Archiv für Juli, 2011

Am Morgen regnete es Bindfäden und ich fuhr mitten im Hochsommer bei eisiger Kälte, grau am Himmel hängenden Regenwolken und eiskaltem Wind mit dem Fahrrad durch die Felder. Mein Labbi folgte mir mehr oder minder, wobei das „minder“ mit fortschreitender Zeit Überhand nahm. Da es ja schließlich überall so viel zu schnüffeln gab, blieb er immer häufiger zurück und folgte nur noch im großen Abstand. Geduldig blieb ich alle paar hundert Meter stehen und rief ihn wieder heran. Von weiten sah ich, dass ihn mein rufen wenig tangierte und er sich sehr gründlich überlegte, ob es sich wohl lohnen könnte, dem Rückruf folgen zu leisten. Langsam setzte er sich zumeist mit einiger Verzögerung in Bewegung und folgte. Ich stieg aufs Fahrrad und hing weiter meinen zu dem Wetter passenden trübsinnigen Gedanken nach, die sich auf die Ereignisse am Tag zuvor bezogen.

An jenem Tag davor war Hundeschule mit unserer Hundegruppe im Wald gewesen. Ich gehe dort immer sehr gerne hin, da ich auf den Waldspaziergängen mit netten Menschen zusammen bin und jedes Mal etwas Neues dazu lerne. Ob mein Hund das auch so sieht, wage ich zu bezweifeln. Auf jeden Fall geht er auch gerne dort hin, wobei bei ihm eine etwas andere Motivationslage zugrunde liegt. Er freut sich bereits, wenn er merkt, dass es Richtung Wald geht und ich kann ihn zum Schluß kaum noch an der Leine halten. Wir treffen uns mit den anderen Hundebesitzern, der Trainerin und den anderen Vierbeinern zumeist auf einer großen Wiese, die mitten im Wald liegt. Die Hunde können kurz zusammen spielen und wir besprechen in der Zeit, was in der letzten Woche war, was anliegt, wo es Probleme gab und was wir an dem Tag machen werden.

An jenem Tag übten wir zunächst in Kolonne per Fuß mit Hund durch den Wald zu gehen, während ständig Ablenkungen in Form von Joggern und Fahrradfahrern auftauchten. Diese erste Übung des Tages meisterten mein Hund und ich mit Bravour und in mir keimte bereits ein Fünkchen Hoffnung auf, dass meine gesammelten Hundeerziehungsbemühungen doch noch Früchte tragen könnten. Ein Lob der Trainerin bestärkte mich. Das war es dann aber auch für den Tag. Mein kleiner Labrador hatte beschlossen, dass er mit dieser ersten Übung für heute mehr als genug für seine Erziehung getan hatte und dass er den weiteren Nachmittag einfach nur Spaß haben wollte.

Es folgten Dummy Übungen. Dafür geht mein Labbi, wenn man ihn denn fragen könnte, in diese Runde. Er ist ein Ball und Dummy Junky und würde für diese Geräte sogar morden. Es gab auch keine Probleme beim Suchen und Aufspüren des Dummys. Das kann er fast besser als alle anderen Hunde in der Gruppe zusammen. Der Haken an der Sache ist, dass er nicht im Traum daran denkt, den erbeuteten Dummy brav zu apportieren. Er scheint innerlich zu jubilieren: Beute, Beute und hüpft munter mit einem Labbigrinsen auf der Schnauze durch den Wald. Nicht genug damit, dass er seinen Dummy nicht apportiert, er vergrößert seine Freude noch dadurch, dass er auch die Dummys der anderen Hunde einsammelt. Soviel und noch ein bisschen mehr, wie eine Labbischnauze tragen kann. Da kommt allgemeine Freude bei allen Betroffenen auf und in mir begann es langsam aber sicher zu kochen.

