Kölner Unterwelt – tief hinunter

Veröffentlicht: 2. August 2011 in Leonies Leben 2011
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Gestern hatte ich von meinem Ausflug auf die Dächer des Kölner Doms berichtet. Da ging es hoch hinauf. Heute erzähle ich von einem Ausflug in  Köln, der mich tief hinunter führte. Es ging in die Kölner Unterwelt. Dieser Ausflug war allerdings nicht von mir geplant, sondern die Gelegenheit lief mir einfach über den Weg. Handeln aus der Gelegenheit heraus macht ab und zu auch Freude und verschafft neue Einblicke.

Vor einer Woche hatte ich in der Kölner Innenstadt einen Termin und hatte auf dem Rückweg einfach Lust und Zeit noch ein wenig durch die Kölner Innenstadt zu schlendern. Ich ging über die große Domplatte, auf der wie immer geschäftiges Treiben herrschte. Dann ging ich am Römisch Germanischen Museum vorbei, das ich mir hatte auch schon immer einmal ansehen wollen. Dafür reichte meine Zeit an jenem Tag jedoch nicht. Während ich irgendwo in den Gassen Richtung Rathaus lief, fiel mir ein Schild „Praetorium“ auf.

Dort gab es anscheinend auch irgendetwas aus der Römerzeit zu sehen. Ich öffnete die Tür zu dem Gebäude und stand vor einer Treppe, die hinunter zum Tickethaus führte. Dort fragte mich der Ticketverkäufer, ob ich die Kölner Unterwelt besichtigen wolle. Ich bejahte, obwohl ich gar nicht wußte, was denn nun eigentlich genau die Kölner Unterwelt war. Ich zahlte meine drei Euros und kam zunächst in einen Ausstellungsraum. Hier erfuhr ich anhand von Modellen, Bildern, Erklärungstafeln und auch vielen großen alten Steinen aus der Römerzeit sehr viel über die Römer in Bonn. An dieser Stelle hatte das Praetorium gestanden, das „Haus“ des römischen Statthalters.

Richtig interessant wurde es jedoch im nächsten Raum. Ein Schild warnte Leute mit Platzangst vor dem Betreten. Ich ging eine schmale steile Treppe hinab und landete in einen originalen schmalen Kanal aus der Römerzeit. Mit diesen Abwasserkanälen sollen noch große Teile von Köln „untergraben“ sein. Hier war es feucht, kühl, eng und sehr einsam. Außer mir hatte wohl an dem Tag niemand Lust in einem römischen Abwasserkanal unter Köln spazieren zu gehen. Vorsichtig schritt ich auf dem langen Gang voran und passte auf, dass ich mit den Füßen nicht stolperte, denn der Boden war sehr uneben. Auch auf meinen Kopf mußte ich aufpassen, dass dieser nicht an die niedrige Decke kam. So schlich ich voran und wurde immer gespannter, wo ich denn nun landen würde.

Nach einiger Zeit ging es jedoch nicht mehr weiter und ich mußte – wie schade auch – den ganzen langen Gang wieder zurück. Wenn hier viele Leute zugleich drinnen wären, könnte ich in der Tat keiner Person mit Platzangst diesen Ort empfehlen. In meiner Erinnerung kamen mir die unterirdischen Gänge in den ägyptischen Pyramiden hiergegen noch recht geräumig vor.

Als ich wieder in dem Ausstellungsraum war und nach dem Ausgang suchte, gab es jedoch noch eine weitere Überraschung. Der Ausgang ging durch einen sehr sehr großen Raum, der wirkte als sei man in einer alten römischen Stadt bzw. in deren Restmauern. Dort standen Restmauern des alten Praetorium und weiterer römischer Gebäude, die dort frei gelegt worden waren. Wie auf einer unterirdischen riesigen Ausgrabungsstelle sah es aus. Ich war begeistert von den gewaltigen Mauerresten und bedauerte zutiefst, dass ich keinen Fotoapparat dabei hatte. So kann ich heute nur noch die Eintrittskarte vorzeigen und den interessierten Leser auf das Internet verweisen.

Mein persönliches Fazit: die Kölner Unterwelt ist sehenswert

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und bei einem möglichen Besuch in Köln bitte beachten, dass es auch tief hinunter gehen kann.


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