Lasko denkt – Tablarennen und ein Flug in die Brombeerbüsche

Veröffentlicht: 2. Dezember 2013 in Lasko denkt 2013, Leonies Leben 2013, LeoniesLeben
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Lasko denkt wieder

Lasko denkt ans Fliegen

Gestern: Am Freitag fuhren wir in den Norden der Insel zum Wandern. Erst waren wir in dem kleinen Ort Garachico und wanderten von dort auf einen Berg. Von oben sahen die Häuser unten im Ort recht klein aus. Leonie war begeistert. Doch mich interessierte viel mehr die gelbe Katze, die am Wegesrand saß und uns neugierig nachschaute. Zu gerne hätte ich die ein wenig gejagt. Aber Leonie hielt mich leider ganz fest an der Leine.

Katze in Garachico

Katze in Garachico

Die eine Wanderung reichte Leonie noch nicht und so fuhren wir in die Nähe von Puerto de la Cruz. Dort wanderten wir auf einem Küstenwanderweg. Leonie war von der Aussicht auf das Meer und die Ruine am Wegesrand fasziniert. Ich freute mich zwar über den Auslauf, fand es aber irgendwie gemein, dass ich ständig das Meer von oben sehen konnte, nicht aber dort hineinspringen konnte. Wie gerne hätte ich ein wenig in den Wellen geschwommen. „Die sind hier viel zu hoch, Lasko“, meinte Leonie. Na dann eben nicht. Ich wandte mich den interessanten Schnüffelspuren zu. Man, hier musste ein ganzes Rudel Hunde lang gelaufen sein.

historische Ruine am Wegesrand mit Blick aufs Meer

historische Ruine am Wegesrand mit Blick aufs Meer

Auf dem Rückweg schauten wir in dem Ort Icod de los Vinos vorbei. Es war die Nacht des jungen Weines odes Tablarennens. Zeit für das Tablarennen von San Andrés. In allen Tavernen wurde junger Wein ausgeschenkt. Und die Kinder, Jugendlichen und sogar die Erwachsenen sausten nach alter Tradition auf eingewachsten Brettern die steilen Straßen herunter. Ich fand das nicht so spannend. Auf solch eine rasante Abfahrt konnte ich gut verzichten. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass auch wir noch in derselben Nacht eine rasante Abfahrt vor uns hatten. Aber dazu später.

Tablarennen

Tablarennen

Zunächst musste nun Leonie verzichten. Ich durfte nicht ins Meer. Und Leonie durfte keinen Wein probieren, da sie ja noch fahren musste. So schauten wir uns einige Zeit die tollkühnen  Abfahrten der jungen Leute an und fuhren dann mit dem Wagen Richtung Südküste. Es wurde dunkel und wir mussten über das Gebirge. Oben nach dem Ort El Tanque fing es an zu regnen. Ich legte mich gemütlich hinten im Wagen auf meine Kuscheldecke und träumte vor mich hin. Bald würden wir zu Hause sein und auf mich würde sicher ein leckeres Essen warten. Doch was war das? Plötzlich wurde ich hochgeschleudert und landete fast bei Leonie und ihrem Beifahrer auf den Vordersitzen. Das Auto flog. Ja tatsächlich, wir flogen eine Böschung hinunter. Es rumpelte und polterte. Es ging über Steine und durch Gebüsch. Hier oben geht es oft viele hundert Meter runter. Ob wir gleich ins Meer fliegen und ertrinken würden?

Schrecksekunden, die Leonie wie eine Ewigkeit vorkamen, vergingen. Dann standen wir mit dem Wagen im Dunklen im Gebüsch eingekeilt. Leonie und ihr Begleiter versuchten die Türen zu öffnen. Es ging nicht. Wir waren im Dunklen eingschlossen und oben von der Straße konnte uns niemand sehen. Einfach verschwunden. Ich klemmte den Schwanz ein. Jetzt bekam ich wirklich ein mulmiges Gefühl. Wir waren nicht sicher, ob das Auto vorne über dem Abgrund hing. Nach unendlich vielen Versuchen schaffte Leonie es schließlich die rechte Beifahrertür 20 Zentimeter zu öffnen. Sie drückte und quetschte sich ganz vorsichtig durch den schmalen Spalt. Gut, dass sie nicht so dick ist. Die Brombeeren zerkratzten Leonie heftig. Doch sie schaffte es die Hintertür des Wagens zu öffnen, so dass ihr Begleiter und ich hinten aus dem Wagen klettern konnten. Durch das Gebüsch kämpften wir uns hoch an die Straße.

Dort standen wir stundenlang in der Kälte, da kein Fahrzeug hielt und auch die herbeigerufene Polizei lange brauchte. Doch als die Polizei dann kam, stellten wir zu unserer Überraschung fest, dass der spanische Polizist dänisch sprach. Er hatte viele Jahre in Dänemark verbracht. Da ich dänisch durch meinen Urlaub im Norden gut verstehe, konnte ich mich gleich mit ihm unterhalten. Er war jedoch weniger an meinem dänischen Wintermantel als an dem Wagen, das da unten in den Brombeerbüschen geparkt war, interessiert. Viele Fragen und wenig Antworten. Ein durch die Versicherung bestelltes Taxi kam nicht und Leo fror richtig. Ich nicht, da ich ja meinen Mantel hatte. Damit konnte ich jedoch auch Leonie ein wenig wärmen.

Nach Stunden des Wartens nahm uns dann ein Bus mit, obwohl Hunde eigentlich im Bus auf Teneriffa verboten sind. Der Busfahrer hatte ein Einsehen und fuhr uns in die nächste Stadt, von wo aus wir ein Taxi nehmen konnten.

