Lasko denkt – Sonne und mehr

Veröffentlicht: 10. Februar 2014 in Lasko denkt 2014, LeoniesLeben
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Lasko denkt in der Sonne

Lasko denkt in der Sonne

Gestern: Hier auf den kanarischen Inseln scheint das ganze Jahr die Sonne. Das heißt nicht, dass es auf Teneriffa nie regnet oder schneit. Und auch ungewöhnliches Wetter verschont die Insel des ewigen Frühlings, wie  Teneriffa gerne bezeichnet wird, nicht. Doch nach ein paar regnerischen oder stürmischen Tagen dauert es nicht lange…. und die Sonne kommt wieder hinter den Wolken hervor. Die milden Temperaturen, die rund um das Jahr um die 20 Grad liegen, sind auch der Grund dafür, dass viele Urlauber auf die kanarischen Inseln kommen. Und mit ihnen kommen wir Hunde. Denn die Region westlich von Afrika ist der einzige Ort, der mit dem Flugzeug von der Mitte Europas innerhalb von 4 bis 5 Stunden zu erreichen ist. Und hier ist Sonnengarantie rund um das Jahr geboten. Wer die Sonne an einem anderen Ort sucht, der muss weit fliegen. Und das mag Hund gar nicht.

„Für mich ist es immer wieder schön auf Teneriffa aus dem kalten Deutschland anzukommen und von einem milden warmen Wind empfangen zu werden. Grüne Palmen, blühende Blumen und Sonne auf der Haut. So gefällt es mir.“, sagt Leonie. Recht hat sie. Auch ich piesel lieber im Warmen an eine Palme als an einen kalten Laternenpfahl. Als ich das erste Mal mit Leonie auf die kanarischen Inseln kam, landeten wir in Icod de los Vinos im Norden der Insel. Dort wunderte sich Leonie sehr darüber, dass die Menschen in ihren Augen sehr warm angezogen waren. Während sie mit kurzer Hose oder Sommerkleidchen und Sandalen durch die Gegend lief, trug die einheimische Bevölkerung lange Stiefel und Wintermäntel. Das konnte Leonie nicht verstehen.  Und ich als Hund mit meinem „One Size Fits All“ Fell schon gar nicht. „Es ist 19 Grad warm. Tragen die die Sachen nur, weil  Winter ist?“ fragte Leonie sich. Gute Frage, aber in modischen Dinge sollte sie lieber einen anderen fragen.

Doch nun nach zwei Jahren kanarischem Winter hat Leonie die Antwort gefunden. Das meint sie jedenfalls. „Weißt Du Lasko, ich denke das es so ist:Lebt der Mensch länger in wärmeren Gefilden, dann tritt der gleiche Effekt ein, wie beim Eintauchen in ein Schwimmbecken mit warmen Wasser. Zunächst ist es wohlig warm und angenehm. Bewegt man sich nicht, wird es von Minute zu Minute kühler. Das Wasser ändert die Temperatur nicht und dennoch friert Mensch. So scheint es dem Menschen nicht nur im Wasser, sondern auch an der Luft zu gehen. Mich jedenfalls hat dieser Gewöhnungseffekt gepackt“. Leonie hat also der Gewöhnungseffekt gepackt. Hat mich als Hund auch der Gewöhnungseffekt gepackt? Nee, ich bin da wohl ein wenig anpassungsfähiger als ihr Zweibeiner.

Letzte Woche waren wir abends auf dem Dorfplatz, auf dem eine beliebte Band ein Wohltätigkeitskonzert gab. Der ganze Platz war voller Zuschauer. Die frisch angereisten Touristen aus London und Hamburg standen dort in Badeschlappen und Bikinioberteil. Die Residenten erschienen mit langen Hosen, Mäntelchen und Mütze. Auch Leonie hatte eine lange Jeans und eine Fleecejacke an und fror. Wohin wird das führen? frage ich mich ängstlich. Braucht sie nächsten Winter bei Temperaturen um 20 Grad bereits eine Felldecke und Fellschuhe? Vielleicht hätte sie sich doch aus Dänemark einen Fellmantel – wie ich es getan habe -, mitbringen sollen. „Weißt Du was Lasko? Wir fahren einfach im nächsten Winter für eine kurze Zeit nach Deutschland. Und wenn wir dann wiederkommen, ist es unheimlich warm hier“, meint Leonie. Dazu fällt mir als Hund nun wirklich nichts mehr ein.

Heute: Sonne, Meer und mehr. Und dennoch passieren auch hier Mißgeschicke. Leonie ist mit mir gegen Mittag aus der Wohnung gegangen und ließ den Schlüssel von innen stecken. Und stellt Euch vor, sie mußte wie im letzten Jahr die Nachbarn bitten, ob sie von außen über deren Balkon in unsere Wohnung klettern könne. Im letzten November balancierte Leonie im sechsten Stock außen hoch oben vor den Augen von „Nummer 18“ über das Balkongelände. Heute war es nur der zweite Stock, aber immerhin. Zum Glück ist sie schwindelfrei. Und zum Glück hatte sie die Terrassentür offen, so dass sie in die Wohnung gelangen und mir von innen aufschließen konnte. Danach schmeckte unser Abendessen noch einmal so gut.

