Archiv für November, 2015


die Farben von Kolumbien

die Farben von Kolumbien

Am 5. November mittags startet mein Flug über den Atlantik nach Bogota. Im kalten Madrid habe ich mir eine kleine Erkältung eingefangen. Doch die mindert keineswegs meine Vorfreude auf die Reise. Nach 10,5 Stunden lande ich in Bogota und treffe dort meine Reisegruppe. Bislang habe ich meine Reisen immer selber organisiert. Nun ein erster Versuch mit einer Gruppenreise. Für mich spannend. Da ich von dem langen Flug ein wenig müde bin, freue ich mich, dass ich nun nur noch der Gruppe in den Bus hinterher laufen muss. Auf der langen Fahrt durch die Stadt zu unserem ersten Hotel, gibt es durch den Reiseleiter erste interessante Informationen über Kolumbien und insbesondere die große Hauptstadt Bogota. Bogota ist die dritt höchstgelegene Metropole der Welt und liegt auf einem fruchtbaren Hochplateau der Anden,  2.640 Meter über dem Meeresspiegel, am Fuß der östlichen Kordillere. Die Fläche der Stadt beträgt 1.775,98 Quadratkilometer. In meinen Augen eine riesengroße Stadt.

Bogota vom Monteseratte

Bogota vom Monserrate

Die Fahrt mit dem Bus durch die anscheinend vollkommen verstaute Stadt dauert bei einsetzender Dämmerung gefühlt eine Ewigkeit. Offiziell hat Bogota 7,8 Mio. Einwohner. Doch immer mehr Menschen – insbesondere in den Armenvierteln am südlichen Stadtrand kommen hinzu. Tatsächlich sollen mittlerweile mehr als 10 Mio. Personen hier wohnen. Ein großes Problem neben der unübersehbaren Armut vieler Menschen, scheint der Verkehr zu sein. Obwohl nur noch Fahrzeuge mit gerade oder ungeraden Nummern an bestimmten Tagen in die Stadt dürfen, ist die Stadt immer und ständig verstaut. In dieser Klassengesellschaft besitzen die „Reichen“ einfach mehrere Autos mit verschiedenen Kennzeichen, so dass sie jeden Tag in die Stadt fahren können.

Vor den großen neuen Busstationen (TransMilenio) stehen hunderte von Menschen in langen Warteschlangen an. Laut Reiseführer besitzt die Stadt ein ausgezeichnetes Bus- und Radwegenetz. Dennoch dauern hier kleinste Wege laut unserem Reiseleiter Stunden. Das erleben wir bereits persönlich auf der Fahrt zum Hotel und natürlich auch in den nächsten Tage. Und auch ein Fahrrad soll nicht die Lösung sein, da es organisierte Banden auf Radfahrer abgesehen haben. Sie sollen die Radfahrer mit Gewalt vom Rad ziehen oder einfach mit einem Stock herunterschlagen, um an die begehrten Zweiräder zu kommen.

Blick über die Dächer im Viertel Candelaria

Blick über die Dächer im Viertel Candelaria

Gewalt scheint hier in der Stadt ohnehin ein großes Thema zu sein. Immer noch verzeichnet Bogota mehrere Tausende von ermordeten Menschen jährlich. Morden scheint an der Tagesordnung zu sein. Die soziale Ungleichgewicht ist überall spürbar. Es soll etwa  10 verschiedene „Kasten“ geben.  Die reichen von superreich bis rein gar nichts haben. In den nächsten Wochen lerne wir junge Paare kennen, die uns von ihrem Penthaus und ihrem Porsche erzählen. Eine Straße weiter kämpfen Familien darum, überhaupt ein wenig Essen für ihre Kinder zu erhalten. Den 2-3% „Reichen“ gehört fast alles im Land. Kriminalität und Korruption sind an der Tagesordnung und auch der Drogenhandel scheint noch lange nicht ausgerottet zu sein.

8-12 jährige Kinder verüben für 20 Dollar Auftragsmorde. Ein Menschenleben ist hier nur so viel Wert, wie die Materie, die der Mensch am Leib trägt. Es gibt Viertel, in die kein Bus oder Taxi hineinfährt. Dort herrscht Anarchie bzw. organisierte Kriminalität. Diese Viertel werden durch Banden regiert.Polizei und Banden bekämpfen sich dort und  wahllos werden von beiden Seiten Menschen niedergeschossen.

