Obsttag mit Grillwurst

Veröffentlicht: 17. August 2011 in Hund, Leonies Leben 2011
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Gestern wollte ich endlich einmal wieder etwas für meine Gesundheit tun und mich dabei vor allen Dingen gesund ernähren. Ich hatte in einer Zeitschrift bei unserem Zahnarzt gelesen, dass man doch einfach zur Entschlackung ab und zu einen sogenannten Obsttag einlegen könne. Ob ich das ab und zu kann, wußte ich nicht und hegte da auch – mich gut kennend – gewisse Zweifel. Dennoch wollte ich es wenigstens einmal einen Tag lang ausprobieren. Denn im letzten Jahr habe ich nach und nach ein bisschen zugelegt. Ich weiß, dass sich solche langjährig aufgebauten Sünden nicht an einem Tag beheben lassen, aber so ein Obsttag wäre doch zumindest mal ein guter Anfang.

Gleich morgens zerlegte ich die zu diesem Zweck gekaufte Ananas kunstgerecht – wie ich es in Thailand gesehen hatte – in viele kleine Einzelstücke. Danach gab es zum Frühstück Ananasstücke und ich fand es wunderbar. Ich erinnerte mich  daran, dass unser Frühstück in Indonesien und Thailand früher häufig nur aus Obststücken bestanden hatte. So hatte ich zunächst auch kein Problem. Morgens habe ich ohnehin nicht wirklich Hunger, so dass ich auch hätte gar nichts essen können. So war die Ananas gerade zu vorzüglich erfrischend und bot mir einen guten Start in den Tag.

Problematischer wurde die Angelegenheit zur Mittagszeit, als ich wirklich Hunger bekam. Mein erster richtiger Hunger kommt meistens so gegen 12.30 Uhr und dann stelle ich mir im Allgemeinen schon etwas „Richtiges“ zum essen vor. Gestern dachte ich an die Ananas, die noch auf mich wartete. Muß es denn wirklich schon wieder Ananas sein? Lustlos kaute ich an den Ananasstücken, die mir noch am Morgen so gut geschmeckt hatten. Dabei stellte ich mir vor meinem bildlichen Auge Lasagne, ein Hähnchen oder zumindest leckere Pellkartoffeln vor. Einmal damit begonnen liefen in meinem Kopf zahlreiche Lebensmittelfilme ab, die einfach Appetit auf mehr machten.

Mein Labbi schaute mich dabei – wie immer – hungrig an. In diesem Moment konnte ich ihn wirklich gut verstehen. Welche Qualen mußte dieses arme Tier täglich durchleiden, wenn es immer und ständig hungrig war und gar nichts zu fressen bekam. Nicht einmal Ananas stand für ihn auf dem Speiseplan. Ja, ich war hungrig. Am liebsten hätte ich eine Pizza in den Ofen geschoben. Stattdessen ging ich tapfer in den Garten und naschte von den Himbeeren und kaute freudlos auf einem sauren, dafür auch noch unreifen Apfel herum. So hatte ich zumindest etwas im Magen und lenkte meine Gedanken wieder auf andere Dinge.

Und dann kam der Abend. Am Abend habe ich immer den größten Hunger. Ich weiß, dass das nicht gut sein soll und dass man am Abend nicht so viel essen soll und und und. Ich habe dennoch Hunger. Und gestern hatte ich nicht nur Hunger, sondern ich hatte Labbi Hunger (höchste für mich vorstellbare Stufe). Ich lutschte an den Resten meiner Ananas und fragte mich, wie ich die Zeit bis zum schlafen gehen wohl überbrücken könnte. Was denken die sich eigentlich in den Zeitschriften, wenn sie dazu raten, ab und zu einen Obsttag einzulegen. Langsam packte mich die Wut. Schluchz und außerdem tat ich mir langsam selber leid. Die Verzweiflung nahm überhand.

Nur mein Labbi schien mich zu verstehen, wobei er nicht verstand, warum ich nicht einfach zum Kühlschrank ging und mir etwas heraus nahm. Er hätte das ohne Frage getan. Warum nur sind Menschen so furchtbar kompliziert? (schien er zu denken) Und ich dachte das auch oder dachte nur ich das?

Als ich bereits fast auf den Weg zum Kühlschrank war, ging die Haustür auf und mein Mann wunderte sich, wieso ich noch nicht fertig sei. Fertig wofür? Ach ja, wir waren ja bei unseren Nachbarn zum Grillen eingeladen. Das hatte ich ganz vergessen. Aber wenn man eingeladen ist, dann muß man natürlich gehen. In mir jubilierte es: Rettung naht. Nach dem ganzen Obst wird mir sicher eine kleine Grillwurst sehr gut munden.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und einen guten Appetit.

