Mekongdelta – Floating Market, Reiswein und ein beschwipster Guide

Veröffentlicht: 21. Oktober 2013 in LeoniesLeben, Reisen 2013, Vietnam
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Mekongschiff

Mekongschiff

An unserem zweiten Tag im Mekongdelta ging es früh morgens um sieben Uhr los. Vom Hotel folgten wir umserem Guide durch die Stadt bis zum Bootsanleger. Bereits am frühen Morgen ging es auf eine Schifffahrt auf den Mekong zu dem Floating Markt. Die Fahrt war sehr angenehm, da  der kühle Morgenwind sorgte für eine kleine  Abkühlung auf dem Fluss sorgte. Ich schaute mir die vielen verschiedenen Boote auf dem Mekong und die Hütten am Uferrand an. Die Schere zwischen Arm und Reich in Vietnam klafft tatsächlich. Hier an den Ufern des Mekong ist die Armut vieler Menschen offensichtlich. Viele Menschen hausen in Hütten und auf den Schiffen unter primitivsten Verhältnissen. Körperlich wird hart gearbeitet. Korpulente Menschen sieht man hier kaum.

Leben am Mekongufer

Leben am Mekongufer

Anders unser Guide. Er versuchte sich bereits früh morgens in Karaoke. Die Gesänge fielen nicht besonders ansprechend aus und so begann er Witze über die armseligen Hütten, die er als Fünfsternehotels bezeichnete, zu machen. Zum Glück konnten wir die meisten seiner Worte kaum verstehen, da sie im Knattern des Schiffsmotors untergingen.

Leben auf einem Mekongboot

Leben auf einem Mekongboot

Nach knapp einer Stunde erreichten wir den Floating Market. Vor Jahren hatte ich einen solchen Markt auf dem Wasser in Bangkok gesehen. Hier auf dem Mekong ging es hingegen ein wenig untouristischer zu. Vor uns bot sich uns ein buntes Bild einer Vielzahl von Händlerbooten, die am Mast ihrer Schiffe die Früchte gebunden hatten, die sie verkauften.

Vietnamesin auf dem Floating Market

Vietnamesin auf dem Floating Market

Buntes Markttreiben auf dem Wasser und dazwischen dann doch einige Touristenboote. Unser Guide ermahnte uns nichts von den angebotenen Waren zu kaufen, die die Händler, die längsseits an unser Boot kamen, verkaufen wollten. „Die verkaufen dreckige Früchte und schlechte Ware. Nicht gut für Touristen“, ließ er verlauten.

Floating Market

Floating Market

Kurz danach legten wir an einem Schiff an, das sich auf den ersten Blick nicht von den anderen unterschied. Ein kleines Mädchen spielte auf dem Deck mit einem kleinen Hundewelpen, während ihre Eltern Ananas schälten. Hier sollten wir kaufen, meinte unser Guide. Die Frage mach dem „warum hier“, verstand er nicht. Eine häufig benutzte Technik der örtlichen Guides. Bei unbequemen Fragen setzen auf einmal die sonst recht guten Englischkenntnisse komplett aus. Statt einer Antwort kam nur: “ Here very cheap“. Seine Provision dafür, dass er an diesen Ort täglich eine Vielzahl von Touristen brachte, verschwieg er geflissentlich.

Vietnamese auf dem Floating Market

Vietnamese auf dem Floating Market

Auf der Weiterfahrt erzählte er dann doch etwas über den Mekong und die Bedeutung der aufgemalten Augen am Bug der Mekongschiffe. Sie sollen als Drachenaugen vor Krokodilen schützen. Seit 2011 gäbe es nach einer Überflutung in Thailand wieder sehr viele Krokodile im Mekong. Ängstlich schaute ich auf die Menschen, die hier bedenkenlos in den braunen Wasserfluten badeten. Die Menschen  am Fluss haben wahrscheinlich keine andere Wahl, um sich zu reinigen. Insgesamt 65000 Krokodile sollen es sein, die  im vietnamesischen Mekong schwimmen.

