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Teide mit Schneehäubchen

Teide mit Schneehäubchen

Die Zeit auf Teneriffa ist seit dem Flug in die Brombeerbüsche mehr als schnell verflogen. Nikolaus und auch der 2. Advent rasten an uns vorbei. Bevor es auf Teneriffa nun richtig weihnachtet, noch eine kleine Nachschau unserer schönsten Wanderungen vom November und Dezember.

Garachico von oben

Garachico von oben

Über den Tag im November, der uns über Garachico nach Puerto de la Cruz und Icod de los Vinos und zum Abschluss in die Brombeerbüsche führte, habe ich ja bereits ausführlich geschrieben.

Tablarennen

Tablarennen in Icod de Los Vinos

Tablarennen

Tablarennen in Icod de los Vinos

Wanderweg an der Küste - Mirador San Pedro

Wanderweg an der Küste – Mirador San Pedro

Richtig schön – allerdings auch ein wenig anstrengend – war eine Wanderung vom Teide Nationalpark auf den Gipfel des Guajara. Wir hatten dort oben über den Wolken Sonne und blauen Himmel und eine wahnsinnige Sicht. Unten an der Küste regnete es und nur wenige Zeit später war auch der Teidegipfel mit einer Zuckerhaube aus Schnee bedeckt.

Teide Nationalpark - Weg auf den Guajara

Teide Nationalpark – Weg auf den Guajara

Blick vom Guajara auf die Caldera

Blick vom Guajara auf die Caldera

Teide Nationalpark

Teide Nationalpark

Abstieg vom Guajara

Abstieg vom Guajara

Und hier noch ein besonders dickes Steinmännchen. Follygirl sammelst Du noch?

dickes Steinmännchen

dickes Steinmännchen auf dem Gipfel des Guajara

Wer mehr über diese Wanderung lesen mag, der findet hier eine ausführliche Beschreibung.

Eine weitere Wanderung führte uns auf die andere Seite der Insel an die Ostküste. In dem Wander- und Klettergebiet um Arico wanderten wir durch den Barranco Tamayada. Durch die vielen Regenfälle der letzten Zeit war es um uns ein wenig feucht. Lasko fand überall und ohne Probleme genug zu trinken. Doch wir hatten teilweise Mühe unbeschadet über die glitschigen Steine und über die durchgeweichten Wege zu kommen. Zunächst begleitete uns den Barranco hinunter warmer Sonnenschein. Doch nach kurzer Zeit kamen bereits vom Gebirge mehr und mehr dunkle Wolken, die neuen Regen über die Ostküste brachten.

Arico - Barranco Tamayada

Arico – Barranco Tamayada

Lomo de Tamayada

Lomo de Tamayada

genügend Wasser für Lasko

genügend Wasser für Lasko

graue Regenwolken über dem Teide

graue Regenwolken über dem Teide

Umso schöner war es dann, dass am 2. Advent den ganzen Tag über die Sonne schien. Wir waren sieben Stunden auf einer kleinen Mammut Tour unterwegs. Von Los Gigantes ging es über 1000 Höhenmeter auf den Guama hoch. Von dort wanderten wir durch den Barranco Seco zurück. Der trockene Barranco ist im Moment mit seinen Wassermengen alles andere als trocken. Durch einen Tunnel gelangten wir in ca. 300 Höhenmeter auf die Felsen über Los Gigantes. Auf kleinen schmalen Wegen mit einem tollen Ausblick auf die Küste ging es zurück.

Risco Blanco

Risco Blanco

Den Felsen Risco Blanco, den ich mittlerweile von allen Seiten und bei jedem Wetter gesehen habe, fotografiere ich (warum eigentlich?) immer wieder gerne.

Risco Blanco

Risco Blanco

Risco Blanco

Risco Blanco

Bislang habe ich auf diesem großen Felstor nur gestanden – suche weiter nach einer Möglichkeit, einmal dort durch zu gehen.

El Burjito - das Felsentor

El Burjito – das Felsentor

Barranco Seco mit La Gomera

Barranco Seco mit La Gomera

Als wir zu Hause ankamen, war nicht nur Lasko geschafft. Er gönnte sich einen langen Schönheitsschlaf bis zum Abendessen. Doch die Lammknochen, die vom Abendessen für ihn übrig geblieben waren, machten den müden Labrador wieder munter.

Wir wünschen Euch allen eine nicht zu schnell verfliegende (vielleicht sogar eine ruhige oder besinnliche?) Adventszeit.

LEONIE UND LASKO

von der Insel

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Lasko denkt wieder

Lasko denkt ans Fliegen

Gestern: Am Freitag fuhren wir in den Norden der Insel zum Wandern. Erst waren wir in dem kleinen Ort Garachico und wanderten von dort auf einen Berg. Von oben sahen die Häuser unten im Ort recht klein aus. Leonie war begeistert. Doch mich interessierte viel mehr die gelbe Katze, die am Wegesrand saß und uns neugierig nachschaute. Zu gerne hätte ich die ein wenig gejagt. Aber Leonie hielt mich leider ganz fest an der Leine.

Katze in Garachico

Katze in Garachico

Die eine Wanderung reichte Leonie noch nicht und so fuhren wir in die Nähe von Puerto de la Cruz. Dort wanderten wir auf einem Küstenwanderweg. Leonie war von der Aussicht auf das Meer und die Ruine am Wegesrand fasziniert. Ich freute mich zwar über den Auslauf, fand es aber irgendwie gemein, dass ich ständig das Meer von oben sehen konnte, nicht aber dort hineinspringen konnte. Wie gerne hätte ich ein wenig in den Wellen geschwommen. “Die sind hier viel zu hoch, Lasko”, meinte Leonie. Na dann eben nicht. Ich wandte mich den interessanten Schnüffelspuren zu. Man, hier musste ein ganzes Rudel Hunde lang gelaufen sein.

historische Ruine am Wegesrand mit Blick aufs Meer

historische Ruine am Wegesrand mit Blick aufs Meer

Auf dem Rückweg schauten wir in dem Ort Icod de los Vinos vorbei. Es war die Nacht des jungen Weines odes Tablarennens. Zeit für das Tablarennen von San Andrés. In allen Tavernen wurde junger Wein ausgeschenkt. Und die Kinder, Jugendlichen und sogar die Erwachsenen sausten nach alter Tradition auf eingewachsten Brettern die steilen Straßen herunter. Ich fand das nicht so spannend. Auf solch eine rasante Abfahrt konnte ich gut verzichten. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass auch wir noch in derselben Nacht eine rasante Abfahrt vor uns hatten. Aber dazu später.

Tablarennen

Tablarennen

Zunächst musste nun Leonie verzichten. Ich durfte nicht ins Meer. Und Leonie durfte keinen Wein probieren, da sie ja noch fahren musste. So schauten wir uns einige Zeit die tollkühnen  Abfahrten der jungen Leute an und fuhren dann mit dem Wagen Richtung Südküste. Es wurde dunkel und wir mussten über das Gebirge. Oben nach dem Ort El Tanque fing es an zu regnen. Ich legte mich gemütlich hinten im Wagen auf meine Kuscheldecke und träumte vor mich hin. Bald würden wir zu Hause sein und auf mich würde sicher ein leckeres Essen warten. Doch was war das? Plötzlich wurde ich hochgeschleudert und landete fast bei Leonie und ihrem Beifahrer auf den Vordersitzen. Das Auto flog. Ja tatsächlich, wir flogen eine Böschung hinunter. Es rumpelte und polterte. Es ging über Steine und durch Gebüsch. Hier oben geht es oft viele hundert Meter runter. Ob wir gleich ins Meer fliegen und ertrinken würden?

Schrecksekunden, die Leonie wie eine Ewigkeit vorkamen, vergingen. Dann standen wir mit dem Wagen im Dunklen im Gebüsch eingekeilt. Leonie und ihr Begleiter versuchten die Türen zu öffnen. Es ging nicht. Wir waren im Dunklen eingschlossen und oben von der Straße konnte uns niemand sehen. Einfach verschwunden. Ich klemmte den Schwanz ein. Jetzt bekam ich wirklich ein mulmiges Gefühl. Wir waren nicht sicher, ob das Auto vorne über dem Abgrund hing. Nach unendlich vielen Versuchen schaffte Leonie es schließlich die rechte Beifahrertür 20 Zentimeter zu öffnen. Sie drückte und quetschte sich ganz vorsichtig durch den schmalen Spalt. Gut, dass sie nicht so dick ist. Die Brombeeren zerkratzten Leonie heftig. Doch sie schaffte es die Hintertür des Wagens zu öffnen, so dass ihr Begleiter und ich hinten aus dem Wagen klettern konnten. Durch das Gebüsch kämpften wir uns hoch an die Straße.

Dort standen wir stundenlang in der Kälte, da kein Fahrzeug hielt und auch die herbeigerufene Polizei lange brauchte. Doch als die Polizei dann kam, stellten wir zu unserer Überraschung fest, dass der spanische Polizist dänisch sprach. Er hatte viele Jahre in Dänemark verbracht. Da ich dänisch durch meinen Urlaub im Norden gut verstehe, konnte ich mich gleich mit ihm unterhalten. Er war jedoch weniger an meinem dänischen Wintermantel als an dem Wagen, das da unten in den Brombeerbüschen geparkt war, interessiert. Viele Fragen und wenig Antworten. Ein durch die Versicherung bestelltes Taxi kam nicht und Leo fror richtig. Ich nicht, da ich ja meinen Mantel hatte. Damit konnte ich jedoch auch Leonie ein wenig wärmen.