...das größte Hochhaus Südamerikas soll hier entstehen

…das größte Hochhaus Südamerikas soll hier entstehen

Die Menschen und insbesondere die Kinder haben keine Chance. Sie müssen um das reine Überleben kämpfen. Der Staat gibt kein Geld für Bildung aus, da er lieber ungebildete Menschen hat, die sich leichter regieren lassen. Arme Menschen können kaum Schulgeld und alle notwendigen Dinge für die Schule zahlen. Im Norden der Stadt wohnen die Besserverdienenden und Reichen hinter hohen Mauern, Stacheldraht, gesichert mit Videoüberwachung und mit Wachmännern. Immer mehr Menschen drängen in die Stadt, da sie vor den Rebellen vom Land fliehen. Doch es erwartet sie keine schöne Wohnung. Viele Menschen leben unter Müllsäcken in primitivsten Hütten. Es wird vom Gullideckel bis zum abgestellten Pkw alles gestohlen, was nicht befestigt ist. Daher sehen wir bereits vom Bus aus nur mit hohen Zäunen gesicherte Häuser.

Die Mittelschicht strebt immer mehr nach materiellen Attributen, wie Autos und Handys. Doch wer kann sich wirklich ein Fahrzeug leisten? In der Kürze der Zeit für mich nicht wirklich nachvollziehbare Fakten. Vieles bleibt auch für mich eine Ungereimtheit. Unbedingt muss ich dazu mehr nachlesen. Und dennoch soll hier zurzeit bereits alles besser als noch vor 10 Jahren sein. Unvorstellbar. Die Menschen arbeiten im Durchschnitt 10 Stunden in dieser Stadt und brauchen zusätzlich häufig noch zwei Stunden für den einfachen Arbeitsweg.

Blick aus der Höhe auf die große Stadt

Blick aus der Höhe auf die große Stadt

Geckoschmuck

Geckoschmuck auf dem Monserrate

Trompetenbaum mit höchst giftigen Blüten

Trompetenbaum mit höchst giftigen Blüten

Auch das Wetter in Bogota, das im Allgemeinen freundlich und um 20 Grad sein soll, zeigt uns seine kühle Seite. So lernen wir diese Stadt leider nur mit grauen Wolken und bei Regen kennen. Doch zwischendurch klart es ein wenig auf. Am nächsten Morgen geht es auf den Aussichtsberg Monserrate (3.152 Meter).Wir fahren steil bergauf mit einer Zahnradbahn. Als ich neben der Bahn einen kleinen Pfad bergauf entdecke, frage ich mich, warum wir dort nicht hochgelaufen sind. Unser Guide erklärt mir, dass „man“ dort gehen könne, da dort Touristen regelmäßig überfallen würden.

..mit der Zahnradbahn geht es steil aufwärts

..mit der Zahnradbahn geht es steil aufwärts

..auf dem Monserrate

..auf dem Monserrate

.auf dem Monserrate

.auf dem Monserrate

.auf dem Monserrate

.auf dem Monserrate mit Regenwolken

auf dem Monserrate

auf dem Monserrate

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittags fahren wir zu einem Großmarkt, auf dem wir die vielfältigen kolumbianischen Früchte und Obst ansehen und probieren können. Einige der gut aussehende Früchte kenne ich bereits (Orangen, Bananen, Avocados usw.). Aber wie schmeckt eine Badea, Borojó oder Chirimoya? Ich habe selten eine solch große Auswahl an exotischen Früchte gesehen und probieren können.

 

Großmarkt

Großmarkt

Großmarkt

Großmarkt

Riesenavocados

Riesenavocados

 

Großmarkt mit Früchten und Obst

Großmarkt mit Früchten und Obst

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem kulinarischen Genuss geht es weiter in das Goldmuseum. Auf mehreren Etagen sind dort mehr als beeindruckende Goldschätze zu sehen.

Goldmuseum

Goldmuseum

Goldmuseum

Goldmuseum

Goldmuseum - das Schattenbild zeigt, wie das Gold an dem "Tragendem" ausgesehen hat

Goldmuseum – das Schattenbild zeigt, wie das Gold an dem „Tragendem“ ausgesehen hat

Goldmuseum

Goldmuseum

Goldmuseum

Goldmuseum

Goldmuseum

Goldmuseum

Goldmuseum

Goldmuseum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann reicht die Zeit noch gerade für einen Rundgang durch die historische Altstadt von Bogota, die Candelaria. Im Regen sehen wir den Plaza de Bolivar, Kirchen, Plätze und große Museen. Beeindruckend auch die vielen interessanten Wandmalereien und Graffitis an den Mauern und Häuserwänden.

