Archiv für 28. November 2011

Vor einiger Zeit hatte ich über einen Zahnarztbesuch berichtet, bei dem ich in einer Zeitschrift einen Fetzen Gedicht gefunden hatte. Nun habe ich das ganze Gedicht gefunden. Es ist von Leonie Reiter und veröffentlicht in der Frankfurter Bibliothek – Jahrbuch für das neue Gedicht.

 

Die Reise zu mir

Heraus geworfen aus dem Zug der Zeit

allein gelassen in der Dunkelheit

ausgespuckt aus dem System

wie kann es nur weitergehen?

Tastend durch den leeren Raum

vielleicht ist alles nur ein böser Traum?

Doch unerwartet in der Ferne

Licht, freundliches Lächeln, Buddha und Sterne.

Am Strand der Einsamkeit wächst das Vertrauen

zurückgeworfen auf das ich –  neu bauen

Gedanken fliegen, der Zug der rattert unaufhaltsam weiter

ich steh still – fast heiter.

Ein neues Land liegt vor mir und verspricht ein neues Leben,

noch stoß ich an Wände und fühl die starken Ketten heben.

Ein mühsamer Weg am Abgrund durch die Zeiten

tasten, versuchen und probieren in den neuen Weiten.

Ohne Zug und System ganz auf mich selbst gestellt

naht das Ende der Reise  und des wilden Suchens in der Welt

Nun bin ich bei mir,

still, leise, warte und bin frei.

Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen Tag

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