Zu den Seehunden im Limfjord auf der Insel Roenholm

Veröffentlicht: 13. August 2014 in Leonies Leben 2014, Reisen 2014, Tiere
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Lasko ist auch ein Se"eh"hund

Lasko ist auch ein Se“eh“hund

 

Heute schreibe ich ausnahmsweise einmal nicht über eine Wandertour im Gebirge, sondern nehme Euch auf eine Schiffstour über den Limfjord mit. Es geht von Aalborg mit dem Ausflugsschiff MS Kysten Richtung Westen zu einsamen Seehundbänken in der Nibe Bredning.

 

MS Kysten im Hafen Aalborg

MS Kysten im Hafen Aalborg

In der nördlichen Mitte Dänemarks verbreitet sich der Limfjord. Er sieht dort wie ein großer See oder gar ein Meer aus. Dieses „Meer“ nennt sich Loegstoer Bredning. Und dort befinden sich viele kleine und große Fjordinseln und Sandbänke, auf denen fast immer riesige Seehundkolonien anzutreffen sind. Wer also „Seehundgarantie“ und möglichst viele dieser flotten Schwimmer erleben möchte, sollte hierher kommen.

Seehunde in der Mitte des Limfjordes bei Loekstoer

Seehunde in der Mitte des Limfjordes bei Loekstoer

Doch wer nicht so weit fahren kann oder möchte, der hat auch die Gelegenheit, weit vor Loekstoer im sogenannten westlichen Limfjord Seehunde anzutreffen. Auch dort finden sich immer wieder vereinzelte Tiere oder kleine Kolonien. Selbst im Aalborger Hafen habe ich häufig einzelne Seehunde um die Boote kreisen sehen.

Seehund im Aalborger Hafen

Seehund im Aalborger Hafen

Zu einer kleinen Insel namens Roenholm, auf der Seehunde anzutreffen sein sollten, ging es nun auf dem Wasserweg vor einigen Tagen. Im Aalborger Hafen bestiegen wir unter der großen Limfjordbrücke die MS Kysten, ein altes Holzschiff aus dem Jahr 1940. Hübsch renoviert dient sie heute als Ausflugsschiff für Hafenrundfahrten und kleine Seereisen über den Limfjord.

Lasko sonnt sich an Bord

Lasko sonnt sich an Bord

In westlicher Richtung ging es unter der großen Stadtbrücke hindurch und geradewegs auf die Eisenbahnbrücke zu. Die Eisenbahnbrücke verläuft so knapp über dem Fjord, dass sie für durchfahrende Schiffe hochgeklappt werden muss. Seit einiger Zeit ist die Brücke auch wieder intakt. Nachdem sie von einem großen Schiff gerammt worden war, fehlte mehrere Monate  ein großes Brückenteil. Für Schiffe, die nicht mehr auf die Öffnung der Brücke warten mussten, prima. Doch der Bahnverkehr von Jütland in den Norden von Dänemark musste über Schienenersatzverkehr umgeleitet werden. Und der Passagierverkehr zwischen Dänemarks Norden und Jütland war in dieser Zeit nur sehr eingeschränkt möglich.

Eisenbahnbrücke Aalborg

Eisenbahnbrücke Aalborg

Doch nun die das defekte Brückenteil repariert und die Brücke funktioniert wieder. Tagsüber ist sie besetzt und öffnet für durchreisende Schiffe. So öffnete sich die Brücke nach kurzer Wartezeit auch für uns und ließ uns in Richtung Westen passieren. Vorbei am Skudehafen, in dem Fischer- und Freizeitboote gleichermaßen zu Hause sind, tuckerten wir an den westlich gelegenen kleinen Stadtbezirken von Aalborg vorbei.

Segelboot auf dem Limfjord

Segelboot auf dem Limfjord

Der Limfjord ist in seinem Verlauf mal breit und dann wieder schmal. Doch niemand sollte hier unvorsichtig sein. Dieser an vielen Stellen sehr flache Fjord ist als Gefahrenquelle für Boote aller Art nicht zu unterschätzen. An beiden Seiten des Ufers weist er flächenmäßig sehr große und dabei gleichzeitig breite Untiefen auf, die schon so manchen stolzen Kapitän zum Verhängnis geworden sind. Erst vor einer Woche blieb ein großes deutsches Segelschiff hier auf der Durchfahrt zur Hansesail nach Rostock auf einer Sandbank hängen. Häufig kommen die Schiffe nicht mehr mit eigener Kraft frei und müssen sich fremder Hilfe bedienen. Gut, dass es hier einige Experten am Fjord gibt.

