Mit dem Bus und dem Scooter nach Mui Ne und Phan Thiet

Veröffentlicht: 4. Oktober 2013 in Leonies Leben 2013, LeoniesLeben, Reisen 2013, Vietnam
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Blick aus dem Busfenster - weite grüne Reisfelder

Blick aus dem Busfenster – weite grüne Reisfelder

Ich war froh, als wir die große Stadt Nha Trank am Morgen mit dem Bus verließen. Es war ein sogenannter Sleeper oder Schlafbus, der auch am Tag weiter Richtung Saigon/ Ho-Chi Mingh-Stadt fuhr. So konnte ich liegend in der zweiten Etage die schöne Landschaft mit den Bergen und den weiten Reisfeldern, die an mit vorüberzog, genießen.

Blick aus dem Busfenster - abgeerntetes Reisfeld

Blick aus dem Busfenster – abgeerntetes Reisfeld

Der Bus benötigte für die 200 Kilometer ungefähr sieben Stunden. Zum einen liegen die langen Fahrzeiten in Vietnam – für doch nach europäischen Vorstellungen kurze Strecken – an den schlechten Straßen, dem hohen Verkehrsaufkommen und der Geschwindigkeitsbegrnzung. Zum anderen scheint die Busmannschaft aber auch eifrig während des Trips ihren eigenen Geschäftn nachzugehen. Es werden viele kleine Umwege gefahren und Stopps eingelegt, um Leute oder Waren ein- und auszuladen. Dabei konnte ich sozusagen „life“ aus der zweiten Etage recht viele Menschen und Dinge aus nächster Nähe beobachten und interessanten Einblicke bis in die kleinen Häuser hinein gewinnen.

Blick aus dem Busfenster - viele Flüsse durchqueren das Land

Blick aus dem Busfenster – viele Flüsse durchqueren das Land

Auf dieser Fahrt, die von diversen Kuhherden auf der Fahrbahn einige Male unterbrochen wurde, sah ich auch zum ersten Mal einen richtigen Unfall. Die Unfallfahrzeuge sahen gar nicht mehr gut aus. Verletzte Menschen sah ich bei der schnellen Vorbeifahrt nicht. Ich habe gelesen, dass Vietnam die Liste mit den meisten Verkehrsunfällen auf der Welt anführen soll. Daran haben bis heute wohl auch nicht die Geschwindigkeitsbegrenzungen und das absolute Alkoholverbot im Straßenverkehr etwas geändert.

Werbung im Bus - "eine schöne reiche Welt"

Werbung im Bus – „eine schöne reiche Welt“

Und noch etwas wird im Bus geboten. Über einen großen Monitar werden vietnamesische Musikvideos und Werbefilme abgespielt. Die Welt in den Filmen sieht es schön und unheimlich reich aus. Sie unterscheidet sich ein wenig von der Welt, die ich bei der Durchfahrt durch die Dörfer sehe.

Mui Ne -Abendstimmung am Meer

Mui Ne -Abendstimmung am Meer

Als wir gegen 15.00 Uhr in der kleinen Küstenstadt Mui Ne ankamen, regnete es dort recht heftig. Dabei hatte ich gerade in meinem Reiseführer gelesen, dass es in Mui Ne so gut wie nie regnen soll, da der Ort von hohen Sanddünen umgeben ist, der ihn vor Regen bewahren soll. Das stimmte jedenfalls gestern nicht. So ließen wir uns mit einem Taxi in unser Guesthaus bringen, das ein wenig außerhalb von Mui Ne, an der „Strandstraße“ liegt. Hier ist Vietnam anders als im hohen Norden. Ich habe das Gefühl auf dem Dorf zu sein. Kaum ein Vietnamese spricht hier Englisch. Auch nicht die Vermieter von Räumen in den Guesthäusern oder die Restaurant- und Ladenbesitzer. Das mag natürlich in den vielen großen Hotels, die die Küste zwischen Mui Ne und Phan Thiet säumen, anders sein. Auf der Straße jedenfalls scheint kaum jemand Englisch zu können. Doch die Werbungen an und vor den Häusern, sowie einige Speisekarten in Restaurants sind zumindest mit einem Google Translator grob in die englische Sprache und in kyrillische Schriftzeichen übersetzt. Wer hier der russischen Sprache mächtig ist, ist klar im Vorteil.

