Schreie im Haus

Veröffentlicht: 2. Juli 2011 in Leonies Leben 2011
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Gestern morgen ist mir bei meiner morgendlichen Laufrunde mit dem Hund etwas sehr merkwürdiges passiert. Ich lief hinter den Gärten einer Häuserzeile lang. Rechts neben mir waren Wiesen und Felder. Links lagen die Gärten mit den Wohnhäusern. Häufig sind morgens gegen sieben, wenn ich meine Runde drehe, noch bei vielen Häusern die Rollläden herunter gelassen. Im Winter bei Dunkelheit sehe ich auch häufig ein Licht nach dem anderen angehen. Manchmal sehe ich vereinzelt Menschen am Frühstückstisch sitzen oder aus dem Haus hasten. Ein großes Haus, an dem ich auch jeden Morgen vorbei laufe, wirkt auf mich wie eine kleine Festung. Dort sind zumeist die Rollläden herunter gelassen und Licht- und Sicherheitsanlagen sollen das Anwesen anscheinend vor Einbrechern schützen. Es ist mit einem hohen Zaun und dickem Gebüsch umgeben. In Gedanken habe ich mich manchmal gefragt, wer denn dort wohl wohnt. Ich habe aber noch nie einen Menschen dort gesehen. Jedenfalls nicht bis gestern.

Gesten nun hörte ich bereits kurz bevor ich dieses Grundstück erreichte, Schreie aus dem Haus dringen. Ich kann gar nicht genau beschreiben, wie sich das anhörte. Es waren jedoch eindeutig nicht fröhliche oder spielerische Kindergeschrei und auch keine Lustschreie. Die Schreie hörten sich richtig beängstigend an – so als ob tatsächlich jemand in Not ist. In meinem Kopf fing es an zu rattern. Was sollte ich machen? Kamen die Laute aus dem Fernseher oder Radio? Nein, danach hörte es sich nicht an. Einfach ignorieren und weiter laufen? Das konnte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Was, wenn wirklich jemand in Not war und ich würde es einfach ignorieren? Wenn Hilfe nötig war, wollte und musste ich helfen. Ich blieb stehen. Die schrecklichen Schreie hörten einen Moment auf.

Ich atmete auf und wollte schon fast beruhigt weiter gehen. Dabei dachte ich, dass ich mich zum Glück nun doch nicht in fremde Angelegenheiten einmischen müsste. Erleichterung stellte sich ein. Doch gerade als ich die Leine des Hundes fester ergriff und durchstarten wollte, ging das Geschrei wieder los. Da fasste ich meinen Mut zusammen und rief mit meinem Handy die Polizei an. Ich mische mich wirklich recht ungern in fremde Angelegenheiten ein, aber hier hatte ich wirklich das Gefühl, dass Hilfe dringend notwendig war. Ich erklärte die Situation und bereits nach weniger als 5 Minuten hielt ein Polizeiwagen vor dem Haus. Die Beamten klopften und klingelten an der Haustür, wurden anscheinend jedoch nicht herein gelassen. Die Schreie hatten nun aufgehört. Ich mußte jetzt einfach weiter beobachten, was hier weiter passieren würde und schaute durch das Gebüsch auf das Geschehen.Was steckte wohl hinter den Schreien?

Ein Polizist schien dann doch durch eine offene Seitentür in das Haus gelangt zu sein und ich hörte aus dem Haus laute Flüche, Geschrei und sah dann wie ein anscheinend volltrunkener Mann an einen herbei gerufenen Sanitätsdienst übergeben wurde. Ich lief weiter und fragte mich, welche Geschichte wohl hinter diesen Schreien und dem Mann steckt.Vielleicht erfahre ich es eines Tages und werde es dann gerne hier weiter erzählen.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und Hilfe, wenn sie denn gebraucht wird.

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Kommentare
  1. Synapse sagt:

    Ich finde es gut, dass du die Polizei gerufen hast und ich wünschte, es gäbe mehr solcher aktiv handelnder Menschen. In meinen Augen hast du alles richtig gemacht.

    Und dir möchte ich auch für deine lieben Worte danken.

    Mandy

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  2. Gabi sagt:

    Ich möchte mich Synapse anschließen. Auch ich finde es super von Dir, dass Du die Polizei angerufen hast. Leider schauen viel zu viele Leute weg, wenn jemand vielleicht Hilfe braucht. Ich verstehe aber auch Deine Bedenken, die Du vorerst hattest. Ich glaube, man weiß oft wirklich nicht, wie man richtig handeln soll. Du hast hier aber sicher das Richtige gemacht.

    lg Gabi

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  3. […] das Gekläffe auf der anderen Seite des Zauns nicht eingeht. Ab und zu passiert auch etwas völlig Unvorhergesehenes. So gibt es auf dem Weg – wie überall im Leben – neue […]

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