Phu Quoc – unterwegs im Nordwesten und auf der Bank

Veröffentlicht: 26. Oktober 2013 in LeoniesLeben, Reisen 2013, Vietnam
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Phu Quoc - Strand im Norden

Phu Quoc – Strand im Norden

 

 

Unsere letzte Scootertour auf Phu Quoc und auch in Vietnam führte uns in den Nordwesten der Insel. Dorthin soll es laut Karte eine Straße geben, die in der Hauptstadt Duong Dong beginnen soll. Nachdem wir eine Stunde in der Stadt herum gekreuzt waren und nach vielen Hinweisen in viele verschiedene Richtungen gefahren waren, gelang es uns endlich die Straße zu finden. Kein Wunder, dass es so lange dauerte, denn die Straße beginnt nicht in der Hauptstadt, sondern einige Kilometer nördlich. Mitten auf dem Feld ist der Straßenanfang und bis dahin muss man sich erst einmal über Feldwege und quer durch den Wald durchschlagen.

Phu Quoc - mit Scooter unterwegs

Phu Quoc – mit Scooter unterwegs

 

Doch als wir die Straße erreicht hatten, stellten wir fest, dass sie weitaus besser war, als die rote Schlammpiste, die auf der Ostseite der Insel entlang führt. Eine ganze Weile fuhren wir auf einer normalen geteerten Straße. Dann ging die Straße in eine Piste über, die aber einigermaßen befahrbar war. Zwischendurch trafen wir immer wieder auf Baukolonnen, die neue Straßenabschnitte bauten. In einigen Jahren wird die Insel wohl rundum mit einem guten Straßennetz versorgt sein. Als wir das Städtchen Ganh Dau im Norden erreichten, staunten wir nicht schlecht.

Phu Quoc - Blick auf Kambodia

Phu Quoc – Blick auf Kambodia

 

Vor uns breiteten sich Traumstrände aus. Weißer Sand, Fischerboote und Palmen. Nun weiß ich auch, dass man hier individuelle Schnorcheltouren buchen kann. Wer also auf die Insel kommt, muss nicht unbedingt im Süden das Standardprogramm buchen. Gegen ein geringes Entgelt kann man hier im Norden in einer wirklich traumhaften Gegend individuell schnorcheln gehen. Der Ort Ganh Dau ist lebhaft und voller kleiner Gassen, in denen Waren angeboten werden. Die Häuser liegen unmittelbar am Meer. Mit dem Scooter fahren wir durch die 1 Meter breiten Gassen vorbei an Fleischständen, auf denen Fleisch, Fisch und Innereien in allen Größen angeboten werden.

Phu Quoc - Traumstrand im Norden

Phu Quoc – Traumstrand im Norden

Auf Touristen ist man in Ganh Dau (noch) nicht eingestellt. Es gibt keine Restaurants oder Coca Cola. Überhaupt trafen wir den ganzen Tag über nur ca. vier andere Touristen auf dem Scooter, die sich – wie wir – hierher „verirrt“ hatten. Diese Gegend ist tatsächlich noch ein unberührter Geheimtipp.

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Von der Nordküste der Insel ist auch Kambodia nicht weit entfernt. Fast zum Anfassen nah, liegt es vor der Küste von Phu Quoc. Die Weiterfahrt zu dem Dorf Rach Vem gestaltete sich mitten durch den Dschungel doch ein wenig schwer und holprig. Einige Male verloren wir den Pfad – doch wir erreichten Rach Vem. Bei Rach Vem soll es einen schönen Strand geben. Wir haben jedoch nur das große Dorf, deren Bewohner vom Fischfang zu leben scheinen, gesehen. Auch hier wird man kaum jemanden finden, der Englisch spricht. Doch die Menschen hier im Norden sind freundlich und herzlich. Immer wieder winken uns Leute und insbesondere Kinder zu. „Hello, hello“. Dann lachen sie und freuen sich anscheinend, dass wir winkend mit „hello, hello“ antworten.

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Dann ging es den langen anstrengenden Weg zurück an die äußerste Nordwestspitze der Insel, zum Cape Ganh Dau. Dort genossen wir die wunderschöne Aussicht auf Meer, Strand und Natur. Danach fuhren wir auf einer roten Piste langsam wieder zurück in den Süden. Die Piste verlief unmittelbar neben der Küste. Wunderschöne einsame Strände reihten sich einer an den anderen. Ab und zu kamen wir durch kleine Orte, in denen Fischer lebten.

