Halong Bucht – auf der Affeninsel

Veröffentlicht: 22. September 2013 in Leonies Leben 2013, LeoniesLeben, Reisen 2013, Vietnam
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Wellen und Steine

Strand, Wasser  und Steine

Als ich am Morgen erwachte war die Welt wieder frisch. Die Mannschaft des weißen Halong Schiffes bemühte sich das Oberdeck, das von dem Sturm der vergangenen Nacht verwüstet war, wieder aufzuräumen. Nach einem reichhaltigen Frühstück wurden wir auf einem kleinen Boot ausgeschifft und auf der großen Insel Cat Ba angelandet. Doch an diesem Morgen nach dem Sturm gab es neben den Aufräumarbeiten einige weitere Pannen. Der Wind war immer noch recht stark und wehte mit einem heftigen Windstoß plötzlich sämtliche Schwimmwesten über Bord. Die mußten dann in einem mühsamen Manöver wieder eingesammelt werden. Der Kapitän schrie ziemlich aufgebracht seine Mannschaft an. Doch die nahmen es gelassen.

Als wir dann am Kai von Cat Ba standen und das Gepäck ausgeladen wurde, war mein Rucksack verschwunden. Der war auf dem Schiff anscheinend beim Einladen vergessen wurden. Noch einmal musste das Beiboot zum „Rucksack holen“ zurück. Diese Zusatzaktion war dennoch kein Zeitverlust, denn auch der Bus, der uns über die große Insel bringen sollte, war recht spät dran.

Grüne Umgebung

Grüne Umgebung

Da der Sturm die kleine Fähre, die uns auf die Affeninsel Monkey Island bringen sollte, in Mitleidenschaft gezogen hatten, mussten wir auf der Insel Cat Ba einen Sonderstopp in einem kleinen Restaurant einlegen. Dort warteten wir bei einer Kanne Tee eine Stunde bis das kleine Schiff wieder seetauglich war. Die Zeit nutzte ich, um mir ein wenig die grüne Umgebung und die vietnamesischen Dorfhunde anzusehen.

Vietnamesische Hunde beim Mittagsschlaf

Vietnamesische Hunde beim Mittagsschlaf

Dann ging es weiter zu einem Hafen, in dem wir auf ein kleines Boot gebracht wurden. Auch der Zustand des Bootes war so, dass ich dringlich hoffte, dass es noch eine Fahrt oder besser zwei überstehen möge. Bei heftigem Seegang fuhren wir vorbei an einem weiteren schwimmenden Dorf hinaus  auf offenes Gewässer. Unser Gepäck schwankte im Bug des kleinen Bootes heftig hin und her und ich sah meinen Rucksack bereits über Bord gehen und davon schwimmen. Doch alle Passagiere kamen samt Gepäck gut über das aufgewühlte Wasser.

unser Gepäck auf Seefahrt

unser Gepäck auf Seefahrt

 

Bereits nach kurzer Zeit sahen wir Monkey Island und legten dort an einer kleinen Siedlung mit Holzhütten an. Bei dem Seegang war es schwer an Land zu kommen. Das Schiff schlingerte wild am Anleger hin und her. Mit einem beherzten Sprung war ich an Land. Ansonsten sollen die Gewässer in der Halong Bucht sehr ruhig sein.

Hütten auf Monkey Island

Einsame Unterkunft am Strand auf Monkey Island

Doch jetzt schäumte das Meer und große Wellen überspülten den feinen weißen Sandstrand. Der junge und sehr freundliche Chef des kleinen Resorts begrüßte uns sehr freundlich und händigte uns unsere Schlüssel für die kleinen Hütten aus. In denen konnten wir kaum aufrecht stehen. Doch sie verfügten über ein Bett, Ventilator und sogar eine Toilette mit Brause im hinteren Bereich.

eine Hütte für eine Nacht

eine Hütte für eine Nacht

Hier in der Einsamkeit gab es im Haupthaus unerwarteter Weise auch ein freies Internet, das allerdings nicht wirklich funktionierte. Da das Laden einer Mail 30 Minuten dauerte, wandte ich mich sehr schnell vom Netz ab und der wunderschönen Natur, die uns nun umgab, zu.

Im Haupthaus auf der Terrasse bekamen wir wieder ein sehr abwechslungsreiches vietnamesisches Essen. Zunächst stellte die freundliche Bedienung nur zwei Dinge auf den Tisch. Und als ich noch dachte, ob davon alle satt werden könnten, standen bereits eine dritte und vierte Köstlichkeit auf dem Tisch. Dann folgte Reis und weiteres. Als ich dachte, dass ich nun wirklich satt wäre, folgten weitere leckere Dinge, die ich unbedingt probieren wollte.

"fast" einsamer Strand

die Kanus bleiben am Strand

 

Mit dem Kanu konnten wir wegen der hohen Wellen an diesem Tag leider nicht fahren. Doch Baden am Strand war möglich. Das Wasser war herrlich warm und ich war gar nicht wieder aus dem Wellen zu bringen. Am Nachmittag machten wir eine Wanderung und bestiegen einen recht steilen Hügel, um ein wenig auf der Höhe zu laufen und auf der anderen Seite der Insel wieder hinab zu gehen. Dort fanden wir ein verlassenes Bauwerk vor, das anscheinend nur noch von einem Vietnamesen bewohnt war. Dorthin sollten angeblich die Affen, die dem Eiland dem Namen geben, täglich kommen. Und tatsächlich sahen wir dort zwei Affen.  Ein Affe saß auf dem Blechdach und kletterte gemächlich zu uns herunter, als er unsere Gruppe auf den Strand zukommen sah. Er schien Menschen gewöhnt und wollte anscheinend nur schauen, ob es wohl etwas zu fressen für ihn gab. Da wir nichts mitgebracht hatten, wandte er sich dem Abfallbehälter zu und verschwand nach kurzer Zeit mit einem Ei, das er wohl aus der Tonne gezogen hatte, im Wald.

