Schöner Wohnen mit leichten baulichen Veränderungen – Teil 1

Veröffentlicht: 28. Februar 2015 in Leonies Leben 2015, Spanisches Leben
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Baustelle Küche

Baustelle Küche

Grund für meine lange „Blogabwesenheit“ waren unter anderem „leichte bauliche Veränderungen“ in meiner Wohnung. Ich wähle hier den Begriff der leichten baulichen Veränderung, weil ich diesen vor vielen Jahren einmal in einem völlig anderen Kontext gehört habe. Auf einer Ägyptenreise erklärte der Reiseleiter auf unsere Frage, wieso denn dort inmitten einer ägyptischen Tempelanlage plötzlich eine christliche Kirche stände. „Nein, nein das ist schon noch der Tempel, die Kopten haben hier nur leichte bauliche Veränderungen vorgenommen“. Diese leichten baulichen Veränderungen hatten allerdings das Gesamtbild des Tempels – zumindest in meinen Augen – nicht unerheblich verändert.
Ähnlich geht es mir zurzeit bei meiner eigenen Baumaßnahme. Ursprünglich hatte ich nur an die Erneuerung der dringend notwendigen Elektrizitäts- und Wasserleitungen in der Küche gedacht. Doch dann stellte sich heraus, dass die über 25 Jahre alte Küche einen Ab- und Aufbau nicht überleben würde. Also musste eine neue Küche her. Verbunden mit Inselrundfahrten und Wanderungen durch die Schluchten der Küchengeschäfte wurde eine Küche bestellt. Die kam dann auch nach einer Lieferzeit von mehr als drei Monaten mit einem Containerschiff, das sich angeblich noch einmal drei Wochen verspätete, auf der Insel an. Wie kann sich bitte ein Containerschiff nach Teneriffa so lange verspäten? Ist es um Südamerika herum gefahren? Doch ich hatte leider keine Zeit, diese wirklich interessante Frage weiter zu vertiefen.

Baustelle Küche

Baustelle Küche

Denn vor dem Einbau der neuen Küche galt es die alte Küche auszubauen und die Elektroleitungen und Wasserrohre zu erneuern. Ich lud die unterschiedlichsten Handwerkerunternehmen zur Besichtigung und zur Anfertigung von Kostenvoranschlägen ein. Mehr als sieben Nationalitäten folgten meiner Einladung und einige Unternehmen gaben nach Monaten des Wartens tatsächlich einen Kostenvoranschlag ab. Die Zahlen darin kaum vergleichbar. Einige preisliche Vorstellungen schienen aus der spanischen Lotterie zu stammen. Doch ich musste mich entscheiden, denn die neue Küche musste eingebaut werden. Denn nun war das Containerschiff angekommen. So entschied ich und hoffte auf das richtige Pferd gesetzt zu haben.
Die Renovierung des Küchen- und zugleich Wohnraumes verursachte über zwei Wochen nicht unerheblichen Lärm und die Freundlichkeit meiner Nachbarn schien auch mit jedem weiteren Tag ein wenig abzunehmen. Unser persönliches Leben spielte sich fortan auf der Terrasse ab. Wir saßen auf dem auf die Terrasse ausgelagerten Sofa zwischen allen anderen Dingen aus der Wohnung. Der Wettergott war uns gut gesonnen. So wurden die Möbel auf der Terrasse nicht nass und die warmen Temperaturen ließen ein Terrassenleben zu. Ein lieber Nachbar, der zugegebenermaßen etwas schwerhörig ist, lieh uns einen Kühlschrank. Da ich noch einen heißen Stein und eine alte Mikrowelle hatte, fehlte es eigentlich an nichts. Ich sage eigentlich – da wir waren ständig auf der Suche nach irgendwelchen Dingen aus der Küche auf der Terrasse waren. Da konnte auch Lasko nicht helfen. Denn wenn wir Essbares suchten, kam er uns zumeist hervor. Und für Mixer und Gabeln interessiert Lasko sich leider nicht.

