Archiv für 21. Dezember 2011

Zunächst wundere ich mich allmorgendlich, wenn ich zu meinem Morgenlauf  mit dem Hund starte, über die große Sauberkeit, die hier auf den Straßen herrscht. In erinnere mich, dass bei meinen Besuchen in südeuropäischen Staaten vor vielen Jahren der Müll häufig an vielen Orten in der Gegend herum flog und Plastiktüten in den Büschen hingen. Davon ist hier nichts mehr festzustellen. Im Gegenteil – die Straßen blitzen vor Sauberkeit. Bereits am frühen Morgen werden mit riesigen Putzkolonnen die Straßen mit Wasser gesäubert, jeglicher Dreck von den Fußwegen beseitigt und allerorts gekehrt und geputzt. Das gilt hier bislang für alle Orte und Städte, die ich gesehen habe – also nicht nur für die touristischen Gebiete. So sauber ist es in Bonn leider nicht.

Allerdings frage ich mich, was es wohl kosten mag, mit so einem großem Personalaufwand die kommunalen Gebiete sauber zu halten. Fließen hier EU Mittel oder handelt es sich um Maßnahmen, um die sehr große Anzahl der arbeitslosen Menschen hier zu beschäftigen? Diese Fragen  gehen mir seit Tagen nicht aus dem Kopf, wenn ich jeden Morgen das große Putzen betrachte. Hier muss ich unbedingt einmal weiter nachforschen.

Auch für Hundebesitzer ist es hier – soweit ich das beurteilen und beobachten kann – selbstverständlich den Hundekot aufzuheben und in einen der zahlreichen Müllbehälter zu tun. Es ist mir auch bislang an keinem Ort der Welt in dieser Hinsicht so leicht gemacht worden, denselben zu entsorgen. An vielen Stellen gibt es Hundetütenspender und alle fünf Meter einen Abfallkorb. Davon kann ich an vielen Orten in Deutschland nur träumen. Allerdings stehen auch hinter einem solchen Abfallsystem hohe Kosten, über die die deutschen Kommunen zurzeit sicher nicht verfügen. Woher kommt das Geld?

Der Umweltschutz scheint auch in Sachen Mülltrennung und Plastik weit voran geschritten zu sein. Überall gibt es Flaschencontainer und große Behälter für Mülltrennung. Selbst an den Stränden sind häufig vier verschiedene Abfallbehälter für unterschiedlichen Müllsorten aufgestellt. Stehen dahinter auch EU-Mittel?

In den Läden wird nun auch auf die Plastiktüten ein Entgelt erhoben, so dass immer mehr Leute eigene Taschen mitbringen oder Plastiktüten doppelt verwenden. So sieht man auch kein Plastik mehr in den Büschen herum flattern.

Da die Arbeitslosigkeit hier sehr hoch ist (die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen soll weit über 40%) liegen, sieht man viele Jugendliche hier tagsüber einfach in Gruppen zusammen herum sitzen. In kleinen Bergdörfern wurden mir provisorisch gebaute Hütten gezeigt, die von den Jugendlichen selber als kleine Treffpunkte zum Karten spielen oder ähnliche Aktivitäten gebaut wurden. Arbeitslosigkeit ist immer traurig. Jugendarbeitslosigkeit ist mehr als schlimm. Arbeitsplätze gibt es anscheinend hauptsächlich im touristischen Bereich, da durch die Wirtschafts- und Immobilienkrise der gesamte Bausektor brach liegt.

Das einzige was hier auf der Insel noch gebaut wird, sind im Moment neue Straßen. Die sind in einem hervorragenden Zustand und anscheinend kommen immer mehr neue Straßen dazu. Das größte Straßenprojekt ist zurzeit wohl der Autobahnring, der  um die ganze Insel gehen soll und nun noch zu einem Viertel zu schließen ist.

Viele Firmen scheinen in die Insolvenz gegangen zu sein und allerorts sieht man an den Ladengeschäften und Gebäuden Schilder (zu verkaufen, zu vermieten). Mein erster Eindruck war, dass anscheinend die halbe Insel zu verkaufen ist. Was ist der Hintergrund? Krise und Arbeitslosigkeit?

Bei näherem Hinsehen lässt sich sehr schnell feststellen, dass hinter der wunderschönen Natur und den sauberen Straßen, große Probleme bestehen. Denn auch die kanarischen Inseln werden nicht von der Krise, die im Moment Europa und Spanien schüttelt, verschont.

Ich grüße Euch und wünsche einen schönen Tag.