Zeugnistag mit kleinen Hindernissen

Veröffentlicht: 23. Juli 2011 in Leonies Leben 2011
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Gestern war der letzte Schultag und ich spürte das gleich am frühen Morgen. Irgendetwas wie eine unheimliche Ruhe lag in der Luft. Das Wetter war grieselig und die Straßen irgendwie leerer als sonst um die Zeit üblich. Waren die Leute denn schon alle vorzeitig aufgebrochen, um die großen angekündigten Staus zu umgehen? Merkwürdigerweise traf ich bei meinem morgendlichen Lauf mit dem Hund kaum jemanden auf der Straße an, Nur ein paar aufgeregte Kinder liefen eilig an mir vorbei, um den Schulbus noch zu erreichen.

Dann kam ich nach Hause und hörte bereits in der Küche die Stimme des Radiosprechers die Staus ansagen, die heute noch zu erwarten wären, Diese Ansage wurde gleich verbunden mit dem Hinweis, mit dem Wegfahren noch zu warten oder doch am besten bereits weggefahren zu sein. Ja, aber wie kommen bei diesen Lösungen die Kinder an das Zeugnis? Vorzeitig die Schule schwänzen kommt sicher nicht so gut. In Mecklenburg-Vorpommern sah man das seinerzeit nicht ganz so eng und erlaubte uns häufig, die Kinder einige Tage vor dem offiziellen Ferienschluß  aus der Schule zu nehmen, wenn es dafür einen sachlichen oder organisatorisch schriftlich begründeten Grund gab. Das ist hier in Nordrhein-Westphalen anders. Noch ein Hoch auf den Föderalismus, den ich bereits an anderer Stelle lobend erwähnt habe :-).

Da wir jedoch im Moment nicht in die Ferien fahren, trifft uns dieses Problem nicht bzw. nicht mehr. Dafür drohte eine kleine andere Katastrophe. Mein jüngerer Sohn, der sich wieder einmal so gerade durch das Schuljahr mit seinem Talent und großer Faulheit durchgeschlagen hat, kam mit seinem nicht gerade guten Zeugnis nach Hause. Dort war niemand und er erzählte mir, dass er sich setzte und das Zeugnis zu Hause in Ruhe studierte. Er weiß selber, dass er mit ein bisschen mehr Anstrengung locker etwas besser da stehen könnte, aber nun gut…. Er las und am Ende stand: leider nicht versetzt. Er fiel aus allen Wolken. Kein 5er und nicht versetzt. Das konnte doch gar nicht sein. Auch wenn er sonst nicht so schnell aus der Ruhe zu bringen ist, geriet er jetzt in Panik. Nach einiger Zeit hatte er die gute Idee im Sekretariat der Schule anzurufen, wo er zum Glück noch jemanden erreichte.

Schnell radelte er zurück zur Schule und seine Lehrer haben – so sagte er mir –  ordentlich gelacht, als sie ihn so bleich vor Schrecken zurück kommen sahen. Irgendwie ein bisschen gemein, oder? Die Tücken der Technik hatten auch vor der Schule nicht halt gemacht. Die Sekretärin erklärte, dass er nicht der einzige sei, bei dem am Ende des Blattes etwas stand, dass dort hätte anders stehen sollen. Sofort machte sie sich daran, für ihn ein neues richtiges Zeugnis auszudrucken und da auch noch die Direktorin vor Ort war, die das ganze unterschreiben mußte, hatte er vor Beginn der Sommerferien noch das richtige Zeugnis in der Hand.

Als ich später nach Hause kam saß er ein Beatles Medley spielend am Klavier und hatte den großen Schreck bereits verwunden. Jetzt konnten die Sommerferien anfangen.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und eine gute Ferienzeit.

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Kommentare
  1. Gabi sagt:

    Der Arme hat ja wohl einen ordentlichen Schrecken bekommen! 🙂
    lg Gabi

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