Panik im Paradies – verrückter Sonntag oder Mi Vida Loca

Veröffentlicht: 3. Dezember 2011 in Leonies Leben 2011
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Einige Tage haben es einfach in sich. Und vor diesen Tagen bleibt man auch nicht verschont, wenn man in einem wunderschönen Urlaub auf Teneriffa ist. Das habe ich am eigenen Leib am letzten Sonntag erfahren.

Alles fing bereits am Samstagabend an. Ich wollte gerne mit meinem Mann skypen und meine Mails beantworten und saß am Notebook. Die Internetverbindung war so schwach und schlecht, dass keine Kommunikation mehr möglich war. Also packte ich das Notebook zusammen und schlich im Dunklen quer durch das ganze Haus auf die Terrasse des Hauses, auf der der Empfang am Besten sein soll. Dabei stolperte ich auf der Treppe und konnte noch gerade so mein Notebook vor dem Herunterfallen bewahren. Das aufgeschlagene Knie war eine kleine unangenehme Nebenerscheinung.

Auf der Terrasse erhielt ich vom Notebook die Meldung, dass keine Drahtlosverbindungen erkannt würden. Da mein IPad eindeutig das WLAN des Hauses anzeigte, wusste ich, dass die Störung nicht am WLAN des Hauses liegen konnte. Irgendetwas musste mit meinem Notebook nicht in Ordnung sein. Ich fuhr es hoch und runter, arbeitete mich Punkt für Punkt durch die Systemsteuerung und war am Ende auch nicht schlauer. Ohne Internetverbindung fiel ich am Ende müde ins Bett.

Am Sonntag morgen setzte ich meine erfolglosen Versuche nach meinem Morgenlauf mit dem Hund fort. Auf dem IPad setzte ich Hilferufe in alle Welt (u.a. nach Hause zu meinen Männern und zum Blog) ab. Auch ein netter junger Mann, der hier im Haus wohnt, versuchte sich erfolglos eine halbe Stunde am Notebook. Mittlerweile kannte ich die gesamte Systemsteuerung in und auswendig, aber fand nicht den fehlenden Haken, um die Drahtlosverbindung zu aktivieren. Mein Sohn sandte mir eine Anleitung zur Aktivierung, aber die Verbindung blieb tot. So ließ ich Notebook und Internet und begab mich in den Süden.

Dort machte ich vor den Felsen von Los Gigantes eines schöne Wanderung und fuhr dann nach Playa San Juan, um auch den Hund auf seine Kosten kommen zu lassen. Ich ging an einen einsamen Steinstrand und der Hund konnte schwimmen. Er wollte gar nicht wieder aus dem Wasser und schwamm über eine Stunde. Als er dann endlich heraus kam, hatte er wohl so viel Salzwasser getrunken, dass es ihm in großen Schwällen vorne und hinten heraus kam. Als ich noch schnell in einem Cafe einen Kaffee trank, bevor ich meine Freundin vom Flughafen abholen wollte, passierte „es“ unglücklicherweise auch dort. Das war mir recht unangenehm und ich bot an, sauber zu machen. Man entließ mich mit leicht genervten Blicken. Ich machte mich  zum Flughafen auf.

Wegen einem Stau(!), den ich auf der Insel wirklich nicht erwartet hätte, kam ich gerade noch fast in letzter Minute an, um meine Freundin abzuholen. Ich fand nach langer Kurverei und Sucherei endlich einen Parkplatz. Dann sprintete ich zur Ankunft des Flughafens. Da ich unglücklicherweise vor dem Abflug geparkt hatte, musste ich lange sprinten. Dann las ich auf der Anzeigetafel, dass der Flieger über eine Stunde Verspätung hatte. Aber auch diese Stunde ging herum und nichts Schreckliches passierte.

Irgendwann hatte ich glücklicherweise meine Freundin gefunden und wollte sie zum Auto dirigieren. Leider hatte ich in der Hektik vergessen, wo ich geparkt hatte. Eine geschlagene halbe Stunde suchte ich zwischen den vielen Wagen bis ich  Wagen und Hund wieder hatte. Ich fuhr rückwärts aus der Parklücke, damit wir den Wagen beladen konnten. Während wir hinter dem Wagen standen und einluden, setzte ein sehr alter Herr seinen Wagen rückwärts aus dem Parkplatz ohne nach hinten zu schauen. Wir schrien noch: „Halt, halt“. Er fuhr weiter und hielt erst, als  er meinen Wagen touchiert hatte. Es war nichts Schlimmes passiert, aber ein paar Kratzer hatte mein Wagen abbekommen. Die Situation musste geklärt werden. Dem älteren deutschen Ehepaar war das von ihnen verursachte Malheur völlig egal. Sie entschuldigten sich nicht einmal und wollten weg fahren. Ich forderte zumindest ihre Adressen. Es folgte eine weitere Stunde mit Diskussionen, in denen das ältere Ehepaar meinte, dass sie schon ewig auf der Insel leben würden und sie jeder kenne und überhaupt….. Es kam noch ein Herr von der Autovermietung hinzu und obwohl nur kleine Kratzer am Wagen waren, weitete sich die Diskussion aus und mittlerweile standen 20 Leute um uns herum. Langsam war ich in Schweiß gebadet.