Nach Stunden des Wartens nahm uns dann ein Bus mit, obwohl Hunde eigentlich im Bus auf Teneriffa verboten sind. Der Busfahrer hatte ein Einsehen und fuhr uns in die nächste Stadt, von wo aus wir ein Taxi nehmen konnten.

Leonie war mit dem Wagen in einer Kurve durch die Nässe ins Schleudern geraten. Obwohl sie noch gegenlenkte, brachen die Hinterräder aus und wir fuhren gerade in den Abgrund. Erst spät abends kamen wir absolut durchgefroren und geschockt zu Hause an.

Parkplatz in den Brombeerbüschen

Parkplatz in den Brombeerbüschen

Heute: Die Welt sieht bereits viel besser aus. Wir haben großes Glück gehabt. Leonie ist nur einige Meter tief in die Brombeeren gerauscht. Nicht auszudenken, wenn ihr das an anderer Stelle passiert wäre. Das hätten wir nicht überlebt. Keiner von uns ist verletzt. Die Zweibeiner haben nur einige Brombeerschrammen. Mich hat mein dänischer Wintermantel selbst davor bewahrt. Am nächsten Morgen fuhren wir wieder in das Gebirge, um bei der Bergung des Wagens zuzuschauen. Da wurde uns klar, was für ein unheimliches Glück wir gehabt haben. Zwei Menschen- und ein Hundeschutzengel haben wohl auf uns aufgepasst.

...und wieder auf der Straße

…und wieder auf der Straße

Und dann passierte das nächste Wunder. Mit einer Machete wurde der Wagen freigeschnitten und mit einem großen Kranwagen auf die Straße zurückgehievt. Und außer ordentlich verschrammten Lack und einem zerstörten rechten Außenspiegel war auch dem Wagen anscheinend nichts passiert. Ein kleines robustes Fahrzeug, das mit seinen weit über 20 Jahren immer noch gut fährt. Leonie und ihr Begleiter säuberten den Wagen von den Brombeerranken und dann konnten wir tatsächlich nach Hause fahren. “Am Montag kommt der Wagen zur Sicherheit zum Durchschecken in die Werkstatt”, meint Leonie. Mir egal, meiner Kuscheldecke ist überhaupt nichts passiert. Das muss ich auch gar nicht mehr schecken. Die Polizeit hat alles auf Foto festgehalten und nun ist mein Kuschelplatz sogar in einer Polizeiakte.

Morgen: Wir feiern, dass wir alle gesund und munter sind und dass fast nichts passiert ist. “Und ich werde künftig noch ein wenig vorsichtiger fahren”, meint Leonie. Recht so :-).

Goodbye Vietnam

Veröffentlicht: 27. Oktober 2013 in LeoniesLeben, Reisen 2013, Vietnam
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Sechs Wochen in Vietnam sind so wahnsinnig schnell vergangen. Waren wir wirklich sechs ganze Wochen unterwegs?

Ich freue mich, dass ich diese schöne Reise machen konnte. Und es wird bestimmt  einige Zeit dauern, bis ich die vielfältigen Eindrücke sortiert bekomme. Auch wenn sechs Wochen sehr lang sind, ist es unmöglich, dieses große vielfältige Land ganz zu sehen. Vietnam ist im Umbruch, für uns “Fremde” häufig wohl auch ein wenig widersprüchlich, manchmal schwer zu verstehen, wunderschön und facettenreich.

Die Menschen sind herzlich und freundlich (abgesehen von einigen Tourguides :-)) und es gibt sicher noch weit mehr zu entdecken, als das, was ich hier beschrieben habe. Wir sind in den Wochen vom Norden (Hanoi mit Halong Bucht und Sapa) über das Zentrum (Hue, Hoy An, Mui Ne) in den Süden (Saigon, Mekong Delta und Phu Quoc) gereist. Auch der Abstecher nach Kambodia (Phnom Penh und Siem Reap) hat mir große Freude bereitet.

 

Ich möchte an dieser Stelle allen Lesern danken – Euch allen, die Ihr mich auf dieser Reise begleitet habt. Ich habe mich sehr über die vielen freundlichen Kommentare gefreut.

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

 

Heute geht es zurück nach Bonn. Weg aus den tropischen Temperaturen in den deutschen Herbst. Ich werde gleich nach Rückkehr in der nächsten Woche in meine neue Wohnung in Bonn umziehen und daher ziemlich beschäftigt sein. Wenn mein Leben wieder in “ruhigeres Fahrwasser” gekommen sein wird, melde ich mich wieder.

Sonnenuntergang

Sonnenuntergang

 

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende und sende ein letztes Mal aus Vietnam viele liebe Grüße

Leonie

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Phu Quoc - Strand im Norden

Phu Quoc – Strand im Norden

 

 

Unsere letzte Scootertour auf Phu Quoc und auch in Vietnam führte uns in den Nordwesten der Insel. Dorthin soll es laut Karte eine Straße geben, die in der Hauptstadt Duong Dong beginnen soll. Nachdem wir eine Stunde in der Stadt herum gekreuzt waren und nach vielen Hinweisen in viele verschiedene Richtungen gefahren waren, gelang es uns endlich die Straße zu finden. Kein Wunder, dass es so lange dauerte, denn die Straße beginnt nicht in der Hauptstadt, sondern einige Kilometer nördlich. Mitten auf dem Feld ist der Straßenanfang und bis dahin muss man sich erst einmal über Feldwege und quer durch den Wald durchschlagen.

Phu Quoc - mit Scooter unterwegs

Phu Quoc – mit Scooter unterwegs

 

Doch als wir die Straße erreicht hatten, stellten wir fest, dass sie weitaus besser war, als die rote Schlammpiste, die auf der Ostseite der Insel entlang führt. Eine ganze Weile fuhren wir auf einer normalen geteerten Straße. Dann ging die Straße in eine Piste über, die aber einigermaßen befahrbar war. Zwischendurch trafen wir immer wieder auf Baukolonnen, die neue Straßenabschnitte bauten. In einigen Jahren wird die Insel wohl rundum mit einem guten Straßennetz versorgt sein. Als wir das Städtchen Ganh Dau im Norden erreichten, staunten wir nicht schlecht.

Phu Quoc - Blick auf Kambodia

Phu Quoc – Blick auf Kambodia

 

Vor uns breiteten sich Traumstrände aus. Weißer Sand, Fischerboote und Palmen. Nun weiß ich auch, dass man hier individuelle Schnorcheltouren buchen kann. Wer also auf die Insel kommt, muss nicht unbedingt im Süden das Standardprogramm buchen. Gegen ein geringes Entgelt kann man hier im Norden in einer wirklich traumhaften Gegend individuell schnorcheln gehen. Der Ort Ganh Dau ist lebhaft und voller kleiner Gassen, in denen Waren angeboten werden. Die Häuser liegen unmittelbar am Meer. Mit dem Scooter fahren wir durch die 1 Meter breiten Gassen vorbei an Fleischständen, auf denen Fleisch, Fisch und Innereien in allen Größen angeboten werden.

Phu Quoc - Traumstrand im Norden

Phu Quoc – Traumstrand im Norden

Auf Touristen ist man in Ganh Dau (noch) nicht eingestellt. Es gibt keine Restaurants oder Coca Cola. Überhaupt trafen wir den ganzen Tag über nur ca. vier andere Touristen auf dem Scooter, die sich – wie wir – hierher „verirrt“ hatten. Diese Gegend ist tatsächlich noch ein unberührter Geheimtipp.

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Von der Nordküste der Insel ist auch Kambodia nicht weit entfernt. Fast zum Anfassen nah, liegt es vor der Küste von Phu Quoc. Die Weiterfahrt zu dem Dorf Rach Vem gestaltete sich mitten durch den Dschungel doch ein wenig schwer und holprig. Einige Male verloren wir den Pfad – doch wir erreichten Rach Vem. Bei Rach Vem soll es einen schönen Strand geben. Wir haben jedoch nur das große Dorf, deren Bewohner vom Fischfang zu leben scheinen, gesehen. Auch hier wird man kaum jemanden finden, der Englisch spricht. Doch die Menschen hier im Norden sind freundlich und herzlich. Immer wieder winken uns Leute und insbesondere Kinder zu. „Hello, hello“. Dann lachen sie und freuen sich anscheinend, dass wir winkend mit „hello, hello“ antworten.

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Dann ging es den langen anstrengenden Weg zurück an die äußerste Nordwestspitze der Insel, zum Cape Ganh Dau. Dort genossen wir die wunderschöne Aussicht auf Meer, Strand und Natur. Danach fuhren wir auf einer roten Piste langsam wieder zurück in den Süden. Die Piste verlief unmittelbar neben der Küste. Wunderschöne einsame Strände reihten sich einer an den anderen. Ab und zu kamen wir durch kleine Orte, in denen Fischer lebten.