Früchte am Mast der Schiffe

Früchte am Mast der Schiffe

Dann ging unser Guide zu einem Quiz über. Welches ist der längste Fluss der Welt? Nein, nicht der Mekong. Der belegt Platz 13. Nach so viel Arbeit musste er eine Pause einlegen. Wir legten mit dem Boot in einem kleinem Dorf an, in dem der Guide sich köstlich in einem Haus bewirten ließ. Wir konnten uns derweil auch etwas kaufen oder spazieren gehen. Ich nahm die Gelegenheit wahr, um mir ein wenig das Dorfleben anzuschauen.

Mädchen mit Hundewelpen

Mädchen mit Hundewelpen

Mädchen mit Hundewelpen

Mädchen mit Hundewelpen

Als unser Reiseführer frisch gestärkt war, ging es mit unserer Tour weiter. Wir schauten uns einen Betrieb an, in dem Reisnudeln gefertigt wurden. Das war mehr als interessant, denn die Rohmasse wurde auf Herden, die den ganzen Tag befeuert werden musste, hergestellt. Harte Arbeit und ein langer Arbeitsprozess, an dem einige Arbeitskräfte beteiligt sind, bis aus Reis die schimmernden langen Reisnudeln entstehen. Die Leute, die in der Reisnudelproduktion den ganzen Tag in der Hitze arbeiten, haben bestimmt kein leichtes Leben.

hier werden Reisnudeln hergestellt

hier werden Reisnudeln hergestellt

Hündin mit Welpen

Hündin mit Welpen

In der „Backstube“ war auch eine Hündin, die dort mit ihren Welpen Unterschlupf gefunden hatte. Unser Guide erklärte ein wenig, machte Witze und annimierte die Gruppe zum Nudelkauf. Gut für den Betrieb. Seine Provision verschwieg er geflissentlich.

Mekongschiff

Mekongschiff

Danach veranstaltete der fleißige Guide zurück an Bord des Schiffes einen Wettbewerb. Wir sollten vier Reisnudeln unter die Unterlippe klemmen, den Mund aufmachen, Zähne zeigen und etwas sagen. Angeblich gäbe es solche Wettbewerbe in Vietnam und Geoßmeister brächten es zu einer beträchtlichen Anzahl von Wörtern. Wer es von uns schaffen würde einige Wörter in dieser Position zu sagen, dem versprach er 20 Flaschen Wein. Kaum machbar und auch für Vietnamesen schwer. Doch zur Überraschung aller, schaffte eine Australierin das Unglaubliche. Der Guide war fertig und die nächste halbe Stunde still. Die 20 Flaschen Wein erwähnte er vorsichtshalber nicht mehr.

Vietnamese am Mekong

Vietnamese am Mekong

Floating Market

Floating Market

Floating Market

Floating Market

Wir legten an einem weiteren Ort an. Nun durften wir uns ein richtiges Reisfeld ansehen. Doch um dorthin zu gelangen, ging es durch viel Schlamm, über Gräben und matschige Wege. Mit meinen Flip Flops kein Problem. Der Guide schickte einen Dorfjungen mit uns los, da er seine Schuhe nicht dreckig machen wollte. Er blieb im Restaurant sitzen und ließ sich ein Barbecue und Reiswein servieren. Unsere Wanderung mit dem Dorfjungen, auf der wir auch an Gräbern vorbei kamen, war wirklich schön. Noch einmal sah ich, welche harte Arbeit hier täglich von den Reisbauern geleistet wird. In den nassen Reisfeldern soll es viele verschiedene Schlangen geben und jährlich sterben tausende von Reisbauern an tötlichen Schlangenbissen.