Wolkenspiel

Wolkenspiel

In einem weiten Borgen ging es weiter um die kleine Insel Egholm herum. Hierher können Einheimische und Touristen mit einer Fähre vom Aalborger Ufer aus gelangen. Südlich dieses Eilandes habe ich bei einem meiner ersten „Bootsfahrversuche“ auch das Boot auf den flachen Grund des Limfjordes gesetzt. Zum Glück konnten wir uns in dem Fall mit eigener Kraft befreien. Seitdem heißt diese Sandbank Leonies Sandbank. So kann man hier im fernen Dänemark zu einer eigenen Sandbank kommen :-). Wir fuhren vorbei an kleinen Ferienhaussiedlungen. Dann wieder grüne Wiese, einzeln Gehöfte und wieder bunte Ferienhäuser mit dänischer Flagge am Uferrand. Ansonsten blickt das Auge auf endlose weite grüne Flächen und ein bezauberndes Wolkenspiel.

Freizeithafen Gjoel

Freizeithafen Gjoel

Nach einer guten Stunden Fahrt geht es mit einigem Abstand an der ehemaligen Insel Gjoel vorbei. Heute ist Gjoel mit einem Damm mit dem Festland verbunden. In den Hafen führt eine ausgebaggerte Fahrrinne. Rechts und links daneben wieder gefährliche Untiefen. Im kleinen Hafen liegen die Freizeitboote dicht an dicht. Wenden ist schwierig. Wer es an Land schafft, kann durch das Dorf spazieren oder im Hafenrestaurant zu einer Mahlzeit einkehren.

Hinter Gjoel steuerten wir auf den Teil des Limfjordes, der als sogenannte Nibe Bredning bezeichnet wird, zu. Hier geht es bei südwestlicher Weiterfahrt in den Hafen des kleinen Ortes Nibe. Ein Besuch lohnt sich in Nibe allein wegen der vielen kleinen bunten Häuser in hübsch angelegten Gassen. Doch wer zu den Seehunden möchte, muss auf Höhe von Nibe mit nördlichem Kurs in Richtung der kleinen Insel Roenholm halten. Diese liegt näher am anderen Ufer des Limfjordes gegenüber des Ortes Vesterby. Mitten in der Nibe Bredning liegt die Insel der Seehunde, die kleine Insel Roenholm. Wer ein Schlauchboot dabei hat, darf sie sogar betreten. Allerdings sollen die Seehunde nicht gestört werden. Tierschutz geht vor.

Seehunde Roenholm

Seehunde Roenholm

So hatte die MS Kysten weit vor der Insel die Motoren ausgemacht. Wir trieben lautlos in Richtung der kleinen Insel, auf deren Sandausläufern die Robben in der Sonne lagen. Immer noch weit entfernt von der Insel hielten wir an, so dass Nahaufnahmen von den Tieren selbst mit einem Teleobjektiv leider nicht möglich waren. Einige Gäste, die unbedingt etwas näher an die Tiere heran wollten, konnten mit einem kleinen Schlauchboot mit einem lautlosen Elektromotor noch ein bisschen weiter an die Insel heran. Einige Seehunde glitten ins Wasser und schwammen um das Schlauchboot herum. Angst hatten die Tiere anscheinend nicht. Ich schaute mir die Seehundkolonie vom Schiff mit dem Fernglas an.

Seehunde auf Roenholm

Seehunde auf Roenholm

Möwen kreisten über der Insel und immer mehr Seehunde glitten ins Wasser bis die Insel leer war. Wir machten uns auf den Rückweg, um nach zwei Stunden wieder im Aalborger Hafen anzukommen. Zu meiner Freude tauchte auf einmal am Steg ein Seehundkopf auf. War das Zufall oder war uns da jemand gefolgt?

