Teneriffa – Ankunft mit kleinen Hindernissen

Veröffentlicht: 11. November 2011 in Leonies Leben 2011, Reisen 2011
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Nun sitze ich im Badezimmer und schreibe meine Eindrücke von meinem ersten Tag in Teneriffa auf. Warum im Bad? Dazu später. Ich erzähle einfach der Reihe nach. Mittwoch in der Nacht verabschiedete mich mein Mann am Köln Bonner Flughafen. Wir waren beide ein wenig aufgeregt, denn das war immerhin ein Abschied für vier Wochen. Nur der Hund war nicht aufgeregt. Er war einfach nur müde und wunderte sich anscheinend, wieso wir ihn mitten in der Nacht zum Flughafen transportierten. Da er abends nichts gefressen hatte, nahm er gerne die Scheibe Wurst mit einer kleinen Beruhigungstablette und döste innerhalb kürzester Zeit ein. Die Angestellten am Flughafen, die ihn in Empfang nahmen und zum Flieger bringen sollten, waren alle sehr nett zu mir. Sie beruhigten mich, denn wahrscheinlich sah man mir meine Aufregung wegen dem Hund an.

Die restliche Nacht verging für mich sehr schnell, da ich in den folgenden Stunden immer wieder vor Müdigkeit im Flieger eindöste, auch wenn ich nicht richtig schlafen konnte. Der Service von Air Berlin tat das seinige dazu. Denn immer dann, wenn ich gerade die Augen geschlossen hatte, um einen kleinen Schlafversuch zu starten, ging das Licht wieder an oder es wurde eine Durchsage gemacht. Wenn dann wieder Ruhe war und ich die Augen gerade geschlossen hatte, wurde mir freundlicherweise ein Glas Wasser angeboten. Das trank ich dann bei aufkommenden Turbulenzen über Frankreich aus. Neben den Turbulenzen wurden weitere Getränke gereicht. Danach folgte wieder ein Schlafversuch. Nun wurden die Getränkebecher wieder eingesammelt. Vielleicht könnte danach ja Schlafruhe einkehren? Nein, weit gefehlt. Es wurden Zigaretten und zollfreie Waren offeriert. Wieso soll ich nachts um 4.30 Uhr Parfum kaufen? Etwas Richtiges zu essen gab es nicht, jedoch ein Brötchen, mit dem ich morgens um 4.45 Uhr auch nicht so wirklich etwas anfangen konnte. Ich steckte es als eiserne Reserve ein, denn man kann ja nie wissen :-).

Als ich müde aus dem Flieger stieg, galt meine erste Sorge dem Hund und mit meinen Anfänger Spanischkenntnissen fragte ich mich zu ihm durch. Nach meiner ersten spanischen Frage des Tages landete ich irgendwo im Kellergeschoss des Flughafens, wo ich ganz allein herum irrte. Niemand war dort, den ich mit weiteren spanischen Fragen hätte belästigen können. Der Keller war richtig, denn hier stand das spanische Schild für Sperrgepäck. Schließlich sah ich meine Transportbox in der Ecke auf einem Transportband stehen. Hundi freute sich riesig als er mich sah und wollte gleich auf mich los. Leider dürfen Hunde im Flughafen nicht frei laufen und er schien auch noch ein wenig schwach auf den Beinen zu sein. So schaffte ich einen Koffertrolley heran und wuchtete die über 30 Kilogramm schwere Transportkiste mit dem Hund auf die Karre. Das war gar nicht so einfach, da die Kiste oben auf dem Transportband stand und ich sie dort herunter bekommen musste, ohne dass dem Hund etwas passierte. Das bekam ich nach einigen Versuchen tatsächlich hin und Hundi rutschte mit Kiste auf den Trolley. Nun musste ich noch den Weg aus dem Keller hinaus finden. Das war dann aber  wegen der Beschilderung kein Problem.

