Ein Hundebiss und seine Folgen – Teil 6

Veröffentlicht: 27. Januar 2015 in Hund, Leonies Leben 2015, LeoniesLeben, Spanisches Leben, Tiere
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Perro - Imagen A2 de video corto

Ende September 2014 wurde ich beim Radfahren auf Teneriffa von einem Schäferhund verfolgt und gebissen. Ich habe darüber hier im Blog ja schon mehrfach geschrieben. Wer mag kann gerne hier nachlesen.

Hundebiss Teil 5

Hundebiss Teil 4

Hundebiss Teil 3

Hundebiss Teil 2

Hundebiss Teil 1

Wird das Pfefferspray unter dem Tannenbaum liegen? Bin ich mit Pfefferspray tatsächlich zukünftig gut geschützt? Werden sich die Hundebesitzer melden oder ihre Hunde besser beaufsichtigen? Wird es weitere Bissfälle geben? Und werde ich eines Tages von der Guardia Zivil etwas hören? Muss ich doch noch einen Rechtsanwalt einschalten? Das waren die offenen Fragen, die ich mir stellte.

Unter dem Tannenbaum hatte der Weihnachtsmann mir tatsächlich ein Pfefferspray gelegt. Ich hoffe,  dass ich mich damit zumindest subjektiv in Zukunft ein wenig sicherer fühlen kann. Doch wenn ich richtig darüber nachdenke. Ehe ich im Notfall an das Pfefferspray kommen werde, könnte ein Hund wahrscheinlich dreimal zubeißen.

Wie geht es – nachdem vom Hundebiss nur noch kräftige Narben übrig geblieben sind –  jetzt weiter? 10 Wochen war ich durch die von dem Hundebiss eingehandelten Infektion krank. Nun bin ich  wieder gesund und das ist natürlich das Wichtigste. Dennoch habe ich mich entschlossen, gegen die Eigentümer rechtlich vorzugehen. Zum einen möchte ich natürlich meine Arztkosten erstattet bekommen. Zum anderen möchte ich aber auch verhindern, dass zukünftig weitere Menschen von dem Hund gebissen werden. Die Eigentümerin, die eine Finca, ein Stadthaus und mehrere Fahrzeuge besitzt, hält es nicht für nötig ihre Tiere zu impfen und zu versichern. Doch weder ein Besuch bei ihr noch zwei in bestem Spanisch abgefasste Briefe ließen sie einlenken. Obwohl sie seit Jahren drei unversicherte und ungeimpfte Hunde hat und ich zumindest von einer weiteren Bissverletzung durch die Schäferhündin weiß, sieht die Eigentümerin es nicht ein, in irgendeiner Weise tätig zu werden.

So blieb mir nur ein, zwei, drei und viermal bei der Guardía Civil vorstellig zu werden. Schließlich – vielleicht auch ein wenig durch meine Hartnäckigkeit genervt -, fuhr ein Polizist zum Haus der Eigentümerin und machte ein Foto von dem Hund. Ich konnte auf seine Nachfrage bestätigen, dass das derjenige Hund war, der mich gebissen hat. Anläßlich seines Besuchs erfuhr der Polizist von der Eigentümerin, dass diese einen Rechtsanwalt konsultiert hatte. Der hatte ihr die Auskunft gegeben, dass nichts passieren würde und ich nichts machen könnte, bis ich meine Ansprüche anwaltlich vor einem Gericht geltend machen würde. Der Polizist, der nun gesehen hatte, dass die Hunde weder versichert noch geimpft waren, will den Fall strafrechtlich prüfen und dem Richter vorlegen.

Mir blieb daraufhin nichts anderes übrig als eine Rechtsanwältin zu konsultieren, die sich nun mit dem Fall zivilrechtlich beschäftigt. Sie erklärte mir, dass es nichts nütze, den Fall rechtshängig zu machen. Ich hätte nur eine Chance auf Schadensersatz, wenn der Fall  innerhalb von sechs Monaten nach dem Ereignis gerichtlich verhandelt würde. Für mich kaum nachvollziehbar, denn wenn der Richter keine Zeit hat, lässt er einfach die sechs Monate verstreichen und der Antragsteller geht leer aus. Spanisches Recht? Die Rechtsanwältin will daher in dem verbleibenden Monat nun versuchen, etwas am Gerichtshof in Arona zu bewegen. Ich bin selber sehr gespannt, ob ihr das gelingen wird.

