Siem Reap 2 – Tempel und Natur

Veröffentlicht: 17. Oktober 2013 in LeoniesLeben, Reisen 2013, Vietnam
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Steinerne Figuren säumen den Weg - Angkor Thom

Steinerne Figuren säumen den Weg – Angkor Thom

Nach dem beeindruckenden Besuch von Angkor Wat fährt uns unser Tuk Tuk Fahrer zu dem nächsten Tempelkomplex. Etwa fünf Kilometer von Angkor Wat liegt Angkor Thom. Wir knattern mit dem Tuk Tuk durch grüne Wälder, die allerdings – wie im Moment das ganze Land – ein wenig unter Wasser stehen. Große Bäume, die in ihrem Leben bestimmt schon viel gesehen hatten, um uns herum. Immer wieder ragen aus dem Grün Reste in Form von Mauern, Statuen und Steinen aus der Khmer Zeit heraus.

 

mit dem Tuk Tuk unterwegs

mit dem Tuk Tuk unterwegs

Durch ein großes Tor, dessen Zufahrt mit steinernen Tieren gesäumt ist, geht es auf das 3 Quadratkilometer große Gelände von Angkor Thom. Der erste große Tempel, der den Besucher erwartet, ist der Bayon aus dem späten 12. Jahrhundert. Er besteht aus 37 steinernen Türmen und seine Silhouette ist neben der von Angkor War wohl die bekannteste hier in Siem Reap. Bereits ein wenig müde, ersparen wir uns nun die genaue Erkundung jeden Quadratmeters, den wir noch in Angkor Wat mitgenommen haben. Doch zwei Umrundungen im inneren und äußeren Bereich sind für uns selbstverständlich. Dann geht es in die kühlen Gemäuer, in denen buddhistische Altäre in einigen dunklen felsigen Ecken stehen. Überall werden dort umsonst oder gegen eine kleine Spende Glücksbänder angeboten.

 

Steine, Steine, Reliefs

Steine, Steine, Reliefs

Mittlerweile trage ich davon einige um den Arm. Kann ich so viel Glück tragen und vertragen?  Mein letztes Band aus Thailand hat fast vier Jahre gehalten und wurde immer dünner. Anfang dieses Jahres ist es dann gerissen. So wurde es Zeit, ein neues Band aus Asien zu bekommen :-). Im Bayon steigen wir viele Stufen hoch und runter. Während Angkor Wat ein hinduistischer Tempel ist, ist der Bayon ein buddhistischer Ort. Auch hier wieder viele Reliefs, die neben Kriegsszenen, Markttreiben und Schachspielern auch eine Geburt abbilden.

Steile Treppen

Steile Treppen

 

Immer noch auf dem Gebiet des Angkor Thom wandern wir in den nächsten zwei Stunden über hübsch angelegte Grasflächen und durch wilde Natur. Der Reihe nach besichtigen wir hier sieben weitere Tempel und Sehenswürdigkeiten.

Buddha - Angkor Thom

Buddha – Angkor Thom

Dazu gehört der Baphuon, ein großer Tempel aus dem 11. Jahrhundert. Wie viele andere Tempel hier in Siem Reap, wird auch der Baphuon gerade restauriert. Doch die Restauration dieses Tempels hat bereits vor Jahrzehnten begonnen. Im Krieg gingen allerdings die Pläne verloren und tausende von Steinen mussten wie ein Puzzle neu zusammengesetzt werden.

Relief

Relief

 

In Angkor Wat arbeiten Wissenschaftler der Universität Köln. In anderen Tempeln arbeiten Teams aus anderen Ländern.Auch die EU und die UN stellen Geld bereit. Ein Fremdenführer verrät uns, dass Kambodia leider selber nicht viel unternimmt und sich auf die ausländischen Gelder verlassen würde. Auf die Frage, wohin denn die hohen Eintrittsgelder, die täglich doch mehr als 1 Mi. Euro betragen dürften, gingen, erklärte uns eine Dame im deutschen Pavillion in Angkor Wat, dass Betreiber der Tempel eine private Gesellschaft sei und die Gelder nicht oder zumindest nicht vollständig in die Restaurierung und Erhaltung fließen würden.

Relief

Relief

Lassen sich so die vielen Luxuskarossen erklären, die hier in dem armen Land auf den Straßen unterwegs sind?

