Archiv für die Kategorie ‘Lasko denkt 2013’

Lasko denkt - in der Höhe oder nur ein Nickerchen?

Lasko denkt  in der Höhe oder doch nur ein Nickerchen?

Gestern: Wir hatten über Weihnachten viel Besuch und Leonie kam nicht zum Schreiben. Das war gut für mich. Denn so waren wir mit Familie und Freunden viel unterwegs. Wir sind gewandert, spazieren und schwimmen gegangen und waren bei Freunden und Nachbarn zu Besuch. Und es gab Unmengen von Essen.  Leonie nennt es zumindest Unmengen. Sie fotografierte ein dickes Steinmännchen und meinte, dass auch das Weihnachten zu viel gegessen habe. Für mich gibt es keine Unmengen von Essen. Ich bin ein Labrador und ich habe immer Hunger. Leonie kochte zu Hause für uns und Besuch bzw. sie versuchte mit unserer immer noch reduzierten Energiemenge zu kochen. Ab und zu gelang es. Dann mussten alle anderen elektrischen Geräte abgestellt werden. Kein Fernsehen, kein warmes Wasser und der Kühlschrank auf niedrigste Stufe.  Für Zweibeiner eine Einschränkung – mir egal. Wenn ab und zu trotz dieser Energiesparmaßnahmen nichts mehr mit dem Strom voran ging, sind wir Essen gegangen. Aber auch das war nicht so einfach, da hier auf der Insel zurzeit sehr viele Urlauber und Touristen sind. Und anscheinend möchten alle gerne essen gehen. Doch mit ein wenig Suchen und Glück fanden wir letztlich immer noch einen Platz. Ich lag ruhig unter dem Tisch und wartete geduldig auf die Knochen oder sonstigen Essensreste, die mir von allen Tischen zugedacht wurden. Hundeweihnacht wie ich es mag :-).

Steinmännchen

Steinmännchen – Weihnachten zu viel gegessen?

besser etwas Grünfutter?

besser etwas Grünfutter?

auf hohen Gipfeln

oder viel Bewegung – Lasko auf hohen Gipfeln

Und auch keiner unserer Freunde hat mich zu Weihnachten vergessen. Von überall her erhielt ich Lammknochen und Fleischreste. Es waren so viele Knochen, die Leonie für mich entgegennahm, dass Leonie einen ganzen Stapel Knochen und Fleisch eingefroren hat. „Dann hast Du länger etwas davon“, meinte Leonie. Tatsächlich weiß sie doch genau, dass ich immer noch nicht allein die Tür zum Kühlschrank öffnen kann. „Länger etwas davon haben“, ist für mich kein akzeptables Maß. Doch was soll ich machen? Ich versuche mich ganz lieb zu benehmen, dass ich abends etwas von meinen geschenkten Knochen zu sehen und zu schmecken bekomme. Aber ich bin am Üben – vielleicht schaffe ich es doch noch in 2014 und öffne Leonies Kühlschrank. Das ist jedenfalls neben dem „lieb benehmen“ mein Plan B.

Heute: Nachdem wir über Weihnachten so viel gegessen haben, hängen wir heute alle ein wenig müde in der Ecke herum. Da fällt mir das Denken schwer und ich mache lieber ein Nickerchen. Das habe ich übrigens gestern auch gemacht, als wir auf dem Guerguessteig gewandert sind. Die Sonne schien und wir gingen hoch und höher hinauf. Als die Zweibeiner in der Höhe ihr Picknick machten, bekam ich etwas Thunfisch ab. Danach wollte ich nur noch im Schatten liegen. Wenn Ihr genau hinschaut, seht ihr im Hintergrund den Teide. Auf der Bergspitze liegt immer noch ein wenig Schnee. Doch auf dem Guerguessteig war leider kein Schnee. Leonie schaut Schnee lieber von der Ferne an. Doch ich tobe gerne mitten durch den Schnee. Vielleicht bleiben wir ja im nächsten Jahr mal in Deutschland und fahren ein wenig Schlitten. Doch dazu muss ich Leonie erst einmal überreden. Sie liebt die Sonne und die Sonnenuntergänge auf „ihrer“ Insel.

Weihnachten - Sonnenuntergang

Weihnachten – Sonnenuntergang

Morgen: Morgen fährt Leonie mit ihrem Besuch in den Siam Park. „Ein asiatischer Park auf Teneriffa – was soll das denn?“ fragte Leonie, als ihr junger Besuch nach diesem Vergnügen verlangte. Leonie schaute im Internet und schüttelte den Kopf. Leonie braucht anscheinden keine Vergnügungsparks um Spass zu haben. Unser jugendlicher Besuch sieht das anders. Und auch ich würde gerne dorthin fahren. Dort soll es lange Wasserrutschen und unheimlich viele verschiedene Wasserbecken geben. Das wäre meine  Hundewasserwelt. Doch manchmal ist das Hundeleben ungerecht. Leonie liest mir vor: „Hunde  verboten“. „Hund, dabei hätte ich dort bestimmt viel Spass gehabt“. Nun muss ich morgen allein zu Hause bleiben und darf am nassen Vergnügen nicht teilnehmen. Und Leonie, die viel lieber zu Hause geblieben wäre, als in einen Vergnügungspark zu gehen, wird „zwangsbespasst“ (wie sie es nennt). Da bin ich mal gespannt, was sie zu erzählen hat, wenn sie morgen zurückkommt. Ich werde jedenfalls in der Zwischenzeit kräftig am Kühlschrankprojekt üben, denn die Lammknochen sind wirklich zu und zu lecker.

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Lasko denkt wieder

Lasko denkt ans Fliegen

Gestern: Am Freitag fuhren wir in den Norden der Insel zum Wandern. Erst waren wir in dem kleinen Ort Garachico und wanderten von dort auf einen Berg. Von oben sahen die Häuser unten im Ort recht klein aus. Leonie war begeistert. Doch mich interessierte viel mehr die gelbe Katze, die am Wegesrand saß und uns neugierig nachschaute. Zu gerne hätte ich die ein wenig gejagt. Aber Leonie hielt mich leider ganz fest an der Leine.

