Katzenfreunde – Teil 1

Veröffentlicht: 25. August 2011 in Hund, Leonies Leben 2011
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Ich habe bereits des öfteren von unserem Katerchen erzählt, den ich über den Tierschutz, d.h. einen ganz speziellen Tierschutzverein bekommen habe. Ich nenne diesen Verein hier einmal Katzenfreunde e.V..Bis zu jenem Tag als eine Dame von den Katzenfreunden bei mir anrief, hatte ich noch nie von diesem Verein gehört und heute wünschte ich, dass es auch so geblieben wäre. Unabhängig davon, möchte ich selbstverständlich Katerchen nicht mehr hergeben.

Alles fing damit an, dass unser lieber alter Kater namens Fritz Reuter in Bonn gestorben war. Der Kater aus Mecklenburg hatte lange bei uns gelebt und hatte sogar den Umzug von Rostock nach Bonn gut überstanden. Leider wurde er eines Tages von einem Auto, das in der 30er Zone mindestens 70km/h fuhr, überfahren. Wir waren alle sehr traurig, begruben den Kater im Garten und ich kaufte eine Katzenfigur aus Ton, die wir ihm sozusagen als Grabstein in den Garten stellten. Eine ganze Zeit hatten wir keinen Kater und hatten auch Angst, dass eine neue Katze wieder überfahren würde. Doch irgendwie fehlte etwas im Haus. Und da wir auch gute Erfahrungen mit gemeinsamer Hund und Katerhaltung gemacht hatten, setzte ich eine Annonce in das örtliche Kleinanzeigennetz im Internet, um einen neuen Hauskater zu finden.

Noch am selben Abend rief eine junge Frau vom Verein der Katzenfreunde e.V. an und erklärte mir, dass sie Katzen, die ansonsten in Spanien getötet würden, vermitteln würden. An sich hatte ich eher wieder an einen Kater von einem Bauernhof gedacht. Doch dann dachte ich, wenn ich so dem Tierschutz etwas Gutes tun kann und einem spanischen Katerchen helfen kann, ist es auch gut. Ich wußte damals nicht, worauf ich mich einließ. Die junge Frau erzählte mir, dass es sich genau genommen um zwei Katzen, eine Katze und einen Kater handeln würde und beide könnten nur zusammen abgegeben werden. Mein Einwurf, dass ich eigentlich nur einen Kater wolle, überhörte sie. Sie sagte mir, dass sie mir Bilder mailen würde und dass ich sicher an den beiden Tieren sehr viel Freude hätte. Ich sagte ihr, dass wir einen Labrador hätten und dass die Katzen sich mit dem Hund auch vertragen müßten. Aber das hätte ich ja auch bereits in der Annonce geschrieben. Sie sagte, dass sei überhaupt kein Problem, denn auf ihrer Pflegestelle in Münster seien beide Katzen auch mit Hunden zusammen und das würde alles sehr gut klappen.

Sie mailte mir die Bilder und unsere Familie beschloss nach einigem hin und her beide Katzen zu nehmen. Ich wollte die junge Frau anrufen und ihr das sagen. So einfach ging es aber dann doch nicht. Zunächst wurde in zwei aufwändigen Besuchen unser Haus inspiziert, ob es denn auch Katzen gerecht sei. Hierbei spielte auch keine Rolle, dass wir schon 20 Jahre Katzen halten. Ich kann verstehen, dass sich Tierschutzvereine ansehen, wohin sie ihre Tiere vermitteln, aber diese Inspektion, die mehrere Stunden dauerte, mutete bereits etwas seltsam an. Und ich fragte mich langsam, ob dieser Tierschutzverein überhaupt ein Interesse an der Vermittlung von Katzen hätte. Denn – wie bitte schön sollte das Katzenklo gut „bestückt“ sein, wenn wir ein halbes Jahr keine Katze mehr hatten? Dennoch erhielten wir letztlich das „Qualitätssiegel“. Auf meine Frage, wann sie mir denn nun die Katzen bringen würde, wurde mir mitgeteilt, dass ich diese selber aus Münster abholen müßte. Münster ist ja nun nicht München, aber doch eine gute Strecke von uns entfernt.

