Lasko denkt – was wäre ein Multitasking Hund ohne Internet?

Veröffentlicht: 11. Juli 2013 in Lasko denkt 2013, Leonies Leben 2013, LeoniesLeben
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Lasko denkt auf kühlen Fliesen

Lasko denkt auf kühlen Fliesen

Gestern  Wir sind nun seit über einer Woche in Bonn und das Wetter wird immer besser. Jedenfalls meint das Leonie, die sich jeden Morgen über den blauen Himmel und den Sonnenschein freut. Wenn wir morgens los laufen, ist es draußen noch frisch und ich freue mich an den nassen Gräsern, die ich gerne abschlecke. Während ich schlecke und schnüffle, erfreut sich Leonie an der grünen Natur um uns herum und bereitet sich mental (wie sie sagt) auf den Tag vor. Am Nachmittag wird es mir im Moment wirklich ein wenig zu heiß. Wenn die Hitze über Bonn drückend wird, mag ich nicht mehr aus dem Haus gehen, sondern haue mich lieber auf die kühlen Fliesen im Flur.

Wenn ich so relaxt und ausgestreckt auf dem Flur liege, sehe ich so aus, als wenn ich schlafe. Doch der Eindruck trügt. Ich bin voll da und bewache das Haus. Ich kann schlafen und wachen. Das ist Multitasking Hund. Dabei richte ich  meine Schlabberohren gerne ein wenig auf und lausche, was die Zweibeiner um mich herum sich so erzählen. Ihr seht ich bin ein wahrer Multitasker (schlafen, träumen, liegen, wachen, hören). Das mit dem Multitasking dachte ich jedenfalls. Doch dann toppten mich die jugendlichen Zweibeiner.

Leonie hatte gekocht und sass mit ihren Söhnen am Mittagstisch. Beide Söhne hatten ihre Handys dabei und konzentrierten sich auf das Eintippen von Nachrichten an Freunde, nebenbei spielten sie anscheinend, hörten Musik, aßen und schienen sich ab und zu auch noch zu unterhalten. Das ist Multitasking Zweibeiner. Viele Dinge zugleich machen. Ich denke, dass „viele Dinge zugleich machen“ grundsätzlich gut ist. Das spart Zeit und Kosten. Für einen Hund nicht unbedingt notwendig :-). Aber, wenn ich Multitasking Mensch nachmachen würde, würde ich zugleich Knochen fressen, Geräusche anhören, markieren, schnüffeln, bellen und wild im Kreis hinter einen Ball herlaufen. Ergibt das einen Sinn? Ich glaube, dass ich so etwas nicht wirklich brauche.

Mehrere  Dinge mit verschiedenen Sinnen zugleich tun, ist doch eigentlich dumm. Dann kann ich nicht richtig schmecken, genießen, verliere den Ball und wenn ich mich nicht richtig auf das Markieren konzentriere, falle ich am Ende auf meinen drei Beinen noch um. Nee, so ein Multitasking a la Zweibeiner ist absolut nichts für Hunde. Und meiner Meinung nach und nichts für Zweibeiner. Denn es scheint, dass die Zweibeiner häufig viel machen, aber in Wirklichkeit machen sie nichts richtig. So, nun wisst Ihr es. Das musste einfach mal gesagt werden.

Leonie diskutierte mit ihren Söhnen, über den Sinn oder Unsinn, ob es notwendig oder überhaupt möglich sei, zur gleichen Zeit zu essen und auf Facebook aktiv zu sein, daneben Mails zu beantworten und Musik zu hören, während gerade eine Unerhaltung stattfindet. Die Jugend bejahte dies mit einem kurzen Kopfnicken, da sprechen anscheinend bei den anderen vielen Beschäftigungen gerade nicht mehr möglich war. Als die Handys nach einiger Zeit beiseite gelegt wurden, fragte der jüngere Sohn Leonie: „Sag mal, was habt Ihr in Eurer Jugend eigentlich ohne Internet und Facebook gemacht? War das nicht total langweilig?“

Die Frage hätte er mir stellen sollen. Ich muss seit meiner Jugend ohne Facebook leben und das geht eigentlich ganz gut. Kann er das nicht sehen? Aber zugegeben: Ganz ohne das große WWW  auch ein Lasko nicht leben. Denn was würde ich ohne meinen Blog machen?

Ja, was hat Leonie eigentlich ohne Internet in Ihrer Jugend gemacht?

Heute Leonie hat sich lange mit ihren Söhnen unterhalten und ihnen erzählt, wie das früher so war. Leonie saß mit ihren Freundinnen und Freunden im Zimmer, trank Tee und hörte Musik von Schallplatten. Ab und zu war Leonie auch allein im Zimmer und spielte Gitarre, las Bücher, schrieb oder zeichnete irgendetwas. Es gab Zeiten da hörte sie auch allein Musik und träumte vor sich hin. Was hat sie wohl geräumt? „Das ist so lange her. Das weiß ich gar nicht mehr“, sagt sie Augen zwinkernd. Soll ich ihr das glauben?