Ich kenne mittlerweile so viele Tricks, um Beutedummys zurück zu erobern, dass ich damit ein eigenes Buch füllen könnte. Ablenkung, tauschen und und und … Gestern klappte natürlich nichts. Woran lag es und wer war schuld? In dubio pro Labbi und ich hatte die gesamte Asche auf mein Haupt zu kippen. Letztlich gelang es der Trainerin und mir ihm die schönen Dummys mit Leckerchen (was auch sonst?) zu entlocken. Der Schweiß stand mir auf der Stirn und ich war froh, dass die Suchspiele für den Tag beendet waren.

Aber es sollte noch schöner werden, denn schließlich war mein Labrador ja nicht nur zum Spaß in den Wald gekommen. Auf einem engem Pfad sollten wir mit Hund an der Leine an fremden Hunden vorbei gehen. Mein friedlicher kleiner Hund röhrte beim Anblick der fremden Hunde wie ein Hirsch, blies zum Kampf  und stürzte sich mit Löwengebrüll in Richtung Feind. Ich blockierte ihn, stellte bzw. schmiß mich dazwischen und verpaßte ihm letztlich einen ordentlichen Stoß mit dem Bein. Das ließ ihn alles kalt. Nicht aber die Trainerin, die mich ordentlich anschnauzte. Während Sie mir vorschlug, es doch einmal mit einem Geschirr bei meinem lieben Vierbeiner zu probieren, schwebten in meinem Kopf bereits Gedanken an ein Kettenhalsband mit Würger. Das würde ich natürlich nicht umsetzen, aber ich ärgerte mich sehr über den „Stahlbetonkopf“ oder eigentlich noch mehr über mich selbst, dass ich es an dem Tag mit der Hundeerziehung nicht so wirklich in den Griff bekam.

Ziemlich zerknirscht schritt ich durch den Wald nach Hause. Nicht so mein kleiner vierbeiniger Freund. Er hatte ein Schlammloch entdeckt in das er mit allen Vieren voran hinein sprang, dass es nur so spritzte. Betroffen davon waren leider nicht nur die anderen Hunde, sondern auch deren Halter, die mich langsam etwas entnervt beäugten. Am liebsten hätte ich wie im Film Marley gerufen: Wem gehört bloß dieser Hund? Mein Labbi scheint eine Reinkarnation von Marley zu sein. Warum hat mir das die Verkäuferin denn nicht mitgeteilt?

Ich fuhr mit meinem Rad über regennasse Feldwege und der Schlamm spritzte an meinen Hosenbeinen hoch. Dabei dachte ich an den Tag zuvor, an dem ich meinen Labbi zu Hause nach der Hundeschule erst einmal mit dem Gartenschlauch abgespritzt hatte und unter der Schlammkugel wieder ein zur Einrichtung passender Labrador Buche zu Tage kam. Ich mußte an den Film Marley denken und mußte endlich wieder ein wenig grinsen. Gut, dass es einige Marleys unter den Hunden gibt – sonst wäre die Welt doch eigentlich auch zu langweilig.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und weder Frust noch Hundewetter.



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Wer war der Mörder?

Veröffentlicht: 30. Juli 2011 in Leonies Leben 2011
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Ich schaue nicht sehr oft Fernsehen. Wenn ich dann ab und zu doch schaue,  suche ich  ganz gezielt Sendungen aus. Zu meinen Lieblingssendungen gehören u.a.  Druckfrisch mit Dennis Scheck, Titel, Thesen, Temperamente und Terra X. Ab und zu schaue ich auch gerne ausgesuchte Spielfilme oder am Wochenende einen Krimi. Wobei mit dem Krimi ist das so eine Sache. Ehrlicherweise muß ich sagen, dass ich kaum je einen Krimi zu Ende gesehen habe.