Doch das nächste Problem ließ nicht lange auf sich warten. Ich war aus dem Ankunftsbereich nun heraus gegangen. Das war auch richtig so. Nur war der Umstand, dass mein Gepäck noch drinnen im Ankunftsbereich stand, ein weiteres kleines Hindernis, das es zu überwinden galt. Zeit für die zweite  Spanischfrage des Tages. Höflich und hilfreich wie die Spanier anscheinend sind, fand ich den Weg zurück in den Ankunftsbereich. Auch wenn das über den Hintereingang der Zollverwaltung hinten durch die Brust ins Auge geschah. Ich war wieder zurück im Ankunftsbereich. Dort wuchtete ich meinen Koffer auf einen zweiten Koffertrolley. Mit 20 kg und 200 gr hatte Air Berlin mich reisen lassen. Ein bisschen Service ist wohl doch noch verblieben. Zwei Koffertrolleys konnte ich jedoch beim besten Willen nicht schieben. Also wuchtete ich meinen Koffer hoch hinauf auf die Transportbox, die ohnehin nicht sehr stabil auf dem Koffertrolley stand und bedrohlich hin und her schwankte. Um die Angelegenheit noch ein bisschen beschwerlicher zu machen,  band ich mir meine Umhängetasche mit 15 Kilogramm Technik (Notebook, Kamera sowie Zubehör) um den Hals und suchte nach der Autovermietung.

Zeit ein wenig Spanisch am Morgen zu üben. Bereits die dritte Spansichfrage, die ich einigermaßen dahin stotterte. Dann erfuhr ich von der Dame bei der Autovermietung, dass es ein oder auch mehrere kleine Probleme gäbe. Na prima, auf die hatte ich an diesen ersten schönen Morgen gerade gewartet. Da ich eher angekommen war, musste ich einen Tag extra zahlen. Das hatte ich mir schon so gedacht. Dann stellte sich noch heraus, dass der gemietete Wagen zu klein für die Transportbox war, so dass ich noch ein wenig zusätzlich in die Tasche greifen durfte. Als Letztes erzählte mir die gute Dame, dass ich einen sehr guten Versicherungsschutz gewählt hätte. Jedoch müsse ich wissen, dass da weder Reifen, noch Auspuff, noch Kupplung, noch……Ja, was war denn eigentlich versichert an diesem Gefährt? Kurz und gut – ich stockte die aktive Geldmenge der Autovermietung auf und ließ insgesamt zusätzlich 200 € dort. Nicht ärrrrrgern – abhaken. Als ich dann mit meinem riesigen Gefährt vor mir in Richtung Parkplatz schob (hätte ich gezogen, hätte man meinen können, dass ich auf Teneriffa eine Pyramide errichten wolle) und die Palmen vor dem Flughafen in der milden Morgensonne sah, hakte ich den ganzen Ärger ab. Ich lud den Wagen voll und der Urlaub konnte losgehen.

mein Gefährt, das mich nun vier Wochen über die Insel transportieren soll

Die Fahrt aus dem kargen Süden über die schmalen Straßen hoch in den Norden fand ich landschaftlich sehr schön. Dann kam ich in Icod de los Vinos, das nun vier Wochen meine neue Heimat sein soll, an. Jetzt ging die Suche nach meiner Unterkunft los. Spanischfragen vier, fünf und sechs des Tages folgten Schlag auf Schlag. Denn in Icod gibt es hunderte von verwinkelten Gassen, die sich an den Berghängen entlang schlängeln. Aber nach einigem Suchen fand ich auf einer besonders steilen Straßen am Berghang meine neue Unterkunft. Ein freundlicher junger Mann zeigte mir mein Zimmer und ich genoss den Blick vom Balkon auf den Atlantik – einfach fantastisch.

Ich packte aus und stellte dann sehr schnell fest, dass es kein WLAN gab. Schnell lief ich herunter an die Rezeption, wo der freundliche junge Mann mir noch vor einer halben Stunde das Passwort für das WLAN gegeben hatte. Eine Spanischfrage hatte ich an diesem Tag noch frei. Auf meine Frage, die er anscheinend sogar verstanden hatte, erklärte er mir freudestrahlend, dass das Haus über WLAN verfügen würde, leider nur nicht in allen Zimmern. Und das Meine gehöre wohl zu denen ohne WLAN. Da ich mir das Vorhandensein eines WLANs  im Vorfeld hatte schriftlich bestätigen lassen, war ich nicht bereit, in diesem Punkt irgendwelche Kompromisse einzugehen. Nun übte ich nicht weiter spanische Fragen, sondern verlegte mich auf fordernde Bitten. Im Ergebnis durfte ich alle ausgepackten Sachen wieder einpacken und mir drei verschiedene Zimmer ansehen, die allesamt wunderschön waren. Leider verfügte keines über WLAN. Im vierten Zimmer hatte meine Suche Erfolg. Ein Hauch von WLAN war in der Ecke des Badezimmers aufzuspüren. Ich nahm das Zimmer, da es ohnehin kein anderes freies Zimmer mehr gab. Daher sitze ich nun am Waschbecken mit abgedeckten Wasserhahn und bin wieder „online“. Diesen „Arbeitsplatz“ kann ich allerdings nur bis Freitag behalten, da dann dieses Zimmer anderweitig vermietet ist. Was dann aus mir und dem WLAN im Zimmer wird, weiß ich noch nicht. Ich werde berichten.