Katze in Garachico

Katze in Garachico

Die eine Wanderung reichte Leonie noch nicht und so fuhren wir in die Nähe von Puerto de la Cruz. Dort wanderten wir auf einem Küstenwanderweg. Leonie war von der Aussicht auf das Meer und die Ruine am Wegesrand fasziniert. Ich freute mich zwar über den Auslauf, fand es aber irgendwie gemein, dass ich ständig das Meer von oben sehen konnte, nicht aber dort hineinspringen konnte. Wie gerne hätte ich ein wenig in den Wellen geschwommen. „Die sind hier viel zu hoch, Lasko“, meinte Leonie. Na dann eben nicht. Ich wandte mich den interessanten Schnüffelspuren zu. Man, hier musste ein ganzes Rudel Hunde lang gelaufen sein.

historische Ruine am Wegesrand mit Blick aufs Meer

historische Ruine am Wegesrand mit Blick aufs Meer

Auf dem Rückweg schauten wir in dem Ort Icod de los Vinos vorbei. Es war die Nacht des jungen Weines odes Tablarennens. Zeit für das Tablarennen von San Andrés. In allen Tavernen wurde junger Wein ausgeschenkt. Und die Kinder, Jugendlichen und sogar die Erwachsenen sausten nach alter Tradition auf eingewachsten Brettern die steilen Straßen herunter. Ich fand das nicht so spannend. Auf solch eine rasante Abfahrt konnte ich gut verzichten. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass auch wir noch in derselben Nacht eine rasante Abfahrt vor uns hatten. Aber dazu später.

Tablarennen

Tablarennen

Zunächst musste nun Leonie verzichten. Ich durfte nicht ins Meer. Und Leonie durfte keinen Wein probieren, da sie ja noch fahren musste. So schauten wir uns einige Zeit die tollkühnen  Abfahrten der jungen Leute an und fuhren dann mit dem Wagen Richtung Südküste. Es wurde dunkel und wir mussten über das Gebirge. Oben nach dem Ort El Tanque fing es an zu regnen. Ich legte mich gemütlich hinten im Wagen auf meine Kuscheldecke und träumte vor mich hin. Bald würden wir zu Hause sein und auf mich würde sicher ein leckeres Essen warten. Doch was war das? Plötzlich wurde ich hochgeschleudert und landete fast bei Leonie und ihrem Beifahrer auf den Vordersitzen. Das Auto flog. Ja tatsächlich, wir flogen eine Böschung hinunter. Es rumpelte und polterte. Es ging über Steine und durch Gebüsch. Hier oben geht es oft viele hundert Meter runter. Ob wir gleich ins Meer fliegen und ertrinken würden?

Schrecksekunden, die Leonie wie eine Ewigkeit vorkamen, vergingen. Dann standen wir mit dem Wagen im Dunklen im Gebüsch eingekeilt. Leonie und ihr Begleiter versuchten die Türen zu öffnen. Es ging nicht. Wir waren im Dunklen eingschlossen und oben von der Straße konnte uns niemand sehen. Einfach verschwunden. Ich klemmte den Schwanz ein. Jetzt bekam ich wirklich ein mulmiges Gefühl. Wir waren nicht sicher, ob das Auto vorne über dem Abgrund hing. Nach unendlich vielen Versuchen schaffte Leonie es schließlich die rechte Beifahrertür 20 Zentimeter zu öffnen. Sie drückte und quetschte sich ganz vorsichtig durch den schmalen Spalt. Gut, dass sie nicht so dick ist. Die Brombeeren zerkratzten Leonie heftig. Doch sie schaffte es die Hintertür des Wagens zu öffnen, so dass ihr Begleiter und ich hinten aus dem Wagen klettern konnten. Durch das Gebüsch kämpften wir uns hoch an die Straße.

Dort standen wir stundenlang in der Kälte, da kein Fahrzeug hielt und auch die herbeigerufene Polizei lange brauchte. Doch als die Polizei dann kam, stellten wir zu unserer Überraschung fest, dass der spanische Polizist dänisch sprach. Er hatte viele Jahre in Dänemark verbracht. Da ich dänisch durch meinen Urlaub im Norden gut verstehe, konnte ich mich gleich mit ihm unterhalten. Er war jedoch weniger an meinem dänischen Wintermantel als an dem Wagen, das da unten in den Brombeerbüschen geparkt war, interessiert. Viele Fragen und wenig Antworten. Ein durch die Versicherung bestelltes Taxi kam nicht und Leo fror richtig. Ich nicht, da ich ja meinen Mantel hatte. Damit konnte ich jedoch auch Leonie ein wenig wärmen.

Nach Stunden des Wartens nahm uns dann ein Bus mit, obwohl Hunde eigentlich im Bus auf Teneriffa verboten sind. Der Busfahrer hatte ein Einsehen und fuhr uns in die nächste Stadt, von wo aus wir ein Taxi nehmen konnten.

Leonie war mit dem Wagen in einer Kurve durch die Nässe ins Schleudern geraten. Obwohl sie noch gegenlenkte, brachen die Hinterräder aus und wir fuhren gerade in den Abgrund. Erst spät abends kamen wir absolut durchgefroren und geschockt zu Hause an.

Parkplatz in den Brombeerbüschen

Parkplatz in den Brombeerbüschen

Heute: Die Welt sieht bereits viel besser aus. Wir haben großes Glück gehabt. Leonie ist nur einige Meter tief in die Brombeeren gerauscht. Nicht auszudenken, wenn ihr das an anderer Stelle passiert wäre. Das hätten wir nicht überlebt. Keiner von uns ist verletzt. Die Zweibeiner haben nur einige Brombeerschrammen. Mich hat mein dänischer Wintermantel selbst davor bewahrt. Am nächsten Morgen fuhren wir wieder in das Gebirge, um bei der Bergung des Wagens zuzuschauen. Da wurde uns klar, was für ein unheimliches Glück wir gehabt haben. Zwei Menschen- und ein Hundeschutzengel haben wohl auf uns aufgepasst.