Werde ich zu meinem Rechts kommen oder wird die Zeit vergehen und nichts geschehen? Ich werde berichten.

Allen Lesern wünsche ich eine ärgerfreie Woche.

 

 

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Kommentare
  1. Traveller sagt:

    ich drücke die Daumen, dass die spanischen Mühlen jetzt ein bisschen schneller mahlen

    lieben Gruß
    Uta

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  2. Pit sagt:

    Auch Dir, liebe Leonie, eine gute und aergerfreie Woche. Und fuer den „Hundebissfall“ halte ich die Daumen, dass doch noch etwas in Deinem Sinne bewegt wird.
    LG,
    Pit

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  3. Auch wir drücken ganz fest die Daumen. Hoffe wirklich du kommst zu deinem Recht und bleibst am Ende nicht auf den Arztkosten UND den Anwaltskosten sitzen. 😦
    Liebe Grûße und alles Gute, Claudia

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  4. Hätte ich Gallensteine, die würden allesamt durch die Luft fliegen, damit jeder einen der Zuständigen schachmatt setzt. Es ist doch nicht zu fassen, wie es dort zugeht. Doch weiß ich, ob es in Deutschland nicht ähnlich wäre???
    Diese Frist von 6 Monaten ist ja eine Unverschämtheit – es müsste doch der Termin der EINREICHUNG genügen, nicht der Termin der Verhandlung. Dann hätte jeder eine Chance und es könnte nichts gemauschelt werden.
    Viel, viel Glück wünsche ich dir, liebe Leonie!

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  5. Soylani sagt:

    Das klingt so unangenehm und zermürbend. Alles Gute und einen freien Kopf!

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  6. minibares sagt:

    Ach, liebe Leonie, ich drücke alle Daumen, dass deine Anwältin Erfolg hat.
    ich wünsche dir von Herzen, dass du Wiedergutmachung erfährst.
    Das wäre doch das Mindeste.
    Diese unverantwortliche Frau mit ihrem gefährlichen Schäferhund muss einfach zur Verantwortung gezogen werden.
    deine Bärbel

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  7. Nova sagt:

    Da kann ich dir auch nur viel Glück wünschen, denn ich weiß von Fällen (keine Bisse) die weit über ein Jahr ihre Klage versucht haben, entmutigt dann zurückgezogen; und auch andere Fälle in denen gesagt wurde: Sie können es machen, aber die Richter haben so viele Fälle auf dem Tisch liegen, da kann es Jahre dauern und die Kosten fressen den zu erstreitenden Betrag auf und gehen noch weit darüber hinaus.

    So schlimm wie es sich anhört, wahrscheinlich muss noch viel mehr passieren oder ein Mensch durch die Hunde zu tode kommen ehe wirklich direkt was passieren wird. Drücke dir jedenfalls die Daumen.

    Saludos desde La Guancha

    N☼va

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    • leonieloewin sagt:

      Ähnliche Geschichten habe ich auch gehört und weiß daher, dass die Erfolgsaussichten für eine erfolgreiche Klage gering sind. Dennoch möchte ich sehen, wie weit ich kommen kann. Muchas gracias. Saludos Leonie

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  8. Ingrid sagt:

    Gut, dass du so hartnäckig bist. Ich wäre einfach nur noch wütend …
    LG und viel Glück in der Sache.