Mein Mann möchte Freitags und Sonntags gerne Krimis sehen und wenn ich nichts anderes zu tun habe und auch mein Spanisch fleißig gelernt habe (:-)), setze ich mich dazu. Bereits nach kurzer Zeit werde ich – liegt es an den Krimis? – irgendwie müde. Vielleicht liegt es auch daran, dass es Wochenende ist und ich einfach ein bisschen kaputt und müde bin. Jedenfalls lege ich mich dann zumeist ein wenig auf das Sofa. Von dort kann ich den Krimi ja auch gut weitersehen. Nach kurzer Zeit in der waagerechten Lage merke ich, dass ich einen fast unwiderstehlichen Drang verspüre, die Augen zu schließen. Ich denke dann, dass das Augen schließen sehr angenehm wäre und ich ja weiter dem Krimi zu hören kann. Ich schließe die Augen und höre auf die Stimmen. Nach einer weiteren kurzen Zeit entwirft mein Kopf eigene Bilder und irgendwann werden auch die Stimmen durch Traumstimmen ersetzt. In meinem Kopf läuft ein eigener Krimi ab und ich bin wohl auf dem Sofa eingeschlafen. Dabei bin ich der festen Überzeugung, dass ich nicht schlafe und nur auf dem Sofa liege und einen Krimi sehe.

Irgendwann kommt die Schlußmusik sowie der Abspann und ich wache schlagartig auf. Mein Unterbewußtsein hat also das Ende des Krimis registriert. Pünktlich zum Abspann wache ich jedesmal auf. Das war noch nie anders. Und jedes Mal frage ich noch schlaftrunken: Wer war der Mörder? Vor Jahren gab irgendjemand aus der Familie noch willig Auskunft. Nun heißt es zumeist nur noch: Der Gärtner. Ich merke langsam, dass ich ohnehin von der Handlung abgeschnitten war und dass es eigentlich auch egal ist, wer denn der Mörder war. Nächsten Freitag gibt es ja wieder einen neuen Krimi und vielleicht bekomme ich dann mit, wer der Mörder ist.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und ab und zu ein gemütliches Nickerchen auf dem Sofa.

Des Rätsels Lösung

Veröffentlicht: 29. Juli 2011 in Leonies Leben 2011
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Gestern berichtete ich von einem Rätsel, das ich nebenbei auf einer Autofahrt im Radio hörte und das mich einige Zeit gedanklich beschäftigte.

Zwei Frauen gehen spazieren und ihnen kommen zwei Männer entgegen. Da sagt die eine Frau zu der anderen Frau: Schau, da kommen unsere Ehemänner, unsere Väter und unserer Mütter Männer. Wie sind die vier miteinander verwandt?

Hier die Lösung, die der Radiosprecher verkündete:

Beide Männer hatten eine Frau und eine Tochter. Diese Frauen sind gestorben und die Männer haben jeweils die Tochter des anderen Mannes geheiratet.

Ja, es stimmt. So einfach kann die Lösung sein. Ob sie wirklich lebensnah ist, weiß ich nicht. Gibt es wohl tatsächlich so einen Fall? Mir ist jedenfalls keiner bekannt.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und unkomplizierte Familienverhältnisse.

Als ich letzte Woche auf der Autobahn so vor mich hin fuhr, hörte ich Radio. Ich hörte genau genommen nur halb hin, denn ich konzentrierte mich auf das Fahren, den Verkehr und sah mir dabei so viel wie möglich von der vorbei rauschenden Landschaft an. Dabei summte ich bekannte Musik mit und hörte intensiv auf den Verkehrsfunk, da ich einen möglichen Stau rechtzeitig wissen wollte, um ihn gegebenenfalls umfahren zu können. Plötzlich erzählte der Radioansager ein Rätsel und die Hörer, die die Lösung wußten, konnten anrufen.Beim ersten Erzählen erreichte mich das Rätsel nur halb, da ich nicht richtig zugehört hatte. Aber dann hatte mich das Rätselfieber anscheinend doch gepackt und ich suchte im Kopf nach einer Lösung. Glücklicherweise erzählte der Ansager das Rätsel noch einmal:

Zwei Frauen gehen spazieren und ihnen kommen zwei Männer entgegen. Da sagt die eine Frau zu der anderen Frau: Schau, da kommen unsere Ehemänner, unsere Väter und unserer Mütter Männer. Wie sind die vier miteinander verwandt?