Fischerboot

Fischerboot

 

Wir fuhren durch Gebiete, in denen über hunderte von Metern an der Straße entlang Fisch getrocknet wird. Auf Phu Quoc wird anscheinend rund um die Uhr gefischt. Mit großen Booten, mit „Badewannen“, mit Netzen und auf jede andere erdenkliche Art. Bei diesen Massen an Fischerbooten drängt sich die Frage auf, wie lange das noch gut geht. Ist das Meer nicht irgendwann auch hier leer gefischt?

 

Im einsamen Norden gibt es an der Straße dann doch tatsächlich vier Restaurants, die wunderschön gelegen sind. Das Essen wird direkt am Strand serviert. Ein Bad im warmen Meer, Wasser und Fisch. Hier könnte ich es länger aushalten.

Doch es geht weiter Richtung Inselhauptstadt.

 

Ich sehe wieder Plakate, die die Zukunft der Insel in leuchtenden Farben anpreisen. Die Realität an der Straße, in der die Menschen noch in Wellblechhütten wohnen, sieht anders aus. Was passiert mit den Menschen, wenn an dieser Stelle tatsächlich die hochfliegenden Hotelpläne verwirklicht werden?

Schöne Zukunft ?

Schöne Zukunft ?

Plakatwände

Plakatwände

 

Um noch ein wenig Geld zu tauschen gehe ich in eine Bank. Auch beim Geld tauschen ist Vietnam – wie in so vielen Dingen – für mich widersprüchlich und nicht vorhersehbar. In einigen Banken werden die Euronoten genommen und umgetauscht und das war es. In anderen Banken werden sorgfältig Daten aus Reisepass notiert und Formulare ausgefüllt. Hier in Duong Dong ist alles sehr genau geregelt. Vor der Bank warten vier Sicherheitskräfte auf die Kundschaft. Einer geleitet mich die Treppe hoch und in die Tür hinein. Drinnen sind weitere vier Sicherheitskräfte. Einer von ihnen führt mich zu einem Stuhl, auf dem ich warten soll. Per Lautsprecher werden Nummern und Namen aufgerufen. Da ich das nicht verstehe, werde ich von dem Sicherheitsmann nach 5 Minuten zu einem Schalter gebracht, an dem ich mein Anliegen äußern kann. Dann gebe ich noch meinen Namen an und darf mich wieder setzen.

 

Ich schaue mich um. In der Mitte der Bank ist ein großer Altar mit einem Buddha. Darüber leuchten und glitzern hunderte von bunten Glühbirnen. Die Anzeigetafel mit den Kursen in roten Ziffern wirkt dagegen sehr dezent.

 

Da in Phu Quoc dreimal in der Woche den ganzen Tag über auf der ganzen Insel der Strom abgeschaltet wird, wird die Beleuchtung der Bank mit einem Notstrom Aggregat betrieben. Das verlassen plötzlich wohl die Kräfte. Die Stimme aus dem Lautsprecher verstummt, der Buddha hört auf zu leuchten und die Kurse sind nicht mehr erkennbar. Eine angenehme Ruhe macht sich breit. Doch nun wird die Arbeit in der Bank eingestellt. Nach einer halben Stunde nimmt das Notstrom Aggregat seine Arbeit wieder auf und Buddha kann wieder leuchten. Ich bin beruhigt. Ich werde zu einem anderen Schalter geführt, an dem ich mein Geld tauschen kann. Alles bestens – das Abendessen am Strand ist gesichert.

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Phu Quoc - Bai Sao

Phu Quoc – Bai Sao

 

Um die Insel, auf der wir uns nun über eine Woche aufhalten wollen, ein wenig kennen zu lernen, begaben wir uns am zweiten Tag auf einen Ausflug mit dem Scooter in den Südteil des Eilandes.

Phu Quoc - die Südspitze

Phu Quoc – die Südspitze

 

Wir wollten ungern in der prallen Mittagssonne starten und so brachen wir früh nach einem kleinem Frühstück im Strandrestaurant auf. Das Strandrestaurant besteht aus einer kleinen Hütte mit Tischen und Stühlen auf dem weißen Sand. Das Restaurant wird von einer vietnamesischen Familie betrieben und scheint noch recht neu zu sein. Auf einem Schild wird dem Kunden jedenfalls 10% Rabatt wegen Neueröffnung garantiert.

 

Geboten wird Frühstück und wirklich einigermaßen trinkbarer Kaffee. Und das ist für hiesige Verhältnisse einfach großartig. Daneben gibt es viele vietnamesische Gerichte. Der fangfrische Fisch wird direkt von den Booten geliefert, die einige Meter vom Strand entfernt anscheinend beste Fanggründe vorfinden. Es gibt kleine runde „Badewannenboote“, aber auch größere Kutter, die lange Netze vor sich herschieben. Wenn die großen Netze gefüllt sind, werden sie mit zwei Stangen angehoben. Die Beute ist im Netz.

 

Die Restaurantbesitzer gehen mit einem Eimer zu den Booten, die am Strand anlanden und holen sich ihren Fisch. Keine langen Transportwege! Doch neben vietnamesischen Gerichten findet sich auch die Aufschrift: Schnitzel und French fries. Das habe ich allerdings noch nicht gesehen und möchte es auch nicht wirklich gerne probieren. Ich halte mich an die vielen Fische und Meeresfrüchte.

 

Die Großfamilie lebt und arbeitet am Strand. Alle sind immer gut gelaunt und sehr freundlich. Frühstück am Tisch auf dem warmen weichen Sand und der Tag fängt bereits gut an. Für Vitamine sorgen die vielen Früchtestrandverkäuferinnen. Doch so schön der Strand auch ist, wir möchten etwas von der Insel sehen. Da auf Phu Quoc der Strom 2 bis 3 Tage in der Woche auf der gesamten Insel von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang abgestellt wird, ist auch das Notebook keine Alternative. Warum der Strom allerdings abgestellt wird, habe ich bislang nicht herausfinden können.

 

Rote Piste

Rote Piste

Einige Kilometer fahren wir Richtung Süden auf einer Asphaltstraße. Doch sehr schnell geht diese in rote lehmige Piste über. Da es nachts viel regnet, ist es nicht staubig. Doch wir kommen auf den holprigen Pisten nur langsam voran. Die 30 Kilometer bis zur Südspitze ziehen sich hin. Hier sind wir unter Einheimischen. Kaum ein Tourist verirrt sich von den Weststränden hierher. Rechts von uns unendlicher Strand mit vielen kleinen Hütten. Die Vietnamesen, die hier wohnen, leben sehr einfach und ernähren sich in erster Linie von der Landwirtschaft und dem Fischfang. Wenn die gesamte Küstenlinie mehr und mehr zugebaut werden sollte, kann es hier in einigen Jahren vollkommen anders aussehen.

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Ab und zu rauschen an uns Touristenbusse vorbei, die ihre Lieferung zum südlichsten Punkt von Phu Quoc, nach An Thoi bringen. Denn von dort starten die Boote, die die Touristen auf eine Tagestour zum Schnorcheln auf die umliegenden kleinen Inseln bringen.

 

Häuser an der Küste - Phu Quoc

Häuser an der Küste – Phu Quoc

Wir fahren durch einige kleine Dörfer und erreichen An Thoi. An Thoi ist eine lebendige Stadt an der Südspitze des Eilandes. Tourismus gibt es hier (noch) nicht. Nur am Fähranleger liegen neben den Fischerbooten, die Boote die zum Schnorcheln und Fischen mit den Touristen rausfahren.

 

An Thoi - Hafen - Phu Quoc

An Thoi – Hafen – Phu Quoc

Wir fahren nach einem kleinem Spaziergang durch die Stadt und den Hafen wieder Richtung Norden. Jetzt halten wir  uns  jedoch Richtung Osten.

Coconut Prison - Phu Quoc - tiger cages

Coconut Prison – Phu Quoc – tiger cages

Phu Quoc - coconut prison

Phu Quoc – coconut prison

Zunächst kommen wir nach 5 Kilometern nördlich von An Thoi am sogenannten Coconut Gefängnis vorbei. Hier inhaftierte die südvietnamesische Regierung über eine lange Zeit Regimegegner. Anhand von Puppen wird demonstriert, wo hier auf den Wachtürmen und hinter Stacheldraht Wachposten standen, wie Personen in tiger cages gesperrt oder gefoltert wurden. Wieder ein Ort des Grauens. Dass die Gegenseite gleiches machte, wird an diesem und an anderen Gedenkorten in Vietnam nicht erwähnt.

 

An Thoi - Phu Quoc

An Thoi – Phu Quoc

Über eine kleine Eisenbrücke, an der gebaut wird, geht es weiter auf die Ostseite der Insel. Dort liegt der wunderschöne Strand Bai Sao. Wir gönnen uns eine kleine Rast und baden im klaren türkisfarbenen Wasser. Dann geht es auf einer Sandpiste Richtung Norden zurück. Auf der gesamten Strecke wird gebaut. Heute noch eine einsame Sandpiste. Morgen eine sechsspurige Autobahn?

