Lasko denkt – Sinn(e) und Arbeitslosigkeit

Veröffentlicht: 9. April 2013 in Lasko denkt 2013, Leonies Leben 2013, LeoniesLeben, Reisen 2013
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Lasko denkt

Lasko denkt

Gestern – ich war ziemlich müde von der langen Wanderung und lag bei Sonnenuntergang auf meinem Liegestuhl auf der Terrasse.

Ich sah:  unten den Nachbarhund im Garten herum tollen, Nachbars Katze auf der Mauer lang schleichen. Leider sah ich keine Papageien. Die sind seit dem letzten Sturm immer noch verschwunden.

Ich hörte:  das Meer in der Ferne rauschen, den Wind sacht die großen Blätter der Palme bewegen, in der Ferne auf dem Meer Schiffe fahren und Vogelgezwitscher. Leider hörte ich nicht das Gekreische der Papageien.

Ich fühlte:  die Sonne auf der Haut, den milden Abendwind auf meinem Fell und die Fliegen, die sich ab und zu auf meinen Pfoten niederließen.

Ich schmeckte: den süßen Nachgeschmack von kanarischen Joghurt auf meiner Zunge (hatte doch gerade den große Topf auslecken dürfen).

Ich roch:  das Salz in der Luft und das Abendessen, das Leonie kochte.

Ich konzentrierte mich stark auf alle meine Sinne und plötzlich bin ich wohl eingeschlafen.

Heute – wir sind sehr früh aufgestanden und haben unseren Morgenlauf noch bei Dunkelheit gemacht. Morgens ist in der Stadt auch vor Sonnenaufgang einiges los. Schulkinder lärmen an der Bushaltestelle. Lieferanten fahren mit ihren Wagen zu den Geschäften und den Hotels. Und Leute eilen zu ihrer Arbeit.

Auch sind sehr viele Müllmänner am Werk, die die Straßen kehren und putzen. Die Straßen werden häufig nass abgespritzt. Die Papierkörbe, die hier alle 20 Meter zu finden sind, ständig geleert. Leonie meint, dass sie so eine große Sauberkeit gar nicht von Deutschland kennen würde. Ich auch nicht und es wäre mir auch lieber, wenn es ein wenig dreckiger wäre. Denn in Deutschland finde ich ständig irgendwelche Essensreste auf der Straße. Pizza, Brötchen und noch viel mehr. Leonie mag das gar nicht, wenn ich die kleine Straßenhappen blitzschnell aufsammele und verschlinge. Doch hier brauche ich gar nicht erst anfangen zu suchen, denn alles ist sauber und rein. Und es liegt nicht einmal ein Blatt auf der Straße.

Woran das wohl liegt? Leonie meint, dass hier die Personalkosten geringer seien und daher die Kommunen viel mehr Arbeitskräfte einstellen könnten, als in Deutschland. Vielleicht sind diese vielen „Aufräumjobs“ aber auch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, denn die Arbeitslosigkeit auf der Insel ist sehr hoch. Ich hörte, wie Leonie  einmal sagte, dass zurzeit ca. 33% der kanarischen Bevölkerung ohne Arbeit sei. Das hieße, dass jeder dritte Inselbewohner ohne Arbeit ist. Die Jugendarbeitslosigkeit ist anscheinend noch viel höher. Sie geht gegen 50%. So ist es wohl kein Wunder, dass uns immer mehr Leute erzählen, dass sie ins Ausland gehen müssen, um ihr Geld zu verdienen. Wir haben neulich bei einem Spaziergang sogar einen Mann getroffen, der mit seiner ganzen Familie und Hund wegen der Krise nun nach Afrika auswandern muss. Da hoffe ich nur, dass er irgendwann nach Teneriffa zurückkommen kann.

Morgen – ob die Papageien wohl endlich wiederkommen?

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Kommentare
  1. Elvira sagt:

    Auf GC wird auch viel in Eigenregie geputzt. Gegenüber der Wohnung meines Bruders fegt ein Mann regelmäßig mit einem Palmwedel als Besen und einem aufgeschnittenen Plastikkanister als Schippe die Straße vor dem Mietshaus.

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  2. Gabi sagt:

    Man hat wohl manchmal eine falsche Vorstellung von der Sauberkeit in anderen Ländern. Ich könnt mich auch nicht erinnern, dass irgendwas wirklich dreckig dort war.

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  3. Vallartina sagt:

    33 resp. 50 % ist eine katastrophale Quote! Die Zukunft für diese jungen Leute sieht duster aus. Die Abwanderungsquote ist jetzt schon sehr hoch, aber darin sehen wohl viele ihre einzige Chance.

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    • leonieloewin sagt:

      Das stimmt. Als Tourist sieht man zunächst nur die Leute, die Arbeit haben. Ein wenig abseits von den gängigen Touristenwegen sieht die Welt dann gleich ziemlich anders aus. Die Abwanderungsquote ist sehr hoch und es wird sicher noch eine Weile dauern, bis die Krise hier überwunden ist.

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