Natur - große Bäume, alte Mauern

Natur – große Bäume, alte Mauern

 

Zu den Sehenswürdigkeiten auf dem Gebiet von Angkor Thom gehören auch zwei riesige Terrassen, von denen sich ein schöner Aus- und Überblick bietet. Die Elefantenterrasse und die Königsterrasse . Beide Bauwerken, die jeweils ungefähr 300 Meter lang sind, sind buddhistischen Ursprungs. Hohe Mauern, Reliefs und Statuen umgeben und schmücken die nebeneinander liegenden Terrassen. Auch eine Tempel mit einer großen Buddhastatue ist in der Nähe. Zwischendurch gibt es für uns frische Ananas und eine Kokosnuss zur Stärkung.

eine kleine Stärkung wird vorbereitet

eine kleine Stärkung wird vorbereitet

 

Touristen aus aller Welt bestaunen das Weltkulturerbe

Touristen aus aller Welt bestaunen das Weltkulturerbe

Dann geht die Tempeltour weiter. Wir besuchen noch den Tempel Ta Keo. Er ist über einen langen Zuweg zu erreichen und wirkt innen dunkel und verwinkelt. Weiße Kühe grasen in der Nähe und kleine Kinder spielen zwischen den vielen großen und kleinen Mauern verstecken. Dieser Tempel ist aus dem 11. Jahrhundert. Wir können die gesamte Tempelanlage der Länge nach durchwandern und unser Fahrer wartet auf der anderen Seite auf uns.

Kinder spielen verstecken

Kinder spielen verstecken

Die Tempel liegen alle nur wenige Kilometer von einander entfernt. Aber kurzes Ausruhen während der Fahrt im Tuk  Tuk mit frischem Fahrtwind muntert wieder auf.

Wurzeln

Wurzeln

 

Wurzeln

Wurzeln

Wir besuchen noch einen weiteren Tempel und kommen zum Abschluss der Tour zum Tempel Ta Prohm. Dieser Tempel hat mir neben Angkor Wat am Besten gefallen. Ein langer Zuweg führt zu dem viereckig angelegten Tempel. Hier hat die Natur die Steine fest im Griff. Riesige Bäume umsäumen die Tempelanlage. Ihre dicken Wurzeln ranken sich an allen Seiten über das Mauerwerk. Beeindruckende Bauwerke – starke wilde Natur.

Elefant - Angkor Thom

Elefant – Angkor Thom

 

Hier könnte ein Drehort für mystische oder auch Horrorfilme sein. Der Ort wirkt wie aus einer anderen Welt. Ich kann mich gar nicht satt sehen an der üppigen Natur, die hier um die alten Felsen wuchert. Besucher lassen sich alle gerne neben den großen Wurzeln ablichten. Auch ich versuche ein wenig zu fotografieren. Doch das Licht ist für mich schwer zu handhaben. Zwischen den Mauern ist es dunkel. Doch von oben scheint die Sonne gleißend durch das Blätterdach der hohen Bäume.

 

Prasat Kavan - in der Abendsonne

Prasat Kavan – in der Abendsonne

Zum Abschluss des Tages sehen wir dann doch noch den wirklich „allerletzten“ Tempel, den Prasat Kravan, ein kleiner Hindutempel  aus dem 10. Jahrhundert. Nun kommt die Sonne langsam aus der Höhe und das Licht über dem gelben Gemäuer schimmert rötlich. Ich sitze auf den alten Felsen und schaue auf die weite grüne Landschaft vor mir. Weiße Kühe mit Halsbändern grasen um den Tempel. Ein friedlicher Moment und ein wunderschöner Abschluss für einen einzigartigen Tag.

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Kommentare
  1. Gabi sagt:

    Ganz tolle Eindrücke hast Du hier gemacht. Am meisten begeistert bin ich von dem Tempel Ta Prohm mit diesen fantastischen Bäumen und ihren Wurzeln und eben von der Lage her. Dort muss es wirklich ganz toll gewesen sein.
    LG Gabi

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    • leonieloewin sagt:

      Ja, es war wirklich traumhaft schön. Leider kann ich nicht gut genug fotografieren, um die Tempel und die beeindruckende Natur besser abzulichten. Aber diese sind ja auch nur meine persönlichen Eindrücke. Für alle anderen gibt es im Netz und in Papier viel Material. liebe Grüße Leonie

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  2. Elvira sagt:

    Ich lese ja leidenschaftlich gerne die Bücher von Terry Pratchett. Je mehr Fotos und Schilderungen ich hier sehe und lese, desto sicherer bin ich, dass Pratchett Teile seiner Scheibenwelt von dort nachempfunden hat.
    Liebe Grpße von Elvira

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  3. Diese riesigen Bäume und ihre Wurzeln sind ja absolut atemberaubend! Daran hätte ich mich niemals satt gesehen! Tolle Fotos hast Du wieder eingestellt: Das war bestimmt ein traumhaft schöner Tag!

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  4. aquasdemarco sagt:

    Wenn die kamera eine ruhigen platz hat mache eine belichtungsreihe, sie lassen sich im hdr Programmen zusammenlegen und sonne schatten sind kein problem

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  5. Vielleicht hat der Limburger Bischof dort den Tempelbetreibern ein wenig Unterricht gegeben, so dass die jetzt wissen, wie man wohlhabend werden kann.

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  6. Karl-Heinz sagt:

    Da hast Du jetzt wahrscheinlich dort mehr Tempels gesehen als Kirchen in Europa. 🙂

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