„Und Deine Freunde? Die konntest Du doch gar nicht per Phone oder Internet erreichen. Musstet Ihr Euch jedes Mal richtig verabreden, um Euch zu treffen? Was habt Ihr denn gemacht, als es keine Playstation gab?“ So viele Fragen. Mir wurde ganz schwummerig. Leonie erzählte sehr lange und ausführlich von ihrer Jugend. Ungläubig hörten die Jungs zu. Ich döste auf den Fliesen vor mich hin und dachte mir meinen Teil.

Auf einmal fragte Leonie: „Was würdet Ihr denn machen, wenn auf einmal kein Strom mehr da wäre? Was würdet Ihr machen ohne Facebook und Internet?“ Ich weiß, was ich machen würde, ich würde genauso auf diesen Fliesen liegen, schlafen, dösen, wachen und lauschen – eben Hundemultitasking.

Morgen –   Was würdet Ihr machen ohne Internet?

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Kommentare
  1. Leonie, deine Gedanken gefallen mir sehr – ich finde dieses übertriebene Multitasking auch idiotisch, weil man sich dann auf nichts mehr richtig konzentrieren kann. Ich bin dazu weniger fähig als viele andere Frauen – ich bin ein typischer Hintereinander-Arbeiter, nicht Nebeneinander-. Meine Freundin im Nachbarhaus parterre und ich im 3. Stock – wir hatten eine Schnur gespannt und an jedem Ende war eine Glocke – das war unser Telefon. – Wenn ich manchmal dieses dumme Gelabere in der S-Bahn oder beim Discounter mitbekomme, denke ich, die Handys dürften in Verkehrsmitteln, Restaurants und Kaufhäusern keinen Empfang haben. ICH würde nichts vermissen.

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  2. tonari sagt:

    Vielleicht geht ja daher die Verlässlichkeit verloren? Früher hat man sich verabredet. Manchmal sogar per Brief, weil Telefone auch nicht so verbreitet waren (zumindest nicht im Osten Deutschlands). Man konnte nicht eben kurzfristig anrufen/simsen und sagen, dass man später oder überhaupt nicht kommt.

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  3. leonieloewin sagt:

    Es war wohl zumindest auch eine gewisse Art der Voraussicht und Planung notwenig. Heute sind dafür vielleicht spontane Aktionen schneller umzusetzen.

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  4. Follygirl sagt:

    Oh…ich würde wieder malen und Bären machen .. stricken und häckeln, da gibt es noch gaaanz viel Wolle …und ohhh ja ich würde endlich wieder srapbooken..und ..ach ich hätte viel zu tun..
    Aber so sitze ich nur noch faul vor der blöden InternetKiste… .
    Ob ich einfach mal alle Leitungen durchschneiden sollte?
    LG, Petra

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  5. Thala sagt:

    Sich beim gemeinsamen Essen mit dem Handy zu beschäftigen empfinde ich als unhöflich, außer die Person wird angerufen.

    LG

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  6. aquasdemarco sagt:

    Du sitzt im Buero, telefonierst mit einem Dienstleister, eine Mail von deinem Chef mit boesem Inhalt kommt rein, gleichzeitig im leise plaerendem Radion eine Nachricht von einem Anschlag, der Kollege am Nachbarschreibtisch erzaehlt einer Kollegin von seiner Scheidung. Eine schoene Welt.

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  7. Ich empfinde dieses „nebenbei Multitasken“ als ziemliche Unhöflichkeit. Es gab Zeiten, da galt es als unflätig, wenn jemand in ein Gespräch platzte. Heute wird permanent „platzen gelassen“: Findet gerade ein Gespräch statt, wird es sooofocht unterbrochen, wenn sich das Handy o. ä. irgendwie bemerkbar macht. Gestern telefonierte ich mit einem Freund. Auf seiner Leitung wurde „angeklopft“ und schon war unser Gespräch beendet, weil er das andere Gespräch (ebenfalls privat) annehmen wollte. Nicht auszudenken, wenn es auch noch an der Tür geklingelt hätte …

    Wenn ich mich mit jemandem unterhalte, dann gilt meine Konzentration diesem Gesprächspartner. Egal, ob persönlich oder telefonisch. Da können sich andere Leitungen oder sonstige Klingelquellen zu Tode bimmeln, das ist mir egal. Da gilt für mich wirklich „eines nach dem anderen“. Multitasking bei der Arbeit etc. finde ich in Ordnung und meist auch sehr effektiv. Das war’s dann aber auch.

