Hue – Gauner, Gräber und eine Drachenbootfahrt auf dem Parfümfluss

Veröffentlicht: 28. September 2013 in Leonies Leben 2013, LeoniesLeben, Reisen 2013, Vietnam
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Pagode am Parfümfluss

Pagode am Parfümfluss

Auch an unserem zweiten Tag in Hue regnete es stark. Wir hatten eine Stadtrundfahrt gebucht, die uns am Morgen mit dem Drachenboot auf dem Parfümfluss zu einigen kulturellen Stätten bringen sollte. Am Nachmittag war eine Busfahrt zu weiteren Sehenswürdigkeiten vorgesehen. Doch es kam anders.

Als wir im Laufschritt mit Regencape den Bus erreicht hatten, erklärte uns der vietnamesische Reiseleiter, dass das Programm sich wegen dem Hochwasser geändert habe. Nun würden wir am Morgen Bus fahren. „Das ist auch nicht so schlecht“, dachten wir. Aber es stellte sich sehr schnell heraus, dass wir es dieses Mal mit einem Vietnamesen, der nicht so  Sorte zu angenehmen Sorte zu tun hatten.

Kaiser Grabanlage

Kaiser Grabanlage

am Ufer des Parfümflusses - Drachenboote

am Ufer des Parfümflusses – Drachenboote

Gartenhaus mit See

Gartenhaus mit See

Blüte im Mandarinengarten

Blüte im Mandarinengarten

 

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Vietnamesen sehr freundlich und bescheiden sind. Doch viele Vietnamesen, die vom Tourismus leben und täglich mit den Touristen im Kontakt sind, versuchen einfach alles, um möglichst viel und schnell Geld aus dem Opfer „Kunde“ heraus zu pressen. Sie haben täglich dazu gelernt und wissen sehr gut, wie sie es anstellen müssen. Bitte nicht falsch verstehen. Das betrifft auf keinen Fall alle Vietnamesen, sondern sicher nur einige Wenige. Und möglicherweise können unsere Erfahrungen auch anderen Reisenden helfen, nicht in diese Falle zu tapsen.

kleiner Hausaltar

kleiner Hausaltar

Lotus Effekt

Lotus Effekt

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Bereits mein Reiseführer (Buch) hatte mich darauf hingewiesen, dass in Hue häufig bei den Eintrittsgeldern betrogen wird. Die Angestellen, die an der Ticketausgabe an den Kulturstätten sitzen, malen angeblich für Touristen gerne eine Null zum Geldbetrag dazu und behalten den für vietnamesische Verhältnisse großen Betrag für sich. Dass der Eintritt für Touristen teurer als für Vietnamesen ist, mag ja noch legitim sein, bei Betrug hört meines Erachtens jedoch der Spaß auf.

 

Unser Reiseleiter erklärte auf die Frage, warum denn so viele andere Drachenboote auf dem Fluss seien und nur wir nicht fahren könnten, dass die Regierung das verboten hätte. Auch Lügen und Ausflüchte können mit einem Lächeln auf dem Gesicht herübergebracht werden.

Wagen, mit dem sich ein bekannter Mönch zu seiner Verbrennung, mit der er gegen die Unterdrückung des Buddhismus protestieren wollte, fahren ließ

Wagen, mit dem sich ein bekannter Mönch zu seiner Verbrennung, mit der er gegen die Unterdrückung des Buddhismus protestieren wollte, fahren ließ

Grabanlage

Grabanlage

Steinernes Pferd

Steinernes Pferd

 

Fragen und Beschwerden halfen nicht. Wir alle mussten wieder zur Zitadelle. Wer diese – wie wir – bereits gesehen hatte, konnte draußen eine Stunde warten und sich die Parkanlagen ansehen. Das war zwar für uns eine schöne Lösung, aber nicht die, wofür wir gezahlt hatten. Den anderen Mitreisenden nahm der junge vietnamesische Reiseleiter mit der Begründung, dass es so lange Schlangen an der Kasse gäbe, das Eintrittsgeld persönlich ab. Danach  kaufte er günstige Tagestickets für alle Sehenswürdigkeiten ein. Das hinderte ihn jedoch nicht, vor jeder neuen Sehenswürdigkeit, erneut erhöhte Eintrittsgeld einzusammeln.

