Begegnung am Morgen

Veröffentlicht: 22. Dezember 2011 in Hund, Natur, Reisen 2011
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Heute entführe ich Euch von Teneriffa in das „nahe“ gelegene Afrika und hinterlasse hier einen Text, den ich nach meinem Urlaub 2008 in Kenia geschrieben habe. Da mein Mann im Moment zu Besuch ist, sind wir sehr viel unterwegs und ich bin nur ganz selten im Internet. Hinzu kommt noch, dass bei mir im Hause das WLAN zusammengebrochen ist, da die zuständige Dame in den Weihnachtsurlaub gefahren ist. Es gibt keine Vertretung (!) und so müssen alle Leute im Haus warten bis der Urlaub der Dame beendet ist. Solange hangele ich mich von Cafe zu Cafe und hoffe auf Netzwerke. Aus diesem Grunde können meine Besuche bei Euch im Moment nur kurz ausfallen, aber irgendwann wird die Dame, die allein die Macht hat, das WLAN wieder einzuschalten, wohl zurück sein :-). Dann bin ich hoffentlich wieder richtig bei Euch.

Die Flusspferde wälzten sich gerade eines nach dem anderen den schlammigen Abhang zum Fluss hinunter, in dem sie den ganzen Tag über dösend und mit ihren kleinen Ohren wackelnd zubringen würden. Die Nacht hatten sie grasend auf der Anhöhe über dem ruhig dahin fließenden Fluss verbracht, während der Mond die weite Grasfläche beschienen hatte. Nun verblasste der Mond langsam und am Horizont zogen die ersten dunkelroten Streifen, die den nahenden Sonnenaufgang ankündigten, herauf. In wenigen Stunden würde die Sonne wieder sengend über dem Land stehen.

Wir machten uns mit leichtem Gepäck, das Wasservorräte und die Kameraausrüstung enthielt, auf, um mit einem Guide, einem Fahrer und vier weiteren Gästen der Lodge in einem Jeep Richtung Berge zu fahren. Zunächst führte uns die schnelle Fahrt noch bei Dunkelheit durch die weite Ebene der Massai Mara in Kenia. Dieser große Nationalpark, der unter Schutz steht, wird wegen des großen Tierbestandes von vielen Touristen jährlich besucht. Große Landflächen gehören den verschiedenen Stämmen der Massai, auf die man in den weiten Flächen überall mit ihren Herden trifft. Bereits von weitem sind sie wegen ihrer leuchtend roten Überwürfe zu erkennen. Sie leben hier in Dörfern, die mit Holz und Zweigen zum Schutz vor wilden Tieren umgeben sind.

Ab und zu sahen wir ein Zebra oder einen Schakal aus dem Kegel des Scheinwerferlichtes in die Dunkelheit flüchten. Langsam verwandelte sich das Schwarz der Nacht in graue Farbe. Die Morgenröte am Horizont leuchtete nun in breiten roten und orangen Farben. Die Fahrbahn verengte sich und wir fuhren einen schmalen Pfad bergauf. Mit dem einsetzenden Tageslicht sahen wir, dass der Pfad immer schmaler und holpriger wurde. Selbst der Geländewagen hatte mit der Steigung zu kämpfen. Plötzlich verjüngte sich der Fahrweg und wir fuhren wieder gerade aus, auf einem mir unendlich weit erscheinendem Plateau. Hinter uns erleuchtete die aufgegangene Sonne nun die ganze Ebene. Wir sahen weit unter uns eine kleine Herde von Giraffen aus einem Gebiet, das mit Gebüsch bewachsen war, herauskommen. „Die haben dort die Nacht verbracht und suchen nun in der Morgensonne eine Wasserstelle auf“, erklärte uns unser Guide.

Der Fahrer fuhr schneller und lenkte den Wagen Richtung Plateaukante. Dort forderte uns der Guide auf, aus dem Fahrzeug auszusteigen. Wir wanderten noch ungefähr 500 Meter durch unübersichtliches Felsengelände. Dann standen wir fast unmittelbar vor der Abbruchkante des Plateaus. Für uns völlig unerwartet, eröffnete sich ein unbeschreiblicher Anblick. „Das ist die Migration“, sagte unser Guide. „Die Tiere ziehen von Kenia nach Tansania, wo sie um diese Jahreszeit neue Weidegründe aufsuchen“. Weit unter uns in der Ebene sahen wir tausende von Zebras, Antilopen und anderen Herdentieren in riesigen Verbänden vorbeiziehen. Wir hörten das laute Stampfen ihrer Hufe, das bis uns auf die Berge herauf drang. Die Tierherden reichten bis zum Horizont, wo sie sich vor unseren Augen in  Staubwolken auflösten. Diesen schönen Anblick am Morgen habe ich nie vergessen.

Ich wünsche allen Lesern einen wunderschönen Tag.

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Kommentare
  1. Himmelhoch sagt:

    Die Natur macht nicht so ein Gewese, wenn sie mal ein paar tausend Tiere mehr aus dem Nachbarland miternähren muss, weil es dort eben gerade schlecht geht. – Die Menschen sollten sich viel mehr von der Natur abgucken.
    WLAN-freie Grüße (ich arbeite ganz ohne WLAN, sondern mit Kabel, nur mit kabelloser Tastatur-Mouse-Kombi) schickt dir
    Clara

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  2. Gabi sagt:

    Sehr schön hast Du das beschrieben.
    lg Gabi

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  3. Vallartina sagt:

    Ich wünsche Euch schöne Festtage und weiterhin gute Erholung! Verbringt einfach schöne Tage und ärgert Euch nicht über die Tücken der Technik!
    GLG

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