...und wieder auf der Straße

…und wieder auf der Straße

Und dann passierte das nächste Wunder. Mit einer Machete wurde der Wagen freigeschnitten und mit einem großen Kranwagen auf die Straße zurückgehievt. Und außer ordentlich verschrammten Lack und einem zerstörten rechten Außenspiegel war auch dem Wagen anscheinend nichts passiert. Ein kleines robustes Fahrzeug, das mit seinen weit über 20 Jahren immer noch gut fährt. Leonie und ihr Begleiter säuberten den Wagen von den Brombeerranken und dann konnten wir tatsächlich nach Hause fahren. „Am Montag kommt der Wagen zur Sicherheit zum Durchschecken in die Werkstatt“, meint Leonie. Mir egal, meiner Kuscheldecke ist überhaupt nichts passiert. Das muss ich auch gar nicht mehr schecken. Die Polizeit hat alles auf Foto festgehalten und nun ist mein Kuschelplatz sogar in einer Polizeiakte.

Morgen: Wir feiern, dass wir alle gesund und munter sind und dass fast nichts passiert ist. „Und ich werde künftig noch ein wenig vorsichtiger fahren“, meint Leonie. Recht so :-).

Lasko denkt wieder

Lasko denkt wieder

Gestern: Gestern? Nein, es ist Hundejahre her, dass ich Euch etwas aus meinem Leben erzählt habe. Als ich mitbekam, dass Leonie mich einfach in Dänemark allein zurücklassen wollte, war ich ganz schön beleidigt. Das kann ich Euch sagen. Leonie und ich waren in meinem gesamten Hundeleben fast immer zusammen. Alles haben wir gemeinsam gemacht. Ganz selten hat sie mich nur schweren Herzens ab und zu für ein paar Wochen abgegeben. Doch dieses Mal sollten es fast drei Monate werden. HUNDEJAHRE. Ja, ich bin gealtert. Während Leonie ohne mich durch Vietnam gezogen ist, habe ich sie im Alter eingeholt. Es sind in Dänemark tatsächlich Hundejahre vergangen. Als Leonie mich in Bonn wiedersah, streichelte sie meine Schnauze und meinte: „Man, bist Du grau geworden“. Klar, werde ich grau, wenn sie mich Jahre allein lässt. Und wenn Leonie mal auf ihren Kopf schauen würde, ist da auch immer mehr grau zu erkennen. Ja Leonie, wenn wir uns Hundejahre trennen, werden wir grauer. Vielleicht versuchen wir es mal einfach mit „zusammen bleiben“.

Ehrlicherweise muss ich allerdings zugeben, dass ich einen prima Urlaub in Dänemark erlebt habe. Und Vietnam, ein Land, in dem Hunde bereits zum Frühstück gegessen werden, ist nicht gerade mein Traumziel. Gemeinsam mit meinem Freund Cheenok habe ich in Dänemark am Limfjord Boote bewacht. Einmal bin ich vor Begeisterung und Übermut ins eiskalte Wasser gefallen. Cheenoks Herrchen hat mich aber sofort dort herausgezogen. Und wirklich gefroren habe ich auch nicht, denn ich habe mir in Dänemark einen superdicken Fellpelz wachsen lassen. Dieser modische beige Wintermantel gefällt mir so gut, dass ich ihn nicht wieder hergebe. Zum ersten Mal im Leben habe ich aufgehört zu haaren. Leonie kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Schön, dass ich sie noch mit Kleinigkeiten überraschen kann.

Doch alles der Reihe nach. Irgendwann war mein Urlaub zu Ende und ich freute mich auf Leonie und Bonn. Ich fuhr mit einem zweibeinigen Begleiter in der Bahn nach Bonn. Dort kamen wir mitten in der Nacht am Bahnhof an. Und wer stand da? Eine total aufgeregte Leonie. Wau, als ich Leonie sah,  konnte ich auch nicht weiter beleidigt sein. Ich freute mich hundisch und hündisch und überhaupt einfach riesig. Ich sprang an Leonie hoch und hörte gar nicht auf damit. Und wenn Leonie gekonnt hätte, wäre sie sicher auch an mir hochgesprungen. Menschen drücken ihre Freude jedoch wohl etwas anders aus. Leonie standen jedenfalls Freudentränen in den Augen. Ich sprang und sie heulte. Und als wir alles genug gemacht hatten, fuhren wir in die neue Wohnung. Ich bekam eine Extraportion Futter und einen großen Knochen. „Nett hier“, dachte ich. „Sehr viel Wald in der Gegend, da werde ich demnächst wohl ordentlich toben können“. Doch wieder falsch gedacht. Bereits zwei Tage später saß ich mit meinem Wintermantel in der Transportbox und fuhr in den Sommerurlaub nach Teneriffa.

Heute: Ich bin zurück auf unserer schönen Insel und genieße die Sonne, das Meer und das Wandern. Doch zu Leonies großen Erstaunen gebe ich meinen Wintermantel noch immer nicht her. Das modische dänische Fellmodel ist mir einfach ans Herz gewachsen. Vielleicht bin ich ja auch ein bisschen eitel? Und wer weiß, wohin ich in den nächsten Tagen reisen muss. Vielleicht geht es in Richtung Grönland. „Nee, nee“, sagt Leonie. „Hier auf der Insel bleiben wir jetzt erst einmal. Und Dich gebe ich nie, nie wieder her, Lasko“. Na das ist doch Hundemusik in meinen weichen Schlabberohren. Und da Leonie im Moment keine Hundehaare in der Wohnung hat, freut sie sich noch mehr über mich. Da gibt es vielleicht einen Extralammknochen für den guten Hund :-).

Morgen: Wir wollen nach Icod de los Vinos fahren. Da ist jedes Jahr ein Tablarennen, bei dem die Einwohner auf eingefetteten Brettern die Gassen hinunterrutschen. Nichts für mich. Aber die kulinarischen Spezialitäten in Icod, die kann auch ein immer hungriger Labbi – wie ich es wohl ein bin – nicht verachten.