Phan Thiet - Fischerboote

Phan Thiet – Fischerboote

Da sich die Strände sowie die Hotel- und Einkaufsmeile um Phan Thiet und Mui Ne weit über 30 Kilometer hinziehen, wird für den Touristen, der etwas von der Umgebung sehen möchte, ein Fahrzeug benötigt. Wer nicht jede kleine Strecke mit dem Taxi fahren will, kommt um einen Scooter nicht herum. Die gibt es hier in Mui Ne fast Haus bei  Haus für einen Tagespreis von 3 bis 5 € zu mieten. Hinzu kommen einige Liter Benzin für umgerechnet 80 Cent/Liter. Also insgesamt ein erschwingliches Vergnügen.

Helme mit bunten Aufdrucken gibt es gratis bei der Scooter Vermietung

Helme mit bunten Aufdrucken gibt es gratis bei der Scooter Vermietung

Merkwürdigerweise möchte hier kein Scooter Vermieter den Führerschein sehen oder weist darauf hin, dass  das Scooterfahren eigentlich nur mit einem vietnamesischen Führerschein möglich ist. Vielleicht liegt das daran, dass in dieser Gegend ohne Scooter eine Fortbewegung kaum möglich ist. Selbstverständlich ist den geschäftstüchtigen Vietnamesen doch sehr daran gelegen, dass die Touristen in möglichst kurzer Zeit, viele Orte und Geschäfte aufsuchen.

lange Sandstrände

lange Sandstrände

In den kleinen Guesthäusern ist der Standard weitaus einfacher, als in den Hotels, aber es ist durchaus für alles, was der Durchreisende in der Kürze der Zeit braucht, gesorgt. Fast jede Familie offeriert hier Gästezimmer. Wer einen höheren Standard möchte, dem stehen unzählige kleine bis große Hotels und viele Ressorts zur Verfügung. Es gibt überall wunderschöne breite und lange Sandstrände, an denen die Fischer mit kleinen Booten zum Fischen auf das südchinesische Meer hinausfahren. Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben kreisrunde Fischerboote gesehen. Als Beiboot führen diese runden „Töpfe“, wie ich sie scherzhaft nenne, sogar geflochtene runde Boote mit sich.

kreisrundes Fischerboot

kreisrundes Fischerboot

viele "Pötte"

viele „Pötte“

geflochtenes Beiboot

geflochtenes Beiboot

In Phan Thiet, der größeren Stadt, gibt es auch sehr viele große Fischerboote. Für das Fischen, gute Fischgerichte und Fischsauce ist die Region bekannt. So wundert es nicht, dass sich an der Strandstraße ein Fischrestaurant an das andere reiht. Auf den Speisekarten findet sich allerdings neben den Fischgerichten auch Schlange, Frosch und Gecko. Letzteres habe ich nicht probiert. Der Fisch und die lokale Fischsuppe ist dafür umso köstlicher.

Ressort zwischen Mui Ne und Phan Thiet

Ressort zwischen Mui Ne und Phan Thiet

Überall zwischen der größeren Stadt Phan Thiet und Mue wird gebaut. Es entstehen viele weitere Hotelanlagen und Ressorts. Ob die Zukunft Vietnam genügend Touristen bescheren wird, um die vielen Anlagen zu füllen?