Immer unter dem Gedanken etwas Gutes für den Tierschutz zu tun, machte ich mich zusammen mit meinem Sohn an einem Heiligabendmorgen zur Katzenabholung nach Münster auf. Dabei bereute ich es ein klein wenig, nicht doch einen Kater vom Bauernhof um die Ecke geholt zu haben. Wir standen im Stau und der Schnee auf der Fahrbahn machte die Fahrt nicht gerade einfacher. Endlich kamen wir in Münster an und freuten uns auf die Tiere, die wir nun in der mitgebrachten Transportbox endlich nach Hause mitnehmen wollten. Aber so einfach ging es dann doch nicht. Auf der Pflegestelle war niemand zu Hause, obwohl wir ausdrücklich den Termin auf Wunsch der Pflegestelle so vereinbart hatten. Ich lief um das Haus, spähte in die Fenster und klopfte verzweifelt an die Tür. Schließlich fiel mir die Handynummer der Dame ein, die noch auf meinem Handy gespeichert sein mußte. Ich fand diese tatsächlich und rief an. Erst meldete sich die Mailbox, aber bereits nach dem 10. Versuch und einer Stunde Wartezeit in der Kälte klappte es. Die Dame teilte mir freudig mit, dass es schön sei, dass ich da sei und sie auch in ca. einer Stunde kommen würde. Sie sei in der Innenstadt bei einem Friseur und wegen dem schlechten Wetter habe sie es nicht eher zurück geschafft.

Innerlich kochte ich und wünschte dem Tierschutzverein alles „Gute“. Die Dame ließ uns geschlagene zwei Stunden vor der Tür warten. Als ich gerade die Segel streichen und zurück nach Hause fahren wollte, kam sie gut frisiert an, um uns endlich die Tiere zu zeigen. Katerchen war zutraulich und ließ sich gleich streicheln. Wir mochten ihn auf Anhieb und auch die kleine Katze sah sehr hübsch aus, wie sie da so in einer Ecke des Raumes hockte. Sie war allerdings sehr verschüchtert und schaute uns mißtrauisch an. Die Dame erklärte mir, dass die Katze durch ihre Vergangenheit so stark verschüchtert sei, sich nicht anfassen ließe und sie erst langsam Vertrauen aufbauen müsse. Ich ahnte im Hinblick auf meinen Hund nichts Gutes. Die Dame meinte jedoch, dass das alles kein Problem sei und sich auch das Kätzchen sicher sehr schnell bei uns eingewöhnen würde. Nur mit List und Tücke bekamen wir schließlich auch das Kätzchen in den Transportkäfig. Nun durfte ich noch bezahlen und konnte endlich die Rückkehr antreten, in der Hoffnung, vor Einbruch der Dunkelheit in Bonn zurück zu sein.

Als wir glücklich zu Hause ankamen und unseren neuen tierischen Mitbewohnern ihr neues zu Hause und den Rest der Familie vorstellten, wurde es noch ein sehr schöner Weihnachtsabend. Im Haus herrschte wieder reges Tierleben. Katerchen sprang gleich in den Hundekorb und Labrador war klar, dass er ab dem Tag wieder einen Mitbewohner im „Nest“ hatte. Leider war die kleine Katze völlig verstört und flüchtete Angst erfüllt in den Keller. Da ich sie nicht anfassen konnte und sie sich nicht bewegen ließ, dort wieder heraus zu kommen, brachte ich ihr fressen und eine warme Decke und baute ihr ein Körbchen in der Nähe der Heizung.

Viele Stunden und Tage verbrachten wir ab da im Keller, um die Katze zu füttern und sie an uns zu gewöhnen. All das hatte man mir bei der Hausinspektion leider nicht vorher gesagt oder nur geflissentlich verschwiegen (?).Wir haben gegoogelt und schlaue Bücher gelesen, wie man mit scheuen Katzen umgeht und alles mögliche ausprobiert. Dann nach Wochen ließ sich das kleine Kätzchen auf einmal streicheln und kam auch ab und zu hoch in die Wohnung, wo sie sich auf eine Decke oder aufs Sofa zu Katerchen gesellte. Es schien doch alles gut zu werden.

Darüber, wie es mit den Katzen und den Katzenfreunden weiter ging, berichte ich morgen, denn das ist noch einmal eine etwas längere Geschichte.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und tierische Freunde.

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Kommentare
  1. Gabi sagt:

    Dieser „Katzenverein“ scheint mir auch ein bisschen eigenartig sein, überhaupt das Verhalten dieser Dame.

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