Hund oder Kaninchen?

Veröffentlicht: 5. September 2011 in Hund, Leonies Leben 2011
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Potrait 5

Jeden Morgen, wenn ich mit meinem Hund laufe, komme ich an einem großen Haus vorbei, das mit einer Mauer und einem Tor umgeben ist. Die Mauer ist aus Stein und das Tor aus Metall, so dass ich bis heute nicht den Hof hinter dem großen Tor gesehen habe. Was ich jedoch ziemlich schnell mitbekommen habe, ist, dass ein recht großer  Hund dort lebt. Denn jedes Mal, wenn ich an dem Haus vorbei laufe, fängt der Hund an zu bellen und steht anscheinend auf der anderen Seite hinter dem Tor. Ab und zu schiebt er auch seine Schnauze ein wenig durch den ca 10 cm großen Spalt unter dem Tor in Richtung Straße durch. Eine lange schwarze Schnauze wird sichtbar. Wie der Hund dabei noch bellen kann, ist mir zwar ein Rätsel, aber er kann.

Für mich ist dieser Teil meiner Morgenstrecke von jeher ein nicht so angenehmer Teil. Am Anfang bin ich einfach an dem Haus vorbei gegangen und habe versucht, den bellenden und kläffenden Hund zu ignorieren. Mein Hund tat das selbstverständlich nicht und kläffte, bellte und knurrte so gut und so laut er konnte zurück. Es half kein schimpfen, ziehen  und keine Ablenkung. So ging es morgen für morgen. Ich stellte mich nach einiger Zeit bereits darauf ein, dass das Gekläffe, Geknurre und Gezerre gleich los gehen würde. Meine Laune an dieser Stelle war ständig auf dem Tiefpunkt. Nicht so die meines Hundes. Er schien immer freudig erregt, umso näher wir dem Haus seines Lieblingsfeindes kamen. Er riss an der Leine und hätte wahrscheinlich 10 Huskies im Zug ersetzen können, um nur möglichst schnell dort zu sein und ordentlich Morgenspaß zu haben.

Ich überlegte mir teilweise in Absprache mit der Hundetrainerin fast jeden zweiten Tag eine neue Taktik:

1. Bereits weit vor dem Haus den Hund mit Leckerli ablenken und auf mich fixieren: Das klappte zunächst wunderbar und mein Hundi stopfte alle Leckerlis schnell in sich hinein, um rechtzeitig die Schnauze wieder für wichtigere Dinge leer zu haben. 5 Meter vor dem Haus war ihm unsere Bindung, seine Leckerlis und alles in der Hundeschule Gelernte egal.

2. Die Leckerli durch Fleischwurst ersetzen: Unnötig zu erwähnen, dass er auch diese gerne verschlang, aber 5 Meter vor dem Haus ihm selbst die gute Fleischwurst wurstegal war.

3. Das Haus meiden und woanders lang gehen: Das Haus liegt an einer taktisch für mich so ungünstigen Stelle, dass es dort oben auf dem Berg kaum eine Umgehung gibt. Da ich nicht meine gesamte Joggingrunde zerstören wollte, ging das Gekläffe weiter. Und wer weiß, ob es nicht woanders auch Häuser mit Hunden gibt?

4. Die Laufzeit verändern: Das schien zunächst zu klappen, da der Hund drinnen im Haus nicht anschlug und anscheinend auch auf dem morgendlichen Gassigang war. Leider interessierte die Anwesenheit des Lieblingsfeindes meinen Hund nur peripher. Er knurrte auch gerne das Haus ohne  Hund an. Hinzu kam, dass die Besitzer des großen schwarzen Hundes anscheinend keine regelmäßige Gassigehzeit hatten, und so die Hundeanwesenheit nicht planbar war.

5. Die Straßenseite wechseln: Ja, ich wechselte vor dem Haus und hinter dem Haus die Straßenseite und muß auch noch über eine Ampel extra. Dadurch habe ich gelernt, fünfmal in kürzester Zeit bei morgendlichen Berufsverkehr die Straßenseite zu wechseln ohne überfahren zu werden. Knurren funktioniert aber übrigens auch über die Straße – und zwar beidseitig wie ich jetzt weiß.

Ich habe aufgegeben und mich damit abgefunden, dass es an einer Stelle meines Morgenlaufes eine Begrüßung von Lieblingsfeinden gibt. Heute morgen wechselte ich dennoch die Straßenseite und stellte mich auf Lärm und Vorbeiziehen ein. Der Hund hinter der Mauer fing an zu bellen. Mein Hund …… nicht. Er fing in einer enormen Geschwindigkeit an nach vorne zu ziehen ohne seinen Lieblingsfeind zu beachten. Was war los? Vor uns radelte eine Dame, die einen Kaninchenkäfig auf dem Gepäckhalter ihres Rades transportierte. Kaninchen ist also noch interessanter als Lieblingsfeind. Das muß ich mir merken. Vielleicht kann ich ja in Zukunft meinen Morgenlauf so organisieren, dass immer an dieser Stelle eine Dame mit einem Kaninchenkäfig auf dem Gepäckhalter an uns vorbei radelt :-).

Ich wünsche allen Lesern einen guten Tag mit guten Lösungen.

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Kommentare
  1. Mandy sagt:

    Irgendwie ziemlich stressig, dein Tagesanfang oder?

    Hoffe, es wird im Laufe des Tages besser…

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  2. Huppi sagt:

    Das klingt sehr bekannt. Labbis lassen sich halt nicht so gern von den wichtigen Dingen ablenken.

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  3. Himmelhoch sagt:

    Hihi, dein Hund ist hübsch und hat Charakter – was braucht es für einen Hund mehr?

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  4. Emily sagt:

    Es gibt Sachen, die sind wichtig und es gibt Sachen, die sind richtig wichtig 😉

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