Lasko denkt – Abschied nehmen ist schwer

Veröffentlicht: 9. Februar 2014 in Hund, Lasko denkt 2014, LeoniesLeben
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Lasko denkt - Abschied

Lasko denkt – Abschied

Gestern: Ab und zu heißt es Abschied nehmen im Leben. Das habe ich ja im letzten Jahr am eigenen Leib erfahren, als Leonie mich einfach allein in Dänemark zurück ließ, um nach Vietnam zu fahren. „Ich mag Abschiede überhaupt nicht“, sagt Leonie. Und das kann ich verstehen. Ich mag auch keine Abschiede. Ich glaube dieser Abschied hat uns Beiden gereicht. Ich hoffe sehr, dass sich Leonie  nicht so schnell wieder von mir verabschieden wird. „Nee, nee Lasko. Ohne Dich bin ich doch nur ein halber Mensch“, meint sie und krault mich hinter meinen Ohren. Was für eine Vorstellung – Leonie als halber Mensch! Zum Glück bin ich ohne Leonie kein halber Hund.

Wenn wir uns auch nicht verabschieden müssen. Wir verabschieden uns im Moment häufig von Freunden, die uns besuchen, kommen und gehen. Leonie sagt, dass sie den Weg zum Flughafen nun schon mit verbundenen Augen finden kann. Doch das möchte ich lieber nicht. Nach unserem gemeinsamen Flug mit dem Wagen in die Brombeeren bin ich doch – zumindest was  das „Auto fahren“ angeht -, ein wenig vorsichtig geworden. Dennoch  freuen wir uns, wenn liebe Freunde oder gar Familienmitglieder kommen. Und wir sind unheimlich traurig, wenn sie dann wieder wegfahren.

Abschiede gehören im Leben wohl dazu. Auch wenn wir sie nicht unbedingt schön finden. Abschiede von lieben Menschen. Abschiede von lieben Tieren. Abschiede von ganzen Lebensabschnitten und Abschiede von Orten. Nicht zu vergessen Abschiede von vergrabenen Knochen :-). „Doch das Gute an der Sache mit dem Abschied ist“, sagt Leonie, „dass zumeist  mit jedem Abschied auch etwas Neues beginnt. In jedem Abschied wohnt zugleich ein neuer Anfang“. Mhmm, darüber muss ich erst einmal nachdenken. Wenn ein Freund die Insel verlässt, dann sind meine Streicheleinheiten und Rinderohren erst einmal in weite Ferne verflogen. „Stimmt, aber wenn ein Besuch geht, ist Platz für einen neuen Besuch da. Und vielleicht hat auch der ein Rinderohr im Gepäck?“ antwortet Leonie. Sie hat wohl recht, aber ich liebe mit meiner großen Hundeseele wohl mehr das Beständige. Das Ungewisse ist mir ab und zu ein wenig fremd. Vielleicht habe ich auch Angst, dass es im Ungewissen keine Knochen gibt. Ich brauche nicht immer wieder Abwechslung und neue Kicks. Mir reicht es, wenn mein Rudel um mich ist und ich genügend zu fressen habe. Das ist wohl nicht zu viel verlangt. Wir Hunde sind da halt ein wenig anders als ihr Menschen.

Abschied hat die Bloggergemeinde vor einer Woche auch von einer Bloggerin genommen, die recht jung an einer Krankheit  gestorben ist. Wir kannten sie nicht persönlich, aber Leonie hat ihren Blog gelesen und sich über die schönen Fotos gefreut. Und die Bloggerin hat oft bei mir und Leonie kommentiert. Als Leonie  erfuhr, dass die Bloggerin nun für immer gegangen ist, hat sie geweint. Ich kann ja als Hund nicht weinen, aber ich kann traurig sein. Und das war ich wirklich.

Ich war auch traurig als Leonie einen Tag im Bett lag und ziemlich krank war. Ich wollte nicht fressen und nicht raus aus dem Haus. Und das heißt schon für so einen harten Burschen, wie ich einer bin, ziemlich viel. Ich habe Leonie bewacht. Aber zum Glück wohnte bei Leonie nach dem Abschied von der Krankheit wirklich ein neuer Anfang inne. Als sie nach 26 Stunden wieder das Bett verlassen konnte, war sie noch ein bisschen schwach, aber dann konnte sie wieder mit mir spazieren gehen. Abschied von der Krankheit. Willkommen neue Energie. Manche Abschiede können also auch  gut sein.