Anthoi - Phu Quoc

Anthoi – Phu Quoc

überall wird gebaut

überall wird gebaut

leben am Fluss

leben am Fluss

Bai Sao

Bai Sao

 

Phu Quoc wirkt auf mich noch sehr natürlich, landschaftlich wunderschön…..und im Aufbruch. Alles wird sich ändern.

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Zurück in Saigon bezogen wir wieder unser Zimmer im Qartier 1, in dem wir auch Sachen während des Kambodiateips deponiert hatten. Das ist ein netter Service, der überall in den Hotels und Gästehäusern in Vietnam geboten wird. Wenn man einige Tage auf Tour gehen möchte, kann kostenlos Gepäck bis zur Rückkehr deponiert werden.

Gleich am nächsten Morgen hatten wie eine eintägige Stadtrundfahrt gebucht, von der ich hoffte, ein wenig mehr von dem großen Saigon zu sehen zu bekommen. Bislang waren wir nur einige Male durch die Stadt gefahren und hatten das zentrale Viertel des Quartier 1 mehrmals zu Fuß durchquert. In Saigon gibt es 12 Viertel, die mit Ziffern bezeichnet sind. Die restlichen Viertel tragen Namen. Die Stadtrundfahrt fing zunächst gut an.

Infotafel - War Remnants Museum Saigon

Infotafel – War Remnants Museum Saigon

Wir besuchten das War Remnants Museum. Leider hatten wir dort nur eine Stunde Zeit. Die umfangreiche Dokumentation mit vielen Exponaten, Fotos und Berichten über den Vietnamkrieg konnte ich daher leider nur im Eiltempo durchlaufen. Wieder ein Ort mit erschütternden Bildern und Zeitdokumenten. Auch wenn mir viele Informationen über den Vietnamkrieg bekannt sind, war die Dokumentation vieler Einzelschicksale doch sehr berührend. Die Reiseleiterin betonte, dass die vietnamesische Regierung zwar die Greultaten des VIetnamkrieges bewahren möchte, heute aber dem Land an einer guten Beziehung zu den USA gelegen sei. ” Wir möchten uns schließlich weiter entwickeln”, fügte sie in einem Nachsatz hinzu.

tiger cages

tiger cages

Interessant und erschütternd auch die Geschichte der Gefangenenlager auf der Insel Phu Quok, auf der die Gefangenen erst von der Kolonialmacht Frankreich und später von der durch die Amerikaner eingesetzten Regierung in Südvietnam unter schlimmsten Bedingungen leben mussten. Einige Gefangene wurden  in sogenannten Tigercages gefangen gehalten. Tigerkäfige sind einfache Drahtgestelle, in denen die Menschen hockend oder liegend zusammengepfercht wurden.

War Remnants Museum Saigon - Shinouk Helicopter

War Remnants Museum Saigon – Chinook Helicopter

Neben den Zeitdokumenten ist eine große Ausstellung von Kinderbildern, die für den Frieden gemalt haben, zu bewundern. Männliche Jugendliche aus aller Welt kann man dabei beobachten, wie sie sich gerne mit den US Bombern oder einem US Chinook Helikopter ablichten zu lassen.

War Remnants Museum Saigon - Kinderbilder für den Frieden

War Remnants Museum Saigon – Kinderbilder für den Frieden

Bild aus dem War Remnants Museum in Saigon

Bild aus dem War Remnants Museum in Saigon

Nach dem Museum besuchten wir Chinatown mit einem alten chinesischen Tempel, den die Chinesen hier zum Dank, dass die Meeresgöttin sie gut über das Meer nach Vietnam geleitet hatte, errichteten. Hier kann jeder Wünsche kaufen. Die aufgeschriebenen Wünsche werden an einem zu einer Spirale gewundenem Räucherstäbchen befestigt, das eine Woche bis zum Abbrennen vor sich hinglüht. Über den Schalen mit den Räucherstäbchen hängen die vielen Wünsche. Ob sie alle in Erfüllung gehen? Spender für den Tempel werden namentlich auf lila Bändern am Rande des Tempels verewigt und wöchentlich ausgetauscht.

Chinesischer Tempel Saigon - Weihrauchwünsche an der Decke

Chinesischer Tempel Saigon – Weihrauchwünsche an der Decke

Chinesischer Tempel Saigon- Spendenbänder

Chinesischer Tempel Saigon- Spendenbänder

Der riesige trubelige chinesische Großmarkt ist eher für Großhändler geeignet, da nur Waren ab 10 Stück gekauft werden können. Dennoch erstanden einige Tourteilnehmer Bilder und günstige Handtaschen. Auch hier beginnt man sich anscheinend auf die Touristen einzustellen. Den restlichen Teil der Stadtrundfahrt konnten wir vergessen.

Wieselkaffee

Wieselkaffee

Ein Verkaufsstand für teuren Kaffee und ein Besuch einer Werkstätte, die vietnamesisches Handwerk herstellte. Die Erklärungen fielen spärlich aus und im Vordergrund stand der beabsichtigte Verkauf der 300 % überteuerten Waren. Wieselkaffee soll angeblich einer der besten Kaffees der Welt sein, da er tierisch vorverdaut ist. Ich frage mich, warum dann der vietnamesische Kaffee so – ich sage es mal vorsichtig – zumindest mir so anders schmeckt. Auch der Besuch der Werkstätten löste nicht gerade Freude bei mir aus. Angeblich sollten alle Verkaufsexponate von behinderten Personen gefertigt sein. Tatsächlich unterschieden sich die Massenprodukte durch nichts von den restlichen überall im Land angebotenen Waren. Auf Nachfrage räumte der Verkäufer ein, dass man auch in einer Fabrik produzieren würde. Schließlich könnten ja nicht 5 behinderte Personen so viel Ware fertigen. Das hatte ich mir fast gedacht. Nachdem wir wieder im Bus verstaut waren, stieg der Verkäufer in seinen großen Lexus und fuhr davon.

Saigon - Hauptpostamt im französischen Viertel

Saigon – Hauptpostamt im französischen Viertel

Laut Reiseleiterin soll jeder, der ein Auto in Vietnam fährt, sehr reich sein. Beim Kauf der ohnehin sehr teuren Wagen, fällt ein Steuer von 100 % des Kaufpreises an. Die Schere von arm und reich klafft eklatant auseinander. Wie ist es in diesem Land möglich so reich zu sein? Die schlichte Antwort der Reiseleiterin: Korruption. Es gibt in Saigon 9 Mio. Einwohner und 6 Mio. Scooter. Unter 100 Kubikzentimeter ist keine Lizenz nötig. Über 100 Kubikzentimeter wird ein Führerschein käuflich erworben. So etwas wie eine Fahrschule gibt es nicht. Wer ohne Führerschein erwischt wird, zahlt 200 $ oder wenn er Glück hat 5 $ in die Kaffeekasse der Polizei.

Saigon - Notre Dame

Saigon – Notre Dame

Nach einer ausgedehnten Mittagspause, in der wir uns Essen kaufen durften, sollten wir den Wiedervereinigungspalast besuchen. Der Besuch fiel leider aus, da ein ranghoher General vor einigen Tagen verstorben ist und nun die Trauerfeierlichkeiten in dem Palast abgehalten wurden. Ersatz für den ausgefallenen Programmpunkt gab es nicht.

Saigon - Hauptpostamt im französischen Viertel

Saigon – Hauptpostamt im französischen Viertel

Dafür waren wir zu früh im französischen Viertel und konnten nur einen Blick auf die Kirche Notre Dame und das Hauptpostamt werfen. Die Öffnungszeiten waren später. Da wir nun wegen dem nicht zu besichtigen Wiedervereinigungspalast zu früh da waren, konnten wir uns nur mit einem schlechten Kaffee und Eis versorgen und mit 300 anderen Besuchern die Kirche von außen bewundern. Dann endete die Tour nicht wie vorgesehen um 17 Uhr, sondern bereits um 14.30 Uhr.

Mein Tipp: Traveller schaut Euch die Agentur genau an, bei der ihr bucht. Fragt explizit nach einzelnen Programmpunkten. Gut ist auch, wenn Ihr eine Agentur erwischt, die die Touren selber durchführt und sich nicht anderer Subunternehmen bedient.

Bunte Helme

Bunte Helme

Doch man weiß nie, wofür etwas gut ist. Durch die doch eher enttäuschende Tour war Zeit für eigene Unternehmungen. Zunächst besuchten wir den Großmarkt im Quartier 1 und gewannen interessante Eindrücke in das interne Preisgefüge.

Tipp: Wenn Mitbringsel aus Stoff, Holz, Stein und Bambus gekauft werden möchten, ist meines Erachtens hier der günstigste Ort in Vietnam. Im Außenring des Marktes sind die Preise fix, so dass man sich einen Eindruck von dem ungefähren richtigen Preis verschaffen kann. Verhandlungskünstler können im Innenbereich ihr Glück versuchen. Nach meiner Erfahrung wird für jedes Produkt in diesem Land jeder Preis verlangt. Alles ist möglich. Ein Beispiel: Überall im Land werden recht hübsche Schalen aus Bambus im Dreierset angeboten. In Touristenläden, bei denen der Bus stoppte, wurden Preise von 16 $ bis 92 $ für die absolut gleiche Ware verlangt. In Hoi An kostete das Set zwischen 10 $ und 15 $. Au dem Markt in Saigon ließ sich ein Set für 10 $ erhandeln. Im Festpreisbereich kostete es noch 6 $. Der normale Preis liegt unter dem Festpreis. So kann man sich vorstellen, wie und wo hier im Land auch ohne Korruption gutes Geld verdient wird.