Lasko allein in Dänemark

Lasko allein in Dänemark

Gestern – die letzten Tage im August sind hier in Dänemark recht warm. „So kennen wir das ja  gar nicht oder nur aus der Sauna“, witzelt Leonie. Und so kam es in der letzten Woche tatsächlich ab und zu vor, dass ich nicht allein im Limfjord baden musste. Auch Leonie konnte ihre Füße in die (für sie) recht kalte Nordsee stecken und im warmen Limfjord schwimmen gehen. Ich liebe schwimmen. Und Leonie schwimmt auch gerne. Manchmal schwimmt sie anscheinend auch ein wenig in ihrem Leben. Ich kann mir darunter zwar nichts vorstellen, aber Leonie sagt: „Hilfe, auf dem Gebiet habe ich keine Ahnung. Da schwimme ich“. Das kann mir natürlich nicht passieren. Ich habe schließlich auf meinen Hundegebieten überall Ahnung und bin ein gestandener Hund.

Wenn das Wasser warm genug ist, schwimmt Leonie nicht nur im Leben, sondern auch gerne im Nass. Und besonders gut finden wir es zusammen schwimmen zu gehen. Erinnert Ihr Euch noch an die Fotos aus München? Ich und Leonie bei Hitze im kühlen Nass. So lieben wir das.

bei der Hitze bleiben wir im Wasser

Schwimmen aus Leidenschaft 🙂

Heute – Doch nun weiß ich, dass Leonie mich in ein paar Tagen tatsächlich verlassen will. Stellt Euch vor, sie will nach Vietnam reisen. „Und nach Vietnam Lasko, da kann ich Dich nicht mitnehmen“. Warum eigentlich nicht? Ich würde mit Leonie überall hin gehen. Das habe ich ihr doch schon oft gesagt. „Nee Lasko, abgesehen von den ganzen Zollformalitäten, die Jahre dauern würden. In Vietnam gelten Hunde als Delikatesse. Und gelbe Hunde gelten als besondere Delikatesse. Das will ich auf keinen Fall riskieren“. Was für ein Land, in dem Hunde gegessen werden. Und da will Leonie Urlaub machen. Ich versteh das nicht. Was soll das denn? Ich fahr ja auch nicht in ein Land, in dem Menschen gefressen werden. Gibt es so etwas eigentlich auf der Welt?

Doch Leonie hat sich schon vor Jahren in den Kopf gesetzt, einmal in ihrem Leben nach Vietnam und nach Kambodscha zu fahren und dort zum Beispiel die großen Tempel von Anchor Wat anzusehen. Und wenn Leonie sich einmal etwas in den Kopf gesetzt hat, dann kann auch ein Lasko Labrador sie nicht davon abbringen. Das könnt Ihr mir glauben.

Zu meiner Beruhigung hat Leonie jedoch dafür gesorgt, dass ich in dieser Zeit hier gut in Dänemark untergebracht bin. Ich kann bei meinem großen Freund Shinouk bleiben und mit ihm zusammen weiter Bootsdienst machen. Doch ich merke, dass auch Leonie der bevorstehende Abschied von mir, ziemlich nahe geht. Wir waren schließlich seit Jahren immer zusammen und haben so viel gemeinsam erlebt. Nun müssen wir wohl eine Zeit lang  etwas Getrenntes erleben. Aber was ist schon Zeit? Ich habe Euch ja schon des Öfteren erzählt, dass Zeit für mich etwas anders verläuft, als für Euch. Und wenn Leonie weg ist, dann ist sie weg. Ich werde sicher häufig nach ihr Ausschau halten. Aber wenn sie weg ist, ist sie weg. Und wenn wir uns dann wiedersehen, wird die Freude groß sein. Und wenn für Euch Menschen 6 oder 8 oder 10 Wochen vergangen sein werden, werde ich mich genauso freuen, als wenn Leonie gerade  fünf Minuten weg war. Und so ist der Abschied wahrscheinlich für Leonie, die viel besser die lange Zeit spüren kann, weitaus schlimmer als für mich.

Morgen – wir werden die vorerst letzten Tage hier gemeinsam genießen und dann wird Leonie am Sonntag nach Bonn zurückfahren und ich bleibe hier. Ich höre nun auch erst einmal auf zu bloggen. Das muss Leonie die nächsten Wochen allein machen. Und ich werde vielleicht Ihren Blog, in dem sie sicher über ihre Vietnamreise berichten wird, mit Interesse in Dänemark lesen.

„Lasko, magst Du auch mit mir Skypen?“ fragt Leonie. Das weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich kann nicht dauernd auf einen Bildschirm starren, der nicht wie Leonie aussieht, nicht nach ihr schmeckt oder riecht. Doch eines weiß ich sicher, ich freu mich heute schon auf den Tag, an dem wir wieder zusammen sein werden.

Lasko döst in Dänemark

Lasko döst in Dänemark

Gestern – Meine Bisswunden aus Rostock verheilten nur langsam und so habe ich mir in der letzten Zeit ein wenig Ruhe gegönnt. Ich habe viel nachgedacht, aber nicht öffentlich :-), sondern ganz ruhig für mich allein. Leonie war auch ein bisschen angeschlagen. An der Stelle, an der ich meine Bisswunden leckte, sitzt bei Leonie anscheinend das Rippenfell. Und Leonie meinte, dass genau das bei ihr entzündet sei. So benötigten wir beide ein wenig Ruhe und  dachten nach. Doch sobald Leonie wieder sitzen konnte,  stürzte sie sich auf Schreibarbeit. Sie sagt, dass sie eine Idee für ein ganz tolles Buch hat. Seitdem schreibt und schreibt sie. Da bin ich ja mal gespannt, was das gibt, wenn es fertig ist. Vielleicht liest sie mir ja mal ein bisschen aus dem neuen Buch vor.

Zwischendurch hat Leonie mich zum Glück nicht vergessen. Wir machten kleine Spaziergänge an der Kaikante entlang und auch durch die schöne Stadt Aalborg mit ihren vielen kleinen winkeligen Gassen, die so interessant nach vielen neuen Gerüchen duften. Während Leonie interessiert die Schaufensterauslagen betrachtete, schnüffelte ich auf dem Boden. Und siehe da, von Zeit zu Zeit fand ich ein Stück Poelser, ein paar Pommes und einmal sogar einen halben Burger. Auch wenn ich lieber wandern gehe, als an der Leine durch die Stadt geführt zu werden, muss ich doch zugeben, dass auch  eine Stadt ihre Vorzüge hat. Und seien sie allein kulinarischer Art. Meine Liebe zu den Menschen und den Dingen geht ja  bekanntlich nach alter Labradorsitte durch den Magen.