Wie geht das denn? Grübel, grübel – es muß eine Lösung geben, denn ansonsten würden die im Radio das Rätsel doch nicht erzählen, oder? Der Verkehr war vergessen und auch die schöne Landschaft entglitt mir für fünf Minuten. Die Frauen waren mit den Männern verheiratet und dennoch waren diese ihre Väter. Das konnte nur irgendeine Beziehung über kreuz sein. Ganz langsam näherte ich mich der Lösung und siehe da, als ich diese noch gerade einmal innerlich überprüfen wollte, meldete sich wieder der Radiosprecher zu Wort, der verkündete, dass Ingo aus Erfurt angerufen und die richtige Lösung gefunden habe. Ich weiß nicht, ob Ingo etwas gewonnen hat. Jedenfalls war er ein ganzes Stück schneller als ich.

Durch die Raterei war ich einige Kilometer voran gekommen, war zufrieden, dass ich selber die Lösung (zumindest fast) gefunden hatte und konnte mich nun weiter an dem schönen Wetter und der herrlichen Landschaft erfreuen.

Soll ich die Lösung demnächst verraten oder kennen alle Leser bereits die Auflösung? Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und viel Spaß bei der Suche nach des Rätsels Lösung.


Heute war das Wetter wieder sehr bescheiden. Wenn ich im Sommer aufwache, liebe ich es, die Helligkeit zu sehen, die Wärme zu spüren und vor allen Dingen nicht zu frieren. Diese Erwartung wurde bei dem schönen Wetter im April und Mai in Bonn auch häufig erfüllt. Im Juni wurden die schönen sonnigen Tage dann weniger und der Juli ist hier in Bonn bislang fast ganz ausgefallen.

Am Morgen ist es grau und die Welt wirkt auf mich gleich ein wenig dunkler. Es macht mir keine Freude aufzustehen und ein wenig frierend schleiche ich ins Bad, um mich für meinen morgendlichen Lauf anzuziehen. Selbst mein Labrador, der ansonsten wie ein Schaukelpferd zu hüpfen beginnt, wenn es raus geht, hat an solchen Tagen nicht die wahre Lust. Heute blieb er einfach im Korb liegen und blinzelte mich an, als wenn er sagen wollte: Das ist mir noch zu früh, zu dunkel und überhaupt – lauf doch alleine.

Ich gehe dann in den Keller, um meine Joggingschuhe anzuziehen und um aus der Garage herauszugehen. Bevor ich jedoch die Tür erreicht habe, ist er plötzlich doch da. Einen Spaziergang auszulassen kommt dann doch nicht für ihn in Frage. Er könnte ja etwas versäumen. Draußen nieselt es und ich schüttele mich. Labrador schüttelt sich auch – jedoch vor Freude. Endlich wieder Labradorwetter. Es regnet, ist kalt und unheimlich labradormäßig. So muß es in Labradorland sein. Es fehlt nur noch ein orkanartiger richtig starker Regenguss. Die Wolken am Horizont versprechen für sich.

Ich laufe los, denke an etwas nettes und ignoriere die regennassen Straßen und schlammigen Feldwege, auf denen ich herumrutsche. Labrador hat bereits Schokoschlammbeine und ist glücklich. Damit ich auch wieder zufrieden werde, bleibe ich an einer gut bestückten Brombeerhecke stehen und genieße das erste Frühstück: Brombeeren satt. Ach, sind die lecker. Ich liebe Brombeeren und kann mich gar nicht wieder losreißen von dieser Hecke. Dabei vergesse ich fast die dunklen Wolken über mir.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und einen sonnigen Restsommer.

Die letzten beiden Tage habe ich über ein Paket, das ich in unserer Papiertonne gefunden habe und das laut Aussage von UPS bereits einem Empfänger in einem anderen Stadtteil zugestellt worden war, berichtet. Nun wartete ich auf Abholung des Pakets und um Lüftung des Rätsels, wieso das Paket bei uns in der Tonne gelandet ist und wer seinen Müll in unsere Tonne geschüttet hat.

