Archiv für 30. August 2011

Ab und zu gibt es Post, die mich als Empfänger erfreut. Manchmal sind es Ansichtskarten von Freunden aus fernen Ländern. Ein anderes Mal sind es Einladungen zu runden Geburtstagen oder Mitteilungen, dass Nachwuchs eingetroffen ist. Besonders schön ist es, wenn unerwartet kleine Mitteilungen von Freunden eintreffen oder bestellte Ware in Form eines Paketes. Daneben gibt es jedoch eine ganze Menge Post, die – ich nenne sie hier neutrale Post – gleich entsorgt werden kann. Immer wieder Reklame, politische Parteien oder Vereine, die für sich werben oder einfach nur Wurfzettel. Als dritte Kategorie gibt es die Geschäftspost, die von mir nicht gerade heiß erwartet wird, die aber dem Grunde nach zum Leben dazu gehört. Dazu zähle ich alle Arten von Rechnungen, wie zum Beispiel  Energieabrechnungen, geschäftliche Mitteilungen oder auch Bescheide.

Ganz selten gibt es im Leben aber auch Post, die den Empfänger regelrecht umhauen kann. So  ging es mir gestern. Ich erhielt einen förmlich zugestellten Brief mit einer Mitteilung, die mein Leben leicht aus den Fugen geraten ließ. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich diesen Brief bereits eine geraume Zeit erwartet und auch versucht, mich geistig auf diese Situation einzustellen. Dennoch war es anders als der Brief dann tatsächlich mit schwarzen Buchstaben vor mir lag.

Einen Moment schien der Boden unter mir zu schwanken. Ich flog wieder und wieder über die Zeilen, aber die Buchstaben und der Text veränderten sich nicht. Ich legte das Schreiben zur Seite und machte einen langen Spaziergang mir meinem Hund. Die Luft und die Bewegung taten gut. Es ist merkwürdig, wie ein paar Zeilen ein Leben ändern können und doch bleibt die Umgebung gleich. Die Felder, durch die ich ging, waren noch die gleichen wie am Tag zuvor. Die Pferde liefen grasend über die Koppeln als wenn nichts geschehen wäre.

einsamer Stuhl in der Landschaft
Das Leben geht weiter.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und nur „gute“ Post.

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