Graffiti

Graffiti

Wandgraffiti

Wandgraffiti

Candelaria

Candelaria

bunte Häuserwände

bunte Häuserwände

..in der Candelaria

..in der Candelaria

Abends dann noch ein Erlebnis der besonderen Art. Unser Busfahrer nimmt uns mit zu sich und seiner Familie nach Hause. Wir fahren mit dem Bus quer durch die Stadt an der Universität vorbei in ein Wohngebiet hinter dem Flughafen. Dort lernen wir die Familie unseres Busfahrers kennen, die uns einen kolumbianischen Eintopf serviert und uns interessante Einblicke in das Leben einer kolumbianischen Familie gibt.

unser Busfahrer mit Familie

unser Busfahrer mit Familie

In den zwei Nächten und einem langen Tag haben wir so einen ersten Eindruck von Bogota und Kolumbien erhalten. Wir werden auf unserer Rundreise noch einige Male zu dem „Drehkreuz“ Bogota zurückkommen.

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Da nicht nur Frau Tonari am letzten Tag des Monats gerne Rost sehen mag, habe ich heute Rost aus Kolumbien mitgebracht. In einer Lodge in der Kaffeezone fand ich diese rostigen Gegenstände, die angebracht auf Brettern, als kreativer Wandschmuck dienen.

Rostschlüssel

Rostschlüssel

Rostschlüssel

Rostschlüssel

Rosthufeisen und Rostsporen

Rosthufeisen und Rostsporen

Rostschlüssel

Rostschlüssel

Rostschlüssel

Rostschlüssel

Rostsporen

Rostsporen

Rosthufeisen und Rostsporen

Rosthufeisen

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Madrid Puerta del Sol

Madrid – Puerta del Sol im Nieselregen

Am 2. November brach ich zu meiner „großen“ Reise nach Kolumbien auf. Eine für mich gefühlte lange Zeit hatte ich keine Fernreise mehr unternommen. Doch in diesem Jahr war es endlich soweit. Über Madrid sollte es nach Kolumbien gehen. Ich verließ Teneriffa bei warmen Sonnenwetter und konnte beim Abflug sogar noch einen Blick auf den Teidegipfel über den Wolken werfen. In einem 2,5 Stunden Flug ging es nach Madrid. Zwischen den kanarischen Inseln und Madrid lagen in diesem Fall Welten – zumindest was das Wetter betrifft. Auf Teneriffa hatten wir tagsüber noch weit über 20 Grad und Sonnenschein bei einem strahlend blauen Himmel. In Madrid erwarteten mich bereits beim Landeanflug graue Wolken, Regen und für mich gefühlte Kälte bei 13 Grad. Doch wie ich schnell in Madrid erfuhr, muss es nicht unbedingt um diese Jahreszeit so kühl sein. Madrid soll sogar  bekannt für seinen blauen klaren Himmel sein. Und auch im November kann  noch gerne die Sonne bei 20 Grad scheinen. Doch leider dieses Mal nicht für mich. Erst bei meinem Rückflug sah ich ein Madrid mit blauen Himmel vom Flughafen aus.

So musste ich mit einer kühlen Stadt, Nebel und Nieselregen vorlieb nehmen. Das Wetter hinderte mich jedoch nicht, die Tage in Madrid zu nutzen und so viel wie möglich von der Stadt anzusehen.

Calle de Madrid

Calle de Madrid

Am ersten Abend hatte ich genug damit zu tun vom „großen“ Flughafen Bajaras in die Innenstadt zu kommen. Ein langer Weg mit häufigen Umsteigen von einer Metro in die andere. Mein Koffer für Kolumbien machte sich gewichtsmäßig nicht nur auf den langen U-Bahn Treppen, sondern auch bei meiner Pension, die im 5. Stock (ohne Aufzug) lag, bemerkbar. Die kleine Pension im zentrumsnahen Bezirk Chueca war jedoch sauber und die Zimmer in freundlichen bunten Farben angestrichen. Ein nationenmäig gemischtes Publikum und aufmerksame „Wirtsleute“, die bei allen Fragen, gerne hilfreich zur Seite standen. Der Stadtteil Chueca zeichnet sich durch viele nette kleine Straßen, Geschäfte und Tavernen aus. Bei meinem ersten Abendstreifzug fiel mir gleich das rege Leben auf den Gassen und viele nette kleine Restaurants, Bars und Tavernen auf. Quirliges Leben trotz  Regenwetter und kühlen Graden. Wie sieht es hier wohl erst bei Sonne aus?