Des Rätsels Lösung kam zu mir auf einem vollkommen unerwarteten Weg. Auch am nächsten Tag wartete ich zunächst vergeblich auf die Abholung des Paketes. Als ich gegen Abend nach Hause kam, parkte einige Häuser weiter ein offenes BMW Cabrio. Ich hatte dieses dort bereits häufiger stehen sehen und meine Söhne hatten  mir erzählt, dass es einem jungen Mann gehöre. Dieser gehe auch auf ihre Schule und verfüge über sehr viel Geld, da sein Vater wohl sehr reich sein müsse. Dieser junge Mann besucht einige Häuser weiter anscheinend ab und zu Freunde.

Gestern saß er im Auto und schien gerade weg fahren zu wollen, als er mich sah. Er stieg aus dem Wagen und kam die Straße herunter auf mich zu. Nachdem er gegrüßt hatte, fragte er mich, ob ich ihm sein Paket nun geben könne. Er solle es für seinen Vater abholen. Der Name, den er mir nannte, stimmte mit dem auf meinem Paket überein. Ich sagte, dass ich ihm das Paket gerne holen werde, aber dass ich nach meinem ganzen Aufwand nun doch gerne wissen möchte, wieso das seinem Vater bereits zugestellte Paket ausgerechnet in unserer Mülltonne gelandet sei.

Er wurde rot,  schien sehr verlegen zu sein und druckste herum. Da er aber merkte, dass ich keinerlei Anstalten machte, das Paket herauszurücken, bevor er mir die Geschichte erzählt hätte, murmelte er mit gesenktem Kopf:“Ich sollte für meine Eltern in die Wertstofftonnen in unserer Straße Müll bringen, der in unserer Garage lag. Dabei habe ich wohl nicht so ganz aufgepasst und auch das an dem Tag zugestellte Paket mit eingepackt. Der ganze Kofferraum meines Wagens lag voll Müll. Bei Ihren Nachbarn haben wir letzten Samstag ein wenig gefeiert und als es bereits 2.00 Uhr war und ich nach Hause mußte, stellte ich fest, dass ich vergessen hatte, den Auftrag meiner Eltern zu erfüllen. Um nicht noch mehr Ärger zu bekommen habe ich den gesamten Müll einfach hier in den Mülltonnen entsorgt. So kam auch das Paket und der andere Müll in Ihre Mülltonne. Es tut mir leid.“

Das war des Rätsels Lösung. Der junge Mann zog mit dem Paket von dannen und ich dachte darüber nach, was es nicht alles gibt  auf der Welt und wie simpel doch manche Erklärungen  sind.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und einfache Erklärungen für einfache Dinge.

Ich habe bereits über mein Überraschungspaket, das ich zusammen mit mehreren Teilen anderem Müll in unserer Papiertonne gefunden habe, berichtet. Die Frage blieb offen, wer seinen Müll in unserer Tonne entsorgt und wer mir ein verschlossenes Paket von UPS in die Mülltonne legt? Was sagt wohl der Adressat dazu? Meine Fantasie war angeregt und ich wartete auf einen Anruf von einem mir aversierten kompetenten Mitarbeiter von UPS, der Aufklärung bringen sollte.

Da ich aber neugierig war und des Rätsels Lösung nicht abwarten konnte, telefonierte ich alle Herren mit dem in der Adresse angegebenen Namen in Bonn ab. Beim zweiten Herren landete ich in einem Unternehmen, in dem mir das Sekretariat bereitwillig Auskunft gab und mir sagte, dass die Adresse auf meinem gefundenen Paket einem Vorstandsvorsitzenden in ihrem Unternehmen gehöre. Das sei seine Privatadresse, die nicht im Telefonbuch zu finden sei. Sie verband mich mit der Assistentin dieses Vorstandsmitgliedes, der ich den Sachverhalt noch einmal schildern durfte. Sie fragte nach meiner Adresse und erklärte, dass an dem Tag noch jemand vorbei kommen und das Paket abholen werde.

