Gassigang auf Teneriffa

Veröffentlicht: 28. Dezember 2011 in Hund, Leonies Leben 2011
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Warum darf ich nicht ins Wasser?

Nun leben Hund und ich seit einiger Zeit auf Teneriffa. Dadurch hat sich nicht nur für mich, sondern auch für meinen Hund so einiges geändert. Dass hier überall Hundekotbeutel und Abfallbehälter für den Hundekot zu finden sind, hatte ich bereits geschrieben. Ich  muss allerdings ehrlich zugeben, dass das den Hund wenig interessiert. Er muss einfach nur und macht sein Geschäft. Fertig. Ob er die Hundeschule am Samstag und die lieb gewonnenen Hundekumpel vermisst, vermag ich nicht so wirklich zu sagen. Sicher ist jedoch, dass er das Spielzeug der Hundetrainerin vermisst, das er sich bei jeder Gelegenheit schnappte und das ihm nicht mehr zu entreißen war. Nun muss er sich hier mit vier alten Tennisbällen vergnügen, von denen er zwei bereits zersägt hat. Die Reste schwimmen auf dem Atlantik in Richtung Nordsee und kommen so ungefähr in einem Jahr in Cuxhaven an.

Wenn man Hundi zum Gassi gehen auf Teneriffa befragen würde, käme ungefähr die folgende Prioritätenliste zustande:

  1. An erster Stelle der „Gassi geh Hitliste“ stehen Wanderungen oder Reitausflüge. Da kann der Hund zumeist noch mit anderen Hunden im Rudel Stunden lang ohne Leine durch die Landschaft laufen, hundert Fährten erschnüffeln und sich wieder richtig als Rudeltier und Wolf fühlen. Das tut er dann durch wölfisches Imponierscharren verbunden mit seinem einzigartigen Löwengebrüll auch kund. Dieses Brüllen hat selbst die Hundetrainerin noch bislang bei keinem anderen Labrador festgestellt und wie sie mir schrieb, wird das Gebrüll in der Bonner Waldgegend in letzter Zeit tatsächlich vermisst.
  2. Gleich danach und vielleicht auch ab und zu an erster Stelle stehen bei einem Wasserlabbi natürlich Ausflüge an den Strand. Da Hunde hier jedoch zumeist am Strand verboten sind, geht es dabei im Allgemeinen über Geröll, Felsen und spitze Klippen. Während Frauchen jede Sekunde in Gefahr läuft, abzurutschen, sich die Füße oder Beine aufzuschlitzen oder gar zu stolpern und für nimmer Wiedersehen von den Klippen zu stürzen, amüsiert sich Hundi mit Schwimm- und Tauchübungen im Wasser. Wenn Frauchen es allerdings schafft bei Morgengrauen an den Strand zu laufen, kann sie sich das Klettern ersparen und in Ruhe mit vom Schlaf noch halb verschlossenen Augen mit Labbi am Menschenstrand Ball spielen. Sie ist allerdings bereits gewarnt worden, dass die Polizei, wenn sie das denn mitbekommen sollte, in solchen Dingen hier keinen Spaß versteht. Doch was riskiert man nicht alles als Labbibesitzer für seinen treuen vierbeinigen Freund. Das Foto mit den spielenden Kindern entstand bei Sonnenuntergang, der hier in Bezug auf Labbis Strandvergnügen mit dem Sonnenaufgang gleichzusetzen ist.
  3. Auf Platz drei rangieren immerhin noch die langen Spaziergänge in der neuen Gegend an der Leine. Schließlich geht es immer in der Nähe des Meeres entlang und vielleicht ist ja doch mal die Chance……Außerdem kann so ein Hund bei diesen Spaziergängen eindeutig sein Netzwerk erweitern. Während uns im Norden nur spanische Hof- und Fincahunde hinter geschlossenen Mauern ankläfften, begegnen uns hier im Süden die Briten mit ihren Kampfhunden, die Russen mit ihren hergerichteten Pudeln, die Spanier mit ihren kleinen „ja was eigentlich?“. Da Hunde keine Sprachbarrieren zu überwinden haben und mehr als eindeutig kommunizieren, kann man auf diesen Spaziergängen sich neue Freunde und Feinde machen und einen angemessenen Rang verschaffen. Solange der Kampfhund an der Leine ist, teilt ihm Labbi deshalb unverhohlen mit, was er von ihm hält.
  4. Alles andere kann man nach Hundemeinung hier vergessen. Hundi liebt es nicht in der Mittagshitze hinter mir herzuschleichen. Auch, dass er in kein Gebäude mit herein darf und überall draußen angeleint werden muss, passt ihm überhaupt nicht. Und ganz schlimm sind seiner Meinung nach die vielen alten britischen Damen, die immer wenn sie ihn sehen, mit schrillen Stimmen: „How nice, how cute, how lovely“ schreien. Er findet Zweibeiner ohnehin manchmal recht merkwürdig. Die hohen Töne kann er gar nicht einordnen. Zunächst zeigte er noch geringes Interesse, denn möglicherweise könnte das „how nice“ ja eine leckere Fleischwurst sein, die die Briten für ihn im Handtäschchen spazieren tragen. Immerhin bleibt seine Leinenhalterin dauernd stehen und redet auch noch mit den merkwürdig schreienden Zweibeinern. Wie langweilig. Da Labbi recht praktisch  veranlagt ist, nutzte er gestern eine solche Zwangspause, um ein bisschen „brownware down zu loaden“. Als er sich hinhockte ahnte ich schon was jetzt folgen würde. Doch die Damen riefen immer noch: „How cute“. Als sie dann die „brownware“ entdeckten, verstummten sie schlagartig und wir konnten nach Säuberung der Stelle unseren Gassigang in Ruhe fortsetzen. Ich hoffe nicht, dass Labbi nun mit dem englischen Geschrei sein Geschäft verbindet, denn das wäre in der Folge keine ganz so glückliche Idee.