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  9. Das Wichtige ist doch, dass du hartnäckig geblieben bist und überhaupt etwas unternommen hast. So kommt die Hundebesitzerin vielleicht sogar ans Nachdenken. Es ist doch so, solange niemand etwas sagt und/oder sich einschüchtern lässt, bleibt alles so wie es ist und schon immer gewesen ist. Vielleicht kannst du dich mit der anderen Person zusammentun, die ebenfalls von diesem Hund gebissen worden ist.
    LG von Rosie

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    • leonieloewin sagt:

      Gute Idee, geht aber leider nicht, da derjenige damals nur auf Urlaub hier war. Und da reicht die Zeit schon gar nicht, um irgendetwas gerichtlich durchzusetzen. Zwischenzeitlich dürften seine Ansprüche ohnehin verjährt sein. liebe Grüße Leonie

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  10. Corinna sagt:

    Ach, Mann, ich fürchte fast, dass jeder Ärger und jede Aufregung mit großer Wahrscheinlichkeit umsonst ist. Ich drücke Dir aber trotzdem die Daumen! Vielleicht triffst Du auf verständnisvolle Personen, die diese Sache nicht hinauszögern… Und was ich den Hundebsitzern an den Hals wünsche, dass behalte ich lieber für mich.

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  11. Anna-Lena sagt:

    Ich hoffe für dich, dass du zu deinem Recht kommen wirst, liebe Leonie.

    Scheinbar gehen wir in Deutschland ähnlichen Zuständen entgegen. Per Anwalt warte ich seit Oktober 2014 auf ein Schlichtungsverfahren der Brandenburger Ärztekammer gegen meinen ehemaligen Zahnarzt. Dabei geht es auch um nicht wenig Geld, das ich zurück haben möchte.
    Schlichtungsverfahren sollen angeblich schnell gehen, meinte die Anwältin.
    Wird das Verfahren abgeschmettert, werde ich den Zahnarzt verklagen, aber das kann dann Jahre dauern…

    Alles Gute für dich,
    Anna-Lena

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  12. Das ist echt unglaublich, liebe Leonie. Ich drücke dir die Daumen, dass sich doch noch was bewegt. ❤

    Liebe Grüße,
    Martina

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  13. Follygirl sagt:

    Oha… das kommt mir wirklich spanisch vor… hoffe sehr, Du bekommst Dein Recht!! Das sind ja wirklich merkwürdige Zustände…?
    LG, Petra

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  14. Hört sich ja böse an. Hoffentlixh nimmt das alles einen positiven Verlauf für dich. Hunde- und Katzenbisse sind allgemein nich auf die leichte Schulter zu nehmen, da sie eben schwere Infektionen auslösen können. Hatte ich zum Glück noch nicht aber Bekannte.
    Ich würde mich freuen wenn du mal bei meinem Blog vorbeischauen würdest.
    https://wordsbyhannii.wordpress.com

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  15. Emily sagt:

    Es wäre äußerst ärgerlich, wenn nichts aus dem Fall werden würde. Du hast es in jedem Fall versucht!
    Liebe Grüße, Emily

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  16. Belén Soto sagt:

    Tut mir so leid, es ist eine schreckliche Geschichte, und ich entschuldige mich … wie Spanisch
    ( No hablo Alemán, confío en que entiendas … la corrupción se ha instalado entre los que tienen el poder y arrastran por el suelo la imagen de mi pais. Te deseo mucha suerte, has vivido una situación terrible e injusta … y las personas que tenían que ayudarte no han realizado su tarea con eficiencia. )
    Saludos Leonie.
    Besten Wünsche

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  17. Gabi sagt:

    Ich halte Dir weiterhin die Daumen, dass Du Erfolg hast und zu Deinem Recht kommst.
    Eigentlich unglaublich und ärgerlich dieses Gesetz mit dieser 6-Monats-Frist.
    Alles Gute
    LG Gabi

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  18. sl4lifestyle sagt:

    Bin gespannt, wie es ausgeht, liebe Leonie.
    Dir einen schönen Faschingssonntag!
    LG
    Sabine

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  19. […] einigermaßen komplizierten tatsächlichen und juristischen Verwicklungen bei der Rechtsverfolgung geschrieben. Wer dazu nachlesen möchte, findet im Teil 6 die Links zu den vorhergehenden […]

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