Vietamesische Studentengruppe

Vietamesische Studentengruppe

Am späten Nachmittag schlenderten wir durch den großen Park im Viertel. Wir wurden wieder – wie bereits in Hanoi – von jungen VIetnamesen angesprochen, die uns sehr höflich und freundlich fragten, ob wir ein wenig Zeit hätten. ” Wir sind Studenten und möchten Englisch lernen und üben”. Froh endlich nicht nur von Verkäuferln umzingelt zu sein, willigten wir gerne ein, ein wenig mit den jungen Leuten zu reden. Sie stellten viele freundliche Fragen zu unserer Reise, zur Familie und zu unseren Ländern. Auch wir fragten und erhielten freundliche Antworten. Die Gespräche waren sehr informativ und ich konnte an diesen jungen Menschen die vielgerühmte Herzlichkeit und Freundlichkeit der Vietnamesen in Kombination mit Höflichkeit und Zurückhaltung feststellen. Auffällig war, dass sie weder zu unseren Aussagen noch zu ihren eigenen Aussagen Wertungen hinzufügten. Alles wurde mit einem Lächeln auf den Lippen ausgesprochen. Und noch etwas war auffällig. In diesen vielen jungen Menschen, die keine Mühe scheuen, um zu lernen und im Leben weiter zu kommen, steckt ein enormes Potential. Mit ihrer Arbeitsmoral und ihrem freundlichen zielstrebigen Handeln werden sie zukünftig Konkurrenz aus Europa nicht fürchten müssen.

Sehr beeindruckt von diesem Zusammentreffen wanderte ich nach Hause. Und um das Glück perfekt zu machen, fand ich auch noch einen Stick für meine Fotos. In dem Geschäft dann die andere Seite der Medaille. Sage und schreibe acht Personen bedienen mich für einen Stick für 8 $. Es werden Rechnungen geschrieben und mein Name wird auf einem Fromblatt registriert. Personalkosten sind günstig und Service muss teilweise noch ein wenig geübt werden. Aber der Eindruck bleibt – Vietnam mausert sich.

Bunte Helme

Bunte Helme

An Läden mit bunten lustigen Motorradhelmen vorbei, die wahrscheinlich nur spaßig, aber nicht wirklich tauglich sind, geht es zurück ins Hotel. Meine Erfahrung nach einigen Wochen Vietnamreise ist, dass es sich tatsächlich lohnt, weitmöglichst individuell zu reisen. Bei Selbstorganisation fallen nicht nur geringere Kosten an, sondern auf diese Art besteht die größte Möglichkeit, Land und Leute hautnah und abseits der üblichen Touristenpfade zu erleben.

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Die Tage in Siem Reap haben mir sehr gut gefallen. Insbesondere der Tag in Angkor Wat und den anderen Tempeln wird mir immer unvergesslich bleiben. Die recht anstrengende Reise hat sich daher in jeder Hinsicht gelohnt. An diesen Ort würde ich gerne wiederkommen und mir einen weiteren Tag lang Tempel ansehen :-).

 

Am Abend nach unserer Tempeltour gönnten wir uns ein leckeres Khmer Curry, das allerdings nicht so scharf war, wie ich das von  thailändischen Currygerichten gewohnt bin. Vorteil: dieses Curry ließ sich ohne Tränen verspeisen. Danach gab es eine kleine Nacken- und Fußmassage für zwei Dollar. Die Masseure sind zumeist junge Mädchen und Jungs, die saisonweise in Siem Reap arbeiten und Geld für ihre Familien verdienen. Sie sind zumeist sehr freundlich, liebenswürdig und machen untereinander viele Scherze. Die Freundlichkeit täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass sie sicherlich ein sehr hartes Leben haben. Leider sprechen die meisten von ihnen nicht gut genug Englisch, um sie nach ihren genauen Lebensumständen zu fragen. Doch eines ist sicher. Ihr Lebensweg und ihre Lebensverhältnisse unterscheiden sich von denen der jungen Leute, die heute die Welt bereisen können, eklatant.

 

im Fischbecken

im Fischbecken

Auf dem Nachtmarkt steckten wir für einen weiteren Dollar unsere Füße in ein Fischbecken. Angeblich sollen die Fische die alte Haut abnagen. Für mich war es am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig, so viele Fische an den Füßen knabbern zu lassen. Doch nach dem anfänglichen Kitzeln fühlte es sich sehr angenehm an.Ob es wirklich geholfen (?) hat, weiß ich nicht. Spaßig war es auf jeden Fall.

 

Am späteren Abend beschäftigte ich mich nochmals mit meinen Technikproblemen. Der mitgebrachte Speicherplatz auf dem kleinem Notebook reichte nicht mehr für die vielen Bilder. Unter der Last meiner Dateien war I-Photo zusammengebrochen. Und ich habe keine Idee, wie ich es wieder aktivieren kann. Da kein Stick oder keine Festplatte zu erwerben war und auch das Internet zu schwach für einen Upload zu Google oder FlickR war, blieb mir nur übrig, alles zu löschen, was zu löschen ging. Alle Musik und alles was ich nicht unbedingt brauchte, löschte ich von dem kleinen Notebook und dem I-Pad. So schaffte ich zumindest Platz für die verkleinerten Fotos aus Vietnam. Von den großen RAW Dateien musste ich mich verabschieden. Da ich die Bilder jedoch in erster Linie nur  zur Erinnerung haben möchte, ist das für mich in Ordnung.

 

Men at work - Busreparatur

Men at work – Busreparatur

Am nächsten Morgen ging es früh mit dem Bus Richtung Phnom Penh, um von dort noch am gleichen Tag zurück nach Saigon zu fahren. Für hiesige Verhältnisse ein gewaltiger Ritt. Gleich am Morgen wartete die erste Enttäuschung auf mich. Der Bus sah so abgewrackt aus, dass wir befürchteten, nicht heil in Phnom Penh anzukommen. Eigentlich lohnt sich mehr aufzuzählen, was an dem Bus funktionierte. Das was nicht funktionierte war eindeutig in der Überzahl. Der Bus klapperte und rostete an allen Ecken. Die Geschwindigkeitsanzeige stand durchgehend auf Null. Die Klappfunktion der Sitze funktionierte nicht. Ein Reifenprofil existierte nicht. Dafür standen die großen Räder des Busses leicht schief vom Bus ab. Selbst der Videorekorder rauschte nur und gab nur nach einem ordentlichen Fußtritt des Busbegleiters wieder Töne von sich. Um den Fahrer mit Musik zu verwöhnen, wurde zu diesem Zweck extra einer der kleinen Bordjungen abgestellt von Zeit zu Zeit Tritte und Hiebe in Richtung des Videorekorders abzugeben.

 

Doch – oh Wunder, der Bus fuhr. Vollgequetscht mit Menschen, Vidiogeräuschen und dem immer wieder gern gehörten Nokiaton ging es mit Tempo 10 bis 30 durch die Schlaglöcher.

Eine halbe Stunde nach Abfahrt übersah der Busfahrer ein großes Schlagloch und es gab einen heftigen Knall. Dann standen wir auf der Landstraße. Der Busfahrer und seine vier Hilfskräfte bemühten sich den Bus mit Holzpflöcken und einem Werkzeug, das an einen Wagenheber erinnerte, hochzubocken. Leider funktionierte das Werkzeug auch nicht. Irgendetwas war unter dem Bus abgebrochen.

 

„10 Minuten“, beruhigte der Fahrer uns auf Nachfrage. Ich war ein wenig beunruhigt, da wir den Anschlussbus in Phnom Penh bekommen mussten. Aus den 10 Minuten wurde eine Stunde. Dann gaben die fünf Männer die weitere Reparatur auf und bedeuteten uns einzusteigen. Wir fuhren weiter. An jedem Schlagloch auf der Piste erwartete ich den Zusammenbruch der Hinterachse. Doch der Bus hielt tatsächlich bis Phnom Penh.

Spinnengericht

Spinnengericht

Da der Fahrer jedoch an fast allen Raststätten eine ausgiebige Mahlzeit und einen kleinen Schlaf brauchte und zudem der Motorbus abkühlen musste, hielten wir auf vielen Raststätten an.  Während der Busjunge auf den Raststätten einen Wassereimer nach den anderen über dem heißen Motor ausleerte, schaute ich mir die für die Reisenden angebotenen Gerichte und kleinen Snacks an. Statt Chips hätte ich geröstete Spinnen erwerben können. Auch nicht schlecht, aber so recht hatte ich auf diesen Snack keinen Appetit. Durch die Panne und die vielen Pausen kamen wir mit 2 Stunden Verspätung in Phnom Penh an.