Abendstimmung im Aalborger Hafen

Abendstimmung im Aalborger Hafen

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Kommentare
  1. minibares sagt:

    Nun seid ihr in Dänemark und könnt euch Robben anschaun, wie schön.
    Echt vorsichtig mit Motor aus, alle Achtung!
    Danke für diesen lebhaften Bericht.

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  2. Ich kenne nur die Seehunde in der Station Friedrichskoog (???) und die in San Francisco – und beide fand ich sehr, sehr schön. Zoo zählt jetzt nicht, denn da gibt es ja auch viele, sogar mit Kunststückchen.

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  3. Elvira sagt:

    Die Seehundbänke in der Nordsee bei Amrum fand ich einfach großartig. Ich denke, wir alle sind besonders angetan von der Beobachtung freilegender Tiere. Da reichen schon die fliegenden Fische auf der Fahrt zwischen Fuerteventura und Lanzarote.
    Liebe Grüße in den Norden schickt Dir
    Elvira

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    • leonieloewin sagt:

      Vielen lieben Dank Elvira. Es ist lustig, aber obwohl ich in der Nähe der Nordsee geboren wurde, habe ich dort niemals freilebende Seehunde gesehen. Als Kind nur im Seeaquarium in Bremerhaven. Vielleicht sollte ich mich auch mal nach Amrum aufmachen. Liebe Grüße nach Berlin von Leonie

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  4. ann53 sagt:

    Sind ja klasse Bilder und Berichte hier, die mich nun erst recht jetzt nach meinem wunderschönen Urlaub an der Nordsee begeistern. 🙂
    Liebe Grüße, danke für deinen Besuch und noch ein schönes Wochenende wünsche ich! ツ ♥

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  5. khecke sagt:

    Diese Seehunde in Europa sehen denen in Amerika sehr aehnlich.

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  6. sl4lifestyle sagt:

    Vor langer Zeit war ich am Limfjord. Es war in den 1970er Jahren und ich durfte mit einer Jugendgruppe vom CVJM zum ersten Mal alleine verreisen. Wir fuhren nach Dänemark und zelteten in Thorsminde. Einer unserer Ausflüge führte uns an den Limfjord. Manchmal möchte ich sagen, es war einer meiner schönsten Reisen, obwohl viele folgten. Vielleicht lag es daran, das erste Mal (fast) allein zu verreisen. Leonie, damit hast du mir schöne Erinnerungen zurück gebracht. Danke. Schönes WE!
    Sabine

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  7. Gabi sagt:

    Ihr wart also wieder in Dänemark.
    Auf jeden Fall danke fürs mitnehmen zu dieser schönen und interessanten Schiffstour. Es ist ein ganz tolles Erlebnis Seehunde zu beobachten. Ich hatte das Vergnügen in Australien.
    LG Gabi

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    • leonieloewin sagt:

      Deine Australienberichte habe ich auch mit ganz großem Interesse gelesen. Dort würde ich eines Tages auch noch mal sehr gerne hinfahren. Ob das was wird? Liebe Grüße Leonie

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      • Gabi sagt:

        Ach ja, meine Australien Berichte. Die „never ending story“. Ich habe echt vor spätetsten ab November damit weiter zu machen und echt dran zu bleiben, bis es fertig ist.

        Warum nicht? Unsere Mitreisenden waren zu dem Zeitpunkt einige Mitte Sechzig oder Ende Fünfzig Jahre alt.
        Ich muss aber sagen, dass die Reise schon sehr teuer war. Es war die längste und teuerste Reise. 4 von uns waren 2 Jahre später nochmals dort – in Westaustralien. In dem Teil, in dem wir bei der ersten Reise nicht waren.
        Wir und noch zwei andere konnten schon aus finanziellen Gründen nicht mehr mit.
        Aber was solls. Ich war einmal dort und es bleibt mir unvergessen.
        Also, vielleicht wirds bei Dir doch irgendwann mal was damit. 🙂
        LG Gabi

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  8. Lasse Tordenskjöld sagt:

    nur zur Info: die „Seehunde “ in San Franzisco ind größer, weil sie in Wirklichkeit Seelöwen sind.. ansonsten: Danke für den Bericht

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