Heute: Heute habe ich mir vorgenommen, mich von vielen schlechten Angewohnheiten zu verabschieden. Ich werde nicht mehr so an der Leine ziehen, wenn ich am Horizont eine Katze sehe. Ich werde Leonie nicht mehr erschrecken und nicht mehr mit meinen 30 Kilogramm auf ihren Bauch springen, während sie  schläft. Ich glaube das reicht. Meine Bemühungen die Kühlschranktür zu öffnen, schreiten voran. Das ist keine schlechte Angewohnheit. Das ist eine neue Lernerfahrung.

Morgen: Wir werden zum Flughafen fahren und eine liebe Freundin wegbringen. Aber wer weiß, vielleicht steht ja auf der anderen Seite des Flughafens bereits wieder jemand, der uns auf unserer Insel ein wenig Gesellschaft leisten mag. Und gaaanz vielleicht hat die oder der sogar ein neues Rinderohr im Gepäck.

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Kommentare
  1. Ja, Abschiede sind ganz großer Mist. Aber ihr Hunde macht es richtig, Ihr genießt das Hier und Jetzt und grübelt nicht so viel über Sachen nach, die man oft sowieso nicht beeinflussen kann.
    Liebe Grüße und viele Knuddeleinheiten

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  2. Elvira sagt:

    Lasko, Du Lieber! Du bist also der berühmte Hund, der die Schwingungen seines Zweibeiners auffangen kann. Einer, der weiß, wann sein Mensch traurig ist und ihm dann tröstender Kamerad ist. Beneidenswerte Leonie! Aber vielleicht täusche ich mich in unserem Hund? Vielleicht ist gerade seine scheinbar unsensible Art und seine nervende Aufdringlichkeit die von ihm gewollte Ablenkung unserer negativen Befindlichkeit?
    Abschiede sind schwer, das stimmt. Wir kennen sicher alle diese Momente tiefer, ohnmächtiger Traurigkeit. Ganz besonders bei den Abschieden ohne die Möglichkeit eines Wiedersehens.
    Ach, sage doch bitte Leonie, dass ich wieder ohne Schwierigkeiten Flickr anklicken kann.
    Liebe Grüße von Elvira

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  3. Frau Tonari sagt:

    Abschiede fallen immer schwer. Endgültige ganz besonders. Auch virtuelle.
    Mit ging es ähnlich mit dem plötzlichen Tod der Flocke von Krötengrün.

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  4. minibares sagt:

    Lieber Lasko, Abschiede sind meist nicht leicht.
    und dieser besondere tat echt weh.
    Soso, eine Freundin fliegt heim.
    Na, wer weiß. wer dann demnächst zu euch kommt.
    Ganz liebe Grüße
    Bärbel

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  5. Lasko, hat Leonie schon für dich das Aufnahmeformular für den Hundeschriftstellerverband ausgefüllt? Du weißt ja, die Spalten sind dort so eng, da hast du mit deinen großen Pfoten Schwierigkeiten. – Aber du hast dich so gesteigert mit deinen hundeliterarischen Ergüssen, dass es eine wahre Sahne ist, wie du beschreibst, dass du deinen Schweineohren hinterhertrauerst. – Lasko, es gibt Abschiede, die machen einem wirklich zu schaffen.

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  6. aquasdemarco sagt:

    Seufz, ja Abschied nehmen ist nicht leicht, allerding hat der gute Hesse es treffend auf den Punkt gebracht, jedem Ende wohnt ein Anfang inne und natuerlich umgekehrt.
    Alles Liebe dir…

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  7. Jeder Abschied lässt Raum für einen neuen Anfang. Nicht immer sofort. Aber bald.

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  8. Gabi sagt:

    Abschiede sind leider meist nichts Schönes. Und Abschiede für immer schmerzen sehr.
    Ich hab das von der Bloggerin auch mitgekriegt, obwohl ich sie, bzw. ihre Seite nicht kannte. Jedoch war mir ihr Name nicht unbekannt, weil ich sie immer wieder wo bei Kommentaren gelesen habe.
    Ich habe ja auch einen Freund von der Fotocommunity verloren und diese Erfahrung war ebenfalls sehr neu für mich. Ich hätte nicht gedacht, dass einem solche Ereignisse so nahe gehen können.
    LG Gabi

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    • leonieloewin sagt:

      Ja, das wäre für mich früher auch unvorstellbar gewesen, dass ich einen Menschen gar nicht persönlich kenne und dennoch über den Abschied sehr traurig bin. Auch das bringt die virtuelle Welt an „Neuem“ mit sich. LG Leonie

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