Mekongdelta – breite Ströme, Schiffe und Folklore

Veröffentlicht: 20. Oktober 2013 in LeoniesLeben, Reisen 2013, Vietnam
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Happy Budda - Wat im Mekongdelta

Happy Buddha – Wat im Mekongdelta

Obwohl Saigon sehr interessant war, freute ich mich, als wir aus der großen Stadt hinaus Richtung Mekongdelta fuhren. Noch einmal hatten wir uns für eine organisierte Tour entschieden, da das Mekongdelta in der Kürze der von uns eingeplanten Zeit, kaum allein zu bereisen ist. Doch wir wollten die Gruppe am zweiten Tag verlassen, um dann zu dem Küstenort Rach Gia nahe der kambodianischen Grenze zu fahren, um von dort auf die Insel Phu Quok im Golf von Thailand zu gelangen.

Doch zunächst nahmen wir noch einmal am organisierten Touristenprogramm teil. Mekongdelta in zwei Tagen mit Tourguide. Wir hielten bereits auf dem Weg von Saigon in das Mekongdelta an überteuerten, dafür aber sehr sauberen Raststellen, die ausschließlich von Touristen betreten und benutzt werden.

Bevor wir Sung Hieu oder „Mekong City“, wie der Guide es nannte, erreichten, besuchten wir noch einen großen Wat. Vielleicht sollten wir darum bitten, dass das alte Schiff, das wir kurze Zeit später betraten, uns heil über einen großen Mündungsarm des Mekong bringen würde. Der Mekong ist ein riesiger Strom, der durch China, Kambodia und Thailand fliesst und in Vietnam in mehreren riesigen Strömen ins Meer mündet. Bereits ein einzelner dieser gewaltigen Stromarme wirkte auf mich nahezu gigantisch breit. Jedenfalls weitaus breiter, als der mir vertraute Rhein :-). Wir erfuhren, dass der Mekong an dieser Stelle gegenüber Sung Hieu vier Inseln hat, von denen wir zwei besuchen würden.

Kokosnüsse

Kokosnüsse

Doch zunächst ging es an das gegenüberliegende Ufer, wo uns demonstriert wurde, wie aus Kokosnüssen Süßigkeiten gemacht werden. Ich staunte nicht schlecht als ich sah, dass jeder einzelne der hier in vielen mühevollen Arbeitsprozessen hergestellte Bonbon mit der Hand eingewickelt wurde. Einige aus unserer Gruppe probierten das Einwickeln auch einmal, benötigten allerdings ein Vielfaches der Zeit, die die Frauen, die hier emsig den ganzen Tag über Bonbons einwickeln, benötigen. Ein aufwändiger Prozess von der Kokosnuss zur Süßigkeit.

Aus Kokosnüssen werden Süßigkeiten hergestellt

Aus Kokosnüssen werden Süßigkeiten hergestellt

Im Anschluss wurden wir Touristen auf kleine Pferdekarren verladen und durch das Dorf gefahren. Nach Flugzeug, Bahn, Bus, Auto und Scooter sowie Tuk Tuk, nahmen wir diese Runde mit Humor. Doch die bis auf die Rippen abgemagerten Tiere taten mir unendlich leid. Menschenleben zählen hier nach meinem Eindruck manchmal nicht sehr viel. Tierleben im Allgemeinen so gut wie gar nichts. Das muss nicht immer so sein. Ich habe auch einige Tiere gesehen, die es anscheinend bei ihren Besitzern recht gut getroffen hat. Das ist aber anscheinend eine geringe Minderzahl.

Pferdekarren wartet auf Touristen

Pferdekarren wartet auf Touristen

Nebenbei: Vietnamesen finden viele gute und praktische Lösungen, wie den Kindersitz für den Scooter.

Scooter - Kindersitz

Scooter – Kindersitz

Weiter ging es in unserer Gruppe auf die Insel Phoenix Island. Dort gab es entgegen der Ankündigung des Reiseleiters keine Ratte, sondern Reis mit Gemüse zu essen. Wir waren beruhigt, schauten jedoch etwas verunsichert auf das Fleisch, ob sich da nicht doch vielleicht ein Stückchen Rattenfleisch eingeschlichen hatte.

Affen- oder Bambusbrücke

Affen- oder Bambusbrücke

Nach dem Essen konnten wir uns beim Balancieren über die schmale Affenbrücke üben und Krokodile bestaunen, die im Tümpel darauf warteten als Delikatesse auf den Tisch zu kommen.

Krokodil

Krokodil

Auf der nächsten Insel lernten wir, was alles aus Honig hergestellt wird. Royal Jelly – angeblich ein Zaubermittel gegen alle Beschwerden. “ Very cheap – only 20 $“ , priesen die Verkäufer ihr „Allesheilmittel“ an. Einige Australier schlugen zu und erwarben zwecks Verpackung noch gleich eine folkloristisch bestickte Handtasche vom Nachbarstand dazu. Jeder bekam einen Tee mit Honig und ich freute mich, dass es nicht Kaffe war und war zufrieden.