Affe, der dem Eiland dem Namen gibt

Affen geben dem Eiland den Namen

 

Mehr Affen kamen zwar nicht, aber wir unternahmen eine wunderschöne Wanderung an dem einsamen Strand entlang.

 

...und es waren sogar Zwei

…und noch einer

Als das Abendessen auf der großen Terrasse mit ungefähr 20 Gästen in Buffetform noch üppiger als das Mittagessen ausfiel, kamen mir langsam Zweifel, ob ich in diesem Urlaub nicht doch entgegen meiner Vorsätze  einige Kilos zulegen würde. Doch die Meeresfrüchte bestehend aus gegrillten Tintenfischen und die zubereiteten Muschelspeisen waren einfach zu verlockend.

 

Nach dem langen Tag war ich sehr müde und da es wieder anfing zu regnen, hatte ich richtig Lust ins Bett zu gehen. Doch gerade an der Hütte angekommen, stand auf einmal eine lange Schlange mit oranger Kleidung angezogener Vietnamesen vor der Tür. Der mit einem Löwenkopf verkleidete Anführer lud mit lauten Rufen und dem Geschrei zu Begleiter alle seine Gäste zu einer Vollmondparty ein. Es wurde laut getrommelt und gesungen, so dass keiner der befragten Hüttenbewohner nein sagen konnte. Wir gingen in den Versammlungssaal, der bunt geschmückt war. Der verkleidete Löwe soll bei Vollmond Glück bringen. Glück kann sicher jeder gut gebrauchen. Wir alle klatschten im Rhythmus der unbekannten vietnamesischen Gesänge und Tänze mit, bekamen ein Getränk geschenkt und sollten uns an ausgelassenen Wettspielen beteiligen.

Löwenkopf

Löwenkopf

Der Gastgeber bat mich, doch ein paar Fotos von der Party zu machen. So war ich die nächsten zwei Stunden beschäftigt und konnte mich an den Spielen nicht beteiligen, aber zumindest zusehen und fotografieren. Er bedankte sich in der äußerst höflichen Art der Vietnamesen viele Male für diesen einfachen Dienst. Mir machte das Fotografieren viel Freude und die Leute freuten sich über die Fotos. So einfach kann Glück für alle sein :-).

Vollmondparty

Vollmondparty

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, denn wir mussten den ganzen Weg wieder zurück. Mit der kleinen Fähre zurück zum Hafen. Mit dem Bus über die Insel Cat Ba und mit dem großen Schiff zurück in Richtung Halong Stadt. Da der Steuermann mit dem Schiff einen ständigen Schlingerkurs fuhr, übernahm beherzt ein Tourist das Steuer. Er war Kapitän und wusste was er tat. Eine Stunde vor der Zeit kamen wir in Halong Hafen an. Dort wartete unser Reisebus und ich hoffte noch einmal inständig, dass der ächzende Motor zumindest noch eine Fahrt nach Hanoi aushalten würde. Und er hielt. Lag das am Löwenglück aus der Vollmondnacht?

Noch am selben Tag starteten wir abends von Hanoi aus in den Norden Richtung chinesische Grenze. Der Gebirgsort Sapa war unser nächstes Ziel.

Über den Ausflug in den vietnamesischen Norden berichte ich das nächste Mal – sofern der Reisegott, das Glück und das Netz mit mir sind :-).

Euch wünsche ich einen schönen Wahlsonntag. Ich selber habe bereits per Brief gewählt.

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Kommentare
  1. Wieder so ein beeindruckender Beitrag! Mit dem Titel „Monkey Island“ gab es mal ein Spiel. Ich glaube, das habe ich sogar noch irgendwo auf CD. Es ist aber ganz sicher nicht vergleichbar mit Deinen schönen Erlebnissen! Weiterhin viel Spaß und zahlreiche tolle Erlebnisse wünsche ich Dir! ▲

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  2. Vallartina sagt:

    Sieht so aus, als hättet Ihr die Ausläufer des Taifuns USAGI mitbekommen. Der soll sich gerade zum stärksten Sturm des Jahres entwickelt, rast gerade auf Hongkong zu und wird auch Teile Vietnams, wenn auch abgeschwächt, erreichen. Warnung und Vorschau-Grafik hier: http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-24170721 oder:
    http://www.hko.gov.hk/wxinfo/currwx/tc_gis_e.htm
    Es könnte windig und feucht werden! Take care!

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  3. Gabi sagt:

    Sehr interessant und auch abenteuerlich.
    Ich finde die Hütte innen aber recht nett. Sieht gar nicht so klein, bzw. so nieder aus.
    LG Gabi

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  4. Du schriebst: „Ich sah schon meinen Rucksack über Bord gehen und davon schwimmen!“ – Der wäre wohl eher untergegangen wie ein Stein – aber ist ja zum Glück nicht passiert. – Wie sind denn die Vietnamesen zu deinen Fotos gekommen? Über Stick und Ausdruck oder konnten sie diese nur auf deinem Display ansehen, weil sie keine Drucktechnik dafür hatten?

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