 

Das, was ich die ganze Zeit befürchtet hatte, dass der Anschlussbus nach Saigon abgefahren war, war eingetreten. Wir stiegen in Phnom Penh aus und wurden von Tuk Tuk Fahrern überfallen, die uns in wunderschöne Gästehäuser bringen wollten. Mit meinem Ticket lief ich zum Schalter an der Busstation und der Ticketverkäufer bedeutete mir, einem Kollegen zu folgen. Was ich nicht erwartet hätte: Wir wurden tatsächlich zusammen mit einem Koreaner, der unser Schicksal teilte, in einen Minibus gesetzt. Der Fahrer sollte hinter dem seit einer halben Stunde abgefahrenen Bus hinterher fahren.

 

Eben noch wütend auf den Busfahrer, war ich nun über diesen Service fast verblüfft. Wir fuhren durch die Rush Hour von Phnom Penh. Plötzlich stoppte unser Fahrer. Er schien keine Ahnung zu haben, wo er den Bus suchen sollte. Ein funktionierendes Handy hatte er jedenfalls nicht. So hielt er an einem Stand und erwarb eine Prepaidkarte. Fünf Minuten versuchte er die Geheimnummer aufzurubbeln und sein Handy funktionsfähig zu machen. Es glückte ihm aber aus einem für mich nicht nachvollziehbaren Grund zunächst nicht.

 

Uns bot derweil ein fliegender Händler „Northface“ Rucksäcke für 10 Dollar an. Da ich mittlerweile wusste, dass die meisten sehr günstigen Dinge „Fake“ sind, fragte ich: „Es fehlt doch die Echtheitsmarke. Ist das wirklich ein Original?“. „Nein, kein Original, aber Level A nach dem Original“, ließ der Händler verlauten. Das war eine großartige Antwort, die ich noch nie gehört hatte. Level A hinter dem Original – was immer das sein soll. Halten wird der Rucksack nicht lange, wie ich an meinem eigenen Einkauf der ersten Tage bereits festgestellt habe.

 

Doch ich musste nicht weiter über einen neuen Rucksack nachdenken, denn mittlerweile war unser Fahrer mit dem Rubbeln fertig. Ihm war  sogar eine Telefonverbindung geglückt, denn er war eifrig am Reden. Mit wem er telefonierte und was er sagte, wussten wir nicht. Wir fuhren weiter und trafen nach 10 Minuten auf einen großen Bus, der auf uns am Straßenrand wartete. Und welche Freude. Wenn die Busse hier normalerweise bis auf den letzten Platz vollgestopft sind und selbst in der Gangmitte noch Leute auf einem Hocker sitzen, war dieser Bus fast leer. Nur 10 junge Traveller auf dem Weg nach Saigon saßen weitverstreut im Bus. So gönnten auch wir uns jeder eine Doppelbank und streckten uns gemütlich aus.

 

an der Fähre

an der Fähre

Ich konnte in Ruhe meine Erlebnisse aus Siem Reap im Bus aufschreiben. Die anfängliche Pechsträhne des Tages schien durchbrochen. Als wir an die Fähre kamen, an der wir auf dem Hinweg sechs Stunden warten mussten, waren nur wenige Fahrzeuge in Wartestellung. In kürzester Zeit setzten wir mit der Fähre über den Mekong und weiter ging es in Richtung kambodianische vietnamesische Grenze. Ganz so einfach wie der kleine schwarze Hund, der hier ständig zwischen Vietnam und Kambodia hin und her lief, hatten wir es nicht. Wieder gab es ein wenig Warterei und Papierkrieg. Doch dann rollten wir durch die Nacht weiter in Richtung Saigon.

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Land unter Wasser - Kambodia

Land unter Wasser – Kambodia

Wir starteten mit dem Bus sehr früh aus Phnom Pengh. Obwohl uns der Ticketverkäufer in Vietnam einen guten Bus mit bequemen Sitzen versprochen hatte, stellten wir bereits auf dem Weg nach Phnom Penh fest, dass der Ticketverkäufer ein wenig übertrieben hatte. Die Busse von Saigon bis Siem Reap sahen aus, als wenn sie nur noch durch den Rost zusammengehalten würden. Wenn der Bus durch große Schlaglöcher oder kniehohes Wasser fuhr, musste das Buspersonal kleiner Reparaturstopps einzulegen. Für uns als Passagiere, die in dem Bus lauten Videofilmen, dem ständigen Hupen und Begleitung von Kindergeschrei und dem weltbekannten Nokiaton ausgeliefert waren, eine neue Herausforderung, sich in Gelassenheit zu üben :-).

Am frühen Nachmittag kamen wir dann doch heil und ein wenig müde  in Siem Reap an. Dort wurden wir gleich von Heerscharren von Tuk Tuk Fahrern umzingelt, die uns in die Stadt und einem Gästehaus ihrer Wahl bringen wollten. Wir erwischten einen freundlichen englisch sprechenden jungen Mann, der uns das Busticket für den Rückweg rückbestätigte und uns zu einem sehr hübsch  ausschauenden Gästehaus in der Stadt brachte. Dort bezogen wir ein helles  Zimmer. Das Haus war weitläufig und hell mit einer guten Atmosphäre. Überall saßen  Gäste, zumeist junge Leute, die es sich im Garten oder einem der schönen großen Balkons auf alten Kolonialstühlen bequem gemacht hatten.

Siem Reap - Fluss

Siem Reap – Fluss

Siem Reap selber ist weitaus schöner, als ich mir die Stadt vorgestellt hatte. An einem kleinen Fluss gelegen,  mit vielen Gästehäusern und Restaurants und einem großen Marktviertel, lädt das Städtchen zum Bummeln und Einkaufen ein. Touristen aus aller Welt sind hier anzutreffen, die für einen Tag bis zu einer Woche nach Siem Reap kommen, um die weltbekannten Monumente zu bewundern. Doch neben den historischen Bauwerken gibt es große Prachtstraßen, eine Universität, ein Nationalmuseum und etwas außerhalb gelegen auch ein sehr interessantes Militärmuseum. Im Eintrittspreis ist eine Führung mit einem englischsprachigen ehemaligen Soldaten enthalten, der sehr persönlich durch die Geschichte- und Militärgeschichte des Landes führt. Einer der größten Wats des Landes lädt gleichfalls zum Besuch ein.

Tempel Siem Reap

Tempel Siem Reap

Doch für mich  sind die großen Khmertempel und insbesondere Angkor Wat der Höhepunkt von Siem Reap, von Kambodia, wenn nicht von der gesamten Reise. Tempeltouren können in den verschiedensten Varianten überall in der Stadt gebucht werden. Wir entschieden uns einen Tuk Tuk Fahrer samt Gefährt für einen Tag zu mieten. Der fuhr uns morgens aus der Stadt heraus zum Ticketschalter, an dem schon morgens um 8.00 Uhr viel Betrieb war. Für 20 $ am Tag kann man von morgens um 9 bis abends um 17.30 Uhr jeden Tempel der Umgebung besuchen. Doch das ist wegen der Vielzahl der Bauwerke und deren Lage kaum möglich, so dass eine Auswahl getroffen werden muss.  Ein Wochenticket gibt es für 60 $. Wir kauften unser Ticket für einen Tag und erhielten einen Lichtbildausweis.

Silhouette Angkor Wat

Silhouette Angkor Wat – im gleißenden Morgenlicht

Dann konnte es los gehen.   Als erstes stand die von einem sehr breiten Wassergraben umgebene Anlage Angkor Wat auf dem Programm. Sie ist tatsächlich so beeindruckend, wie ich das nach dem Besuch einer Ausstellung zu Angkor Wat in Bonn vor einigen Jahren vermutet hatte. Ich habe einige Filme und viele Fotos von und über Angkor Wat gesehen. Doch persönlich in diesen großen Mauern zu stehen, ist doch noch einmal etwas vollkommen anderes.

Weg nach Angkor Wat

Weg nach Angkor Wat

Angkor Wat wurde in der Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut. Bereits von weitem ist es an der aus drei massiven lotusartigen Pyramiden bestehenden Form zu erkennen. Ein breiter langer Damm führt in das Innere der Anlage. Die Außenmauer ist ca. 1,5 x 1,5 Kilometer lang. Gänge mit großen Reliefs zieren die gewaltigen Mauern. Wenn das  erste Außencarre  abgeschritten ist, kann der Besucher eine weitere ” Schicht” nach innen wandern. Wieder Gänge mit Reliefs. So kam auch ich immer weiter in das Innere der Anlage. Das Kernstück des Tempels ist heilig und darf nur in angemessener Kleidung betreten werden. Auf sehr steilen Treppen geht es heute ( ehemals waren es Steinstufen) hoch in die drei Türme. Von oben bietet sich ein beeindruckender Ausblick über die gesamte Anlage. Stairway to heaven – der Aufstieg in den Himmel soll ein wenig anstrengend sein.

Angkor Wat - Treppe zum Heiligtum

Angkor Wat – Treppe zum Heiligtum

Wer hier ins Detail gehen möchte, kann durchaus einen ganzen Tag in Angkor Wat zubringen. Große Touristengruppen werden schnell  durch die weitläufigen Gänge und Parkanlagn geschleust. Wir können uns die Zeit nehmen, die wir haben möchten. Wir laufen in Angkor Wat mehrere  Kilometer ab. Ich bin fasziniert und erfreue mich an den riesigen Mauern, Türmen und Reliefs und der Natur um die gewaltige Anlage.

