Es geht voran – warmes Wasser durch Sonnenenergie?

Veröffentlicht: 22. Januar 2014 in Spanisches Leben
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Sonne für warmes Wasser?

Sonne für warmes Wasser?

Ich kann es selber noch kaum glauben. Aber tatsächlich – mein Elektrik-Problem ist gelöst. Was lange währt, scheint wirklich endlich gut zu werden. Ich kann kochen, duschen und nebenbei auch noch Licht anknipsen. Wunderwerk der Technik. Was ist passiert?

Kurz nachdem ich in mein neues Apartment eingezogen bin, hat mir die zuständige und zugleich einzige „Energieliefergesellschaft“ auf Teneriffa die Stromleistung verkürzt. Nach langen Recherchen, über die ich hier auch schon geschrieben habe, fand ich heraus, dass die Reduzierung der Energieleistung bei Vertragswechsel auf Teneriffa ganz normal ist. Immer wenn ein Vertragspartner wechselt, wird ein neuer Stromzähler eingebaut und die Stromleistung so reduziert, dass keine zwei elektrischen Geräte nebeneinander laufen können.

Sinn ist: Die Stromgesellschaft möchte noch ein wenig mehr verdienen. So muss vor dem neuen Vertragsabschluss mit normaler Stromlieferung ein Zertifikat in der Hauptstadt gekauft werden, das besagt, dass die Elektrik in der Wohnung in Ordnung ist. Dieses Zertifikat kann nur durch spanische Elektriker beantragt werden und kostet über 400 €. Die spanischen Elektriker müssen bezeugen, dass in der Wohnung gute elektrische Leitungen vorhanden sind. Ist die Elektrik nicht in Ordnung muss sie selbstverständlich in Ordnung gebracht werden. Da sie zumeist in Ordnung ist, ist nur eine kleine „Schönheitsreparatur“ von Nöten. Mir lagen im Frühjahr unterschiedliche Angebote von 500 bis 1500 € vor. So unterschiedlich kann die Behandlung von Wechselstrom also sein.

Lange hat es gedauert, bis ich alle diese Dinge um die „wechsel- und für mich rätselhafte“ Elektrizität erst einmal recherchiert hatte. Und noch länger hat es gedauert, bis ich die entsprechenden Elektriker gefunden hatte. Doch Anfang Dezember standen sie vor meiner Tür. Ich überreichte die Euros und dann ging alles seinen spanischen Gang. Die Elektriker kauften für 5 Euro eine neue  Sicherung, die sie anschließend in meinem Apartment auswechselten. Nicht das das wirklich notwendig gewesen wäre, denn wer mitgelesen hat, weiß, dass die Sicherung bereits im letzten Frühjahr ausgewechselt wurde. Doch irgendetwas mussten sie ja der Form halber machen, um in der Hauptstadt an der zuständigen Administrationsstelle bestätigen zu können, dass meine Wohnung nun tatsächlich auf dem neuesten elektrischen Stand ist.

Und das haben die Beiden anscheinend erfolgreich gemacht. Denn nach zwei Wochen kamen sie wieder und überreichten mir ein Zertifikat, das diesen Zustand bestätigte. Doch wie ging es nun weiter? Die beiden Elektriker erklärten mir, dass ihre Arbeit damit getan sei. Ich müsse zu der Elektrizitätsgesellschaft und das Zertifikat vorlegen. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen, obwohl das wieder eine lange Fahrt bedeutete. Doch so einfach war die Sache dann leider doch nicht. Es folgten einige schriftliche Anträge, Warterei und unzählige Telefonanrufe. Schlussendlich war der Antrag endlich im Geschäftsgang der Gesellschaft. Jedenfalls erhielt ich noch kurz vor Weihnachten eine Mail, dass mein Zertifikat nun an die zuständige Abteilung der Gesellschaft weitergeleitet würde. Am 3. Januar erfuhr ich, dass jetzt bald jemand käme, um den elektrischen Zustand der Wohnung zu kontrollieren. Ich wartete vergeblich und erfuhr auch auf Nachfrage nicht, wann das denn nun sein solle.