Als Leonie wieder mit mir weiter gehen konnte, ließ sich mich im Salzwasser des Limfjords schwimmen. Danach dauerte es gar nicht lange und meine Bisswunden waren fast wieder verheilt. „Salzwasser ist gut für Wundheilung“, meinte Leonie. Vielleicht war das auch der Grund, dass Leonie gestern selber ein langes Bad im kalten Wasser des Limfjords nahm.

Heute  – Es geht uns besser und wir werden ein wenig feiern. Ja, wir haben Grund zum Feiern. Seit gestern ist Leonies Kinderbuch verlegt. „Lasko macht Urlaub“ steht auf dem Cover und drinnen im Buch  sind tatsächlich viele Fotografien von mir zu sehen. Nun bin ich doch ein wenig stolz. Welcher Labrador hat schon sein eigenes Kinderbuch? Ich hoffe doch sehr, dass Leonies Lasko Geschichten  den Kindern und vielleicht auch den älteren Lesern gefallen werden.

Morgen – Leonie sagt, dass sie in einer Woche nach Deutschland zurückfahren muß. Dabei schaut sie mich so komisch an. Sie wird doch nicht etwas ohne mich fahren?

Lasko denkt im Kiesbett

Lasko denkt im Kiesbett

Gestern – Nun bin ich mit Leonie bereits eine Woche in München und nach der Zeit in Bonn, die ziemlich viel Arbeit für Leonie mit sich brachte, genießen wir das Leben in München  im Moment in vollen Zügen. Wir leben bei Freunden in einer Wohnung im Olympiapark und sind umgeben von großen grünen Flächen mit vielen Wasserlöchern für Hunde. Leonie sagt, dass diese Anlage für die olympischen Spiele 1972 gebaut wurde. Ich glaube das nicht so recht. Ich denke, dass diese Anlage von einem wahren Hundefreund als Wellnessgebiet für Hunde und vielleicht noch ersatzweise für Zweibeiner angelegt worden ist.

In der Wohnung, in der wir zu Besuch sind, leben zwei  große weiße Schäferhunde. Die mag ich sehr gerne. Aber ehrlich gesagt habe ich auch ordentlich Respekt vor denen. „Das ist auch besser so“, meint Leonie. Denn ich habe in der Vergangenheit gelernt, wenn die Beiden einmal richtig sauer werden, dann hat ein kleiner frecher Labrador nichts mehr zu lachen. So weiß ich nun, dass ich  ab und zu ein wenig Abstand halten muss und vor allen Dingen das Fressen der weißen Riesen auf keinen Fall anrühren darf. Nicht nur für Menschen – auch für Hunde gibt es unumstössliche Gesetze. Und wer gegen diese Hundegesetze verstößt, der kann sich schon mal ein Loch in der Nackenrolle einfangen. Doch ich gebe mir wirklich große Mühe, um die beiden weißen Riesen nicht zu reizen. Denn ich mag München, die hundefreundlichste Stadt, die wir kennen, wirklich sehr gern. Und wenn wir alle zusammen draußen herumlaufen oder schwimmen gehen, gefällt mir mein großes Rudel sehr.

Das Wetter in München ist sonnig und der bayrische blaue Himmel scheint grenzenlos klar zu sein. Wir wandern über das Grün der Olympiarasenflächen, die anscheinend auch grenzenlos sind. Zwischendurch gibt es ein Bad im See. Das Sommerleben in München ist einfach lebenswert. Wir gehen im See schwimmen. Wir wandern durch die sommerliche Stadt mit ihren fremden Gerüchen. Und wir haben die Ruheoase von Väterchen Timofei, der aus dem Schutt des zweiten Weltkrieges mit seiner Frau und den eigenen Händen eine kleine Kirche mit wunderschöner Umgebung errichtet hat, besucht. Es gibt so viel zu sehen und zu erleben. Leonie war auf dem Olympiaturm und hat sich die Welt von oben angesehen. Ich liege derweil lieber unter dem Biergartentisch und betrachte die Welt von unten. Leider gibt es davon keine Fotos. Ich werde Leonie überreden, demnächst mit mir unter den Biergartentisch zu kriechen und Fotos aus der Hundeperspektive zu machen. Was haltet Ihr davon?

Leinenpflicht ist hier in München so gut wie unbekannt. Die soll es in München nur in der Innenstadt geben. Hunde in aller Welt –  ich kann Euch sagen. Für Hunde ist München wirklich die Weltstadt mit Herz. Kommt nach München. Hier kann Hund noch Hund sein. Wellness pur für Mensch und Tier.

Heute – Es ist so warm und ich bin faul. Daher hier unsere Fotos aus München:

Abkühlung in der Isar mit den weißen Synchronspringern

Abkühlung in der Isar mit den weißen Synchronspringern

Leonie mit Seehund

Leonie mit Seehund

bei der Hitze bleiben wir im Wasser

bei der Hitze bleiben wir im Wasser

Löwenbräu oder Hundeschwanz?

Löwenbräu oder Hundeschwanz (Cocktail) ?

chillen im Schatten

Chillen im Schatten

Brunnen in der Innenstadt

Brunnen in der Innenstadt

diese Dame bereitet sich bereits auf das nahende Oktoberfest vor

Diese Dame bereitet sich bereits auf das nahende Oktoberfest vor.

Bahn in der U-Bahn

Bahn in der U-Bahn

damit sich Zweibeiner nicht verlaufen

Damit sich Zweibeiner nicht verlaufen gibt es Pläne ….Hund hat Nase.

Rätsel - was ist das?

Rätsel – was ist das?