Terrassenleben

Terrassenleben

Doch wir überlebten die Zeit bei sonnigen Wetter auf der Terrasse ohne größere Schäden. Als im Küchen- Wohnbereich alle Elektroleitungen und Wasserrohre erneuert waren und endlich auch die neue Küche stand, überkam mich ein unbeschreibliches Glücksgefühl. Nun ging es an das Ausprobieren der neuen Gerätschaften. Mit den mehr als 30 Programmen des Herdes komme ich bis heute noch nicht wirklich klar. Doch das was als fertiges Essen aus dem Ofen herauskommt, ist auf jeden Fall essbar.

Baustelle Küche

Baustelle Küche

Ein Besuch auf der anderen Seite der Insel bei Ikea wurde notwendig, um neue Lampen und einen Teppich zu kaufen. Einmal im Konsumrausch wanderten noch unzählige kleine Dinge in den Einkaufswagen, denn auf unserer Seite der Insel gibt zwar Sonne, aber kaum Einkaufsmöglichkeiten. Als die neue LED Lampe endlich an der Decke hing, freute ich mich, denn nun schien der Raum fertig. Problematisch war allein, dass die Lampe, für die ich um die halbe Insel gefahren war, einfach nicht zum Leuchten zu bringen war. Sie blinkte wild wie eine Baustellenleuchte. Made in China las ich nun auf dem Produkt – und das bei Ikea. Schreibt Ikea nicht so etwas wie Ökologie auf die schwedische Fahne? Ich las im Internet nach, dass dieses LED Problem mit chinesischen Anfertigungen anscheinend des Öfteren auftritt. Also noch einmal um die Insel gefahren. Dieses Mal in einem „richtigen“ Lampengeschäft eine „richtige“ Lampe gekauft. Und siehe da: das teure Modell spendet tatsächlich Licht.
Ermutigt von dem Erfolg mit der Wohnküche, musste ich einfach weiter machen. Wenn schon schöner Wohnen in der Küche, denn auch schöner Wohnen im Bad. So der Plan. Nun sollte mein Miniminibad samt Rohren und Elektrik erneuert werden. Noch einmal Ausschreibung und viele Gespräche auf Deutsch, Englisch und in der spanischen Sprache. Dieses Mal machte ein Spanier das Rennen. Er fuhr mit mir zweimal über die ganze Insel und zeigte mir, wo ich günstig Fliesen, Rohre und eine Duschwand erstehen könnte. Am Abend war ich bereits von diesem ersten Teil der Baumaßnahme geschafft. Doch alles was auf der langen Liste stand war tatsächlich gekauft. Einige Dinge waren zwar mangelhaft und mussten bei einer erneuten Inselrundfahrt getauscht werden. Doch wer schöner Wohnen will, muss anscheinend auch ein wenig leiden.

Baustelle Bad

Baustelle Bad

Dann beim Herausschlagen der Fliesen wurden meine Nachbarn – jedenfalls alle die, die nicht schwerhörig sind – langsam des Lärms überdrüssig. Die ersten Beschwerden trafen ein. Ich bemühte mich mit tröstenden Worten und dem Versprechen, dass ich selber solche Prozedur nur einmal im Leben zu machen gedenke, um Schadensbegrenzung. Leider rutschte den Handwerkern wohl der Presshammer aus und plötzlich war die Wand zum Schlafzimmer durchbrochen. „Nichts passiert. Das reparieren wir alles wieder“, teilte mir mein spanischer Handwerker freundlich mit. „Ok“, murmelte ich etwas skeptisch mit Blick auf die durchbohrte Wand.

Kleiner Zwischenfall - Wanddurchbruch

Kleiner Zwischenfall – Wanddurchbruch

Doch damit leider nicht genug. Gestern Nacht wurde anscheinend von dem Handwerker ein Wasserrohr nicht richtig verschlossen. Und so meldete sich mitten in der Nacht meine Nachbarin, die unter mir wohnt. Ihre Schreie ließen nichts Gutes vermuten. Schnell lief ich mit ihr in ihre Wohnung, um mir den Schaden anzusehen. Es tropfte von der Decke auf ihr Bett und dicke Risse an der Decke sahen so aus, als wenn gleich die ganz Decke herunter käme. Da war schnelles Handeln und schnelle Hilfe nötig.

