Phu Quoc – Abenteuer im unwegsamen Norden der Insel

Veröffentlicht: 24. Oktober 2013 in LeoniesLeben
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Phu Quoc- Inselnorden

Phu Quoc- Inselnorden

Nach der Fahrt in den Süden der Insel mussten wir natürlich auch den Norden von Phu Quoc ein wenig näher kennen lernen. Wir fuhren mit dem Scooter quer über die Inselmitte, um als erste Station auf unserer Nordinseltour einen Wasserfall zu besuchen. Früh am Morgen waren wir die ersten Besucher, die ihren Rucksack auf einem kleinen Pfad parallel zu einem Bächlein hochschleppten. Durch den Regen der letzten Nacht war der Boden aufgeweicht. Die Bäume wurden dichter und dichter und bei mir stellte sich langsam ein richtiges Dschungelfeeling ein. Plötzlich tauchte der Wasserfall hinter Bäumen auf.

Phu Quoc- Inselmitte

Phu Quoc- Inselmitte

Phu Quoc - Wasserfall

Phu Quoc – Wasserfall

Wunderschön anzusehen, aber ein Bad mochte ich am frühen Morgen noch nicht hier nehmen. So fuhren wir weiter. Auf der Karte war an der Ostküste eine Straße eingezeichnet, die bis zum Norden der Insel führt. Die wollten wir nehmen. Zunächst war auch alles ganz einfach. Wir tankten den Scooter voll und fuhren die einzige Straße, die Richtung Norden führte. Dann erreichten wir den  Ort Ham NInh. Ein quirliger Ort, der voller Scooter und Marktstände war. Wir konnten nicht die Straße heraus finden, die uns in den Norden bringen sollte. Ich fragte einen Polizisten. Soweit ich sein gebrochenes Englisch verstand, meinte er, dass wir die Straße nicht nehmen sollten, sondern lieber die Fähre hier im Ort. Es gab tatsächlich eine Fähre, die von Ham NInh nach Mui Da Chong im Norden fuhr. Aber warum sollten wir entlang der Ostküste eine Fähre benutzen, wenn es eine Straße gab? Die Antwort sollten wir bald erhalten.

Phu Quoc - Straßenkreuzung

Phu Quoc – Straßenkreuzung

Wir hielten uns parallel zur Küste und gelangten nach einigem Suchen nach20 Minuten Fahrt  tatsächlich auf eine breite Piste. Dort entdeckte ich zu meiner Beruhigung am Straßenrand weiße Steine  mit Kilometerangaben zum Ort Bai Thom. Dieser Ort im Norden war unser nächstes Ziel.  Die Piste bestand aus rotem Schlamm mit vielen Schlaglöchern und das Fahren gestaltete sich sehr holprig und schlammig. Für die 30 Kilometer würden wir einige Zeit brauchen – das war uns klar. Nicht klar war uns, dass die Piste immer schlechter wurde. Schmal, hoprig und teilweise vollkommen überschwemmt. Langsam leuchtete es mir ein, warum eine Fähre existierte. Doch nun mussten wir weiter, denn zurück wollten wir auch nicht mehr.

Phu Quoc - Piste in den Norden

Phu Quoc – Piste in den Norden

Doch es kam noch schlimmer. Die rote schlammige Piste war plötzlich zu Ende. Es schien, dass sie auf einer Talüberführung „zusammengebrochen“ war. Es gab eine kleine „Umleitung“. Der Weg war nur noch ca. 2 Meter breit und führte in heftigen An- und Abstiegen über die Berge. Wenn Flüsse oder kleine Bachläufe zu überwinden waren, war die Straße mit Holzstämmen gepflastert. Die waren oft nicht mehr als 1,5 Meter breit und führten über atemberaubende Abgründe. Nun kam doch ein wenig Angst mit ins Spiel. Aber ein Zurück kam überhaupt nicht mehr in Betracht.

Umleitung

Ich war dankbar, als wir endlich wieder auf der breiten aufgeweichten Piste waren – auch wenn ich bis zum Knie voller Schlamm war. „Mit Flip Flops kein Problem“, beruhigte ich mich. Jeder Kilometer zog sich unendlich dahin. Doch dann erreichten wir eine Straßenkreuzung und links ging es zu dem kleinen Fährhafen Mui Da Chong. Dort kamen die Fahrzeuge an, die den Wasserweg der schlammigen Piste vorgezogen hatten. Bevor wir Bai Thom erreichten, trafen wir auf eine wunderschöne Lagune. Ein Traumstrand mit einer vorgelagerten Insel, die über einen Damm zu erreichen ist. Da wir nach der holprigen Fahrt ein wenig „Füße vertreten“ wollten, wanderten wir über den Damm und auf die einsame Insel.

