Lasko denkt – eine neue Erfahrung und eine andere Sicht

Veröffentlicht: 1. Juli 2013 in Lasko denkt 2013, Leonies Leben 2013, LeoniesLeben, Reisen 2013
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Lasko denkt - ohne Flexileine

Lasko denkt – ohne Flexileine

Gestern – Leonie war an ihrem letzten Tag in Dänemark zum Abschied in einer dänischen Sauna, denn es war draußen kalt und windig und in der Sauna war es warm. Ich gehe nicht in Saunen. Erstens sind Hunde dort verboten. Zweitens bin ich nicht so verfroren wie Leonie. Drittens halte ich mich auf andere Art warm. Und außerdem können wir Hunde ja gar nicht am ganzen Körper wie ihr Zweibeiner schwitzen. Und der ganze Saunaaufwand, nur um über die Zunge ein bisschen Wasser abzugeben, würde sich für uns ohnehin nicht lohnen. Also döste ich in der Zeit, in der Leonie dänisch schwitzte, auf dem Schiff und beobachtete die Leute, die am Kai spazieren gingen.

Besonders fielen mir die vielen Schüler auf, die hier mit einer Art Matrosenmütze durch die Gegend rennen. Leonie hat mir erzählt, dass das eine alte dänische Tradition sei. Früher trugen die Schüler hier wohl alle so eine Mütze. Heute nur noch dann, wenn sie die Schule abgeschlossen haben. Da viele Schüler zurzeit anscheinend die Schule beendet haben, laufen sie mit diesen Mützen, die für mich irgendwie sehr maritim aussehen, stolz durch die Stadt oder machen am Kai Radau. Es sei ihnen gegönnt. Wir haben wieder etwas dazu gelernt – über andere Länder und andere Sitten.

Als Leonie von der Sauna kam, erzählte sie mir zum wiederholten Mal, dass die dänischen Saunasitten wirklich äußerst gewöhnungsbedürftig seien. Es sei sehr laut in der Sauna, da alle laut reden und schreien würden. Die Leute würden Getränke und sogar Bier mit in die Sauna nehmen. Auf den Holzbänken benutze man keine Handtücher, sondern sitze stattdessen im nassen Badeanzug in der Sauna. Ein Saunagang würde auf den nächsten Saunagang folgen. Dazwischen gäbe es keine Ruhepausen und sämtlicher Schweiß von allen Leuten würde über die Holzbänke tropfen. Leonie erzählte und erzählte. An diese Sitte kann sie sich nur schwer gewöhnen. Gut, dass ich nicht in die dänische Sauna muss. Da fällt mit ein. Leonie, über die dänische Sauna hast Du Dich doch schon vor einem Jahr aufgeregt. Nun ist aber mal gut. Lass Dir mal etwas Neues einfallen.

Aber ich gebe zu. So wie Leonie sich über die für sie ungewöhnlichen Saunasitten aufregt, so rege ich mich über die ungewöhnlichen Leinensitten für Hunde auf. In Dänemark scheint man fast ausschließlich nur Flexileinen für Hunde zu kennen und hat keinerlei Hemmung, auch eine dänische Dogge mit einer Flexileine auszuführen. Und stellt Euch vor. Mir wollte man auch schon so ein Ding verpassen. Bis jetzt haben wir uns dagegen jedoch (noch) erfolgreich gewehrt :-).

Heute – wir fahren nach Deutschland und sinnieren darüber, welche Unterschiede es so zwischen Spanien, Dänemark und Deutschland gibt. Leonie übt beim Autofahren Vokabeln. Da ist der Länderunterschied vielleicht am Größten.  „Was können wir aus den Unterschieden lernen?“ fragt mich Leonie. „Und damit meine ich nicht meine Vokabeln, denn die lerne ich immer noch viel zu langsam“.

Was Leonie daraus lernt, weiß ich nicht. Ich lerne aus den Unterschieden einfach, dass es überall anders ist. Andere Länder andere Sitten. Und das macht das Menschen- und auch das Hundeleben doch gerade interessant. Für die Zweibeiner gibt es neue Dinge zu sehen und zu entdecken und wir Vierbeiner können neue Gerüche erschnüffeln. Vielleicht können wir aber alle auch daraus lernen, dass Dinge, von denen wir dachten, dass sie so sind, wie sie sind, plötzlich nicht mehr so sind, wie sie sind. Das, was wir immer dachten, was richtig ist, ist plötzlich für andere Menschen und Tiere nicht unbedingt richtig. Vielleicht gibt es ja gar kein richtig oder falsch.

„Kann es denn irgendeinen Sinn haben, dass man mit einem eklig nassen Badeanzug in der Sauna schwitzt?“ grummelt Leonie. Eindeutig ja, denke ich. Du kannst Dich darüber aufregen. Du kannst darüber schreiben. Und Du konntest eine neue Erfahrung machen.