Nach der schlaflosen Nacht und dem ersten spanischen Tag war ich so müde, dass ich am Nachmittag erst einmal eine Runde schlief, bevor ich mit meinem Hund zu einem ersten ausgiebigen Spaziergang in die Weinberge von Icod aufbrach.

Terrasse mit Palme

Hund ist wieder auf den Beinen

erster Blick auf den Teide in Wolken

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Ich grüße alle Leser aus Teneriffa und werde sobald ich einen weiteren Hauch von WLAN finden sollte, weiter berichten.

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Kommentare
  1. NixZen sagt:

    Ich reise ja schon länger so rum und unter uns…also Früher …so ohne Oweh-Lan war es irgendwie netter. Keine stressige such nach irgenden einen Wifi, man saß im Cafe und…nix und…einfach schauen. Ich hoffe für deine Zeit du findest mal paar Tage keinen “ HOT-SPOT“, sondern einen spanischen Schreibblog mit nen Bleistift, good luck.-)

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  2. fudelchen sagt:

    ♥ ●¸.•*¨Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ¨*•.¸❤¸.•*¨Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ¨*•.¸● ♥

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  3. kreadiv sagt:

    Ein groooooßes Abenteuer für Wuffwuff und Frauchen!
    Habt eine wunderschöne Zeit 🙂

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  4. Huppi sagt:

    Das klingt ja schon nach einem spannenden Abenteuer. Viel Spaß beim WLAN suchen auf der Insel. Bin schon gespannt auf die Nächten Berichte

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  5. Himmelhoch sagt:

    Weißt du, wenn es nicht für dich so stressig gewesen wäre, dann hätte ich ja schallend gelacht. So habe ich mitfühlend gelacht.
    Früher in Polen oder auch bei mangelnden Englischkenntnissen ging es mir immer so, dass ich meine Frage halbwegs korrekt vorgebracht habe, dann aber die Antworten nieeeeeeee verstanden habe, weil die ja davon ausgingen, dass ich diese Sprache beherrsche.
    Hätte dir nicht ein Navi, das auch in Spanien und Übersee-Spanien funktioniert, bei der Quartiersuche behilflich sein können?
    Egal wie, du bist angekommen, allen 6 Beinen geht es gut und ich wünsche dir viele schöne Erlebnisse, aber auch gute Erholung!
    Liebe Grüße in das Land der Sonne!

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    • sucherin sagt:

      Danke für die lieben Wünsche. Ich trage es auch mit Humor, denn das sind ja alles Erlebnisse, die aus dem Alltag herausfallen. Ehrlich gesagt habe ich auch ein Navi dabei. Leider ist die Software nicht mehr ganz aktuell und das Teil wollte immer anders als die offizielle Straßenbeschilderung. Da habe ich es nach einigen Kilometern mundtot gemacht. Früher ging es ja auch ohne :-). Liebe Grüße zurück.

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  6. NixZen sagt:

    Es gibt ein schönes Buch, warum es gut ist sich einmal zu verirren, so ohne Technik und den Kram. Erlebe es immer wieder. Wir lassen mittlerweile GPS Zuhause. Toll was man alles entdeckt und wen man so kennenlernt.
    Verirren: Eine Anleitung für Anfänger und Fortgeschrittene

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  7. NixZen sagt:

    eines ist sicher, am Ende immer am Wasser

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  8. Elvira sagt:

    Anfang gut – alles gut, oder so;-) Hat ja letztendlich alles geklappt – das macht zufrieden und stark.
    Weiterhin eine schöne Zeit!
    Liebe Grüße,
    Elvira

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  9. Hartmut sagt:

    Schoener Blog, gefaellt mir sehr. Auch nette Themen.

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  10. Gabi sagt:

    Deine Ankunft war ja schon mal ziemlich ereignisreich.
    Meine Bewunderung für Dich! Ich würde mir das nie zutrauen, so alleine mit Hundsi wegzufliegen. Aber ich bin mir sicher, Du machst das alles großartig.
    lg Gabi

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