Bienen

Bienen

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Tee

Tee

„Weiter, weiter – come on guys“, schrie unser Guide und wir wurden jeweils zu viert in kleine Boote verfrachtet, mit denen wir durch die engen Mekongkanäle geschippert wurden. Wenn das Lebendgewicht der Touristen recht hoch war, erreichten die Bootsseiten bereits nach dem Einstieg von drei Passagieren die Wasserlinie. Die schmächtigen vietnamesischen Ruderer leisteten harte Arbeit und forderten anschließend lautstark ein Trinkgeld, das wir alle gerne gaben.

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Nach der „anstrengenden“ Bootfahrt gab es noch einen zweiten Tee und viele Früchte. Wir probierten die einheimischen Ananas, Litschi und Mangos. Dazu sangen und spielte eine Folkloregruppe und zwei Frauen sangen. Die vietnamesischen Gesänge waren mit amerikanischen Volksliedern durchmixt. Zum Abschied wurde noch schnell ein wenig Geld eingesammelt und dann ging es unter den Rufen des Reiseleiters ab zum Boot. “ Wer nicht shoppen will, bitte weiter“, schrie er und trieb uns an den vielen bunten Ständen vorbei. Die Australier kauften noch einen hölzernen Löwen und am Nachbarstand ein Original Northface Rucksack – Qualität A nach dem Original. Vollbepackt erreichten wir das andere Ufer, um noch drei Stunden mit dem Bus zur nächsten Stadt Can Tho zu fahren, wo wir übernachten sollten.

Tee mit Ananas

Tee mit Ananas

Um uns zu einem Gang in ein bestimmtes Restaurant am Abend zu animieren, scheute unser Guide keine Facette der Erzählkunst. Fast alle anderen Restaurants in der Stadt würden sehr unsauber sein. Häufig wären Touristen in der letzten Zeit nach Besuch derselben im Krankenhaus gelandet. Dasjenige, in das er uns nahezu hineindrängte, war sauber und teuer. Dass er eine Provision für Kunden kassierte, verschwieg er geflissenlich. Doch voller Essen, Ware und Eindrücken vom ersten Tag im Mekongdelta gab es keine weiteren Beschwerden. Jeder von uns war froh, dass er totmüde ins Bett fallen konnte.

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Kommentare
  1. Sehr schön. Ich genieße deine Berichte 🙂

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  2. meintagesablauf sagt:

    Ich bin immer gespannt, was du so erlebst. Heute musste ich so über den Kindersitz schmunzeln.
    Hab noch einen schöne zeit.
    LG Gabi

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  3. aquasdemarco sagt:

    Ein leider verstorbener Freund hat mal in einem Sommer eine riesige Summe an Provisionen verdient.
    Ich denke jeder Taxifahrer in Berlin zahlt dem Hotel Provisionen, welches immer nur ihn bestellt.
    Schmunzel, da redet man aber nicht drüber.

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  4. Karl-Heinz sagt:

    Leonie, freue mich jeden Tag Deinen Bericht zu lesen und diesmal konnte man Deine Bilder enorm vergroessern. Aber besonders freut es mich, dass Du noch lebst und noch nicht von einem Krokodil oder aehnlichem gefressen wurdest oder einen Unfall hattest. 🙂
    Diese Reise ist jedenfalls recht abenteuerlich.

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  5. Emily sagt:

    Ohhh, der Buddha ist toll!!! Den hätte ich gern für meinen Garten. Nur etwas kleiner 😉

    Liebe Grüße, Emily

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  6. Der Kindersitz ist ja ausgesprochen raffiniert! 😉 Mit dem Krokodil würde ich mich freiwillig nicht anlegen, eher das Essen teilen. Beruhigende Maßnahme und so, Du weißt schon! 😛

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  7. Franka sagt:

    Du verstehst es, eine interessante Mischung von Visuellem, Information und persönlichen Eindrücken wiederzugeben. das macht deine Berichte so interessant. –

    Eigentlich erstaunlich, wie schnell sich dieses Land erholt hat und wie fix sie kapiert haben, wie man mit Touristen umgeht 😉

    Weiterhin eine gute Reise,
    ‚Franka‘

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  8. Wer dringend auf das Trinkgeld angewiesen ist, muss es sicher „lautstark und mit Nachdruck“ von den Touristen einfordern.
    Bei einem Ausflug zu einem Ziel in Jamaica hielt der Bus mit uns Touristen an einer bestimmten Stelle mit indianischen Verkaufsständen. Leider waren wir nicht so einkaufstüchtig. Die folkloristisch verkleideten Einheimischen ließen uns ihren Unmut darüber sehr aggressiv spüren.

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  9. Gabi sagt:

    Wieder sehr interessant. Hier zeigt sich ja einiges, wie ich es im letzten Kommentar schrieb (nicht die Wahrheit sagen, Trinkgelder einfordern,,,). Aber so ist das leider.
    Die Affenbrücke ist ja witzig. 🙂 Ich denke, dass sich da aber nicht jeder drüber traut. – Und jetzt wissen wir ja, wie die Krokodile gefüttert werden – mit ungeschickten Touristen. 🙂
    LG Gabi

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