Fischerboot

Fischerboot

 

Wir fuhren durch Gebiete, in denen über hunderte von Metern an der Straße entlang Fisch getrocknet wird. Auf Phu Quoc wird anscheinend rund um die Uhr gefischt. Mit großen Booten, mit „Badewannen“, mit Netzen und auf jede andere erdenkliche Art. Bei diesen Massen an Fischerbooten drängt sich die Frage auf, wie lange das noch gut geht. Ist das Meer nicht irgendwann auch hier leer gefischt?

 

Im einsamen Norden gibt es an der Straße dann doch tatsächlich vier Restaurants, die wunderschön gelegen sind. Das Essen wird direkt am Strand serviert. Ein Bad im warmen Meer, Wasser und Fisch. Hier könnte ich es länger aushalten.

Doch es geht weiter Richtung Inselhauptstadt.

 

Ich sehe wieder Plakate, die die Zukunft der Insel in leuchtenden Farben anpreisen. Die Realität an der Straße, in der die Menschen noch in Wellblechhütten wohnen, sieht anders aus. Was passiert mit den Menschen, wenn an dieser Stelle tatsächlich die hochfliegenden Hotelpläne verwirklicht werden?

Schöne Zukunft ?

Schöne Zukunft ?

Plakatwände

Plakatwände

 

Um noch ein wenig Geld zu tauschen gehe ich in eine Bank. Auch beim Geld tauschen ist Vietnam – wie in so vielen Dingen – für mich widersprüchlich und nicht vorhersehbar. In einigen Banken werden die Euronoten genommen und umgetauscht und das war es. In anderen Banken werden sorgfältig Daten aus Reisepass notiert und Formulare ausgefüllt. Hier in Duong Dong ist alles sehr genau geregelt. Vor der Bank warten vier Sicherheitskräfte auf die Kundschaft. Einer geleitet mich die Treppe hoch und in die Tür hinein. Drinnen sind weitere vier Sicherheitskräfte. Einer von ihnen führt mich zu einem Stuhl, auf dem ich warten soll. Per Lautsprecher werden Nummern und Namen aufgerufen. Da ich das nicht verstehe, werde ich von dem Sicherheitsmann nach 5 Minuten zu einem Schalter gebracht, an dem ich mein Anliegen äußern kann. Dann gebe ich noch meinen Namen an und darf mich wieder setzen.

 

Ich schaue mich um. In der Mitte der Bank ist ein großer Altar mit einem Buddha. Darüber leuchten und glitzern hunderte von bunten Glühbirnen. Die Anzeigetafel mit den Kursen in roten Ziffern wirkt dagegen sehr dezent.

 

Da in Phu Quoc dreimal in der Woche den ganzen Tag über auf der ganzen Insel der Strom abgeschaltet wird, wird die Beleuchtung der Bank mit einem Notstrom Aggregat betrieben. Das verlassen plötzlich wohl die Kräfte. Die Stimme aus dem Lautsprecher verstummt, der Buddha hört auf zu leuchten und die Kurse sind nicht mehr erkennbar. Eine angenehme Ruhe macht sich breit. Doch nun wird die Arbeit in der Bank eingestellt. Nach einer halben Stunde nimmt das Notstrom Aggregat seine Arbeit wieder auf und Buddha kann wieder leuchten. Ich bin beruhigt. Ich werde zu einem anderen Schalter geführt, an dem ich mein Geld tauschen kann. Alles bestens – das Abendessen am Strand ist gesichert.

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Kommentare
  1. Andere Länder – andere Sitten … Du schilderst es immer wieder sehr eindrucksvoll! Einerseits kann man wirklich nur hoffen, dass die gröbsten Sünden des Massentourismus‘ an den schönen Landschaften und vor allem an den Menschen vorbei gehen. Andererseits ist gerade der Tourismus natürlich ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Schade, dass es nur selten gelingt, beides in ein gesundes Verhältnis zu setzen.

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  2. Vallartina sagt:

    Hoffentlich verbauen sie diese Gegend nicht mit diesen Scien Fiction Gebilden! GLG

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  3. Geldtausch auf die gute alte Sitte, als die Menschen in Deutschland noch kein Girokonto brauchten.

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  4. Gabi sagt:

    Da wird sogar das Geld wechseln zum Abenteuer. 🙂
    LG Gabi

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