Kein stilles Örtchen mehr

Kein stilles Örtchen mehr

Zum Glück kam dieses Mal der Handwerker sofort noch mitten in der Nacht und behob zumindest die Ursache des Wasserschadens. Auch die nassen Sachen wurden noch über Nacht von ihm gewaschen und getrocknet. Er sicherte zu, alles wieder schnellst möglich instand zu setzen. Doch die Aufregung bleibt.
Ich werde noch ca. 10 Tage ohne Dusche und nur notdürftig mit einer Toilette ausgerüstet sein. Doch zum Glück alles bei warmen Temperaturen und in der Hoffnung, dass alles danach wieder repariert und umso schöner sein wird. Schöner Wohnen mit leichten baulichen Veränderungen hat halt seinen Preis.

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Kommentare
  1. Frau Tonari sagt:

    Oh, das liest sich echt nach Stress (und Dreck) und ´ner großen Einweihungsfeier mit den genervten Nachbarn 😉
    Wir sind heute mit dem Arbeitszimmer fertig geworden. Die Aktion hat mir schon gereicht.
    Nächsten Samstag kommt der neue Schreibtisch, dann ist es perfekt.

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  2. nurbanales sagt:

    Selbst kleine Renovierungen kosten immer Nerven. Bei euch ist das ganze ja schon etwas größer. Das hält man aber gut durch wenn man weiß, das es hinterher viel schöner ist. Die Nachbarn freuen sich auch wenn alles vorbei ist. Und solange keiner die Wand zum Nachbarn durchhaut, ist alles gut. 🙂
    LG

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  3. tillytilly sagt:

    Dann drück ich mal die Daumen, dass schnell alles ohne weitere Komplikationen über die Bühne geht……

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  4. Ingrid sagt:

    Ich kann nur sagen bzw. schreiben: das Grauen. Schrecklicheres als solche Arbeiten unter laufendem Betrieb gibt es wohl kaum. Ich wünsche dir weiterhin gute Nerven und Geduld auch bei den Nachbarn 😉
    LG, Ingrid

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  5. Libellchen sagt:

    Da beneide ich dich nicht! Ich habe es zwar auch gerne schön, doch solche Bauarbeiten sind mir trotzdem zuwider! Hoffe du kannst bald ganz entspannt schöner wohnen! LG

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  6. Also die Terrassenwohnküche sieht ja total entspannt und gemütlich aus. 😁 Aber ohne Dusche und nur notdürftiges WC klingt eher sehr stressig. Mit Renovierungen ist es wie mit einer Sucht: Hat man mal angefangen ist es schwer wieder aufzuhören! Das kennen wir gut! Ich drück die Daumen dass die Baustelle bald Vergangenheit ist und du Küche und Bad bald wieder ganz stressfrei genießen kannst. Und dann kannst du dich der Wiederherstellung des nachbarlichen Friedens widmen.
    Liebe Grüße aus Schweden wo noch lange nicht daran zu denken ist auf der Terrasse zu sitzen! 😕

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  7. deutschtrailer sagt:

    (leichten baulichen Veränderungen) viel geduld und toi, toi, toi Leonie…. 🙂

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  8. kormoranflug sagt:

    Sieht sehr gemütlich aus.

