Tropischer Regen in der alten Kaiserstadt Hue

Veröffentlicht: 26. September 2013 in Leonies Leben 2013, LeoniesLeben, Reisen 2013, Vietnam
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Häuser und Gärten in der Zitadelle

Häuser und Gärten in der Zitadelle

Von Hanoi fuhren wir abends mit dem Nachtbus um 18.00 Uhr ab und waren am nächsten Morgen um 9.00 Uhr im ungefähr 400 Kilometer entfernten Hue. Reisen in Vietnam ist auf die individuelle Art recht günstig, aber langwierig. Auch „kürzere“ Strecken verdienen wirklich noch den Namen Reise. Der Nachtbus verfügt über zweistöckige Doppelbetten. Allerdings wird es ab einer Größe von ca. 1.70 Meter kritisch, da dann ein Ausstrecken der Beine nicht mehr möglich ist. Für mich passte die Liebe im zweiten Stock am Fenster daher wunderbar. Zum richtigen Schlafen kam ich aber bei dem Geschaukel und dem häufigen Handygebimmel der Mitreisenden nur begrenzt.

Nachtbus

Nachtbus

 

Unser Bus war halb mit Vietnamesen und halb mit Travellern aus aller Welt besetzt. Frisches Wasser stand am Platz und mit Monitoren wurden wir mit einem vietnamesischen Fernsehprogramm versorgt. Auch die beiden Fahrer und der Bordjunge hatten vorne im Cockpit einen eigenen Monitor. Ich hoffte inständig, dass der Fahrer nicht nur in den Monitor, sondern auch ein wenig auf die Straße schauen möge. Er war aber in erster Linie mit seinem Handy beschäftigt und fand so anscheinend wenig Zeit zum Fernsehen schauen.

 

Draußen hatten uns nun wohl die Ausläufer des tropischen Sturms, der von Hongkong herangezogen war, erwischt. Es regnete, was der Himmel hergab. Die Straßen sahen wie Kanäle aus. Die weiten Reisfelder rechts und links der Straße waren überschwemmt und die Bauern bewegten sich auf ihren Feldern in kleinen Booten. An einer Straßensperre wurde der Bus von der Polizei gestoppt. Die beiden Fahrer und der Bordjunge mussten alles Gepäck ausladen. Ich staunte nicht schlecht, was sie neben den Reisetaschen alles noch an Bord hatten. Anscheinend machten sie mit Frachtbeförderung ein kleines Nebengeschäft. Ob das alles so legal war, weiß ich nicht. Jedenfalls mussten wir eine Stunde warten, während sechs Polizisten die Fracht bis zum kleinsten Gegenstand untersuchten. Dann blieb der größte Teil der Fracht zurück.

 

Ich hatte den Eindruck, dass sich die Busbesatzung nicht nur ihr Budget ein wenig mit zusätzlicher Fracht, sondern auch noch durch Mitnahme weiterer nicht offizieller Gäste erhöhte. Wir fuhren Umwege und es wurden nach und nach sechs Vietnamesen in den Bus eingeladen, für die kein Bett da war. Sie machten es sich auf weichen Matten auf dem Boden bequem.

grün und grau

grün und grau

 

Als wir in Hue ankamen, hatte es zu regnen aufgehört. aber es war grau. Wir waren von der letzten Nacht ein wenig gerädert und unternahmen am ersten Tag noch nicht so viel. Zu Fuß gingen wir nachmittags durch die belebte Stadt und kreuzten auf einer der drei Brücken den Parfüm Fluss. Dann besuchten wir das 10 Quadratkilometer große Gebiet der Imperialen Stadt. Hier hatten die Kaiser von Vietnam residiert. Das Gelände steht als Weltkulturerbe unter Schutz. Der Eintritt ist für Ausländer recht hoch, aber lohnt sich meines Erachtens. Drinnen sind auf dem weitläufigen Gelände nicht nur viele Gebäude, die bereits restauriert sind, zu betrachten, sondern auch interessante Ausstellungen mit Filmen und Fotos über die Geschichte der Stadt. Überall wird gebaut, um das Gelände, dass durch viele Kriege und Naturkatastrophen zerstört ist, wieder aufzubauen, wird noch viel Geld und Arbeitskraft notwendig sein.

 

Ausgangstor

Ausgangstor

bereits restauriert

bereits restauriert

lange Gänge

lange Gänge

Bilder

Bilder

große Plätze

große Plätze

in der verbotenen Stadt

in der verbotenen Stadt

Fahnenturm der Zitadelle

Fahnenturm der Zitadelle

Da es recht grau war, sind die Fotos ein wenig triste ausgefallen. Bei blauem Himmel sieht die Kaiserstadt bestimmt noch schöner aus. Doch auf der anderen Seite ließ sich das riesige Gelände bei bewölktem Himmel sehr gut begehen, was bei gleißender Sonne sicher nicht so möglich gewesen wäre.

Mekong Quilt

Mekong Quilt

 

Ein Foto stammt nicht aus Hue, sondern aus Hanoi. Ein Quiltshop für Elvira.

 

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünscht Euch Leonie.

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Kommentare
  1. Elvira sagt:

    Da ich tropische Regen liebe, wäre das genau mein Klima. Vielleicht sollte ich dort auch einen Quiltshop eröffnen?
    Weiterhin gute Reise!
    Liebe Grüße von Elvira

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  2. Die Liegestätten haben so ein bisschen was von Krankenhausbetten, hm?! ☺ Aber letztendlich tut es überhaupt schon gut, sich mal „lang machen“ zu können. Dass Ihr erstmal gerädert wart, als Ihr ankamt, glaube ich sofort! Gut, dass die Fahrt trotz aller „Hürden“ doch ohne große Probleme geschafft wurde.

    Weiterhin viel Spaß und noch viiiel mehr solcher schönen Fotos wünsche ich Dir … und bestimmt vielen weiteren Lesern, wie bspw. mir! ;o)

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  3. tonari sagt:

    Hach, ich könnte gleich losfahren…
    Danke für die tollen Impressionen.

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  4. Ich lese die dann als „Sammelwerk“, wenn ich wieder Zeit habe – aber der Überblick ist schon mal interessant!

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  5. Ich würde auch sagen, dass man besser so liegt, als anders gehockt. So richtig entspannen und ausruhen geht am besten in der Horizontalen.
    Lange dauerte die Nachtfahrt ja schon.
    Auf Hue, die alte Kaiserstadt, wäre ich auch gespannt. Die Stadt kam in den Zeiten des Vietnamkrieges oft in den Nachrichten vor.

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  6. Wie Toll! Vietnam und insbesondere die ehemaligen Schauplätze des Vietnamkrieges stehen noch auf meiner „must-see-list“. Schön, hier einige Berichte zu lesen.

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