Schwitzen in Dänemark

Veröffentlicht: 2. Mai 2012 in Leonies Leben 2012, Reisen 2012
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Ich gehe gerne schwimmen. Ab und zu liebe ich es insbesondere in ein Bad mit einer Sauna zu gehen und tüchtig zu schwitzen. Zumeist im Winter habe ich an verschiedenen Orten viele unterschiedliche Saunen ausprobiert. Angefangen hat meine „Liebe“ für das Saunieren in der Jugend, als meine Freundinnen und ich Gelegenheit hatten, die Sauna der Eltern einer Freundin zu benutzen. Das war eine recht kleine Privatsauna, in der man einfach nur saunierte und sich danach kühl abduschte. Alles recht einfach – doch ausreichend um das Saunieren kennen und lieben zu lernen. Später lernte ich dann regelrechte Wellnessoasen kennen, in denen neben verschiedenen Dampfbädern, römischen und griechischen Saunen zumeist auch Bio-, Farb- oder mit Musik beschallte Saunen zu finden waren. Gerne probierte ich die Therme am Bodensee, die einen Sprung ins kühle Nass des Bodensees erlaubte, genauso aus, wie die vielen neuen Bäder die nach der Wende in Mecklenburg- Vorpommern entstanden. Ich war bis vor einem Monat tatsächlich der Meinung, dass mich im Saunabereich nicht mehr sehr viel überraschen kann.

Doch dann ergab es sich, dass mein Leben mich nach Dänemark verschlug. Da es auf einem Schiff – jedenfalls auf dem Schiff auf dem ich zurzeit lebe – nur sehr eingeschränkte Waschmöglichkeiten gibt, ist ein täglicher Gang in ein dänisches Bad fast unumgänglich. Und seit ich dänische Bäder aufsuche, weiß ich, dass auch dort der Grundsatz „andere Länder andere Sitten“ gilt.

Positiv ist zu vermerken, dass die Preisgestaltung im sonst nicht gerade günstigen Dänemark sehr moderat ist. Es gibt Mehrfachkarten, bei denen ein Badbesuch inklusive Saunabesuch für einige Euronen zu haben ist. Preislich habe ich in Deutschland ähnliche günstige Eintrittspreise für solche Lokalitäten noch nicht gesehen. Die nächste Überraschung wartet auf den Besucher im Umkleidebereich, der anders als in vielen deutschen Bädern streng nach Weiblein und Männlein getrennt ist. Die Ausstattung der weiblichen Umkleidebereiche, denn nur für diese kann ich sprechen, lässt allerdings nichts zu wünschen übrig. Es gibt für Mütter mit Kleinkindern viele Extras, wie zum Beispiel Wickelauflagen, Babybadewannen und extra Mütter-Kindbereiche. Auch für alle anderen Besucher wird einiges an Extras in den weiträumigen Ankleidebereichen geboten.

Zu meinem großen Erstaunen wird tatsächlich kontrolliert, ob sich tatsächlich auch wirklich jeder Badegast vor dem Betreten des Bades duscht. Es wird tatsächlich nachgeschaut, ob auch die Haare vor dem Baden gewaschen worden sind. Eine solche Kontrolle ist sicherlich aus hygienischen Gründen sinnvoll und nicht ohne Hintergrund. Für mich jedoch reichlich ungewohnt, da ich eine „Waschkontrolle“ in dieser Form einfach nicht gewöhnt bin.

Im Bad selber findet man Becken und Saunen, wie man sie auch aus anderen Bädern kennt. Doch wie ich sehr schnell feststellte, gibt es keine Nacktbadebereiche. Die Dänen gehen tatsächlich mit Badesachen nicht nur in die Becken, sondern auch in die Sauna. Dafür geht es aber häufig ohne Handtuch in die Sauna. Das war für mich dann doch am Anfang mehr als gewöhnungsbedürftig, da so ein nasser Badeanzug für zumindest nach meinem Gefühl in der Sauna ganz schön lästig ist.

Die Zeit scheint in Dänemark für einen Saunagang keine Rolle zu spielen. Ich beobachtete tatsächlich Menschen die durchgehend einige Stunden dort verbrachten. Saunagüsse werden häufig gleich zu Beginn des Betretens der Sauna zubereitet. Zu diesem Zweck wird mit einem nassen Handtuch sehr intensiv durch die Gegend gewedelt, so dass den Saunierenden das Wasser nur so in das Gesicht spritzt. „Ganz schön Wikinger mäßig“, dachte ich bei mir. Zwischenzeitlich weiche ich dem Wasserschwall einfach aus. Badelatschen oder Saunamäntel scheinen in Dänemark nicht üblich zu sein. „Dafür ist es in Dänemark wahrscheinlich als Ausgleich üblich, die nassen Badesachen in der Sauna anzuziehen“, denke ich bei mir, während der nasse Badeanzug kribbelnd auf meiner Haut scheuert.

