Phu Quoc – unterwegs im wilden Süden

Veröffentlicht: 23. Oktober 2013 in LeoniesLeben, Reisen 2013, Vietnam
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Phu Quoc - Bai Sao

Phu Quoc – Bai Sao

 

Um die Insel, auf der wir uns nun über eine Woche aufhalten wollen, ein wenig kennen zu lernen, begaben wir uns am zweiten Tag auf einen Ausflug mit dem Scooter in den Südteil des Eilandes.

Phu Quoc - die Südspitze

Phu Quoc – die Südspitze

 

Wir wollten ungern in der prallen Mittagssonne starten und so brachen wir früh nach einem kleinem Frühstück im Strandrestaurant auf. Das Strandrestaurant besteht aus einer kleinen Hütte mit Tischen und Stühlen auf dem weißen Sand. Das Restaurant wird von einer vietnamesischen Familie betrieben und scheint noch recht neu zu sein. Auf einem Schild wird dem Kunden jedenfalls 10% Rabatt wegen Neueröffnung garantiert.

 

Geboten wird Frühstück und wirklich einigermaßen trinkbarer Kaffee. Und das ist für hiesige Verhältnisse einfach großartig. Daneben gibt es viele vietnamesische Gerichte. Der fangfrische Fisch wird direkt von den Booten geliefert, die einige Meter vom Strand entfernt anscheinend beste Fanggründe vorfinden. Es gibt kleine runde „Badewannenboote“, aber auch größere Kutter, die lange Netze vor sich herschieben. Wenn die großen Netze gefüllt sind, werden sie mit zwei Stangen angehoben. Die Beute ist im Netz.

 

Die Restaurantbesitzer gehen mit einem Eimer zu den Booten, die am Strand anlanden und holen sich ihren Fisch. Keine langen Transportwege! Doch neben vietnamesischen Gerichten findet sich auch die Aufschrift: Schnitzel und French fries. Das habe ich allerdings noch nicht gesehen und möchte es auch nicht wirklich gerne probieren. Ich halte mich an die vielen Fische und Meeresfrüchte.

 

Die Großfamilie lebt und arbeitet am Strand. Alle sind immer gut gelaunt und sehr freundlich. Frühstück am Tisch auf dem warmen weichen Sand und der Tag fängt bereits gut an. Für Vitamine sorgen die vielen Früchtestrandverkäuferinnen. Doch so schön der Strand auch ist, wir möchten etwas von der Insel sehen. Da auf Phu Quoc der Strom 2 bis 3 Tage in der Woche auf der gesamten Insel von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang abgestellt wird, ist auch das Notebook keine Alternative. Warum der Strom allerdings abgestellt wird, habe ich bislang nicht herausfinden können.

 

Rote Piste

Rote Piste

Einige Kilometer fahren wir Richtung Süden auf einer Asphaltstraße. Doch sehr schnell geht diese in rote lehmige Piste über. Da es nachts viel regnet, ist es nicht staubig. Doch wir kommen auf den holprigen Pisten nur langsam voran. Die 30 Kilometer bis zur Südspitze ziehen sich hin. Hier sind wir unter Einheimischen. Kaum ein Tourist verirrt sich von den Weststränden hierher. Rechts von uns unendlicher Strand mit vielen kleinen Hütten. Die Vietnamesen, die hier wohnen, leben sehr einfach und ernähren sich in erster Linie von der Landwirtschaft und dem Fischfang. Wenn die gesamte Küstenlinie mehr und mehr zugebaut werden sollte, kann es hier in einigen Jahren vollkommen anders aussehen.

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Ab und zu rauschen an uns Touristenbusse vorbei, die ihre Lieferung zum südlichsten Punkt von Phu Quoc, nach An Thoi bringen. Denn von dort starten die Boote, die die Touristen auf eine Tagestour zum Schnorcheln auf die umliegenden kleinen Inseln bringen.

 

Häuser an der Küste - Phu Quoc

Häuser an der Küste – Phu Quoc

Wir fahren durch einige kleine Dörfer und erreichen An Thoi. An Thoi ist eine lebendige Stadt an der Südspitze des Eilandes. Tourismus gibt es hier (noch) nicht. Nur am Fähranleger liegen neben den Fischerbooten, die Boote die zum Schnorcheln und Fischen mit den Touristen rausfahren.

 

An Thoi - Hafen - Phu Quoc

An Thoi – Hafen – Phu Quoc

Wir fahren nach einem kleinem Spaziergang durch die Stadt und den Hafen wieder Richtung Norden. Jetzt halten wir  uns  jedoch Richtung Osten.

Coconut Prison - Phu Quoc - tiger cages

Coconut Prison – Phu Quoc – tiger cages

Phu Quoc - coconut prison

Phu Quoc – coconut prison

Zunächst kommen wir nach 5 Kilometern nördlich von An Thoi am sogenannten Coconut Gefängnis vorbei. Hier inhaftierte die südvietnamesische Regierung über eine lange Zeit Regimegegner. Anhand von Puppen wird demonstriert, wo hier auf den Wachtürmen und hinter Stacheldraht Wachposten standen, wie Personen in tiger cages gesperrt oder gefoltert wurden. Wieder ein Ort des Grauens. Dass die Gegenseite gleiches machte, wird an diesem und an anderen Gedenkorten in Vietnam nicht erwähnt.

 

An Thoi - Phu Quoc

An Thoi – Phu Quoc

Über eine kleine Eisenbrücke, an der gebaut wird, geht es weiter auf die Ostseite der Insel. Dort liegt der wunderschöne Strand Bai Sao. Wir gönnen uns eine kleine Rast und baden im klaren türkisfarbenen Wasser. Dann geht es auf einer Sandpiste Richtung Norden zurück. Auf der gesamten Strecke wird gebaut. Heute noch eine einsame Sandpiste. Morgen eine sechsspurige Autobahn?

Anthoi - Phu Quoc

Anthoi – Phu Quoc

überall wird gebaut

überall wird gebaut

leben am Fluss

leben am Fluss

Bai Sao

Bai Sao

 

Phu Quoc wirkt auf mich noch sehr natürlich, landschaftlich wunderschön…..und im Aufbruch. Alles wird sich ändern.

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Kommentare
  1. Vallartina sagt:

    Sagenhaft, wo Du überall hinkommst! Ist ja eine richtige Off-the-beaten-path-Reise! Alles Gute weiterhin!

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  2. Diva sagt:

    Jeder Reisebericht von dir beeindruckt mich von neuem ! L.G. Anja

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  3. Wie viele Reisetage hast du denn noch? Ich habe vergessen, auf welche Zeit die Reise ausgelegt war.

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  4. Emily sagt:

    Coconut prison kannt ich überhaupt nicht 😯 Und wieder dazu gelernt!

    Liebe Grüße zu dir und genieße die letzten Stunden, Emily

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  5. Dass sich selbst solche Schönheiten nicht von zu viel Geldgier und Wachstum bewahren lassen, ist grausam! Schön, dass Du es noch ursprünglich sehen konntest!

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  6. Der sich anbahnende Tourismus verändert die Landschaft. Leider ist das die einzige Möglichkeit für so eine Insel. Was sollen sie auch sonst „produzieren“?

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  7. Gabi sagt:

    Noch so schön hier. Aber wie Du ja schreibst, wer weiß, wie es da in ein paar Jahren aussehen wird.
    LG Gabi

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