    Euch wünsche ich einen weiteren, persönlich un_un_höflichen Tag! ☼

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  8. Hmja, ohne Internet würde ich mich zumindest nicht mehr fragen, was würde ich wohl ohne das Internet machen? Ich denk mal, das ergibt sich dann irgendwie. ^^

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  9. minibares sagt:

    Ob an der Ampel oder im Wartezimmer, sie haben ihr Handy immer griffbereit.
    Im Wartezimmer habe ich übrigens inzwischen auch meinen I-Pad…
    Aber dieses echte Multitasking kann ich zum Glück auch nicht.
    Früher, da wurde gemeinschaftlich Musik gemacht, dazu gesungen, ach war das schön.
    Spiele gespielt, gelesen, gestrickt, sich unterhalten.
    Sich verabreden, das musste schon in der Schule geschehen, wer hatte damals schon Telefon, auch hier im Westen…???

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    • leonieloewin sagt:

      IPad im Wartezimmer genieße ich auch, um die Wartezeit für Vokabel lernen zu nutzen. Verabredungen in der Schule waren auch für mich damals selbstverständlich. Selbst später als es Telefon gab, durfte ich es nur sehr limitiert benutzen.

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  10. Anna-Lena sagt:

    Wie angenehm das Leben früher ohne Handy, Internet oder facebook war.
    Die Fantasie wurde gefordert, das Briefeschreiben und Tagebuchschreiben waren in, die Sprache verkümmerte nicht, es wurden Gesellschaftsspiele gespielt und die Freizeit hatte einen hohen Stellenwert.

    Ja, danach sehnt sich Anna-Lena manchmal zurück, die gerade öfters in einem Riesenstapel alter Tagebücher schmökert….

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  11. Gabi sagt:

    Was ich ohne Internet machen würde? Ehrlich? Wahrscheinlich wieder mehr Bücher lesen, mehr spazieren gehen oder generell mehr andere Dinge machen. Aber im Grunde genommen ist man selber schuld, wenn man sich mehr oder minder abhängig davon macht.

    Wie man merkt, mag ich auch Technik und Elektronik und ich hab auch ein Smartphone. Und ich lese da auch oft drauf, z.B. Blogs oder Benachrichtigungen. Aber nur, wenn ich alleine bin. Mir würde es nicht einfallen, wenn ich mit anderen Leuten zusammensitze und mich mit ihnen unterhalte, dass ich dann anfange am Handy herumzutappen. Das finde ich wirklich unhöflich.

    Multitasking wird wohl heute immer mehr verlangt. Manchmal ist es ja auch gut, weil so vieles schneller erledigt werden kann. Aber meiner Meinung nach kann das auch zu viel werden. Ich finde – zumindest ist es bei mir so – dass ich dadurch mit der Zeit nervös und gestresst werde. Manchmal ist eins nach dem anderen dann doch besser.

    Was die Frage Deiner Söhne, was wir früher gemacht hatten, betrifft. Wir haben ja schon mal darüber geschrieben. Gemeinsam Schallplatten gehört, ins Kino gegangen, Eislaufen, Schwimmen oder einfach spazieren. Wir hatten immer recht viel Spaß.
    Und erreichbar war man natürlich auch. Nur nicht ständig und rund um die Uhr. Man hat halt bei demjenigen zu Hause angerufen und sich was ausgemacht. – Ging alles ohne Probleme.

    LG Gabi

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    • leonieloewin sagt:

      Liebe Gabi, Du hast absolut recht. Auch damals klappte die Kommunikation ohne Probleme und ohne Technik. Heute manchmal kaum noch vorstellbar. Liebe Grüße Leonie

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      • Gabi sagt:

        Stimmt. Ich hab mir auch schon oft gedacht, wie haben wir das früher ohne Handy oder andere Dinge, die man heute hat, geschafft. Und es ging. Aber fairerweise muss man dazu sagen, es konnte uns ja gar nicht abgehen, weil es diese Dinge noch nicht gab. Was man nicht kennt, vermisst man ja auch nicht. Und ist man mal etwas gewohnt, tut man sich schwer, wenn man es dann nicht mehr hat.

        Aber das ist nun mal der Lauf der Zeit. Es gab ja auch mal Zeiten ohne Auto, ohne Strom usw. und die Leute lebten auch. Aber heute will keiner mehr in der zivilisierten Welt so leben. – Naja, ein paar Ausnahmen und so richtige „Aussteiger“ ausgenommen. 🙂

        Darum finde ich es nicht richtig, wenn manche Leute (meist älterer Generation) gar so auf das „neumodische Zeugs“ losgehen und es ganz verteufeln. Ist schon richtig, nicht jede Entwicklung ist ausnahmslos „gut“. Aber auch wir hatten schon Sachen, die unsere Eltern nicht hatten. Und die wiederum mehr, als ihre Eltern usw.
        Hätte immer jeder alles „Neue“ verteufelt, würden wir heute noch in den dunklen Höhlen sitzen. 🙂

        LG Gabi

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