Das hätte ich jedoch besser nicht bellen oder denken sollen. Denn Leonie sagte: „Ok Lasko, dann werden wir Dir, wenn wir mal wieder nach Dänemark zurückkommen, eine Flexileine kaufen. Dann machst Du auch eine neue Erfahrung“. Nee, nee, so war das nicht gemeint. Leonie, Du kannst doch eine dänische Sauna nicht mit einer Flexileine vergleichen.

Morgen – wir werden wieder am Rhein sein und dänische Saunen und Flexileinen eine Weile vergessen müssen. Wie ist das Wetter in Deutschland? Muss Leonie auch dort in die Sauna oder wird sie mit mir in einem See schwimmen können? Das sind die Fragen, die wir uns auf der langen Reise stellen.

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Kommentare
  1. Leider ist die Idee, in einem See zu schwimmen, schön aber eben nur eine schöne Idee. Ich weiß allerdings nicht, wie abgehärtet Ihr seid. Dennoch würde ich vorsichtshalber gedanklich eher in Richtung Sauna tendieren. Damit seid Ihr auf der sichereren Seite. Allerdings eher in einem Etablissement, in dem „ordentlich“ gesau(n)t wird und nicht in nassen Badeanzügen mit Teilung sämtlicher Schweißabsonderungen. Ne, da schüttelt es mich schon, wenn ich nur daran denke …

    Ich wünsche Euch eine sichere Fahrt nach Hause und gute Ankunft!

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  2. Elvira sagt:

    Über das Hutritual wurde hier in der Zeitung vor einigen Tagen berichtet. Alle Schüler, die die Schule beendet haben, werden dann Studenten genannt (auch, wenn sie nicht studieren wollen) und bekommen ihre Studentenmütze. Mittlerweile ist das wohl auch bei einigen Gewerben Brauch geworden. Was den Badeanzug betrifft, vermute ich, dass das ein weiteres Anzeichen dafür ist, wie das einst so freizügige Dänemark immer konservativer wird. Interessant wäre es zu erfahren, ob früher nackt gesaunt wurde. Und Flexileine? Dagegen solltest Du Dich wehren, das geht doch gar nicht!!
    Liebe Grüße von Elvira

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    • leonieloewin sagt:

      Liebe Elvira, dass mit den Hüten und den „Studenten“ ist wirklich interessant. Als ich morgens um 6 Uhr gestern in Aalborg abfuhr, kamen viele von den jungen Leuten mit Mützen anscheinend nach einer langen Nacht aus den „Kneipen“ und nahmen nackt im Limfjord ein kühles Bad. Das gehört wohl auch zum Ritual. Dort also ganz freizügig. Nach meinen Erkundigungen hat man in den Nordländern hingegen schon immer so unfreizügig (mit Badeanzug) sauniert, was mich sehr erstaunt hat. Dachte ich doch, dass wir unsere Saunasitten von dort abgeschaut haben. Liebe Grüße und einen schönen Tag Leonie

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  3. Emily sagt:

    Bei den Temperaturen ist die Saune genau das richtige Programm! Allerdings war mir ebenfalls neu, dass man am liebsten einen Picknickkorb mit in die Kabine nimmt! Aber gut, warum nicht. Alles was verschüttet wird, verdampft ja gleich wieder 😉

    Liebe Grüße, Emily

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  4. Inschweden sagt:

    Tja, dazu möchte ich eine Anekdote mit einem schwedischen Kollegen berichten der zum Skifahren in Österreich war. Ganz geschockt kam er zurück und fragte mich, seit wann wir Ösis so ein exhibitionistisches Völkchen seien. Als er nämlich in Chillgedanken im hoteleigenen SPA-Bereich auf einer Liege Platz genommen hatte (züchtig mit Bademantel bekleidet) kamen zwei Damen im Bademantel und … er traute seinen Augen nicht … zogen sich ganz nackert aus um in die Sauna zu gehen! 😉
    LG aus Schweden, Claudia

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  5. khecke sagt:

    Das Wetter soll jetzt in Deutschland wieder schoen werden. Also seid Ihr gerade zur richtigen Zeit wieder nach Deutschland gefahren.
    Gruss Karl-Heinz

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  6. Gabi sagt:

    Schon eigenartig mit der Sauna. Und ich dachte auch, dass die Freizügigkeit doch eher aus den nordischen Ländern gekommen ist. So kann man sich irren.
    Auch sehr interessant die Gedanken, was in anderen Ländern alles „anders“ sein kann. Und das, was wir für „normal“ halten, ist für andere unter Umständen unverständlich – siehe nackt in der Sauna. 🙂
    LG Gabi

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  7. leonieloewin sagt:

    Ab und zu ist es für mich ganz hilfreich, mal die Perspektive zu wechseln und Dinge mit anderen Augen zu betrachten. Dann relativieren sich häufig auch einige Vorurteile. liebe Grüße Leonie

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  8. leonieloewin sagt:

    Deswegen reise ich auch gerne :–)

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