Angkor Wat

Angkor Wat

Relief - Angkor Wat

Relief – Angkor Wat

Hier nun einige Fotos, die ich auch mit Euren Tipps retten konnte. Dafür großen Dank. Ein Stick in Saigon hat mir geholfen. Nun kann ich Bilder auslagern. Diese Bilder sind mehr oder minder für mich Erinnerungen und können sicher nicht den atemraubenden Eindruck wiedergeben. Doch sie werden mich immer an diesen wunderbaren Morgen in Anghor Wat erinnern.

Angkor Wat

Angkor Wat

Angkor Wat

Angkor Wat

Angkor Wat

Angkor Wat

Angkor Wat - Relief

Angkor Wat – Relief

Gruppe koreanischer Touristen

Gruppe koreanischer Touristen

traditionelle Kostüme

traditionelle Kostüme

Angkor Wat

Angkor Wat

Relief

Relief

Angkor Wat

Angkor Wat

See - Angkor Wat

See – Angkor Wat

Angkor Wat

Angkor Wat

Pferd in Angkor Wat

Pferd in Angkor Wat

Relief - Angkor Wat

Relief – Angkor Wat

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Boot im See - Killing Fields

Boot im See – Killing Fields

Wir hatten zwei Nächte und einen Tag in Kambodgias Hauptstadt. Phnom Penh ist eine sehr große, jedoch nach Einwohnerzahlen nicht die größte Stadt Kambodias. Sie wirkt ähnlich wie Saigon. Groß, weitläufig und im Aufbau. Überall entstehen große Geschäftshäuser, Hotels und Banken. Eine Großbaustelle der Superlative. Doch neben den vielen modernen Elementen gibt es auch noch alte Viertel mit kleinen Gassen und Märkten. Der größte Markt ist in einem zentralen Gebäude als Großmarkt untergebracht. Hier sind auch die Busstationen in der Nähe, die Dreh- und Angelpunkt für den Reisenden sind. Es gibt Tickets, Früchte, Verpflegung zu kaufen und Tuk Tuks zu mieten.

Reklamewände zieren die Mauern der vielen Baustellen in der Stadt

Reklamewände zieren die Mauern der vielen Baustellen in der Stadt

Ganz in der Nähe ein großes modernes sechsstöckiges Kaufhaus. Auf dem Dach amüsiert sich die Jugend bei lauten Technoklängen auf einer Inlinescaterbahn. Sicher nicht für jedermann erschwinglich.

Inlinescater auf dem Dach eines Einkaufszentrums in Phnom Penh

Inlinescater auf dem Dach eines Einkaufszentrums in Phnom Penh

Neben vielen gestylten schicken Jugendlichen, die Cola trinken und am Smartphone spielen, sind in dieser Stadt unzählige kleine Kinder zu sehen, die bereits mit vier Jahren auf die Straße geschickt werden, um mitten auf der Fahrbahn zu betteln. Ein weiteres Land mit großen Gegensätzen.

Tuk Tuks in Phnom Penh

Tuk Tuks in Phnom Penh

Nicht zu vergessen sind auch die vielen wunderschönen Pagoden in Phnom Penh, die hier Wat heißen, viele Museen, große Universitätsgebäude und der riesige eindrucksvolle Königspalast. Die Wats ähneln mehr den thailändischen als den vietnamesischen Wats. Die Mönche tragen knall orange farbene Kutten. Kambodia und Thailand, beides Monarchien scheinen durchaus Ähnlichkeiten aufzuweisen. Auffällig sind neben den unzähligen Scootern und Tuk Tuks, die das Straßenbild prägen, die vielen großen und teuren Wagen, die hier herumfahren. Zumeist handelt es sich um japanische Fabrikate, aber auch Mercedes und BMW sind vertreten. Es scheint durchaus eine reiche Oberschicht zu geben, die in eingemauerten und mit Stacheldraht eingezäunten Villen lebt.

Im Wat Phnom

Im Wat Phnom

Um uns in Phnom Penh fortzubewegen, entscheiden wir uns für ein Tuk Tuk. Das erfordert Verhandlungsarbeit am Morgen. Doch dann ist es ein luftiges Vergnügen inklusive eines Fahrers, der uns einen Tag lang begleitet. So schön die Fahrt durch die Stadt mit dem Tuk Tuk ist, als wir auf die pistenartige Nationalstraße biegen, die eher an eine holprige Schlammpiste erinnert, wird es ein wenig ruckelig und ungemütlich. Überall um uns Staub und ich bereue, dass ich meine Sonnenbrille nicht dabei habe. Ich benutze meine Sonnenbrille ohnehin selten. Doch hier in dem Staub wäre sie gut zu gebrauchen gewesen.

Killing Fields

Killing Fields

15 Kilometer außerhalb Phnom Penh liegt unser erstes Ziel. Doppeldeutig: kein einfacher Weg dorthin. Neben der holprigen Straße verspüre ich auch ein wenig Angst vor dem, was mich erwarten wird. Wir besuchen die sogenannten ” Killing Fields”. Das ist nur einer der Orte, an denen die Roten Khmer in den 70ger Jahren ihr Unwesen trieben. Pol Pot und seine Clique ermordeten ein Viertel ihres eigenen Volkes. Die Geschichte und die Zahlen sind nachzulesen. Doch an einem solchen Ort des Grauens selber persönlich zu sein, etwas anderes.

Killing Fields -Museum

Killing Fields -Museum

Mit Kopfhörern und einer Audiotour werden wir über das Gelände begleitet. Bedrückendes Schweigen, Wut, Trauer, Mitgefühl und unvorstellbares Leid. Einzelheiten erspare ich dem Leser hier lieber. Gut ist, dass die kambodianische Regierung diesen Ort zur Erinnerung und Ermahnung geschaffen und erhalten hat. In einer großen neuerbauten Stupa werden unzählige Schädel und Knochen, die aus den Massengräbern stammen, auf vielen Stockwerken aufbewahrt. Wissenschaftler haben von den Schädelresten viele Identitäten ermittelt, so dass die Schädel nach Geschlecht und Alter sortiert sind.

Besonders betroffen machen die vielen Baby- und Kinderopfer. Während viele Opfer Pol Pots nicht einmal zwei Jahre alt werden durften, erfreute sich der Diktator bis zu seinem Tod im Alter von 92 Jahren seines Lebens. Unverständlich auch, dass selbst nachdem dessen Untaten in der Welt bekannt waren, Staaten, wie Deutschland, die USA, Frankreich und England weiter die Roten Khmer offiziell anerkannten. Machtpolitik!?!

Schädel - Killing Fields

Schädel – Killing Fields

Auf dem Gelände befindet sich neben den vielen Außenstationen auch ein Museum, in dem vielen Dokumente, Dinge, Fotos und ein Film zu sehen sind. Sehr betroffen und erschüttert fahren wir mit dem Tuk Tuk zurück nach Phnom Penh.

Genocide Museum

Genocide Museum

Doch auch die nächste Station ist nicht erfreulicher. Wir besuchen einen großen Gebäudekomplex, der als Schule gebaut und von den Roten Khmer in ein Gefängnis und Folterlager umgebaut wurde. Das sogenannte Genocide Museum, das den Völkermord heute am Originalschauplatz mit hunderten von Fotos der Opfer dokumentiert, macht sprachlos und unendlich betroffen. Auch hier möchte ich die grausamen Einzelheiten besser dem Leser ersparen. Auch ich habe mir vor dem Besuch dieser Stätten lange Gedanken gemacht, ob ich die Konfrontation mit all den Grausamkeiten ertragen kann. Im Ergebnis bin ich dazu gekommen, dass bei einem Besuch dieses Landes für mich auch dieser Teil der Geschichte dazu gehört. Ich habe es nicht bereut.

Nach dem Besuch dieses schrecklichen Ortes lassen wir uns fast schweigend zur letzten Station in Phnom Penh bringen. Das ist der Wat Phnom, der der Stadt seinen Namen gibt. Er liegt auf einer über 20 Meter hohen Anhöhe und bietet einen schönen Blick auf die breiten Umliegenden Straßen der Stadt. Mönche lassen sich unter einer riesigen geflochtenen Königskobra ablichten. Nach all den gehörten Grausamkeiten tut ein Wat jetzt gut. Ich zünde viele Räucherstäbchen an. Drei auf speziellen Wunsch eines Bloggers aus Bielefeld. Die anderen Räucherstäbchen sind für……..das soll als Bestellung an das Universum noch nicht verraten werden .

Die Ruhe im schattigen Wat tut nach diesem Tag gut. Während ich am Rande des Gebetsraumes langsam wieder zu mir komme, beobachte ich, wie Kambodianerinnen Obst und Geld für Buddha bringen. Es werden viele Räucherstäbchen angesteckt und der Duft steigt ein wenig in den Kopf. Danach wandern wir ein wenig durch die Stadt und landen in einem der vielen kleinen Straßenrestaurants. Kaum sitzen wir unter der großen Plastikplane beginnt es heftig zu regnen.