Blick auf das Olympiadorf vom Turm

Blick auf das Olympiadorf vom Turm

Olympiastadion - Vorbereitung auf das Robbie Williams Konzert

Olympiastadion – Vorbereitung auf das Robbie Williams Konzert

BMW - Zylinder

BMW – Zylinder…..Hund läuft mit eigenem Antrieb

morgendliches Wellness schwimmen

morgendliches Wellness schwimmen mit Spiegelbild

Blick durchs "Zeltdach" vom Turm

Blick durchs „Zeltdach“ vom Turm

Boote auf dem See

Boote auf dem See

Wake Boarding auf dem Olympiasee

Wake Boarding auf dem Olympiasee

Timofy - Ost- West Friedenskirche - Oase der Ruhe

Timofei – Ost- West Friedenskirche – Oase der Ruhe

Timofy - Ost- West Friedenskirche - Oase der Ruhe

Timofei – Ost- West Friedenskirche – Oase der Ruhe

Morgen – Leonie ist schon ganz aufgeregt, denn sie wird zum Abschluß unserer Münchentour in das Robbie Williams Konzert im Olympiastadium gehen. „Ich war schon seit 30 Jahren nicht mehr in einem so großen Konzert“, sagt sie. Ich auch nicht, aber Hunde brauchen auch keine großen Konzerte und keinen Robbie Williams. Wir bellen lieber selber.

PS: nicht unser Rätsel vergessen 🙂

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Lasko macht eine kleine Denkpause

Lasko macht eine kleine Denkpause

Gestern – In den letzten Wochen und Tagen hatte Leonie unheimlich viel zu tun. Sie rannte im Haus herum und packte und schleppte Kisten von einem zum anderen Ort. Ich lag im schattigen Hof auf den kühlen Steinen und beobachtete alles. Ab und zu nickte ich ein. Kater trottete quer über den Hof und legte sich neben mich. Wir lagen eng nebeneinander, wie wir es von klein auf gewohnt sind. Schön, wenn man einen guten Freund hat. Und Kater ist mein Freund. Wenn ich bald wieder mit Leonie hier wegfahre, werde ich Kater sicher vermissen. Aber ab und zu muß man sich im Leben wohl auch von guten Freunden trennen.

Andere Katzen würde ich gerne jagen. Kater Luc mag ich. Und er scheint mich auch zu mögen. Wenn ich hier bin, benimmt er sich tatsächlich ab und zu wie ein kleiner Hund. Er scheint lernfähig zu sein. Ich bin da weniger flexibel. Also wie ein Kater kann ich mich nicht benehmen. Der schlabbert und leckt so vorsichtig an den Schüsseln, dass ich es kaum mit ansehen kann. Nee, einmal meine große Zunge durch die Schüssel geputzt und schon ist alles weg. Auch auf die Bäume komme ich einfach nicht so gut wie Kater. Beim letzten Versuch es ihm gleich zu tun, landete ich zu Leonies Freude mitten in den Stachelbeerbüschen. Der kleine Ast vom Apfelbaum brach einfach ab, als ich mit einem Satz am Baum hoch sprang. Dabei wollte ich doch wirklich nur hinter Kater her und mir auch mal die Welt von oben ansehen.

Leonie meint, dass ich den Apfelbaum und die Stachelbeerbüsche in Ruhe lassen soll und das Fliegen den Vögeln überlassen soll. Warum fliegen wir dann bitte nach Teneriffa?  Das könnten wir doch auch den Vögeln überlassen. Manchmal verstehe ich die Menschen einfach nicht. Aber muß ich das eigentlich?

auch Kater ist müde

auch Kater ist müde

Heute – Leonie ist beschäftigt und hatte weder gestern, noch heute oder morgen Zeit zum Schreiben. Das ist ein wenig traurig, da sie recht gerne schreibt. „Die Zeit zum Schreiben wird auch wieder kommen“, tröste ich Leonie. „Wichtig ist doch, dass wir wenigstens zusammen spazieren gehen können“. Leonie schaut mich an und sagt:“Recht hast Du – uns geht es gut. Laß uns einfach jede Zeit so nehmen, wie sie gerade ist oder daher kommt und sie genießen“. Sag ich doch. Und bei der ganzen Hektik bitte nicht vergessen: in der Ruhe liegt die Kraft.

in der Ruhe liegt die Kraft

in der Ruhe liegt die Kraft

Morgen –    Wir werden nach der ganzen Arbeit eine kleine Deutschlandtour machen. Es geht von Bonn nach München und von dort nach Rostock. Eine kleine Leonie Zickzack Tour. Und wir werden es uns richtig gut gehen lassen. Über diese Tour werde ich Euch bestimmt erzählen, wenn Leonie wieder Zeit zum Schreiben hat. Bis dahin laßt es Euch auch gut gehen, genießt den Sommer und vergesst uns nicht.

Lasko schläft in Bonn :-)

Lasko schläft in Bonn 🙂

Gestern – Leonie sagt, dass ihr die Zeit einfach zu schnell wegrennt. Mir rennt die Zeit nicht weg. Es ist heiß in Bonn und ich habe ein paar Gänge zurück geschaltet. Wir stehen früh auf und laufen noch vor sieben Uhr morgens unsere kleine Joggingrunde. Da ist es draußen angenehm kühl und angenehm. Danach ist der Tag für mich so gut wie gelaufen. Ich schleppe mich von einem Platz auf kühlen Fliesen zur nächsten schattigen Schlafstelle. Bei der Hitze fällt das Denken schwer. Leonie läuft nicht nur die Zeit, sondern auch der Schweiß über die Stirn davon. Bei mir läuft nichts und schon gar nichts davon. Zeit zum Chillen, wie Junior meint.

Leonie sagt, dass ihr auch das Denken und das Schreiben im Moment schwer fallen. Aber anstatt sich wie ich in den Schatten zu hauen, wuselt sie den ganzen Tag herum. Sie hat den Garten sauber gemacht und von Unkraut befreit. Dann hat sie fünf Tage lang Sachen auf den immer größer werdenden Sperrmüllberg vor dem Haus geschleppt. Leute kamen vorbei, schauten und nahmen Dinge mit. Das freute Leonie, die ungern Sachen wegwirft. Als letzten Freitag endlich der Sperrgutsammler durch die Straßen fuhr, hatten viele Dinge bereits einen neuen Besitzer gefunden. Für andere Dinge, die sich vielleicht noch verkaufen lassen, hat Leonie fast 100 Online Anzeigen geschaltet. Daher klingelt ständig das Telefon und Leonie ist ziemlich beschäftigt. Das Haus wird langsam leerer und ich finde mehr freie Plätze zum Ausruhen.