Unmittelbar danach rief ein kompetenter Mitarbeiter von UPS an und ließ sich die auf dem Paket aufgedruckte Nummer zur Nachverfolgung nennen. Nach kurzer Suche in seinem Computer erklärte er, dass das Paket nachweislich bereits zugestellt sei. Ich erzählte ihm, dass ich Kontakt zu dem Empfänger aufgenommen hätte und dieser das Paket abholen werde. Damit war der Fall für UPS erledigt und es stand auch fest, dass kein Paketbote das Päckchen bei uns in der Papiertonne versenkt hatte.

Nun hatte ich den Empfänger des Pakets ermittelt, aber die Frage stand im Raum, warum ein zugestelltes Paket aus einem anderen Stadtteil den Weg in unsere Papiertonne fand? Und woher kam der andere Müll mit dem das Paket zugedeckt war? Hat der Leser eine Antwort? Ich rätselte weiter und wartete an dem Tag auch vergeblich auf die Abholung des Pakets. Es liegt noch immer bei mir auf dem Tisch und gibt mir Rätsel auf. Über den Fortgang – wird es abgeholt werden? – werde ich berichten.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und viel Spaß beim rätseln.

Vor einigen Tagen öffnete ich unsere Altpapiertonne, um etwas Altpapier dort hinein zu werfen. Die Tonne wird einmal im Monat geleert und da dieses gerade zwei Tage vorher geschehen war, erwartete ich eine fast leere Tonne. Zu meinem großen Schrecken war die große blaue Tonne jedoch bereits wieder weit über die Hälfte voll. Ich war entsetzt und sah mir die Bescherung näher an. Da hatte anscheinend jemand Müll,  der aus allen möglichen alten Schachteln und Dosen bestand, bei uns in die Papiertonne entsorgt. Ich beugte mich über die Tonne und nahm alles was nicht in den Papiermüll gehörte heraus und füllte es in die entsprechenden anderen Tonnen um. Wie kommt jemand bloß dazu seinen ganzen Müll in unserer blauen Altpapiertonne zu entsorgen?

Als ich ärgerlich alles aus der Tonne genommen hatte, entdeckte ich darunter ein riesiges Paket, das noch ungeöffnet war und an einen mir nicht bekannten Herren in Bonn adressiert war. Interessiert nahm ich das Paket aus der Tonne und mit in die Wohnung. Da ich weder die Straße noch den Herrn kannte, dachte ich mir, dass ich zunächst bei UPS nachfragen sollte. Denn es war klar und deutlich zu sehen, dass das Paket mit UPS von Lübeck nach Bonn geschickt werden sollte. Hatte der Bote von UPS das Paket in unsere Tonne geschmissen, um sich seine Arbeit ein wenig zu erleichtern? Auf der UPS Homepage fand ich eine Telefonnummer, die ich anrief.  Sofort landete ich in einer teuren Warteschleife, in der nette Ansagen und Werbung für UPS in einer unendlichen Schleife abgespielt wurden. Nach einiger Zeit mit netter Warteschleifenmusik legte ich auf und suchte auf der Homepage von UPS nach weiteren Kontaktmöglichkeiten. Per Mail konnte ich mich dann meiner aufkommenden Wut entledigen. Das ging jedoch erst nachdem ich ca. 30 Pflichtangabefelder ausgefüllt hatte. Nach dem Absenden meiner „Wutmail“ erhielt ich kurz danach eine Mail von UPS, dass sich ein kompetenter Mitarbeiter von UPS innerhalb eines Tages bei mir melden würde.

Parallel fahndete ich jedoch noch nach dem Empfänger, der nicht im Internet und auch nicht in den gelben Seiten zu finden war. Es gab Herren mit diesem Namen in Bonn, aber die hatten eine andere Adresse. Die Absenderadresse in Lübeck war auch nicht sehr aussagefähig, da diese nur aus Lübeck und einigen Buchstaben bestand. Alles schon sehr misteriös. Kurz dachte ich auch an eine Paketbombe, aber wer sollte denn ausgerechnet in unserer Tonne eine Paketbombe plazieren? Sollte ich das Paket öffnen? Ich ließ es und hoffte auf Aufklärung durch einen kompetenten Mitarbeiter von UPS. Der ließ jedoch auf sich warten.