 

Warteschlangen bei den Kassenhäusern gab es bei dem Regen keine. Doch nach überschlägigen Berechnungen sicherte sich unser kleiner Guide an diesem Tag durch seine Tricksereien ein Zubrot von 12€ pro Person. Das ist eine riesige Summe für vietnamesische Verhältnisse. Ich möchte nicht wissen, wie lange ein Reisbauer oder ein Lehrer hier in Vietnam für diesen Betrag arbeiten muss.

 

Bunte Besen

Bunte Besen

Herstellung von Räucherstäbchen

Herstellung von Räucherstäbchen

Doch außer einer Beschwerde im Touristenbüro konnten wir nichts machen – nur das Beste aus der Situation. Wir schauten uns die sehr interessanten Pagoden und Kaisergräber in der Nähe von Hue an. Auch ein Gartenhaus eines ehemaligen ranghohen Mandarins stand auf dem Programm. Leider regnete es viel. Doch ausgerüstet mit Regenjacke und Flip Flops machte uns der Regen nicht so viel aus.

 

Am späten Nachmittag hatten wir dann noch sogar Gelegenheit für eine kurze Drachenbootfahrt auf dem Parfümfluss. Ein versöhnliches Ende einer ungewöhnlichen Sightseeingtour.

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Kommentare
  1. Diva sagt:

    Diese bunten Besen gefallen mir sehr! Liebe Grüsse Anja

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  2. Tja, die freundlichen Asiaten. Immer lächeln sie einen an und wir Europäer oder die Weißen an sich, fallen darauf herein. Wer weiß, was das Lächeln für sie bedeutet.

    Es ist schwer, sich in so einer fremden Kultur alleine zu bewegen. Die Gefahr ist groß ausgenutzt zu werden und ziemlich real, wie du berichtest.
    Wenn man keinen europäischen Führer hat, der die Landessprache beherrscht, ist es fast unmöglich, nicht die Gans zu spielen.

    Ihr müsst es offenbar einfach einplanen oder für den Einheimischen erkennbar Verzicht üben und dann doch selbst versuchen, die Karten zu lösen.

    Gruß C.H.

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  3. aquasdemarco sagt:

    Da hat der Reiseleiter ein paar grundlegende Dinge der Marktwirtschaft gelernt, schmunzel, ich habe es mal sehr anschaulich an den Pyramiden erleben duerfen.
    Es ist ein sehr grosses Gelaende und wir waren mit dem Kamel unterwegs, der Fuehrer wollte alle 10 min mehr Geld, auch fuer jedes Foto.
    Es summierte sich, bis wir uns weigerten und er uns stehen ließ und wir Kilometer durch die Wueste gehen mussten.
    Ich denke Allah, Gott oder wer auch immer wird diesen Menschen zeigen das Geld , Reichtum allein nicht gluecklich macht und am Ende haben wir alle den gleichen Besitz den wir mitnehmen, nichts.
    Aber jeder darf selber seine Erfahrungen machen, wer weiss was die „Reiseleiter“ dieser Welt fuer eine Sozialisation hatten.
    Mir schenkte einmal ein afrikanischer Eifelturmverkaeufer in Paris 3 Tuerme, ich hatte vorher ein Foto von ihm gemacht und kurz ueber Familie, Leben mit ihm geredet.

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  4. leonieloewin sagt:

    Wer reist, erlebt was – und ab und zu auch etwas anders als erwartet

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  5. Vom Ärger wegen der Abzockerei und den Lügen einmal abgesehen, hast Du es wieder geschafft, Sehnsüchte zu schüren, liebe Leonie! Für mich das schönste dieser Fotos ist der Lotus. Was jedoch nicht heißt, dass mich die anderen Fotos kalt lassen, klar doch!

    Weiterhin viel Spaß und Inspirationen, vorzugsweise ohne „krumme Typen“ wünsche ich Dir!

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  6. Gabi sagt:

    Leider verdirbt der Tourismus in vielen Ländern die Menschen. Und meistens kommen sie mit ihren Betrügereien ja auch durch.
    Aber nichts desto Trotz habt Ihr wieder viele wunderbare Dinge gesehen.
    LG Gabi

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    • leonieloewin sagt:

      Ja, und es gilt aufzupassen, dass man die schlechten Erlebnisse nicht gleich generalisiert oder auf ein ganzes Volk anwendet. Doch leider gibt es hier sehr viele kleine und große Gauner, die sich auf die eine oder andere Art „ihre“ Entwicklungshilfe von den Touristen holen. Liebe Grüße Leonie

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