Heute – Leonie will Farbe kaufen und alte Möbel anstreichen, die wir in eine neue kleine Wohnung mitnehmen wollen. Geld für neue Möbel scheint im Moment nicht da zu sein, aber Leonie meint, dass das nichts ausmachen würde. „Ich streiche gern Lasko – wenn Du mir nur noch wieder helfen willst“. Nee, das will ich garantiert nicht. Dafür ist es mir viel zu heiß. Außerdem mag ich den Geruch der Farbe nicht. Wenn die Möbel fertig gestrichen sind, sollte ich vielleicht mal das Bein heben und dem Ganzen eine andere Duftnote geben. Ob Leonie das auch gefallen wird?

Morgen – es soll heiß bleiben.  Und Leonie hat hunderte von alten Büchern aussortiert, die sie in den öffentlichen Bücherschrank bringen will. So ein öffentlicher Bücherschrank, in dem alte Bücher neue Besitzer finden, ist eine gute Sache. Vielleicht sollte es auch mal einen Schrank zum Austausch von alten Hundeknochen geben. Habt Ihr Zweibeiner schon mal daran gedacht? Ich wäre dort bestimmt Stammkunde.

PS: für alle, die es interessiert: Das Handy von Leonies Sohn ist nicht wieder aufgetaucht.

Lasko denkt in Bonn und findet keinen Schlaf

Lasko denkt in Bonn und findet keinen Schlaf

Gestern – Im Hause herrschte Unruhe. Ein großes Fest stand an, da der „kleine“ Sohn von Leonie sein Abitur bestanden hatte. Und die Zweibeiner feiern so ein Abitur heutzutage sehr ausgiebig und unter anderen auch mit einem Abiball. Leonie sagte, dass es zu der Zeit, als sie Abitur gemacht hätte, nicht üblich gewesen wäre, groß zu feiern. „Wir bekamen das Zeugnis, einen netten Händedruck und das war es“, sagte sie. Im Jahr 2013 wird so eine Abifeier anscheinend generalstabsmäßig ein ganzes Jahr im Voraus geplant. Es gibt ein Abimotto, wie zum Beispiel „Hakuna MatABI“, eine offizielle Feier, auf der viele Reden gehalten werden, eine Mottowoche, in der die Schüler jeden Tag anders verkleidet zur Schule kommen, einen Abischerztag und natürlich einen großen Abiball.

Es ist schon beeindruckend, wie die Zweibeiner über Monate so einen Schulabschluss feiern können. Ich war  in einer Hundeschule und als ich dort mehr oder minder erfolgreich durch war, gab es keine Reden, kein Motto und schon gar keinen Hundeschuleabschlussball. Lag das vielleicht daran, dass ich die Trainerin ab und zu ein wenig geärgert habe? Von einigen Hundekumpels habe ich mir erzählen lassen, dass sie Hundeprüfungen abgelegt und dafür Pokale bekommen hätten. Das ist ja wenigstens etwas. Doch was soll Hund eigentlich mit einem Pokal anfangen?  Leonie erzählte mir, dass das Essen auf so einem Abiturball wirklich lecker und reichhaltig sei. Daher denke ich, dass so ein richtiger Hundeabschlussball mit großem Buffet eine weitaus bessere Sache wäre, als der Erhalt von so einem verbogenem Fressnapf, aus dem Hund noch nicht einmal richtig fressen kann.

Also Kumpels, vereinigt Euch in allen Hundeschulen und lasst uns für einen Hundeschuleabschlussball kämpfen oder zumindest für ein großes Hundebuffet. Mhmm, mir läuft allein bei dem Gedanken an die von Leonie erwähnten Schweinelendchen, das Wasser im Maul zusammen.

Heute – Leonie wurde um 4 Uhr morgens geweckt und ich auch. Unsere jungen Zweibeiner, die auf dem sogenannten Nachabiball (was es alles gibt!) waren, kamen mit einem Taxi nach Hause. Plötzlich merkte Leonies Sohn, dass ihm das I-Phone, für das er im letzten Urlaub sehr lange gearbeitet hatte, im Taxi aus dem Anzug gerutscht war. Sofort wurde das I-Phone von Leonies anderem Sohn angerufen. Es klingelte und alle hofften, dass sich der Taxifahrer melden würde und gegen Geld das Handy zurückbringen würde. Doch das I-Phone wurde abgestellt. Sofortige Recherchen am Computer ergaben, dass das I-Phone nicht mehr geortet werden konnte.

Leonie rief morgens um 5 Uhr die Taxileitzentrale an und erzählte was passiert war. Doch die Dame am anderen Ende war weder freundlich noch hilfsbereit. Sie erklärte, dass sie nicht nachverfolgen können, wer der Fahrer des Taxis gewesen sei, da das Taxi nicht mit Telefon, sondern vor dem Hoteleingang per Handzeichen geordert worden sei. „Was die sagt, klingt nicht überzeugend“, meinte Leonie anschließend. „Nachdem, was sie mir gegenüber äußerte, habe ich den Eindruck, dass so etwas in einem Bonner Taxi nicht zum ersten Mal vorkommt. Wie die Dame um den heißen Brei geredet hat, scheint sie den Taxifahrer auch noch zu decken“, meinte Leonie ärgerlich. Sie war wütend und wusste nicht, was sie nun machen sollte. „Ich kann mir das gar nicht vorstellen, denn normalerweise müsste man doch das Taxi auffinden können“, sinnierte sie.

Und nicht nur Leonie fand keinen Schlaf. Auch ich bekam bei der ganzen Unruhe kein Auge zu. „Das ist ja wirklich kein schönes Ende für einen so gelungenen Abiturball“, meinte Leonie. Na, wenn das so ist. Dann brauche ich vielleicht doch keinen Hundeschuleabschlussball.