Ich wünsche Euch allen Lesern einen schönen Tag.

manchmal ist es hier ganz schön heiß

spielen am Strand ist immer gut

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Kommentare
  1. Gabi sagt:

    So schön es wohl für uns Zweibeiner auf Teneriffa ist, ich bin mir nicht sicher, ob ich mit Hund dort leben wollte. Aber vielleicht täusche ich mich und es ist gar nicht so schlimm. 🙂 Ihr beide scheint ja recht gut zurecht zu kommen.

    lg Gabi (die auch einen „Kampfhund“ hat :-))

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    • sucherin sagt:

      Es ist wie überall. Du kannst tolle Ecken für Dich und Deinen Hund finden, wo er unendlich laufen kann. Du kannst aber auch in einer Stadt wohnen, wo er hausptsächlich angeleint sein muss. Ich versuche immer eine gute Mischung hin zu bekommen. Viele Grüße

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  2. Himmelhoch sagt:

    Wer von euch beiden wird Teneriffa (und die kreischenden englischen Ladies) mehr vermissen – dein Hund oder du?
    Ich hatte am 2. Feiertag einen jungen, dunklen Labrador zum Schäkern, 9 Monate jung, einfach herzig.
    Na, dann neigt sich ja die Zeit ihrem Ende, wenn erst der Januar angefangen hat.
    Lass dich jahresendlich grüßen von
    Clara

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  3. Anna-Lena sagt:

    Ich glaube, letztendlich wird dein Hund glücklich sein, wenn er in deiner Nähe ist, ob auf Teneriffa oder sonst wo und geduldig alles mitmachen.

    Ich wünsche dir einen schönen Jahreswechsel auf meiner Lieblingsinsel.
    Liebe Grüße
    Anna-Lena 🙂

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    • sucherin sagt:

      Vielen Dank und ich werde Silvester an Dich und Deine Lieblingsinsel denken. Leider bekomme ich immer noch keine Mitteilungen von Deinem Blog und schaue daher viel zu selten vorbei. Ist bestimmt nicht böse Absicht. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr. Liebe Grüße

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      • Anna-Lena sagt:

        Es liegt an meinen Feeds, die „nicht valide“ sind. Ich habe keine Ahnung, warum das so ist und was ich da ändernd einstellen muss 😦 . Dazu bin ich zu sehr PC-Legastheniker 🙂

        Liebe Grüße und danke für deinen Kommentar, den ich soeben beantwortet habe 😉

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  4. Huppi sagt:

    Danke für den Beitrag, hab mich sehr gut amüsiert. „Brownware downloaden“ist sicher eine DER Formulierungen des Jahres 🙂 .. und was das „how Cute“ angeht… das findet bei Anblick eines Labbis auch im guten alten Bayern statt.

    Viel Spaß noch auf der Insel und einen guten Rutsch „sagt man das in Spanien so?“

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  5. Elvira sagt:

    How nice! Ich stell mir das gerade als neue Befehlsform für unseren alten Zeitungszusteller aus. Der lief morgens zwischen 05:00 – 06:00Uhr mit seinem Hund durch unsere Straße (wir wohnten damals im ersten Stock und hatten das Schlafzimmerfenster stets geöffnet), und wir hörten ihn immer sagen: „Nun mach Puschi Puschi!“ Erst wenn Hund sich gelöst hatte, wurden die Zeitungen zugestellt.

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  6. Emily sagt:

    An den deutschen Stränden finde ich die Schilder: Keine Drachen, keine Hunde, nicht rauchen etc. immer ziemlich ungemütlich. Es gibt aber auch Leute, die über alles und jedes meckern müssen.
    Schön die Stelle, so du über die Hunde anderer Länder geschrieben hast 😉 Ich konnte sie mir direkt vorstellen. Inklusive der Herrchen und Frauchen versteht sich!

    Viele liebe Grüße, die Emily

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