Herbstlaub im Garten des Museo del Prado

Herbstlaub im Garten des Museo del Prado

Am nächsten Morgen drehte ich nach einem kleinen Frühstück die erst Runde zu Fuß durch die Innenstadt. Zwei Tage reichen sicherlich nicht, um der Kulturstadt Madrid, die allein mehr als 120 Museen zu bieten hat, gerecht zu werden. Doch für mich reichte die kleine  „Stippvisite“ für erste Eindrücke. Interessant gleich die erste große Straße, auf die ich von Chueca aus traf. Auf der betriebsamen Straße Gran Via, die in mehreren Abschnitten gebaut wurde, sind Bauwerke aus den 20gern, 40gern und 70gern Jahre des letzten Jahrhunderts zu bewundern. Die ersten „Wolkenkratzer“ Europa sind hier genauso zu sehen wie die üblichen großen Geschäftsbauten in vielen Großstädten. Menschen gehen, schlendern und hetzen durch die Straßenschluchten. Lebhafter Verkehr, berittene Polizei und sehr viele Busse im Straßenbild.

Plaza Callao mit Fahrradtouristen

Plaza Callao mit Fahrradtouristen

Ich wanderte zunächst – um mich besser orientieren zu können – über die großen Straßen und Plätze der Stadt. Auf der Plaza Puerta del Sol viele Menschen und imposante Bauwerke. Auf der Mitte des Platzes vor dem Brunnen findet gerade eine Art „Demonstration“ statt. Viele Paare roter Damenschuhe liegen dort im Regen. Am nächsten Tag sind sie zu einem Kreuz sortiert. Die Schuhe sollen an vermisste und verschwundene Frauen aus aller Welt erinnern. Neben den Schuhen wacht die Polizei. Und hinter den Schuhen werben riesige Plakatwände u. a. für Schuhe.

Aktion mit roten Schuhen - Erinnerung an vermisste Frauen

Aktion mit roten Schuhen – Erinnerung an vermisste Frauen

Aktion mit roten Schuhen - Erinnerung an vermisste Frauen

Aktion mit roten Schuhen – Erinnerung an vermisste Frauen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schwarzhäutige Verkäufer bieten ihre Ware auf sogenannten Faltschirmdecken an. Sie dürfen nicht verkaufen und wenn sich die Polizei nähert, ist mit einem Ruck an der Leine die gesamte Ware eingesackt und wird zum nächsten Platz bewegt.

Schwarzhäutiger Händler mit "Faltschirmdecken"

Schwarzhäutiger Händler mit „Faltschirmdecken“

Aktionskünstler zeigen Kunststücke und bitten um Geld, sei es verkleidet als Mickey Mouse oder als schwebender Motorradfahrer. Wie geht das eigentlich? fragen sich sicherlich viele der vorbei eilenden Touristen und staunen. Ein bisschen Geld bleibt dennoch ab und zu auf dem Pflaster vor den Künstlern liegen.

Aktionskünstler überall in der Stadt - gerne wird ein wenig Geld für ein Foto eingesammelt

Aktionskünstler überall in der Stadt – gerne wird ein wenig Geld für ein Foto eingesammelt

Auffallend auch die vielen Bettler in der Stadt, die nahezu überall zu finden sind. Ob sie tatsächlich alle vom Betteln auf der Straße  leben können?

Doch dieser erste große Platz an diesem Tag noch nicht der Letzte. In dieser großen Stadt gibt es einfach so viele schöne Plätze, dass ich doch immer wieder ins Staunen gerate. Es geht weiter zur berühmten Plaza Mayor, auf der nicht nur sehr beeindruckende Wandgemälde und eine Statue zu sehen sind. Die Restaurants und der nahe  Mercado locken bereits am Morgen mit Köstlichkeiten und Champagner.

....überall in der Stadt finden sich hübsch aufgebaute "Frühstücktische"

….überall in der Stadt finden sich hübsch aufgebaute „Frühstücktische“

Wandmalereien am "Großen Platz"

Wandmalereien am Plaza Mayor

Köstlichkeiten in den Markthallen

Köstlichkeiten in den Markthallen

Ich gehe weiter  zur Plaza de Oriente und natürlich vorbei am großen Dom und dem wirklich großen Königspalast mit mehr als 6000 Räumen. Er soll einer der größten Paläste in Europa sein. Doch das Königspaar lebt nicht hier. Zu groß? Das königliche Paar residiert in einem anderen Palast im Norden der Stadt.