Als wir endlich mit Gepäck und Hund Richtung Gebirge fuhren, war es dunkel geworden. Nun konnte ich zum ersten Mal Fahrt auf schmalen Gebirgsstraßen bei Dunkelheit üben. Das konnte mich an jenem Tag aber auch nicht mehr weiter beunruhigen. Dass wir dabei noch vergeblich nach einem kleinen Restaurant, wo wir ein wenig hätten essen können, suchten, sei nur am Rande erwähnt. Erst in Icod fanden wir eine kleine Taverne, die noch auf hatte. Ich hatte den Hund mit, obwohl Hunde normalerweise nicht mit in Restaurants in Spanien dürfen. Nett fragte ich, ob er ausnahmsweise mit rein dürfe. Der gute Mann winkte uns freundlicherweise herein, was wir dankbar annahmen. Hundi hob das Bein, ehe ich einschreiten konnte, und pisste vor die Tür.?????!!!!!!!

Mein Hund hatte sich während der Fahrt ruhig verhalten. Zu Hause angekommen, trank er drei Schüsseln mit Wasser in Windeseile hinunter und schlang sein Trockenfutter hinterher. Im Ergebnis war eine halbe Stunde später mein gesamter Balkon mit Hundeauswerfungen bedeckt, so dass ich erst einmal Nachts die Terrasse putzen konnte. Unterbrochen wurde ich von Anrufen von zu Hause, die mich ständig fragten, ob ich jetzt nicht endlich das Internet wieder hinbekommen hätte. NEIN – das hatte ich nicht – wann denn bitte auch? Meine Freundin wollte mich entlasten und nahm den Hund mit in ihr Zimmer. Das Ergebnis war, dass ich eine halbe Stunde später auch ihre Terrasse putzen konnte. Die restliche Nacht verbrachte ich mit dem Hund in den dunklen Weinbergen auf Gassigängen, in denen das restliche Salzwasser verarbeitet wurde.

Die gute Nachricht. Spät am Abend erhielt ich aus München einen entscheidenden Hinweis. Als ich mit dem Notebook in der Samstagnacht durch die Dunkelheit im Hause gegangen war, muss ich aus versehen auf eine Tastenkombination gekommen sein, die das WLAN ausgestellt hat. Mit einer Tastenkombination ließ sich das Problem beheben und ich bin wieder online.

Am Ende wird alles Gut und wenn……

Euch wünsche ich einen schönen geschmeidigen Tag.

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Kommentare
  1. fudelchen sagt:

    So einen langen Artikel habe ich noch nie mit so viel Aufmerksamkeit und in Ruhe gelesen, aber er ist spannend und ich mußte auch ein wenig lachen, denn es sind immer die kleinen Dinge im Leben, die zu einem Ganzen werden und Chaos anrichten.
    Zum Glück ist alles gutgegangen und dein WLAN geht wieder und der Hund ist auch besser drauf, jetzt kann nur noch alles besser werden.
    Viel Freude dir und einen schönen, erholsamen Tag 😀

    Marianne ♥

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  2. Astrid sagt:

    Oje, du Arme. Mein Auto suche ich auch öfter schon mal, aber meisten passiert dann nicht noch viel unangenehmes Anderes am gleichen Tag.
    Liebe Grüße
    Astrid

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  3. Gabi sagt:

    Ach herrje! Da war ja einiges los! Ich hoffe, Deinem Hund geht es wieder gut und die restlichen Tage verlaufen ruhiger.
    lg Gabi

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    • sucherin sagt:

      Mein Hund geht so gerne in das Wasser und das gönne ich ihm auch. Geht er jedoch zu lange, schluckt er Salzwasser, was ihm wohl überhaupt nicht gut tut. Jetzt muss ich einen guten Mittelweg finden. LG

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  4. Himmelhoch sagt:

    Da war ja im Vergleich zu dir an diesem Tag der Hans Huckebein, der Unglücksrabe, fast noch ein Hans im Glück – aber jetzt geht ja alles wieder – schön für dich und uns!

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  5. Vallartina sagt:

    So stelle ich mir die Ursache für einen Nervenzusammenbruch vor!
    Wünsche Dir nun ruhigere Tage!

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