Später hatte ich dann doch die Lage der auf dem Paket angegebenen Straße ermittelt und einige Herren, die aber nicht zu der Straße paßten. Irgendwie regte das Paket meine Fantasie an und ich malte mir die abenteuerlichsten Erklärungen aus, wie das Paket bei uns gelandet sein könnte. Und wer hatte auf das Paket diesen Müll geschüttet und wieso? Hat der Leser eine Antwort? Ich habe keine, werde aber berichten sobald ich schlauer bin.

Während ich auf einen Anruf von UPS warte, wünschen ich allen Lesern einen guten Tag und keine Überraschungspakete aus der Tonne.

Gestern war der letzte Schultag und ich spürte das gleich am frühen Morgen. Irgendetwas wie eine unheimliche Ruhe lag in der Luft. Das Wetter war grieselig und die Straßen irgendwie leerer als sonst um die Zeit üblich. Waren die Leute denn schon alle vorzeitig aufgebrochen, um die großen angekündigten Staus zu umgehen? Merkwürdigerweise traf ich bei meinem morgendlichen Lauf mit dem Hund kaum jemanden auf der Straße an, Nur ein paar aufgeregte Kinder liefen eilig an mir vorbei, um den Schulbus noch zu erreichen.

Dann kam ich nach Hause und hörte bereits in der Küche die Stimme des Radiosprechers die Staus ansagen, die heute noch zu erwarten wären, Diese Ansage wurde gleich verbunden mit dem Hinweis, mit dem Wegfahren noch zu warten oder doch am besten bereits weggefahren zu sein. Ja, aber wie kommen bei diesen Lösungen die Kinder an das Zeugnis? Vorzeitig die Schule schwänzen kommt sicher nicht so gut. In Mecklenburg-Vorpommern sah man das seinerzeit nicht ganz so eng und erlaubte uns häufig, die Kinder einige Tage vor dem offiziellen Ferienschluß  aus der Schule zu nehmen, wenn es dafür einen sachlichen oder organisatorisch schriftlich begründeten Grund gab. Das ist hier in Nordrhein-Westphalen anders. Noch ein Hoch auf den Föderalismus, den ich bereits an anderer Stelle lobend erwähnt habe :-).

Da wir jedoch im Moment nicht in die Ferien fahren, trifft uns dieses Problem nicht bzw. nicht mehr. Dafür drohte eine kleine andere Katastrophe. Mein jüngerer Sohn, der sich wieder einmal so gerade durch das Schuljahr mit seinem Talent und großer Faulheit durchgeschlagen hat, kam mit seinem nicht gerade guten Zeugnis nach Hause. Dort war niemand und er erzählte mir, dass er sich setzte und das Zeugnis zu Hause in Ruhe studierte. Er weiß selber, dass er mit ein bisschen mehr Anstrengung locker etwas besser da stehen könnte, aber nun gut…. Er las und am Ende stand: leider nicht versetzt. Er fiel aus allen Wolken. Kein 5er und nicht versetzt. Das konnte doch gar nicht sein. Auch wenn er sonst nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen ist, geriet er jetzt in Panik. Nach einiger Zeit hatte er die gute Idee im Sekretariat der Schule anzurufen, wo er zum Glück noch jemanden erreichte.

Schnell radelte er zurück zur Schule und seine Lehrer haben – so sagte er mir –  ordentlich gelacht, als sie ihn so bleich vor Schrecken zurück kommen sahen. Irgendwie ein bisschen gemein, oder? Die Tücken der Technik hatten auch vor der Schule nicht halt gemacht. Die Sekretärin erklärte, dass er nicht der einzige sei, bei dem am Ende des Blattes etwas stand, dass dort hätte anders stehen sollen. Sofort machte sie sich daran, für ihn ein neues richtiges Zeugnis auszudrucken und da auch noch die Direktorin vor Ort war, die das ganze unterschreiben mußte, hatte er vor Beginn der Sommerferien noch das richtige Zeugnis in der Hand.