Morgen – Leonies Sohn will Strafanzeige erstatten. „Das wird das Handy leider auch nicht wieder bringen“, meint Leonie. Was es doch für schlechte Menschen gibt. Da klaut  einer jungen Leuten nach dem Abiball das I-Phone. Ob der wenigstens ein schlechtes Gewissen hat?

Habt Ihr eine Idee, was wir noch unternehmen könnten? Wenn ich den Dieb finden würde, würde ich ihn mindestens in den Allerwertestens und auf jeden Fall in seine Taxireifen beißen.

Lasko denkt auf kühlen Fliesen

Lasko denkt auf kühlen Fliesen

Gestern  Wir sind nun seit über einer Woche in Bonn und das Wetter wird immer besser. Jedenfalls meint das Leonie, die sich jeden Morgen über den blauen Himmel und den Sonnenschein freut. Wenn wir morgens los laufen, ist es draußen noch frisch und ich freue mich an den nassen Gräsern, die ich gerne abschlecke. Während ich schlecke und schnüffle, erfreut sich Leonie an der grünen Natur um uns herum und bereitet sich mental (wie sie sagt) auf den Tag vor. Am Nachmittag wird es mir im Moment wirklich ein wenig zu heiß. Wenn die Hitze über Bonn drückend wird, mag ich nicht mehr aus dem Haus gehen, sondern haue mich lieber auf die kühlen Fliesen im Flur.

Wenn ich so relaxt und ausgestreckt auf dem Flur liege, sehe ich so aus, als wenn ich schlafe. Doch der Eindruck trügt. Ich bin voll da und bewache das Haus. Ich kann schlafen und wachen. Das ist Multitasking Hund. Dabei richte ich  meine Schlabberohren gerne ein wenig auf und lausche, was die Zweibeiner um mich herum sich so erzählen. Ihr seht ich bin ein wahrer Multitasker (schlafen, träumen, liegen, wachen, hören). Das mit dem Multitasking dachte ich jedenfalls. Doch dann toppten mich die jugendlichen Zweibeiner.

Leonie hatte gekocht und sass mit ihren Söhnen am Mittagstisch. Beide Söhne hatten ihre Handys dabei und konzentrierten sich auf das Eintippen von Nachrichten an Freunde, nebenbei spielten sie anscheinend, hörten Musik, aßen und schienen sich ab und zu auch noch zu unterhalten. Das ist Multitasking Zweibeiner. Viele Dinge zugleich machen. Ich denke, dass „viele Dinge zugleich machen“ grundsätzlich gut ist. Das spart Zeit und Kosten. Für einen Hund nicht unbedingt notwendig :-). Aber, wenn ich Multitasking Mensch nachmachen würde, würde ich zugleich Knochen fressen, Geräusche anhören, markieren, schnüffeln, bellen und wild im Kreis hinter einen Ball herlaufen. Ergibt das einen Sinn? Ich glaube, dass ich so etwas nicht wirklich brauche.

Mehrere  Dinge mit verschiedenen Sinnen zugleich tun, ist doch eigentlich dumm. Dann kann ich nicht richtig schmecken, genießen, verliere den Ball und wenn ich mich nicht richtig auf das Markieren konzentriere, falle ich am Ende auf meinen drei Beinen noch um. Nee, so ein Multitasking a la Zweibeiner ist absolut nichts für Hunde. Und meiner Meinung nach und nichts für Zweibeiner. Denn es scheint, dass die Zweibeiner häufig viel machen, aber in Wirklichkeit machen sie nichts richtig. So, nun wisst Ihr es. Das musste einfach mal gesagt werden.

Leonie diskutierte mit ihren Söhnen, über den Sinn oder Unsinn, ob es notwendig oder überhaupt möglich sei, zur gleichen Zeit zu essen und auf Facebook aktiv zu sein, daneben Mails zu beantworten und Musik zu hören, während gerade eine Unerhaltung stattfindet. Die Jugend bejahte dies mit einem kurzen Kopfnicken, da sprechen anscheinend bei den anderen vielen Beschäftigungen gerade nicht mehr möglich war. Als die Handys nach einiger Zeit beiseite gelegt wurden, fragte der jüngere Sohn Leonie: „Sag mal, was habt Ihr in Eurer Jugend eigentlich ohne Internet und Facebook gemacht? War das nicht total langweilig?“

Die Frage hätte er mir stellen sollen. Ich muss seit meiner Jugend ohne Facebook leben und das geht eigentlich ganz gut. Kann er das nicht sehen? Aber zugegeben: Ganz ohne das große WWW  auch ein Lasko nicht leben. Denn was würde ich ohne meinen Blog machen?

Ja, was hat Leonie eigentlich ohne Internet in Ihrer Jugend gemacht?

Heute Leonie hat sich lange mit ihren Söhnen unterhalten und ihnen erzählt, wie das früher so war. Leonie saß mit ihren Freundinnen und Freunden im Zimmer, trank Tee und hörte Musik von Schallplatten. Ab und zu war Leonie auch allein im Zimmer und spielte Gitarre, las Bücher, schrieb oder zeichnete irgendetwas. Es gab Zeiten da hörte sie auch allein Musik und träumte vor sich hin. Was hat sie wohl geräumt? „Das ist so lange her. Das weiß ich gar nicht mehr“, sagt sie Augen zwinkernd. Soll ich ihr das glauben?

„Und Deine Freunde? Die konntest Du doch gar nicht per Phone oder Internet erreichen. Musstet Ihr Euch jedes Mal richtig verabreden, um Euch zu treffen? Was habt Ihr denn gemacht, als es keine Playstation gab?“ So viele Fragen. Mir wurde ganz schwummerig. Leonie erzählte sehr lange und ausführlich von ihrer Jugend. Ungläubig hörten die Jungs zu. Ich döste auf den Fliesen vor mich hin und dachte mir meinen Teil.

Auf einmal fragte Leonie: „Was würdet Ihr denn machen, wenn auf einmal kein Strom mehr da wäre? Was würdet Ihr machen ohne Facebook und Internet?“ Ich weiß, was ich machen würde, ich würde genauso auf diesen Fliesen liegen, schlafen, dösen, wachen und lauschen – eben Hundemultitasking.

Morgen –   Was würdet Ihr machen ohne Internet?