Madrid Palast

Madrid Palast

Gleich in der Nähe des Palasts eine der vielen großen innerstädtischen Parkanlagen. Bei meinem Besuch wirken sie mit der Laubfärbung und im Griesgrau sehr herbstlich. Bei Sonne hingegen locken sie sicher die vielen Einwohner und Touristen auf den Rasen und an die Seen.

Auf der Plaza de Espana beobachte ich viele Touristen, die fast alle ein Bild von sich vor und mit der Statue des Don Quijote und Sancho Panza mitnehmen wollen. Die Statue steht hier am spanischen Platz und setzt dem bekannten Schreiber Savante ein Denkmal.

Plaza Espana mit Don Quijote und Sancho Panza

Plaza Espana mit Don Quijote und Sancho Panza

...und auch ein richtiger Reiter ist auf dem Platz

…und auch ein richtiger Reiter ist auf dem Platz

Ich laufe weiter und entdecke noch einige kleine und große Kirchen, mittelalterliche Mauern und Tore und viele kleine mittelalterlich wirkende Straßen und Plätze. Es gäbe ja so viel zu sehen und zu entdecken in dieser großen Stadt. Ich weiß schon jetzt, dass ich noch einmal wiederkommen muss.

Am Nachmittag fahre ich mit dem Bus nach Moncloa. Es geht vorbei an dem großen Bahnhof Principe Pio. ,Universitäts- und immer wieder auch Militärgebäuden. Auch das Herumschlendern in Moncloa ist interessant. Kleine nette Cafés und Geschäfte laden zum Bummeln ein. Danach für mich ein besonders schöner Termin. Ich darf eine alte Schulfreundin treffen, die hier seit 30 Jahren in Madrid lebt und arbeitet. Doch nicht nur das Treffen ist für mich ein Highlight des Madrid Besuches. Wir können sogar zusammen am Stadtrand von Madrid für eine Stunde ausreiten. So habe ich Gelegenheit, auch noch ein wenig vom Grüngürtel der Stadt und der wirklich schönen Umgebung zu sehen. Beim Ritt bleibt es trocken. Die Weitsicht auf die fernen Berge bleibt mir jedoch leider verwehrt.

Auch am zweiten Madridtag wandere ich zunächst zu Fuss. Ich schaue mir den östlichen Teil des Zentrums an und gehe an der beeindruckenden Plaza Cibeles mit der Post und dem Rathaus vorbei. Ein großes Schild verkündet dort, dass Flüchtlinge willkommen seien. Ich wandere ein wenig durch die großen Grünanlagen hinter der Puerta de Alcalá.

Plaza Cibeles

Plaza Cibeles – Flüchtlinge willkommen ?

Dabei beobachte ich vielfältige sportliche Aktivitäten. Zu dieser Zeit wird der große Park, der einen See und mehr zu bieten hat, anscheinend in erster Linie von Joggern frequentiert. Nördlich vom Plaza de Alcalá zieht sich eine breite lange Geschäftsmeile mit allen erdenklichen Luxusgeschäften hin. Dort liegt das gut situierte Wohnviertel der „Reichen“. Ursprünglich einmal als Viertel gegründet, um Wohnraum für die armen Bürger der Stadt zu schaffen, sind diese stadtnahen Quadratmeter heute mehr als beliebt und natürlich auch Gold wert.

Madrid - Parque del buen Retiro - Tor

Madrid – Parque del buen Retiro – Tor

Ich wandere weiter Richtung Süden. Dort liegt der berühmt berüchtigte Bahnhof Attocha, der von Gustav Eifel konstruiert wurde. Bekannt wurde sie er durch die schrecklichen Attentate vor einigen Jahren, bei denen viele Menschen starben und auch sehr viele Menschen verletzt wurden. Heute gibt es ein Denkmal, das an dieses Ereignis erinnert und einen neuen Bahnhofsteil.