Morgen: Wir werden reiten gehen. Nein, ich gehe nicht reiten. Leonie möchte nach langer Zeit einmal wieder reiten gehen. Nicht in den Atlantikwellen, wie die Pferde und Reiter beim Fest von San Sebastian, sondern in den südlichen Hügeln um Adeje. Bin gespannt, was sie mir danach erzählen wird. Ich werde in der Zeit über den Vorschlag von Clara nachdenken, ob ich mich in den spanischen Schriftstellerverband aufnehmen lassen soll. Mhmm, könnte ich tatsächlich ein schreibender Hund werden?

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Kommentare
  1. Bei den Worten „Im letzten November balancierte Leonie im sechsten Stock außen hoch oben vor den Augen von “Nummer 18″ über das Balkongelände.“ hat mein Verstand fast das Weiterlesen verweigert, denn ich bin ja durch meine Kinder vor -zig Jahren da in mehrere Schreckmomente versetzt worden und eben nicht schwindelfrei.
    Aber ging ja alles gut!

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  2. minibares sagt:

    Tja, in England laufen viele in luftigsten Sommersachen rum, während wir mit Jacken und langen Hosen gehen.
    Ist schon manchmal komisch, wie die Leute auf verschiedene Temperaturen reagieren.
    Oha, gut, dass die Terrassentür offen war. Und „nur“ der zweite Stock.
    Viel Spaß beim Reiten.

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  3. Gabi sagt:

    Das mit dem Schlüssel ist blöd. Kann aber mal passieren. Gut, wenn man dann eine Möglichkeit hat (und sich das natürlich auch zutraut), um wieder in die Wohnung zu kommen. Ist aber sicher nicht jedermanns Sache.
    Und das mit dem Wetter und der Kleidung, kann vielleicht schon auch an der Gewöhnung liegen. Oder auch, weil man sich an die Jahreszeit irgendwie anpasst.

    Ich weiß von mir, dass ich mir jedesmal im Herbst denke, wenn dann die Temperaturen schon so auf ca. 10 Grad runtergehen, mir immer ziemlich kalt ist und ich mir nicht vorstellen kann, es im Winter bei noch niedrigeren Temperaturen überhaupt auszuhalten. Oder wenn im Sommer nach einer heißen Phase plötzlich eine Schlechtwetterphase kommt und es auf 15 Grad oder so runterrasselt, empfindet man das als wirklich kalt.

    Andererseits renne ich in diesem recht milden Winter selbst bei 8 oder 10 Grad mit der Winterjacke herum (auch die meisten anderen Leute). Weiß eigentlich nicht warum. Weil es zur Jahreszeit pass?
    Geht es im Herbst auf diese Temperaturen zu, dann hab ich meist noch lange eine viel leichtere Jacke an. – Schon komisch irgendwie.

    Liebe Grüße
    Gabi

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  4. Emily sagt:

    Liebe Leonie, ich wünsche dir einen schönen (warmen) Ausritt und Lasko möge bitte auf den Schlüssel aufpassen!
    Herzliche Grüße, Emily

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  5. Anna-Lena sagt:

    Ich suche meine Schlüssel auch stängig 😦 .
    Ein wenig Sonne und Wärme kannst du gern rüberschicken 🙂 .
    LG Anna-Lena

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    • leonieloewin sagt:

      Habt Ihr denn im Moment nicht selber schon ein wenig Sonne? Gestern habe ich Bilder von einer Freundin aus München gesehen und da sah es fast wie Frühling in Deutschland aus. Oder ist es bei Dir im Norden noch ein wenig kühler? Zur Sicherheit schicke ich Dir ein paar Sonnenstrahlen in den Norden. LG Leonie

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  6. Diva sagt:

    Meine Menschenfrau würde zu gerne mit Leonie reiten gehen! Ich finde Pferde blöd! 🙂 Liebe Grüsse Diva

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  7. Follygirl sagt:

    Diese Temperaturen sind wirklich zu schön… hier ist der winter ja auch nicht so sehr streng in diesem Jahr, aber kalt ist es doch .
    LH, Petra

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    • leonieloewin sagt:

      Für hiesige Verhältnisse ist das Wetter diesen Winter auch recht ungewöhnlich. Zwar scheint zumeist die Sonne. Doch es gab einige heftige Stürme und auch mehrere Tage sehr starken Regen. Dieses Wochenende ist wieder gelber Alarm auf den Inseln und es regnet und stürmt. liebe Grüße in das „warme“ Deutschland Leonie

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