Katzenfreunde – Teil 2

Veröffentlicht: 26. August 2011 in Hund, Leonies Leben 2011
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Langeweile

Gestern habe ich darüber berichtet, wie wir von dem Tierschutzverein, den ich hier Katzenfreunde e. v. nenne, unsere zwei neuen Hausgenossen, eine Katze und einen Kater bekommen haben. Da die Katze sehr scheu war, was man mir vorher nicht gesagt hatte, hatten wir wochenlang große Bemühungen unternommen, um das Tierchen ein wenig aufzupäppeln und ihr Vertrauen zu gewinnen. Obwohl ich dem Tierschutzverein von Anfang an mitgeteilt hatte, dass wir einen Labrador haben, der auch bei der „Hausinspektion“ zugegen war, hatte man gemeint, dass dieses Kätzchen bei uns gut aufgehoben sei.

Die kleine Katze meinte das jedoch anscheinend nicht. Sie kam zwar  nach Wochen teilweise zu uns aus dem Keller hoch in die Wohnung und ließ sich auch ein wenig anfassen und streicheln. Allerdings war sie noch sehr scheu und lief bei dem kleinsten Geräusch wieder panisch in den Keller. Vor dem Hund schien sie große Angst zu haben. Während Katerchen im Hundekörbchen schlief, ging die Katze unter dem Sofa in Deckung sobald der Hund in ihre Nähe kam. Einige Male kam er ihr schnuppernd zu nahe und kassierte durch schnell gesetzte Prankenhiebe eine blutige Nase. Hundi lief zu der Zeit leicht lädiert durch die Wohnung und Katze hatte einfach Angst vor ihm. Ich gab die Hoffnung nicht auf und meinte, dass die Katze sich nach und nach einleben würde und sich die Tiere aneinander gewöhnen würden. Da das Kätzchen anscheinend sehr unsicher war, fing sie an, unsauber zu werden. Ich  möchte an dieser Stelle gar nicht näher ausführen, wo ich überall die Katzenscheiße finden durfte.

Und dann passierte es eines Tages: das Kätzchen war auf unserem Flur und hatte übersehen, dass Kater und Hund im Hundekorb lagen. Als sie Hundi bemerkte, zog sie ihm ihre rechte Kralle durchs Gesicht. Wütend sprang er auf und bellte. Die Katze lief panisch davon und entwischte durch die ausgerechnet in diesem Moment auf stehende Haustür. Zunächst war sie weg. Sie blieb zwar um unser Haus und ließ sich auch füttern. Da sie sich jedoch nicht anfassen ließ, bekam ich sie nicht wieder hinein. Es nützte nichts. Nun mußte ich bei dem Tierschutzverein anrufen und erzählen, was passiert war. Dieselbe junge Frau, die mir die Katzen vermittelt hatte, schrie mich gleich am Telefon an, wie ich dazu komme das arme Kätzchen so zu misshandeln. (?) Noch am selben Tag erschien sie bei uns, sah mich böse an und klebte überall in der Gegend Plakate an die Laternen, dass unsere Katze entlaufen sei. Ich erklärte ihr, dass sie nicht entlaufen sei, sondern sich in der Nähe des Hauses und im Garten aufhalten würde. Sie werde von uns gefüttert und ich könne sie nur nicht wieder ins Haus herein bekommen. Sie sah mich so an, als ob ich die Katze gequält hätte und meinte nur, dass sie sich nicht mehr sicher sei, ob die Tiere wirklich gut bei uns untergebracht seien.

Sie kam nun täglich und versuchte mit Katzenfallen, gutem Zureden und sonst noch allerlei Katzentricks, die Katze zum Herkommen zu bewegen. Den Vorschlag  meines Sohnes, den Hund zum aufspüren einzusetzen, unterbreitete ich ihr lieber nicht. Nach 10 Tagen gelang es mir, das Kätzchen in einen großen Korb zu fangen und in die Wohnung zu bringen. Ich rief die freundliche Dame vom Tierschutz an und erklärte ihr, dass es wohl für alle Beteiligten besser sei, dass sie das Tierchen wieder abholen solle. Mir tat das Kätzchen leid, aber es machte einfach keinen Sinn es zu behalten, wenn es nicht mit dem Hund zusammen leben konnte.

Die junge Frau erschien und sie schritt ohne mich weiter zu beachten in unseren Hausflur. Ihr Blick war heroisch, so als wenn sie gerade an einer Greenpeace Aktion zur Rettung der Wale teilnehmen würde. Sie wirkte als wenn Gefahr unmittelbar im Verzug sei und sie nun schnell und zielgerichtet eingreifen müsse. „Wo ist die Katze? „, herrschte sie mich an. Dabei schaute sie mich an, als wenn ich die Katze gerade auf die Wäscheleine zum trocknen gehängt hätte. Diese lag jedoch friedlich – und ausnahmsweise vollkommen entspannt – im Wohnzimmer auf einer Wolldecke wohlig ausgestreckt. „Bitte seien sie vorsichtig“, sagte ich, „denn die Katze läßt sich nicht anfassen“. „Von Ihnen vielleicht nicht“, sagte die wagemutige Tierschützerin und ging beherzt auf die Katze zu. Sie griff nach ihr und ……… alles geschah blitzschnell. Die Katze kratzte ihr längsseits den ganzen Arm auf und lief von Panik ergriffen in den Keller. „Soll ich ihnen ein Pflaster holen“, traute ich mich zu fragen und erntete einen bitter bösen Blick. Die junge Frau rief blutend per Handy ihren Freund zur Hilfe. Meine Hilfe wollte sie nicht in Anspruch nehmen, denn wer will sich schon von einer Tierquälerin helfen lassen?

Geschlagene drei Stunden verbrachten die junge Frau und ihr junger Freund im Namen des Tierschutzes in unserem Keller und versuchten Mortadellascheiben um sich werfend, die Katze in eine Transportbox zu bekommen. In den frühen Abendstunden nachdem der gesamte Kellerinhalt vollkommen durcheinander gebracht war, gelang es ihnen schließlich fachmännisch das wilde Tier einzufangen und sie verließen wortlos mit der Katze das Haus.

Ich hoffe, dass die Katze ein neues Zuhause gefunden hat, in dem sie sich wohl fühlt und dass es ihr gut geht. Ich hoffe weiter, dass dieser Verein unser Haus zukünftig meidet und ich danke dem Verein für unseren kleinen Kater.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und achtet auf die Katzenfreunde.

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Kommentare
  1. Gabi sagt:

    Das ist ja unglaublich, was sich diese „Dame“ da geleistet hat, allem voran diese blöden Anschuldigungen Dir gegenüber. Man kann nur hoffen, dass das Kätzchen bald einen guten Platz findet

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