Doch – oh Wunder. Am 15. Januar stellte ich durch Zufall fest, dass ich waschen und kochen zugleich konnte. Ganz in Gedanken hatte ich den Herd angedreht, obwohl doch die Waschmaschine lief. Die Elektrizität war ganz plötzlich und leise zurückgekehrt. „Was für ein Luxus!“, jubelte ich innerlich. Vorsichtig probierte ich alle elektrischen Schalter in der Wohnung aus. Keine Sicherung versagte den Dienst. Die Elektrizitätsgesellschaft leitet also tatsächlich wieder mehr Strom in meine vier Wände. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass ich demnächst noch einen neuen Vertrag und zwei gesonderte Abrechnungen über die alte und die neue Elektrizität erhalten würde. Aber damit kann dieses Kapitel hoffentlich geschlossen werden.

Ganz lässt mich das Thema Elektrizität allerdings doch nicht los. Mich beschäftigt die Frage, ob es sich nicht doch irgendwie machen lässt, Sonnenkollektoren für warmes Wasser auf dem Dach anzubringen. Denn Sonnenschein gibt es auf der Insel doch wahrlich genug. Warum verwendet die hier anscheinend so gut wie niemand? Ich habe mich bei einigen Elektrikern, die ich ja nun in ausreichender Zahl kenne, erkundigt. Die meisten von ihnen winkten ab und meinten, dass die Installation einer sonnenbeheizten Wasseranlage viel zu teuer sei. „Da können Sie mehr als 20 Jahre Strom zahlen, bevor sich eine solche Anlage amortisiert“, war eine vielgehörte Antwort auf meine Frage. Tatsächlich? Billig ist so ein umweltfreundliches Teil auf dem Dach wahrscheinlich wirklich nicht. Doch noch gebe ich nicht auf. Ich habe von einem britischen Anbieter erfahren, der hier auf der Insel bereits einige Sonnenkollektoren für warmes Wasser installiert hat. Doch bevor es nun in die zweite Runde Elektrizität geht, werde ich erst einmal in Ruhe duschen, waschen und mir etwas schönes kochen :-).

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Kommentare
  1. inschweden sagt:

    Willkommen im 21. Jahrhundert! 😀

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  2. Das ist gerade so ein Post, bei dessen Lesen ich froh bin, in Deutschland zu wohnen – hier ist Strom zwar teuer, aber nicht so kompliziert zu bekommen.
    Mach es gut, liebe Leonie!

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  3. Elvira sagt:

    In vielen südlichen Ländern stehen große Wasserkanister auf den Hausdächern. Warmes Wasser gibt es dort (fast) ganz umsonst. Sieht zwar nicht so schön aus, ist aber sehr praktisch.
    Liebe Grüße von Elvira

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    • leonieloewin sagt:

      Liebe Elvira, das habe ich oft in Griechenland und anderen Mittelmeerländern gesehen. Hier ist das irgendwie (noch) nicht oder (nicht mehr ?) üblich. Vielleicht kaufe ich mir eine Leiter und probiere es auch mal mit der Wasserdachheizung. liebe Grüße Leonie

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  4. meintagesablauf sagt:

    Ich freue mich für dich, das dein Stromproblem endlich gelöst ist und du gleichzeitig waschen und kochen kannst.
    LG Gabi

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  5. minibares sagt:

    WAS für eine komische Art, neue Verträge zu bedienen.
    Und du selbst musst tätig werden, dass etwas unternommen wird, dass sich irgendwann was ändert.
    Wahnsinn!
    Aber es ist gut, dass es ENDLICH alles klappt.
    Meine Glückwünsche ♥
    Genieße es…

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  6. Andere Länder, andere Paragrafen.

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  7. Gabi sagt:

    Na Gott sei Dank, nun hat es endlich geklappt. Kann mir vorstellen, wie froh Du darüber bist.
    Aber schon eigenartig, dass hier kaum was in Richtung Sonnenkollektoren gemacht wird. Ist mir schon klar, dass es erst mal teuer ist, das zu installieren und dass es länger dauert, bis es sich rechnet. Aber es steigen doch immer mehr Leute auch hier bei uns auf sowas um. Wenns nichts bringen würde, würde es doch wohl kaum jemand machen.
    LG Gabi

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