Leonie war mit dem Wagen in einer Kurve durch die Nässe ins Schleudern geraten. Obwohl sie noch gegenlenkte, brachen die Hinterräder aus und wir fuhren gerade in den Abgrund. Erst spät abends kamen wir absolut durchgefroren und geschockt zu Hause an.

Parkplatz in den Brombeerbüschen

Parkplatz in den Brombeerbüschen

Heute: Die Welt sieht bereits viel besser aus. Wir haben großes Glück gehabt. Leonie ist nur einige Meter tief in die Brombeeren gerauscht. Nicht auszudenken, wenn ihr das an anderer Stelle passiert wäre. Das hätten wir nicht überlebt. Keiner von uns ist verletzt. Die Zweibeiner haben nur einige Brombeerschrammen. Mich hat mein dänischer Wintermantel selbst davor bewahrt. Am nächsten Morgen fuhren wir wieder in das Gebirge, um bei der Bergung des Wagens zuzuschauen. Da wurde uns klar, was für ein unheimliches Glück wir gehabt haben. Zwei Menschen- und ein Hundeschutzengel haben wohl auf uns aufgepasst.

...und wieder auf der Straße

…und wieder auf der Straße

Und dann passierte das nächste Wunder. Mit einer Machete wurde der Wagen freigeschnitten und mit einem großen Kranwagen auf die Straße zurückgehievt. Und außer ordentlich verschrammten Lack und einem zerstörten rechten Außenspiegel war auch dem Wagen anscheinend nichts passiert. Ein kleines robustes Fahrzeug, das mit seinen weit über 20 Jahren immer noch gut fährt. Leonie und ihr Begleiter säuberten den Wagen von den Brombeerranken und dann konnten wir tatsächlich nach Hause fahren. „Am Montag kommt der Wagen zur Sicherheit zum Durchschecken in die Werkstatt“, meint Leonie. Mir egal, meiner Kuscheldecke ist überhaupt nichts passiert. Das muss ich auch gar nicht mehr schecken. Die Polizeit hat alles auf Foto festgehalten und nun ist mein Kuschelplatz sogar in einer Polizeiakte.

Morgen: Wir feiern, dass wir alle gesund und munter sind und dass fast nichts passiert ist. „Und ich werde künftig noch ein wenig vorsichtiger fahren“, meint Leonie. Recht so :-).

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Kommentare
  1. Meine Güte… Ein Glück, dass Euch nichts passiert ist! Manchmal kann es so schnell gehen…

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  2. ES gibt ja diesen vollkommen dämlichen Ausspruch: „Da hast du aber mehr Glück als Verstand gehabt“ – doch hier scheint das wirklich zuzutreffen. Da waren wirklich 3 Schutzengel sehr auf Trab. – Also: schön auf der Straße bleiben!!!!!

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  3. Gabi sagt:

    Das „gefällt mir“ gilt natürlich nicht dem Unfall, sondern dem großen Glück, dass Euch nichts passiert ist. Ich hab ja richtig die Luft angehalten, als ich die Geschichte gelesen habe. Gott sei Dank ist alles gut ausgegangen.
    LG Gabi

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    • leonieloewin sagt:

      Ja, im Nachhinein kann man fast ein wenig über den geparkten Wagen in den Brombeeren lachen. liebe Grüße Leonie

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      • Gabi sagt:

        Wahrscheinlich wars gut, dass hier so dichte Brombeerbüsche waren und kein Baum oder eine Laterne oder Mauer. Die haben Euch wenigstens relativ sanft abgebremst.
        Und es ist immer gut, wenn man im Nachhinein ein bisserl darüber lachen kann.
        Wünsche Euch in Zukunft unfallfreies Fahren.
        LG Gabi

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  4. Follygirl sagt:

    Wie gut, daß Euch nichts passiert ist, da haben die Engel wohl Überstunden gemacht. Solche Abenteuer braucht man wirklich nicht…
    LG, Petra

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  5. meintagesablauf sagt:

    Gut das ihr alle es heil überstanden habt. So viel Aufregung braucht weder Mensch noch Hund.
    LG Gabi

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  6. Elvira sagt:

    Ups! Das ging ja noch mal gut! Wenn ich da an so manche andere Strecke denke. Nee, lieber nicht. Alles Gute euch!
    Liebe Grüße von Elvira

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  7. aquasdemarco sagt:

    Lasst euch mehr Zeit…:-).

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  8. Glück ist das halbe Leben.

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  9. minibares sagt:

    Oha, wie schnell doch was passieren kann.
    Da habt ihr aber mächtig Glück gehabt.
    Ein dickes Dankeschön an eure Schutzengel ♥

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  10. khecke sagt:

    Glueck im Unglueck gehabt.

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  11. Franka sagt:

    Das war aber mal ein ereignisreicher Tag, wobei man auf manche Abenteuer sicher gerne verzichtet. Zum Glück ist wenig passiert.

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  12. Anna-Lena sagt:

    Da habt ihr aber einen Schutzengel gehabt 😯 .
    Pass gut auf dich auf und sei beim Brombeeren pflücken nicht zu bequem. Also anhalten und aussteigen und nicht vom Fenter pflücken wollen 😉 .

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  13. Mensch, da habt ihr wirklich Glück im Unglück gehabt, liebe Leonie.
    Gut, das alles so glimpflich abgegangen ist.

    Alles Liebe für euch,
    Martina

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  14. Vallartina sagt:

    Herzelein, was machst du denn für Sachen! Seid Ihr wirklich alle fit und unverletzt? Pass gut auf Dich auf!

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  15. Emily sagt:

    Ach du liebe Güte! Da blieb mir ja jetzt die Spucke weg. Wirklich alles okay?

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  16. Katja sagt:

    Ufff! Ein Hoch auf euren Schutzengel!

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