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Kommentare
  1. Mandy sagt:

    Mandy kann dich nur zu gut verstehen. Obwohl… ich hätte da was für dich. Schau doch dann mal in meinen Blog…

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  2. Gabi sagt:

    Ich will Dir hier nun sicher nichts vermiesen, aber ich bin immer ein bisschen vorisichtig bei solchen Dingen. Ein Obsttag hie und da wird sicher nicht schaden, nur glaube ich, bringt er fürs abnehmen nicht wirklich was. Nicht gut aber wären mehrere Obsttage hintereinander. Man sollte bedenken, dass man doch mit dem Obst relativ viel Zucker zu sich nimmt, dafür fehlt einem aber dann das Eiweiß.
    Ich bin der Meinung, dass man am besten abnimmt, wenn man seine gesamte Ernährung längerfristig umstellt und versucht Kohlenhydrate und Fette zu reduzieren und natürlich körperliche Bewegung. Das dauert halt ein bisschen, hat aber meist einen besseren Effekt, als das schnelle abnehmen, wo man danach die Kilos bald wieder oben hat.

    Hungern um abzunehmen ist überhaupt nicht gut. Man sollte eigentlich nie Hunger haben. Denn macht man das längere Zeit, stellt sich der Körper auf eine „Notzeit“ ein und speichert die Nahrung dann als Fettdeponie. Das ist dann dieser Jo-Jo Effekt, der sich gern nach Diät- und Hungerkuren einstellt. Außerdem ißt man, wenn man ausgehungert ist oft wahllos alles mögliche und dann meist auch zuviel.
    Besser wäre es mehrere, kleine Portionen am Tag zu essen. Meiner Meinung nach eignen sich zu den Hauptmahlzeiten am besten natur abgebratenes Huhn, Pute oder Fisch mit Gemüse. Da hat man was im Magen und bekommt auch sein Eiweiß. Und dazwischen natürlich auch Obst, Gemüse, Vollkornprudukte (die haben zwar nicht weniger Kalorien – meist sogar mehr – haben aber doch einen höheren Nährwert) oder Joghurtprodukte.

    Ich weiß, ich rede/schreibe hier gescheit daher. Denn ich selber sollte mich mal an der Nase nehmen und das so machen um ein bisschen abzunehmen. :-). Theorie und Praxis sehen halt immer anders aus. 🙂

    Auch mag ich den Ausdruck „entschlacken“ nicht. Es hat sich leider noch zu wenig herumgesprochen, dass es im Körper keine Schlacken gibt. Diese Theorie hält sich leider sehr hartnäckig. Ich stelle Dir hier mal einen link von vielen rein. Bei Interesse kannst Du ja mit Tante Google noch viele Berichte darüber finden. 🙂
    http://www.sueddeutsche.de/leben/sinn-und-unsinn-von-fasten-ballaststoffe-fuers-gehirn-1.585344?commentCount=7&commentspage=2#kommentare

    Es wird schon nicht alles wirklich „schlecht“ sein, was man so unter „entschlacken“ versteht. Ich mag es nur nicht, wenn den Leuten aber damit mit teuren Produkten oder Behandlungen das Geld aus der Tasche gezogen wird, in der Annahme, dass sie jetzt etwas soooo gesundes für sich getan haben.

    Ich hoffe, Du bist nicht böse wegen meiner Erläuterungen. Ich will hier sicher nicht als „Besserwisserin“ rüberkommen und wollte hier nur meine Meinung und das, was ich darüber weiß, schreiben, was nicht heißt, dass es natürlich auch andere Meinungen und andere Auffassungen darüber gibt.

    Außerdem habe ich ja bis jetzt in Deinem Blog noch nicht weitergelesen und vielleicht hast Du ja Erfolg mit dieser Methode – das werde ich dann ja sehen. 🙂 Kann schon sein, denn jeder Mensch „funktioniert“ ja anders und was dem einen hilft, muss für einen anderen ja nicht unbedingt das Richtige sein.

    lg Gabi

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  3. sucherin sagt:

    Liebe Gabi, ich bin überhaupt nicht böse und danke Dir für Deine umfangreichen Erläuterungen. Ich höre mir immer wieder gerne Neues zu diesem „ewigen“ Thema Ernährung und Abnehmen an. Übrigens stimmt es zwar mit meinem Obsttag und ich habe das in der Vergangenheit auch bereits ein paar mal mit Ananas relativ erfolgreich probiert. Dennoch ist das natürlich nicht die Methode um dauerhaft abzunehmen. Ich wollte mit der kleinen Geschichte mich auch ein wenig über mich selber lustig machen. Viele liebe Grüße zurück

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    • Gabi sagt:

      Ok, da bin ich froh darüber. 🙂

      Ein Obsttag wär nichts für mich. Ich kann Früchte nicht schon am Morgen auf nüchternen Magen essen, auch keinen Orangensaft trinken. Bekomme davon Sodbrennen. Abends ist es ähnlich. Aber was solls. Soll nichts schlimmeres sein. 🙂

      lg Gabi

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