Wanderung durch die Maskaschlucht – Teil 1 – Allein mit Hund in der Wildnis :-)

Veröffentlicht: 18. Januar 2012 in Reisen 2012, Tiere
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Sonntagmorgen habe ich mich mit einem Taxi von Puerto Santiago in das kleine Gebirgsdorf Maska bringen lassen. Wen es interessiert: So eine Taxitour über 30 Kilometer kostet 23 € und am Sonntag 24 €. Das ist ein ziviler Preis. Im Gegensatz zu dem öffentlichen Nahverkehr konnte Hund ohne Probleme mit im Taxi fahren. Er lag ruhig zu meinen Füßen, während ich mit dem Taxifahrer Viktor einen kleinen Plausch in spanischer Sprache versuchte. Oben in den Bergen war es noch recht frisch und schattig. Ich hatte in Maska ganze Touristenhorden vermutet, war aber zu meiner Überraschung morgens um 9.00 Uhr die einzige Wanderin, die den Abstieg machen wollte. „Schliefen die anderen Wanderer alle noch“? fragte ich mich. „Auch recht“, dachte ich mir, verabschiedete mich von Viktor, der mir noch die Richtung zur Schlucht wies, und wanderte los.

Zuerst schaute ich mir noch den kleinen Ort Maska mit seinen 100 Einwohnern an, aber auch dort war um die Zeit noch niemand zu sehen. Die Cafes und Restaurants waren alle noch geschlossen. Hundegebell war hinter geschlossenen Türen und Mauern zu vernehmen. Kurz hinter dem Ort sah ich ein Schild, dass man nun in den Baranco/die Schlucht ginge und dass die Wanderung zum Meer drei Stunden dauern würde. Auch befanden sich auf dem Schild weitere Hinweise auf gefährliche steile Stellen und Steinschlag. Der Einstieg sei auf eigene Gefahr. Ich  ging mutig weiter, denn ich hatte ja Hundi dabei, der schon auf mich aufpassen würde :-).

Am Anfang war ich noch auf gut gepflasterten Wegen durch das Dorf gewandert. Kurz hinter dem Dorf ging es dann aber steil hinab. Sehr steil ging es über ganz kleine Stiege und felsige Wege immer weiter runter. Für meinen ersten alleinigen Weg durch die Schlucht hatte ich die vermeintliche einfachere Abstiegstour gewählt. Es wäre auch möglich gewesen nur hoch zu gehen oder herunter und hoch. Aber das habe ich mir für das nächste Mal aufgehoben.

Masca mit geschlossenen Restaurants

In der ersten Abstiegsstunde fotografierte ich recht viel und blieb daher einige Male stehen. Es gab jedoch kein Sonnenlicht und viel Schatten. So kommt bei meinen eingeschränkten fotografischen Talenten leider die ganze Schönheit dieser Schlucht mit den gewaltigen Bergen und Felsen hier nur ansatzweise zur Geltung.

Die hohen steilen Felsen blieben hinter mir und die Schlucht verengte sich immer mehr. Ich wunderte mich, dass ich hier so alleine war und kein anderer hier lang wanderte. Doch auf einmal kam von hinten ein „Powerwanderer“ angesprescht. Obwohl ich bereits gut und zügig unterwegs bin, flog er regelrecht an mir vorbei. Ich glaube, dass es ihm nicht um die Schlucht, sondern wahrscheinlich mehr um die sportliche Herausforderung ging. Das blieb zunächst meine einzige menschliche Begegnung. Hund hatte eine einsame Ziege entdeckt, von der er sich schwer trennen wollte. Da er jedoch merkte, dass ich immer weiter ging, schwang er sich schließlich von den hohen Felsen, auf die er der Ziege gefolgt war und kam hinter mir her. Für Hundi gab es ohnehin viel zu schnüffeln.

An den Seiten wurden die Felsen immer dunkler und mächtiger und ich musste regelrecht über Felsen klettern und rutschen. Da es auch keine Beschilderung gibt, konnte ich oft den Weg nur erahnen. Manchmal half mir auch Hund.

Ab und zu auch nicht, wenn er nämlich eine Spur hatte und der Weg ihm gerade egal war. Es wurde immer steiler und ich musste mich immer häufiger auch an den seitlichen Felsen festhalten. Dann kroch ich eine Weile durch Schilf und stand vor einem Bach. Hilfe, ich hatte tatsächlich den Weg verloren.