Reisfeld

Reisfeld

Als wir mit dem Jungen wieder zurück zum Restaurant kamen, war unser Guide immer noch am Essen. Er saß mit Männern aus dem Dorf an einem Tisch und ließ immer neue Platten mit kleinen Köstlichkeiten bringen. Daneben hatte er dem Reiswein gut zugesprochen und schien auch nicht willens zu sein, irgendetwas anderes zu tun. “ Kommt her und probiert den Reiswein, Mäuse- und Vogelfleisch. Einige von uns spülten das Mäusefleisch mit Reiswein herunter. Schnell wurden Tische geschoben und Stühle gerückt und wir fanden uns in einer großen Runde.

Gräber am Rande des Reisfeldes

Gräber am Rande des Reisfeldes

Als sich dann noch herausstellte, dass eine Teilnehmerin aus Malaysia Geburtstag hatte, gab es für den Guide kein halten mehr. Unter „happy birthday“ Gegröle, trank er einen Reiswein nach dem anderen und annimierte zusammen mit den anderen Männern uns, es ihm gleich zu tun.

Einige Australier und Spanier aus der Gruppe genossen reichlich Reiswein und waren danach gut angeheitert. Der Rest der Gruppe hielt sich an diesem Morgen zurück. Nicht unser Guide. Er war schon ganz rot im Gesicht und ich fragte mich bereits, ob wir hier überhaupt noch mal wegkämen. Doch er bekam gerade noch rechtzeitig die Kurve und schleppte sich aufs Schiff, wo er sofort einschlief. So genossen wir eine wunderschöne lange Rückfahrt. Sein Schnarchen wurde von dem Getucker des Motors übertönt.

Mittags kamen wir von unserer Tour zurück und konnten in dem Städtchen Can Tho am Mekong essen gehen. Unser Guide war aufgewacht und versuchte es noch einmal mit der Masche: “ Besucht dieses Lokal – nur hier werdet ihr sicher nicht von dem Essen krank werden“. Nach diesem Morgen mochte jedoch keiner mehr so recht auf ihn hören. Jeder suchte sich seine eigene nette Garküche.

Apple :-)

Apple 🙂

Und dann verabschiedeten wir uns von der Gruppe, die nach Saigon zurückfuhr. Nun waren wir wieder ohne Guide unterwegs. In diesem Fall ein sehr befreiendes Gefühl. Wir nahmen den Bus nach Rach Gia. Das ist eine große Küstenstadt, von der die Fähren nach Pho Quok ablegen. Nach drei Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel, mussten jedoch noch weitere 10 Kilometer mit dem lokalen Bus fahren und einen Kilometer laufen, bis wir den Fähranleger erreicht hatten.

Nike -  Lewis Kooperation

Nike – Lewis Kooperation

Mittlerweile war es dunkel geworden.  Auf dem lokalten Nachtmarkt schauten wir die Flip Flop Fakes an. Hier gab es ein Modell, dass gleich von zwei Marken stammte. Kooperation zwischen Lewis und Nike. Und passend zum I Pad ein Paar Apple Flip Flops :-). Wir  kauften Fährtickets für den morgigen Tag, fanden eine Unterkunft für die Nacht und gingen am Ufer eines Flusses in ein nettes Restaurant, um den langen Tag ruhig ausklingen zu lassen.

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Kommentare
  1. Elvira sagt:

    So ein paar FlipFlops hätte ich auch mitgenommen 😉
    Liebe Grüße von Elvira

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  2. aquasdemarco sagt:

    Seit dem Film Planet Plastik schwöre ich auf Bambus Flip Flops.

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  3. Na ja … sagen wir mal so: Wenn der Guide nicht so viel und lange gesoffen etc.hätte, dann wäre er mit Euch vielleicht noch in eine „Teppichfabrik“ marschiert. Insofern … soll(te) er lieber trinken und dann schlafend die Klappe halten! 😛

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  4. Gabi sagt:

    Bei dem Guide kann man wohl ja nur froh sein, wenn man ihn wieder los ist.
    Und jetzt wissen wir ja alle auch, wo die 20 Flaschen Wein hingekommen sind, die die Australier eigentlich gewonnen hätten. 🙂
    LG Gabi

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