Als ich später nach Hause kam saß er ein Beatles Medley spielend am Klavier und hatte den großen Schreck bereits verwunden. Jetzt konnten die Sommerferien anfangen.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und eine gute Ferienzeit.

Nun ist es bereits mehr als ein halbes Jahr her, dass ich mich entschlossen habe, am täglichen Bloggen 2011 teilzunehmen. Irgendwie ist das halbe Jahr sehr schnell vergangen. Dennoch weiß ich heute gar nicht mehr, was mich Mitte Januar, als ich über das tägliche Bloggen las, dazu gebracht hat, teilzunehmen. Was habe ich mir eigentlich dabei gedacht? Erinnern kann ich mich nur daran, dass mir die Idee des täglichen Schreibens auf den ersten Blick sehr gefallen hat und irgendetwas in mir gerufen hat: „Klar, dass ist doch eine tolle Sache. Die mußt du einfach ausprobieren!  Das hört und fühlt sich gut an.“ Viel weiter habe ich  ehrlich gesagt nicht gedacht. Also ein äußerst spontaner Anfang.

Fragen, wie die folgenden, tauchten erst später auf: Was mache ich eigentlich, wenn ich nicht online sein kann? Wird mir denn auch wirklich jeden Tag etwas einfallen? Was passiert wenn mir wirklich mal nichts mehr einfällt? Ist es besser ab und zu lieber mal den Mund zu halten bzw. das Schreiben zu stoppen als irgendwelchen „Unsinn“ zu schreiben? Habe ich versagt, wenn ich das tägliche Schreiben nun nicht das ganze Jahr durchhalte oder handelt es sich dann nur um eine angemessene Zieländerung?

Zum Glück waren mir diese ganzen Fragen am Anfang noch nicht so gegenwärtig und ich denke heute, dass das auch gut so ist. Ab und zu muß man im Leben wohl auch einfach nur anfangen, etwas ausprobieren und sehen, wie es läuft. Wenn alles von vornherein 100% abgesichert und durchdacht wäre, wäre es wahrscheinlich auch ein bisschen langweilig und nicht mehr lebendig.

Mit den Fragen im zweiten Absatz wurde ich nach und nach konfrontiert und habe zwischenzeitlich viel darüber nachgedacht.

Wenn ich über einen kurzen Zeitraum nicht online sein kann, kann ich sehr gut die Planenfunktion benutzen. Bin ich hingegen länger nicht online, muß ich „vorarbeiten“, was natürlich die Aktualität ein wenig schmälert.

Für den Fall, dass mir eines Tages nichts mehr einfallen sollte, habe ich mich nach reiflicher Überlegung  entschieden, dass ich dann auch nichts mehr schreiben werde. Lieber werde ich mich dann mit dem eigenen Vorwurf etwas abgebrochen und nicht durchgehalten zu haben, auseinandersetzen, als nur um des Termins wegen weiter zu schreiben.

Und so bin ich jetzt selber ein wenig gespannt, wie das Jahr weiterlaufen wird. Wird mir mit Hilfe meiner Umgebung, wie zum Beispiel der mich umgebenden Zwei- und Vierbeiner,  immer etwas einfallen und habe ich weiterhin so viel Freude am täglichen bloggen? Oder wird noch vor dem 31.12.2011 eines Tages hier eine leere Seite erscheinen? Wobei eine leere Seite ja auch noch eine gewisse Aussagekraft hat, sofern sie denn erscheint. Nun gut – soweit ist es noch nicht, denn im Moment sprudelt noch so ziemlich viel in meinem Kopf herum, das nur darauf wartet, in geordnete Gedanken und zu Papier gebracht zu werden.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und viele kreative Ideen.