Scooter fahren bei Regen

Scooter fahren auch bei Regen

Zwei Stunden schüttet es aus Kübeln vom Himmel. Doch wir haben Glück gehabt. Der Tag war sonnig und trocken. Unter der Plane kann uns der warme Regen nichts anhaben. Langsam verwandelt sich die Fahrbahn vor uns in einen reißenden Strom. Fahrräder, Scooter und Autos sind bis zur halben Reifenhöhe unter Wasser. Einige Menschen bis auf die Knochen nass. Doch auch das Wetter wird von den Asiaten gelassen hingenommen. Man lacht und scherzt und macht es sich unter Regencapes oder Planen gemütlich. Und wer nass ist? Der lacht und scherzt und fährt weiter durch den Regen. In einer kurzen Regenpause gelangen wir gegen Abend zurück in unser Hotel. Zeit unsere Sachen zu packen, denn morgen früh geht es weiter nach Siem Reap im Norden von Kambodia. Dort möchte ich Angkor Wat besuchen – für mich ein absoluter Höhepunkt dieser Tour.

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Bananenstand in Saigon

Bananenstand in Saigon

Wir brachen am frühen Morgen vom Guesthouse in Mui Ne auf. Und ich war noch einmal über die Herzlichkeit erstaunt, mit der unsere Herbergsfamilie uns Kaffee und Brot brachte und uns verabschiedete. Die gesamte Großfamilie samt Hund war versammelt, um uns und drei weitere Touristinnen aus Korea zum Bus zu begleiten und zum Abschied zu winken.

Morgenverkehr Saigon

Morgenverkehr Saigon

Die Busfahrt nach Saigon oder Ho-Chi-Mingh City, wie die Stadt heute offiziell heisst, zog sich mit über 200 Kilometern in der gewohnten Weise ziemlich lang hin. Doch am frühen Nachmittag erreichten wir Saigon. Was für ein Gegensatz zu Hanoi. Saigon weist ein fast modernes Stadtbild auf. Große breite Prachtstraßen prägen die Stadt und dabei liegt immer noch ein Hauch von Amerika in der Luft. Ob es US Flaggen oder nur der Western Sallon an der Ecke ist. Überall wird gebaut. Eine Großmetropole entsteht. Ich sehe hier im Land auch das erste Mal so etwas wie eine Autobahn. Auf breiten Fahrbahnen wird der Verkehr getrennt nach Autos und Scootern in die Stadt geleitet. Der Bus hält in der Nähe des großen Busbahnhofs am Rande des sogenannten Quarter 1.

Hier im Travellerviertel wimmelt es von kleinen Restaurants und Shops. Neben Essen und Waren aller Art werden in erster Linie Bustickets und Reisepakete für Vietnam verkauft. Die Weiterfahrt ist also gesichert. Zunächst suchen wir unser Hotel, das wir mit Hilfe von freundlichen Hinweisen der einheimischen Bewohner schnell finden. Das Hotel selber ist allersings der absolute Reinfall. Das erste Mal, dass die Buchung über Internet nicht geklappt hat. Es handelt sich um ein dreckiges Loch, dass auch stundenweise vermietet wird. Zum Glück will auch der Besitzer nichts von meiner Buchung wissen. Doch alles kein Problem. Hier im Viertel wimmelt es geradezu von Hotels und Guesthäusern in jeder Qualität.

Nachbars Hund frisst Reis

Nachbars Hund frisst Reis

Schnell ist Ersatz gefunden. Ein Zimmer für eine Nacht in Saigon. Die Besichtigung von Saigon heben wir uns für später auf. Morgen soll es zunächst nach Kambodia weiter gehen. So bleibt uns der Nachmittag und der Abend, um das trubelige Leben im Viertel zu genießen und uns nach geeigneten Bustickets für die Weiterfahrt umzusehen. Ich erfreue mich an dem goldigen Nachbarhund, der den Reis mit seinen Besitzern teilt, und mich an Lasko erinnert. In einer der vielen Reiseagenturen werden wir schnell fündig und kaufen ein sogenanntes Open Busticket nach Phnom Pengh, Siam Reap und zurück nach Saigon. Das Ticket legitimiert uns, nach vorheriger Anmeldung dann zu reisen, wann wir möchten. Alternativ hätten wir für ungleich mehr Geld eine fertige Tour mit Hotel und Besichtigungen kaufen können. Doch wir wollen uns lieber die Zeit und die Orte in Kambodia selber einteilen. Abends lassen wir noch Passfotos für das Visa nach Kambodia machen. Für Vietnam habe ich mir bereits in Deutschland ein sogenanntes multiples Entry Visa besorgt, mit dem ich drei Monate lang mehrmals nach Vietnam einreisen kann. Ein nicht ganz billiges Vergnügen, das immerhin über 100 € kostet.

Am frühen Morgen geht es wieder los. Wir werden von einem kleinen Bus eingesammelt und zu einem großen Bus gebracht. Dann dauert es mehr als eine Stunde ehe wir aus der riesigen Stadt heraus sind. Ich staune immer wieder, dass sich hier in Vietnam die Branchen zu konzentrieren scheinen. Wir kommen durch ganze Straßen, in denen ausschließlich Schuhgeschäfte sind. In anderen Straßen gibt es ein Möbelgeschäft neben dem anderen. Und in einem Großgebiet scheint es kilometerweiter nur Kräne und Baumaschinen zu geben, die hier von verschiedenen Anbietern verkauft oder vermietet werden. Selbst eine Straße mit Apple Fakes gibt es. Unter Apples Markenzeichen verkaufen Duc Apple, Mia Apple und nebenan Happy Apple unbehelligt I Phones und I Pads für billiges Geld. Wenn das “Apple” wüsste oder wissen sie? Neben vielen Fake Shops gibt es in Sigon aber auch viele gute Geschäfte, die gemessen an europäischen Preisen gute Ware für geringes Geld verkaufen.

Wir fahren einige Stunden und erreichen dann die vietnamesisch kambodianosche Grenze. Hier wartet einiger Papierkrieg auf uns. Wenn man sich keines Guides für die Grenze bedient, muss der Alleinreisende einige Formulare ausfüllen, Fingerabdrücke hinterlassen und natürlich das Visa mit 20 $ zahlen. Dann haben wir es geschafft und sind in Kambodia. Die Landschaft bis Pnom Pengh ist flach, grün und überschwemmte Reisfelder und breite schlammige Flüsse bestimmen das Landschaftsbild. Am Rande der Straße liegen kleine Dörfer. Die Leute scheinen vom Reis, fischen und vom Handel zu leben. Hier herrscht auf den ersten Blick eine größere Armut als in Vietnam.

Fluss in Kambodia aus dem Busfenster

Fluss in Kambodia aus dem Busfenster

Auch in Kambodia wird Scooter gefahren. Allerdings im Gegensatz zu Vietnam häufig auch ohne Helm. Transportiert werden die Menschen in Kleinbussen und in Tuk Tuks. Tuk Tuks sind kleine von Scootern gezogene Gefährte, in denen hinter sechs bis acht leute Platz nehmen können. Doch häufig sind drinnen auch zehn bis zwölf Personen zu sehen. Draußen und auf dem Dach hängen weitere Menschen und selbstverständlich wird auch noch ordentlich Ware mittransportiert. Während in Vietnam die Schrift mit den lateinischen Buchstaben lesbar ist, bleibt mir die Bedeutung der kambodianischen Schrift verborgen. Doch nach einer weiteren Stunde Fahrt stockt der Verkehr in einer größeren Stadt. Erst bemerken wir es kaum. Doch wir sitzen mit vielen anderen Fahrzeugen fest und wissen nicht was los ist. 30 und mehr Polizisten scheinen Ordnung in das Verkehrschaos bringen zu wollen.

Fahrzeuge im Stau

Fahrzeuge im Stau

Doch nichts geht voran. Wir sitzen einige Stunden mit dem Bus fest und schauen auf das Treiben um uns herum. Doch woran es liegt oder was passiert ist, erfahren wir nicht. Wir nehmen die Verzögerung mit asiatischer Gelassenheit und freuen uns, dass wir genügend Wasser bei uns haben. Werden wir noch heute – wie geplant – in Phnom Pengh ankommen? Nach vier Stunden, in denen wir uns nur meterweise Vorschieben, sind wir erlöst.

Tankstelle in Kambodia

Tankstelle in Kambodia

Wir fahren auf eine Fähre und sind zwei Stunden später in Phnom Pengh. Die Fährverbindung scheint der Grund für den Stau gewesen zu sein. Mit sechs Stunden Verspätung erreichen wir die große Hauptstadt des Landes. Auch der Bus stoppt hier heute und fährt nicht mehr weiter nach Siam Reap (wie eigentlich geplant). “Zu spät”, verkündet der Fahrer laut. Wir suchen uns ein Quartier und sind dankbar nach 12 Stunden endlich eine Dusche und ein sauberes Zimmer samt vietnamesischem Essen genießen zu können.

Überflutete Reisfelder in Kambodia

Überflutete Reisfelder in Kambodia

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