Phu Quoc - Damm zu einer einsamen Insel

Phu Quoc – Damm zu einer einsamen Insel

Plötzlich hörten wir Musik und sahen eine Familie, die am Uferrand picknickte. Ein Lautsprecher war aufgestellt und die Familienmitglieder sangen Karaoke. Karaoke scheinen die Vietnamesen sehr zu lieben. Eine junge Frau, die ein wenig Englisch sprach, winkte uns, herzukommen. Sie erklärte, dass sie alle eine große Familie seien, ihre Brüder gerade die Fische für ein Barbeque fangen würden und dass sie sich freuen würden, ein Foto von uns zu haben. Das ist uns in Vietnam häufig passiert, dass Vietnamesen gerne ein Foto mit uns haben wollen. Warum? Ich weiß es nicht. Vielleicht sehen wir in ihren Augen wie Riesenmonster aus, mit denen sie sich gerne ablichten lassen möchten. Auf jeden Fall machten wir mit dieser Familie in jeder Kombination Fotos und alle schienen zufrieden.

Phu Quoc -Picknick unter einem großen Baum in der Lagune

Phu Quoc -Picknick unter einem großen Baum in der Lagune

Unter den große Bäumen auf der Insel bot uns die Mutter der Familie noch ein Stück Melone an und dann verabschiedeten wir uns. Als wir zum Scooter zurückkamen, sahen wir auch an diesem wunderschönem einsamen Platz große Projektschilder. Hier soll wohl ein Resort entstehen. Ich freue mich, dass ich Phu Quoc noch so sehen kann, wie es jetzt aussieht.

unberührter Norden -Phu Quoc

unberührter Norden -Phu Quoc

Wir erreichen Bai Thom, von wo aus noch die Möglichkeit besteht, auf einen kleinen Piste an einsame Strände an der Nordküste zu fahren. Doch wir waren für heute genug Offroad. Auf der breiten Straße in der Inselmitte ging es zurück zur Hauptstadt Duong Dong.

Phu Quoc - Jugendliche haben zusammen Spaß im Wildwasser

Phu Quoc – Jugendliche haben zusammen Spaß im Wildwasser

Phu Quoc - Wildwasser

Phu Quoc – Wildwasser

Phu Quoc - Wildwasser

Phu Quoc – Wildwasser

PHu Quoc -Familienbad i Fluss

PHu Quoc -Familienbad im Fluss

Doch einmal mussten wir dennoch auf die Piste. Kurz vor Duong Dong gibt es Wildwasserfälle zu besichtigen. Um die zu erreichen gibt es nur die Möglichkeit, sieben Kilometer Ruckelpiste zu fahren. Aber auch das schafften wir noch. Danach gönnten wir uns zur Belohnung ein Bad in den Wildwasserfällen. Es war Sonntag und viele vietnamesische Familien hatten sich hier am Rande des Wassers auf den großen Steinen zu einem Picknick zusammen gefunden. Ich genoss die Sonne und das Wasser und dachte eine Zeit lang nicht mehr an die sieben Kilometer, die noch auf der unwegsamen Piste vor uns lagen.

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Kommentare
  1. Die rote Piste ist ja der Hammer! Aber dieses „Zurück kommt nicht in Frage“ kenne ich auch gut. Das wäre dann echt ZU blöd! Schön, dass Ihr trotz aller Un_weg_barkeiten gut angekommen seid und auch noch so schöne Begegnungen und Ansichten hattet! Weiter so! 😉

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  2. Immer wenn ich deine Seite anklicke, komme ich aus dem Staunen nicht mehr hinaus.
    Was du alles erlebst, ist wirklich der Hammer! Wie schön, dass du es hier mit uns Lesern teilst,
    liebe Leonie!

    Ich wünsche dir noch ein paar schöne Tage dort und frage mich manchmal wirklich, wie viel Tage du zum Kuckuck im Jahr Urlaub hast???
    (Scherz).

    Ganz liebe Grüße ans andere Ende der Welt,
    Suse

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  3. Elvira sagt:

    Ich wünsche Dir zwei weitere schöne Tage! Ist dann die ganze Reisezeit um? Das wird Dir sicher nicht leicht fallen!
    Herzlichst,
    Elvira

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  4. Wie schön für dich und uns, dass du dort schon so eifrig Reisebericht schreibst, dann musst du das zu Haus nicht mehr machen, wo du vielleicht schon einen Teil vergessen hättest.
    Schöne Rest-Zeit wünsche ich dir dort.

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  5. Karl-Heinz sagt:

    Ihr seid tapfer und zu bewundern – auf die Art „Augen zu und durch“.

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  6. Gabi sagt:

    Die Schlammpist ist ja wahrlich der Hammer! Schon toll, was Du alles erlebt hast.
    LG Gabi

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