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  9. aquasdemarco sagt:

    Du machst es dir nicht einfach:-)
    Mein Dad lebt ja auch in Spanien, man passt sich an, buy local.
    Aber bei Küchen verstehen Frauen ja manchmal keinen Spaß

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  10. Pit sagt:

    Hallo Leonie,
    das waren ja wirklich „nur klitzekleine“ Umbau-/Renovierungsmaßnahmen! 😉 Kein Wunder, dass dabei keine Zeit zum Bloggen blieb. Ich hoffe aber, dass Alles bald vorbei sein wird und dass das Resultat zu Deiner vollkommenen Zufriedenheit ausfallen wird, und ich wünsche Dir viel Freude in der fast neuen Wohnung.
    Liebe Grüße,
    Pit

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    • leonieloewin sagt:

      Danke lieber Pit für die guten Wünsche. Aber bis wirklich alles fertig ist, wird es noch eine ganze Weile dauern. Hauptsache ist zunächst, dass das Loch zur Nachbarin wieder in Ordnung gebracht wird und Ruhe an der „Front“ einkehrt. Dann geht es in der eigenen Wohnung weiter :-). liebe Grüße über den großen Teich Leonie

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  11. Anna-Lena sagt:

    Oh, mein Gott, da hast du ja einiges hinter die. Aber nun hast du es bestimmt schön. Flickwerk lohnt sich nicht, dass sehen wir hier bei unseren Straßen, die von einem Frost zum nächsten halten.
    Deine Terrasse könnte mir auch gefallen 🙂 .
    Weiterhin gutes Gelingen und maximale Erfolge.

    Herzliche Grüße
    Anna-Lena

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  12. minibares sagt:

    Oh jee, liebe Leonie, das ist ja doch erheblich schlimmer geworden, als geplant.
    ich drück die Daumen, dass nun alles ohne Panne vonstatten geht.

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  13. Alles Gute für die Baustelle, ich mag so etwas auch überhaupt nicht. Kopf hoch. 🙂

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  14. Es ist zum Mäusemelken! Es liest sich alles dennoch sehr entspannt… Anscheinend hast du bereits genug spanische Gelassenheit aufgebaut :). Ich drücke die Daumen für schnelles Gelingen ohne weitere Schäden!

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  15. grynaklee sagt:

    Möge die Übung gelingen! 😉

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  16. Elvira sagt:

    Ich habe das Klobild ja schon auf Flickr gesehen, dachte aber nicht im Traum daran, dass das tatsächlich Dein stilles Örtchen war. Da hast Du ja einiges an Zeit, Nerven und Kleingeld gelassen. Besonders an Zeit. Zumindestens kenne ich das aus den Berichten meines Bruders von seiner Insel.
    Wenn dann aber alles fertig ist……
    Liebe Grüße,
    Elvira

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  17. Gabi sagt:

    Aus dieser kleinen baulichen Veränderung ist ja nun doch etwas mehr geworden.
    Gut aber auch, dass Ihr wenigstens so eine große Terrasse zum ausweichen habt. Schaute ja direkt gemütlich aus. ☺

    Ich wünsche Dir, dass es keine weiteren Komplikationen geben wird und alles so rasch wie möglich fertig wird. Aber dann wirst Du auf jeden Fall Deine Freude mit Deiner Wohnung haben.
    LG Gabi

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  18. Emily sagt:

    Veränderungen tun ja auch immer mal wieder ganz gut, oder? Und eines Tages ist man fertig und alles ist schön und überhaupt! (Habe ich demnächst auch alles vor mir, daher rede ich Umbaumaßnahmen und Renovierungen nur noch schön 😉 )
    Alles Liebe zu dir Leonie!

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  19. leonieloewin sagt:

    Dann wünsche ich Dir auch alles Gute für Deine Umbaumaßnahmen liebe Emily und ein bisschen mehr Glück 🙂

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  20. Hallo Bog- Schwester, ich habe dich für den Blog Award ausgeguckt……wäre schön, wen. Di miitmachts. Keine Zeit und Lust ? Delete…..

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  21. Oh je, das ist ja Wahnsinn. 🙂

    Liebe Grüße,
    Martina

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  22. sl4lifestyle sagt:

    Haha, kenn ich von Barcelona! Jaja, die Handwerker! Ts, ts, ts.
    Schönes Wochenende, liebe Leonie, aus Unterfranken!
    Sabine mit Gaston.

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