Wer? brüllte der Staatssekretär in den Hörer. „Wer soll das denn sein? Die Liegenschaftsverwaltung des Bundes? Habe ich noch nie gehört. Warum laden die mich nicht ein?“, donnerte er weiter. „ Sie Herr Staatssekretär sind doch viel zu wichtig, um auf die Einweihung eines Westflügels zu gehen“, piepse die Vorzimmerdame ob des Donnerns des Staatssekretärs ein wenig eingeschüchtert. „Ach so, ja“, brummelte der Staatssekretär und legte missmutig den Hörer auf. Seine Gedanken kreisten um diese mysteriöse Liegenschaftsverwaltung des Bundes, die ihn nicht auf der Einladungsliste hatte und ihm zudem noch seinen persönlichen Referenten raubte. „Wahrscheinlich sind auch die das, die keine ordentlichen Reinigungskräfte einstellen und überhaupt scheinen die einigen Schlamassel zu produzieren“, dachte er verstimmt. Er hüstelte immer noch von dem aufgewirbelten Staub.

Erneut griff er zum Hörer und brachte innerhalb von einer Stunde die Querabteilung ZA 47 auf Trab, in dem er sich alle verfügbaren Informationen über diese merkwürdige Liegenschaftsverwaltung vorlegen ließ. Endlich hatte er einmal ein Thema vor sich, von dem er etwas verstand, denn wozu hatte er ein Haus im Grunewald, ein Ferienhaus in Kitzbühel und eine weitere Liegenschaft auf Sylt. Immobilien waren sein Steckenpferd.

Der restliche Nachmittag verging für ihn wie im Fluge. Während die Abteilung BC 49 anfing, das Steuerkonzept neu zu bearbeiten und alle verfügbaren weiblichen Mitarbeiterinnen in der Abteilung verzweifelt damit beschäftigt waren, eine fehlende Teilakte zu suchen, kümmerte sich der Staatssekretär höchst persönlich um die ihm bis zu diesem Tage nicht bekannte Liegenschaftsverwaltung.

Am Abend wusste er bereits, dass diese Verwaltung für  die bundeseigenen Gebäude und Dienstliegenschaften zuständig war  und Standorte überall in der Republik hatte. „Schade“, dachte er,  “mit dieser Verwaltung möchte ich mich noch viel mehr befassen. Immobilien gehören in die Hand von Fachleuten. So eine angestaubte Verwaltung wird sich ja kaum um alle diese Werte richtig kümmern können. Das ist mein Projekt.“ In seinem Arbeitsrausch hatte er sogar den Staub hinter dem Schrank, die Reinigungskraft und seinen fehlenden persönlichen Referenten vergessen.

An diesem Abend verließ er schwungvoll das große Gebäude in der Wilhelmstraße. „Dieser Arbeitstag wird ein Meilenstein für die bundesdeutsche Immobilienkultur“, rief er dem Pförtner beim Herausgehen zu. „Jawohl, Herr Staatssekretär“, kam artig die Antwort.

……Wenn Ihr Lust habt, erzähle ich demnächst noch ein bisschen weiter aus der Anstalt. Jetzt wünsche ich Euch zunächst einen schönen Mittwoch.

Am letzten Samstag hatte ich Gelegenheit bei einer Prüfung zum Hundeführerschein zuzusehen. Während ich mich auf Teneriffa mit meinem Hund am Atlantik vergnügt habe, haben einige meiner “Kollegen und Kolleginnen” in der Hundeschule eifrig für den Erwerb des Hundeführerscheins trainiert. Aus diesem Grund fiel das samstägliche Training in der Hundeschule aus. Dennoch wurden andere Hundebesitzer und ich eingeladen, zuzusehen und als Statisten mitzuwirken. Wir und unsere Hunde waren die Ablenkung.

Ablenkung zu spielen ist für meinen kleinen Labrador die leichteste aller Übungen. Eigentlich ist er immer abgelenkt :-). Dennoch hat er zum Glück keinen anderen Hund so abgelenkt, dass dieser deswegen die Prüfung nicht bestanden hätte. Alle Hunde und Hundebesitzer waren höchst konzentriert und absolvierten die meisten Übungen sehr souverän. Nicht einmal der Herr vom Bonner Generalanzeiger, der einen Artikel über die Prüfung schreiben wollte und zwischen den Hunden herum spazierte, brachte die Hunde aus der Fassung.

Bei den Übungen habe ich mit überlegt, ob ich diese  mit meinem Hund wohl auch so hinbekommen würde. Einige kleine Übungen wären sicher keine große Schwierigkeit. Andere hingegen, wenn zum Beispiel Bälle oder Fressen ins Spiel kommen – na ja :-). Wahrscheinlich spielen wir zunächst weiterhin lieber Ablenkung.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag.

Im Rheinland wird heute Karneval und Rosenmontag gefeiert und hier im Blog gibt es die Alternative oder die Ergänzung (je nach Feierwütigkeit). Ideenparty für NixZen, der gerne mit Freundin und Kindern nach London reisen will, aber zurzeit noch Probleme mit dem Geld und den Terminen hat. Das soll sich heute ändern. Eure Hilfe ist gefragt!!!!!!!

Jetzt ist NixZen mit seinem Wunsch an der Reihe (O-Ton):

Wunsch

“Ich würde gerne mit meiner Tochter und einer Freundin mit Tochter nach London.

Hindernis

“Problem Geld und Termin. Wir haben da 4 Personen mit verschiedenen Terminschienen und 2 Personen die Geld verdienen, eine davon hat aber sehr wenig”.

Auf meine Nachfrage:

” Benötigt werden ca.300 Euro für 3-4 Tage”.

Heute bin ich sehr gespannt auf Eure Rosenmontagsideen und hoffe auf zahlreiche Beteiligung. Überwindet Euch. Irgendetwas fällt zu diesem schönen Montagswunsch doch sicher jedem ein.

Einen wunderschönen Montag an alle Feiernden und Nichtfeiernden Leser.

Und hier ist bereits der erste Kommentar für NixZen, den Mandy bereits gestern eingestellt hat:

Liebe Leonie,
leider geht es heute vielen Menschen so, dass sie sich selbst scheinbar kleine Wünsche nicht erfüllen können.
Nun ist es so, dass ich über NixZen so gar nichts weiß. Ist er jünger oder doch schon älter? Kernig gesund oder doch eher nicht so?
Wenn ich er wäre, würde ich mir für die Wunscherfüllung einen Minijob suchen und das Geld dafür dann aber wirklich gleich beiseite für die Reise legen.. Ich meine, dass man da ruck zuck die 300 Euro zusammenbekommt. Regalauffüller oder zweitweise Aushilfen im Supermarkt werden doch immer gesucht. Einen Minijob kann man locker noch neben einem hauptberuflichen Job machen, zumindest für eine kurze Zeit und nur als Überbrückung.
Ich wünsche ihm, dass er es schafft, seinen Wunsch wahr werden zu lassen.

An all deine Leser und auch natürlich für dich herzliche Grüße.