Irgendetwas fehlt

Veröffentlicht: 1. Juli 2011 in Leonies Leben 2011, Natur
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Die Nacht hatte es ordentlich gewittert und als ich am frühen morgen um halb sieben vor die Tür trat, war es frisch und ziemlich abgekühlt. Die Luft war rein und ich konnte tief durchatmen. Ich setzte mich auf mein Fahrrad und fuhr mit dem Hund eine große Runde. Auch der Hund schien durch das frische Wetter wieder neue Lebenskraft zu haben und tobte mit ausladenden Bewegungen am Wiesenrand herum. Wie jeden Morgen ließ ich den vor mit liegenden Tag an meinem geistigen Auge vorbeiziehen und strukturierte grob die anstehende Dinge und Aufgaben. Bei diesem morgendlichen Denkprozess tut Bewegung – unabhängig ob laufen oder Rad fahren – gut.

Alles was an dem Tag vor mir lag, war nicht mit schlechten Gefühlen behaftet und viele Dinge davon tue ich richtig gerne. Ich stellte fest, dass das Leben doch sehr schön sein kann und ich im Grunde sehr zufrieden sein könnte. Ich kam an dem Weg vorbei, an dem am letzten  Sonntag ein weißer Stuhl mitten am Wegesrand gestanden hatte. Heute war er nicht mehr dort, sondern stand nebenan auf einer Wiese. Mitten auf der Wiese stand allein der weiße Stuhl. Er stand dort zwar, aber irgendwie schien er dort nicht hin zu gehören. Ich schaute den einsam dort stehenden Stuhl an und merkte, dass mich auf einmal ein Gefühl beschlich, dass irgendetwas fehlt. Irgendetwas fehlte mir sehr.

Tatsächlich irgendetwas fehlt mir und ich fürchte, dass ich das nicht bei Amazon kaufen oder bei eBay ersteigern kann.

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Kommentare
  1. der_emil sagt:

    Soll ich es jetzt wirklich sagen?

    Willkommen im Klub …

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  2. Gabi sagt:

    Magst Du es vielleicht auch nicht, wenn sich Dinge, die Dir gefallen oder die Du magst, verändern? Bei mir ist es zumindest so.

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    • der_emil sagt:

      Das ist eine sehr grauenhafte Sache. Ich bin ein Gewohnheitstier, liebe Traditionen und traditionelle Vorgehensweisen.

      Letztens im Supermarkt war mal wieder umgeräumt. Ich fand den Käse nicht. Und die Verkäuferin, die ihn mir schließlich zeigte, meinte, daß das Umräumen doch gut sei? Ich konterte, ob sie es gutfinden würde, wenn ich ihre Besteckschublade umsortiere und an eine andere Stelle im Schrank schieben würde?

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      • Gabi sagt:

        Mensch, das kenne ich auch mit den Supermärkten. Ich hasse das. Ich denke, die Umräumerei dient nur dem Supermarkt selbst. Man ist ja dann gezwungen, das Geschäft Reihe für Reihe abzugehen und man erhofft sich, dass die Kunden dann mehr einkaufen, als das sonst übliche. Aber für sonst ist es gar nicht gut.

        Ich bin leider auch so ein Gewohnheittier. Früher war ich es nicht so. Aber umso älter ich werde, um so ärger prägt sich das aus. Mich stört es oft schon, wenn wo ein Baum umgeschnitten wurde, den ich mochte oder Landschaften baulich (für mich negativ) verändert werden. Und das beste ist, ich ärgere mich richtig darüber.
        Naja, that`s life.

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