Masca Schlucht – Teil 2 folgt und bis dahin wünsche ich Euch einen schönen Tag.

Ich blogge heute übrigens genau ein Jahr – wie die Zeit vergeht :-).

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Kommentare
  1. der_emil sagt:

    Da Du weiterhin hier schreibst, bist Du trotz Verirrung wohlbehalten aus der Schlucht herausgekommen, vermute ich.

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  2. Himmelhoch sagt:

    Emil hat natürlich Recht – und das Gegenteil, dass du noch in der Schlucht hocken würdest, wäre sehr traurig, denn sonst könnte ich doch nicht mit dir in dein zweites Bloggerjahr gehen.
    Das erste Foto mit den wunderschönen Pflanzen ist eine Augenweide.
    Ich glaube, ich hätte mir das nicht mehr getraut, denn ich war einmal auf einer griechischen Insel ohne Handy (1994) allein unterwegs und hatte mir ein wenig den Fuß verstaucht. – Zum Glück habe ich die damaligen Ängste verdrängt und vergessen.
    LG von Clara

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    • sucherin sagt:

      Zeitweise war ich mir auch nicht so sicher, ob es wirklich so gut ist, allein durch die Schlucht zu gehen, aber zum einen hatte ich Hund dabei und zum anderen bekam ich später noch Gesellschaft (Fortsetzung folgt). Liebe Grüße

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  3. fudelchen sagt:

    Absolut herrliche Photos, ich schaue immer Photos, ich bin so 😆

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  4. Gabi sagt:

    Klingt sehr abenteurlich und sieht von den Fotos her, toll aus. So wie alle anderen vermute ich natürlich, dass Du den richtigen Weg wieder gefunden hast.
    Alleine wo wandern zu gehen, ist immer ein bisserl ein Risiko. Aber wenn man auf „bekannten“ Wanderwegen geht, hat man ja meist die Chance, andere Wanderer zu treffen.
    Ein Handy mitzuhaben, ist natürlich ein Vorteil. Nur funktionierts ja dann aber oft grad dann nicht, wenn man es wirklich braucht.
    Mit einem Smartphone hat man es unter Umständen noch leichter, den Weg zu finden. Aber hier gilt das selbe – wenn es denn funktioniert. Würde es man gerade am dringendsten brauchen, gibts entweder kein Internet oder das GPS Signal wird nicht gefunden, weil z.B. die Schlucht zu eng oder der Himmel zu wenig frei ist. Ist mir selber voriges Jahr passiert. War mit dem Auto auf abgelegenen Bergsträßchen unterwegs und wusste nicht mehr, wo ich war. Und das war nicht irgendwo, sondern bei uns in Österreich in Kärnten. 🙂
    Bin schon gespannt, wie Dein Bericht weitergeht.

    lg Gabi

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  5. Diva sagt:

    Was für ein schöner Anbenteuer Ausflug! Herzlichen Glückwunsch zum Einjährigen.
    L.G. anja

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  6. Anna-Lena sagt:

    Erst einmal meinen Glückwunsch zum Blogjubiläum, liebe Sucherin ♥

    Eine wahnsinnige Landschaft ist das dort, findest du nicht? Wir hatten damals Nebel, auch kein Fotografierwetter. Und Fotos können die Wirklichkeit kaum wiedergeben.
    Ich freue mich schon auf die Fortsetzung 🙂

    Herzlich,
    Anna-Lena

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  7. Elvira sagt:

    Ich hätte irgendwann wahrscheinlich nur noch Panik geschoben. DAS wäre nichts für mich, jedenfalls nicht alleine – ich weiß nicht, ob Hund da zählt. Aber Du bist ja wieder gesund zurückgekehrt, das ist die Hauptsache.
    Nun noch ein Prosit auf Dein Blogjubiläum (leider habe ich mein Glas Rotwein schon vor diesem Post ausgetrunken).
    Liebe Grüße,
    Elvira

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  8. Katja sagt:

    Happy Blogsday, liebe Sucherin. 🙂

    Ich hänge ein bisschen hinterher, dafür kann ich direkt alle 3 Teile auf einmal lesen und muss nicht warten, wie es weitergeht. 😀

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