Labrador – Türklinken, Fressen und Tierheim

Veröffentlicht: 5. August 2011 in Leonies Leben 2011
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Gestern habe ich davon erzählt, wie mein kleiner Labrador lernte Türklinken zu öffnen und seinen ersten eigenständigen Tagesausflug dabei gestaltete. Morgens war er zunächst aufgegriffen und zur örtlichen Tierarztpraxis gebracht worden. Ohne dass meine im Haus anwesenden Söhne es merkten, hatte er am Mittag zum zweiten Mal die Türklinke der Haustür betätigt und tauchte erst gegen Abend im Bonner Tierheim, wo ich ihn glücklich in Empfang nehmen durfte, wieder auf.

Was war in der Zwischenzeit geschehen? Ich wußte es nicht, erfuhr die Geschichte jedoch mehr oder minder durch Zufall von einem Mann, den ich am darauf folgenden Sonntag beim Bäcker traf. Er erzählte mir, dass er meinen Hund kenne und welche Erlebnisse er an dem besagten Tag mit ihm gehabt habe. Als meine Söhne das Verschwinden des Hundes bemerkten, waren sie sofort aus dem Haus und die benachbarten Straßen auf und ab gelaufen. Der Hund war jedoch verschwunden.

Wie sich durch die Erzählung des Mannes herausstellte, war der Hund in eine Seitengasse gelaufen und hatte da freudig an den Mülltonnen herum geschnuppert. Vielleicht gab es  ja „endlich“ etwas zu essen. Eine Frau, die dort in einer Wohnung wohnte und die Ehefrau des Mannes, der mir die Geschichte erzählte, war, sah ihn dort schnuppern. Sie hatte keine Ahnung von Hunden und erst recht nicht von verfressenen Labradorhunden. Sie dachte, dass das arme Tier so hungrig aussah und wahrscheinlich hier auf der Straße so allein elendig zu verhungern drohte. Die mitleidige Frau nahm ihn daher mit in ihre Wohnung und gab ihm leckere Brühwürste aus dem Kühlschrank zu fressen. Nur zur Erinnerung: der arme verhungerte Hund hatte seine Morgenration an Futter zu Hause erhalten, auf seinem Ausflug einige Mülltonnen geplündert und war in der Tierarztpraxis gefüttert worden.

Was jedoch ein richtiger Labrador ist, der hat immer Hunger und so nahm er nur zu gerne eine Brühwurst nach der anderen. Die Frau meinte ein gutes Werk zu tun und verfütterte nach und nach den halben Kühlschrank an Hundi. Selbstverständlich legte dieser weiter seinen hungrigen Hundeblick auf, der besagte: Ich bin sooo hungrig. Soll das etwa alles gewesen sein? Als nichts mehr zum Verfüttern im Kühlschrank war, ging der Hund zur Selbstbedienung über und knabberte die Äpfel aus der Obstschale an.

Nun wurde es der Frau doch langsam ein wenig unheimlich und sie ging noch einmal auf die Straße, um nachzuschauen, ob es nicht doch vielleicht ein passendes Herrchen oder Frauchen zu dem ausgehungerten Tier gäbe. Hundi hatte jedoch keine Lust zu folgen und suchte derweil lieber in der Wohnung nach weiteren essbaren Dingen. Dabei sprang er wohl so gegen die offene Terrassentür, durch die die Frau das Haus verlassen hatte, dass diese ins Schloss fiel. Als die Frau von ihrer vergeblichen Suche nach einem passenden Herrchen für diesen ausgehungerten Hund zurückkam, stellte sie fest, dass ihr kleines Kind und Labrador sich drinnen gut vergnügten, sie aber draußen bleiben mußte.

Dann kam der Erzähler und Ehemann nach Hause, der keinen eigenen Schlüssel bei sich hatte, da die Frau ja zu Hause war. Und so kam es, dass Kind und Labrador sich in der Wohnung weiter vergnügten und nun Frau und Mann von draußen zuschauen durften. Denen wurde es unheimlich und sie riefen die Polizei. Diese kam und mußte die Tür aufbrechen. Nun standen alle im Wohnzimmer und dem Labrador wurde langsam langweilig, da es nichts mehr zum Essen gab. So nahm er anscheinend die gebotene Abwechslung, doch mit der herbeigerufenen Feuerwehr ins Tierheim zu fahren, dankbar an. Dort gab man dem armen Tier selbstverständlich erst einmal etwas Gutes zu fressen.

Der Rest der Geschichte ist bekannt. Als ich all das erfahren hatte, habe ich mich nicht mehr über den Riesenberg gewundert, den mein liebes Tierchen mir an jenem Abend vor die Füße……. Nun gut, dann gab es noch ein paar Rechnungen zu bezahlen, ein paar Entschuldigungen auszusprechen und einen Baumarktbesuch, um einen Türknauf, der hundesicher ist, zu kaufen.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und Vorsicht beim Mitnehmen von „ausgehungerten“ Labradorhunden.

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Kommentare
  1. Huppi sagt:

    Da ja alles gut gegangen ist, kann man über den Vorfall ja auch gerne lachen. Das ist echt ne tolle „Typisch Labbi“ Geschichte.

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  2. sucherin sagt:

    Ja und es ist wirklich alles so passiert. Mit einem Labbi ist das Leben eben nicht langweilig. Heute lache ich auch darüber, aber damals war mir erst gar nicht danach.

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  3. Gabi sagt:

    Sachen gibts! 🙂 Man glaubt immer, solche Dinge passieren nur in den Filmen. Diese Leute dürften wohl Deinen Labi nicht kennen! 🙂
    Gut auch, dass Du nun darüber lachen kannst, denn angenehm wird das Ganze ja wohl nicht gewesen sein.
    lg Gabi

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