überall an der Küste entstehen neue Ressorts

überall an der Küste entstehen neue Ressorts

Phan Thiet selber ist ein große und hektische Stadt, die sich meines Erachtens nicht wesentlich von den anderen größeren Städten Vietnams unterscheidet. Hier wird Erdöl verarbeitet und es gibt zahlreiche Fischerflotten. Neben vielen kleinen lebhaften Gassen und lokalen Märkten, gibt es auch einige große Prachtstraßen mit offiziellen Gebäuden. Mir gefiel die Straße unmittelbar am Meer sehr gut. Dort lässt es sich unter Palmenbäumen im Schatten gut spazieren gehen und immer wieder bieten sich großartige Ausblicke auf die Küste. Auch Einkehr in einem der zahlreichen kleinen Restaurants zwischen Phan Thiet und Mui Ne macht Freude. Es gibt  viele frische Fischgerichte und Meeresfrüchte in allen Varianten. Nicht so sehr kann ich mich bislang mit dem vietnamesischen Kaffee anfreunden, der für mich einfach nicht so schmeckt, dass ich ihn in irgendeiner Weise mit Kaffee in Verbindung bringen könnte. Da halte ich mich lieber an einen der erfrischenden Fruchtshakes, die hier an vielen Stellen frisch vorbereitet werden.

Mui Ne - Fisch wird am Strand gesäubert

Mui Ne – Fisch wird am Strand gesäubert

Körbe voller Meeresfrüchte

Körbe voller Meeresfrüchte

Die  Menschen im südlichen Teil von Vietnam erscheinen aufgeschlossener und noch freundlicher als die Menschen in Nordvietnam. Häufig werden wir einfach nur freundlich angesprochen oder in ein Gespräch – soweit das denn mit Wörtern oder Gebährden möglich ist – verwickelt. Auch unsere „Guesthausfamilie“ ist absolut freundlich und zeigte uns freudig ihre gesamte Anlage. Wenn irgendetwas nicht funktioniert, steht einer aus der Familie sofort bereit, um zu helfen. So viel freundliches Engagement ist für mich wirklich sehr außergewöhnlich.

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Kommentare
  1. aquasdemarco sagt:

    Die Marktwirtschaft hat ihre Gesetzmäßigkeiten, wohl auch Vietnam wird sich ihnen nicht entziehen können.

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  2. Liebe Leonie,
    ich habe einige Jahre in Indonesien gelebt und bin jedes Mal erstaunt, wie sehr sich zumindest die Bilder doch gleichen. Kulturell scheint es gravierende Unterschiede zu geben, aber Landschaft und Lebensalltag weisen erstaunliche Analogien auf!
    Gruß
    Gerd

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    • leonieloewin sagt:

      Lieber Gerd, wenn Du in Indonesien gelebt hast, hast Du sicher noch viel tiefere und interessantere Einblicke in die fremde Kultur erlebt, als ich das in der Kürze der Zeit haben werde. Ich kenne von anderen Reisen auch ein wenig Thailand, Indonesien und Sri Lanka. Für mich gleichen sich auch viele Dinge in den Ländern, andere sind gerade bei näherer Betrachtung doch recht unterschiedlich. Auch im „kleinen Europa“ gibt es ja einige Unterschiede zwischen Norwegen und Sizilien :-). Liebe Grüße Leonie

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  3. Diese Fischerpötte sehen ja echt urig aus, fast wie schwimmende Badewannen! ;o)

    Tolle Impressionen sind das wieder, ich habe sie genossen! ☼

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    • leonieloewin sagt:

      Auch ich wusste erst nicht, ob es eine Badewanne oder ein Boot ist. Doch es sind sehr einfach konstruierte Boote, die gut in den hohen Wellen schwimmen. Die Vorläufer waren sogar nur aus geflochtenem Material.

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  4. Ich könnte jetzt nach dem Zeitunterschied zwischen hier und dir googeln, aber du sagst es mir bestimmt. – Ich staune, wie du es bei diesem ausgedehnten Besichtigungspensum und den schlechten Übertragungsleistungen des Internets schaffst, solche langen Berichte mit Fotos einzustellen, ja, erst einmal zu schreiben. Du bekommst 3 Fleißbienchen!

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  5. Emily sagt:

    Ich habe diese Ecke echt geliebt… hier zählt keine Uhr! Und etwas zu essen gibt es immer 😉

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