Zu guter Letzt suchte ich nach dem Schwitzen vergeblich nach Ruhebereichen. Anscheinend brauchen Dänen zwischen den Saunagängen keine Ruhe. „Wirklich Wikinger mäßig“, dachte ich bei mir, als ich die Saunierenden, die gerade einen fast 30 minütigen Aufguss genossen hatten, aus der Sauna heraus und unmittelbar danach in das Dampfbad hineinströmen sah.

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Kommentare
  1. Himmelhoch sagt:

    Dich hat es also vom Süden in Teneriffa jetzt im warmen Sommer in den Norden verschlagen – gar nicht so übel. Du scheinst auf einem Hausboot zu leben.
    Ich bin ja nun überhaupt kein Saunafreund – dennoch kenne ich natürlich so einige. – Mit Badebekleidung in den Schwitzsalon – das finde ich auch gewöhnungsbedürftig.
    Na dann noch viel Freude – und falls du an deinem Buch arbeitest, viel Erfolg.
    Lieben Gruß von Clara

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  2. Anna-Lena sagt:

    Ich bin seit 25 Jahren regelmäßiger Saunagänger und stelle zunehmend fest, dass in „unsere“ Sauna häufig junge Menschen mit Badebekleidung kommen. Ist die heutige Jugend so prüde?
    In der Sauna darf keine Badebekleidung getragen werden ( finde ich oberunhygienisch) und das Badetuch muss sowohl unter dem Po und unter den Füßen sein.
    Eine Duschkontrolle wäre bei einigen nicht ganz verkehrt :mrgreen:
    Aufgüsse werden bei uns stündlich gemacht.

    Schön, dass du wieder da bist.

    Herzlich,
    Anna-Lena

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  3. Elvira sagt:

    Ich war mit 18 das erste Mal in der Sauna. Unerfahren, wie ich war, behielt ich zunächst meinen Badeanzug an. Erst als meine mich begleitenden Freunde mir gut zuredeten, zog ich ihn nicht nur aus, sondern vergaß ihn anschließend sogar iin der Umkleide.
    Früher haben wir mit Sportfreunden aus dem Badmintonverein jedes Wochenende eine andere Berliner Sauna ausprbiert. Das hat viel Spaß gemacht. Seit vielen Jahren war ich allerdings nicht mehr saunieren. Es bekommt mir kreislaufmäßig nicht mehr.
    Liebe Grüße,
    Elvira

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    • leonieloewin sagt:

      Hallo Elvira, das ist schon witzig, wie jeder seinen eigenen persönlichen Erfahrungen mit der Sauna macht. Ich gehe noch immer gerne in die Sauna und hoffe, dass das auch noch eine Weile so bleibt. viele liebe Grüße Leonie

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  4. M. sagt:

    Mir geht es wie Clara. Ich bin kein Saunatyp. Aber nicht das du denkst, dass ich es noch nie probiert habe. Ich bekomme in einer Saune durch mein Asthma massive Luftprobleme und dazu dann noch die Enge in so einem Raum tut ihr Übliches. Aber jedem, der das für sich praktiziert wünsche ich weiterhin viel Spaß und vor allen Dingen Entspannung dabei.

    Mit lieben Grüßen von Mandy, die sich auch freut, dass du wieder da bist.

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    • leonieloewin sagt:

      Mir geht es in der Tat auch so, dass ich an bestimmten Tagen nicht so gut in die Sauna kann. Ganz selten bekomme ich sogar Kopfschmerzen davon. Allerdings an den restlichen Tagen genieße ich das Schwitzen umso mehr. LG Grüße Leonie

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  5. Gabi sagt:

    Endlich komme ich dazu, Deine Beiträge zu lesen.
    Sehr interessant, wie Du die Unterschiede der Saunabesuche schilderst. Dazu kann ich eigentlich gar nichts beitragen, denn ich war noch nie in einer Sauna und ich denke, das wird sich auch nicht ändern. Da ich
    Hitze ja so überhaupt nicht mag und vertrage, schon gar nicht, wenn sie feucht ist, kann ich mir nun mal nicht vorstellen, dass man sich dem freiwillig aussetzt. 🙂
    Außerdem befürchte ich, wie M. oben schrieb, dass ich durch meine COPD vielleicht keine Luft bekomme.

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    • leonieloewin sagt:

      Zum Glück sind die Menschen verschieden. So wie Du die Hitze nicht magst, fürchte ich mich vor der Kälte .-). Liebe Grüße Leonie

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      • Gabi sagt:

        Ja, zum Glück. 🙂 Aber ich habs eh schon mal erwähnt, dass ich extreme Kälte, also alles was unter 0 Grad ist, auch nicht mag und vetrage.
        Seine „Vorlieben“, was das betrifft, kann man sich leider oft nicht wirklich aussuchen und sie ändern sich unter Umständen auch im Laufe des Lebens. Früher hatte ich mit Hitze eigentlich keine Probleme. Mit Kälte aber schon und ich würde sagen, ich war auch viel mehr kälteempfimdlicher, wie heute.
        lg Gabi

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  6. […] Sauna muss. Da fällt mit ein. Leonie, über die dänische Sauna hast Du Dich doch schon vor einem Jahr aufgeregt. Nun ist aber mal gut. Lass Dir mal etwas Neues […]

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