Museo del Prado

Museo del Prado

Zurück Richtung Stadt komme ich an dem großen Museo del Prado vorbei. Imposant bereits von außen anzusehen. Gerne würde ich einen Blick auf die Kunstsammlungen werfen. Doch die Zeit reicht nicht. Dieses Mal nicht. Wer hier zwei Stunden vor der Schließung am Abend kommt, hat freien Eintritt. Auch eine schöne Regelung. Heute stehen viele Touristen und Schulklassen vor den Ticketschaltern. Um das Museum wunderschöne Herbstlaubfärbung.

Ich gehe wieder Richtung Zentrum und besteige in der Nähe des beeindruckenden Gebäudes der spanischen Bank die Dachterrasse des Gebäudes der schönen Künste. Mit dem Fahrstuhl geht es für 4 € in die 7. Etage auf das Dach. Dort gibt es neben der schönen Aussicht über die Stadt, eine Bar und Liegen, um den herrlichen Anblick auf sich wirken zu lassen. Selbst heute bei Grieselregen gefällt mir der Ausblick über die Dächer von Madrid. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie schön es hier oben bei Sonne und Weitsicht sein muss. Wirklich ein guter Tipp.

Madrid - Real Academia de Belles Arte de San Fernando

Madrid – Real Academia de Belles Arte de San Fernando

Blick über die Dächer von Madrid

Blick über die Dächer von Madrid

Blick über die Dächer von Madrid

Blick über die Dächer von Madrid

Und am Nachmittag entschließe ich mich dann doch noch zu einer geführten Busreise. Auf die Hopp in , Hopp of Busse habe ich hier in Madrid verzichtet, da ich eine Karte für das gesamte Bus- und Metronetz bereits am Flughafen erworben hatte. Wenn ich einmal nicht mehr laufen, sondern fahren wollte, ging das an jeder Stelle problemlos, da der Metrozüge und die Busse hier fast im Zweiminutentakt fahren.

Mit dem Doppeldecker sehe ich nun noch einmal die bereits bekannte Plätze und Straßen aus der Höhe. Die Erklärungen auf Spanisch und Englisch sind auch sehr interessant und erweitern mein kleines Madridwissen. Der Radius um die Innenstadt erweitert sich mit der Tour  auch räumlich ein wenig. So fahren wir Richtung Nordosten aus dem Zentrum hinaus. Nun sehe ich die neuen Ministerien, die ich bislang nur als große Metrostation kannte. Kurz dahinter liegt das große Estadio Santiago Bernabéu des Fussballclubs  Real Madrid. Doch nicht nur das Stadium ist neu für mich. Im Sekundentag gibt es etwas zu sehen und interessante Stadtinformationen.

Estadio Santiago Bernabéu - Real Madrid

Estadio Santiago Bernabéu – Real Madrid

Der Bus fährt in den zwei Stunden rund um die Innenstadt und stoppt auch einige Male kurz, um Fotos zu ermöglichen. Die Busfahrt ist ein guter Abschluss meines Madrid Besuches. Nun zieht es mich noch in ein typisches kleines Madrid Restaurant, um ein paar örtliche Spezialitäten und natürlich einen Wein zu probieren.

Frühstück mit Zuschauern

Frühstück mit Zuschauern

Dann bin ich aber doch müde und muss ein wenig ausruhen, denn am nächsten Morgen geht es wieder zum Flughafen und dann weiter nach Kolumbien. Schade war, das für mich doch recht kühle graue Wetter, das leider auch farbenfrohe Fotos verhindert hat. Gut war, dass ich doch in zwei Tagen zumindest einen kleinen Überblick über die Innenstadt erhalten habe und viele schöne Eindrücke mitnehmen kann.

Madrid – ich komme wieder!

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Echsen für Leonie

Veröffentlicht: 1. November 2015 in LeoniesLeben

Danke Elvira – passend zu meinen „Echsen“ der letzten Tage

Auf nach Südamerika…….

Veröffentlicht: 1. November 2015 in Leonies Leben 2015, Reisen 2015
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Sonnenuntergang Teneriffa

Sonnenuntergang Teneriffa

…..eine kleine Blogpause, denn ich werde die nächsten Wochen wohl weiterhin recht häufig offline sein. Dieses Mal geht es in die westliche Richtung über den Atlantik nach Kolumbien. Ich bin sehr gespannt, was mich alles in diesem großen interessanten Land erwarten wird. Spätestens nach meiner Rückkehr werde ich berichten und Euch alle wieder besuchen. Ganz liebe Grüße und einen angenehmen November wünscht allen Lesern Leonie

Kolumbien

Kolumbien sicher noch interessanter als der Reiseführer