Bei Sonne über den Wolkenpass

Veröffentlicht: 29. September 2013 in Leonies Leben 2013, LeoniesLeben, Reisen 2013, Vietnam
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Von der alten Kaiserstadt Hue fuhren wir weiter südlich die Küste entlang. Wenn sich auch einige Wochen Zeit zunächst recht lang anhören, läuft die Zeit recht schnell davon. Vietnam ist ein einfach ein sehr großes Land.

 

Hue soll die regenreichste Stadt Vietnams sein, da südlich von Hue sich ein Gebirgsmassiv befindet, vor dem sich die Wolken stauen. Doch wir hatten am Abreisetag Glück. Den ganzen Tag schien auf dem 130 Kilometer langen Weg die Sonne.

einsamer Sandstrand - ..lädt zum Verweilen ein

einsamer Sandstrand – ..lädt zum Verweilen ein

 

Für diese Reiseetappe wollten wir weder Bus noch Bahn benutzen, da beide Verkehrsmittel durch einen 13 Kilometer langen Tunnel durch das Gebirge fahren. Wer mit dem Motorrad oder Wagen fährt, kann hingegen die ein wenig längere Strecke über den Wolkenpass wählen. Dieser 550 Meter hohe Pass liegt auf der ehemaligen Grenze zwischen Nord- und Südvietnam. Heute ist es nur noch die sogenannten Wetter- und Klimagrenze.

Landschaft nördlich des Wolkenpasses

Landschaft nördlich des Wolkenpasses

 

Da wir uns nach dem vielen Regen in Hue nicht sicher waren, bevorzugten wir die Variante mit dem Wagen. Unser Hotel vermietete uns einen Wagen mit Fahrer für wirklich nicht viel Geld. So konnten wir dieses Mal angenehm reisen und zudem von einem Vietnamesen, der sehr gut Englisch sprach, viele interessante Dinge über Vietnam erfahren. So erzählte Thang, wie unser Fahrer hieß, von der enormen Preissteigerung im Land. Der Liter Benzin habe noch vor einem Jahr 5000 (18 Cent) Dong gekostet und sei jetzt nur noch ab 25000 Dong (95 Cent) zu haben. In Vietnam ist das Tempolimit 60 innerhalb und 80 Kilometer außerhalb von Ortschaften. Bereits kleinste Verstöße werden mit sehr hohen Geldstrafen geahndet. Bei mehr als 10% Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit sind mehr als 250 € zu zahlen und bereits ab nur 1% Überschreitung sind gleichfalls hohe Geldstrafen fällig. Die Polizei ist hier sehr streng und zieht die Führerscheine unmittelbar am Ort des Geschehens ein. Dort können sie nach Wochen gegen weitere Geldzahlungen abgeholt werden.

 

Auffahrt zum Wolkenpass

Auffahrt zum Wolkenpass

Da ich andere Polizeiaktionen (Durchsuchen und das Konfiszieren von Gepäck) bereits im Nachtbus beobachtet hatte und gesehen hatte, dass nicht gerade zimperlich mit den Menschen umgegangen wurde, konnte ich mir die Beschreibungen unseres Fahrers gut vorstellen. Nebenbei erfuhren wir, dass zur vietnamesische Polizei nur darf, wer dort einen Verwandten hat. Alle anderen Menschen können sich in den Beruf eines Polizisten oder Bankers nur gegen Zahlung von umgerechnet 20.000 € einkaufen. Das ist hier für den Normalbürger eine unerschwingliche Summe Geld. So sind Polizei- und Bankerstellen Erbhöfe und werden zudem noch sehr gut bezahlt. Dass ein Polizist hier im Land etwas Besseres ist, daran lässt allein deren Auftreten keinerlei Zweifel.

Wolkenpass Rastplatz

Wolkenpass Rastplatz

 

Doch neben interessanten Informationen sahen wir einen wunderschönen langen einsamen Sandstrand. Danach ging es über den bekannten Wolkenpass. Dort sahen wir die Reste amerikanischer Bunker und militärischer Stellungen aus dem Vietnamkrieg. Von dort oben gab es einen etwas nebligen, aber großartigen Ausblick auf den Süden des Landes. Am Horizont zeichnete sich die große Stadt Da Nang ab.

Durch Da Nang fuhren wir etwas später durch und staunten über die Größe der Stadt, die überhaupt kein Ende zu nehmen schien. Kilometer lang zieht sich neben der Stadt ein weiter und wunderschön angelegter Sandstrand hin. Überall befinden sich Hotels und andere große Gebäude im Aufbau. Diese Stadt steht tatsächlich für das moderne aufstrebende Vietnam. Wie es hier in 10 Jahren wahrscheinlich aussehen wird, lässt sich mit einem Blick auf Thailand und andere südostasiatische Staaten nur erahnen.

Übereste militärischer Stellungen auf dem Wolkenpass

Übereste militärischer Stellungen auf dem Wolkenpass

 

Kurz hinter der Stadt liegen die ungewöhnlich geformten Marmorberge. Hier stoppten wir und wanderten die vielen kleinen steilen Stufen bis fast auf den Gipfel.  Doch auch hier gibt es bereits moderne Alternativen. Ein eleganter Fahrstuhl bringt Touristen einfach und schnell gegen ein geringes Entgelt und ohne mühsames Treppen steigen auf den Gipfel. Vom Gipfelplateau genossen wir einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt und das Meer. Doch die Marmorberge bieten noch mehr. Es gibt einige Höhlen zu besichtigen, eine Pagode und viele nett angelegte Plätze. Hier hätte ich gerne noch eine weitere Stunde verbringen können. Doch wir sollten noch in eine Fabrik und Verkaufsstelle für Marmor. Für diese aus dem Marmor der Marmorberge gefertigten Figuren ist die Umgebung bekannt.

Marmorfabrik und Verkaufsstelle

Marmorfabrik und Verkaufsstelle

Marmorfiguren

Marmorfiguren

 

Danach ging es weiter nach Hoi An. Dort kamen wir am frühen Nachmittag in unserem Hotel an und hatten noch genügend Gelegenheit am Nachmittag einen ersten Blick auf diesen quirligen Ort mit seiner wunderschönen Altstadt zu werfen. Doch darüber berichte ich das nächste Mal.

Pagode in den Marmorbergen

Pagode in den Marmorbergen

 

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Kommentare
  1. Das mit der Berufswahl ist wohl bei uns kaum anders. Die Beschäftigten bei Kreis- und Gemeindeverwaltungen sind ebenfalls die reinsten Erbhöfe.

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  2. Ich habe dich nicht vergessen – bald habe ich die Zeit, um „Leonies Vietnambuch“ zu lesen. Dann hörst du von mir!

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  3. Elvira sagt:

    Ein wunderschöner Strand, genau, wie ich ihn liebe!
    Sei herzlich gegrüßt von Elvira

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  4. Du hast eine so tolle Art, über all Deine Erlebnisse zu berichten, dass ich manchmal fast das Gefühl habe, neben Dir zu sitzen, stehen, gehen. Wirklich schön, danke dafür!

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