Archiv für die Kategorie ‘Leonies Leben 2014’

Genau ein Jahr ist es her, dass ich beim Radeln auf Teneriffa von einem Schäferhund verfolgt und gebissen wurde. Ich hatte seinerzeit über den Biss und die einigermaßen komplizierten tatsächlichen und juristischen Verwicklungen bei der Rechtsverfolgung geschrieben. Wer dazu nachlesen möchte, findet im Teil 6 die Links zu den vorhergehenden Teilen.

Heute noch ein letztes Mal zu dem Hundebiss, um  das ungute Erlebnis endgültig zum Abschluss zu bringen: Der Schäferhund, der mich gebissen hat, wurde ohne Zweifel (auch von seiner Besitzerin) identifiziert. Die Besitzerin hatte ihn nachweislich weder versichert noch geimpft. Durch den Biss bekam ich eine schwere Infektion. Die Besitzer händigten mir falsche Papiere eines anderen Schäferhundes aus. Und was meint das Gericht auf Teneriffa dazu? Der Strafrichter hat das Verfahren eingestellt. Was sagt meine Rechtsanwältin dazu? Die Verfahrensweise sei auf Teneriffa nicht unüblich. Die Richter seien sehr überlastet und nicht unbedingt an der Verfolgung aller möglichen Rechtsfälle interessiert. Außerdem könne „man“ sich hier auch leicht „freikaufen“. Diese Aussage lass ich einfach mal so stehen.

Und was meint Lasko dazu?

Abhaken und vergessen 🙂Lasko

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Ich wünsche allen Lesern ein gesundes und glückliches Jahr 2015

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Zum Jahresende noch einige „Bildimpressionen“ von unserem letzten Ausflug in die fantastische Mascaschlucht.

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Wir wünschen allen Lesern ein Fröhliches Weihnachtsfest, ruhige und entspannte Weihnachtstage und…..alles, was Ihr Euch gewünscht habt.

Leonie und Lasko

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Weihnachtspost für Lasko

Veröffentlicht: 18. Dezember 2014 in Foto und Geschichten, Hund, Leonies Leben 2014
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Heute hat auch Lasko seine ersten Karten mit Weihnachtsgrüßen erhalten. Da die Karten per Internet auf unsere „ferne Insel“ geschickt wurden, weiß ich leider nicht, wer der Urheber dieser netten Grüße ist. Dennoch möchte sich Lasko an dieser Stelle bedanken und seine Post mit Euch teilen:

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Bereits im März diesen Jahres  habe ich auf meinem Blog Hiking Tenerife über einen schönen Rundwanderweg im Süden von Teneriffa geschrieben. Der Wanderweg startet  über dem Städtchen Arona und verläuft durch die Montana de Los Brezos . Heute werde ich den Wanderweg an dieser Stelle nicht noch einmal beschreiben. Schön war für mich nur nach zwei Jahren einmal wieder dort gewesen zu sein. Bei herrlichen Sonnenschein ging es in der letzten Woche auf die wunderschöne Rundtour. Durch die vielen Regengüsse der letzten Zeit ist die ansonsten im Süden eher karge Insel im Moment sehr grün. Bereits auf dem Hinweg war mir aufgefallen, dass es überall an den Berghängen und auch am Straßenrand grünt und blüht.

Weihnachtsstern

Weihnachtsstern

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Weihnachtsstern

 

Besonders auffällig sind die leuchtend roten Weihnachtssterne, die hier teilweise in richtig großen Hecken in der Natur und an den Straßenrändern zu finden sind. Wenn nicht das sommerliche Wetter, so erinnert mich diese Pflanze doch ein wenig an die Weihnachtszeit.

Wer den Rundweg noch ein wenig ausweiten möchte, der kann auf die Gipfel des Roque de los Brezos und des Roque Imoque wandern. Doch während der Roque de los Brezos sich ohne Probleme erklimmen lässt und eine wunderschöne Aussicht über die gesamte Südküste und bis in die Teideregion bietet, ist das letzte Stück zum Gipfel des Roque Imoque eher etwas für „Kletterer“. Die Gipfeltour führt über einen „steilen“ Kamin hoch auf die Bergspitze. Und ich gebe zu, dass ich mich bislang noch nicht an dieses letzte Stück Weg getraut habe. Das erste Mal als ich dort stand, konnte ich Lasko nicht allein zurücklassen und ihn dort senkrecht mit hinauf zu nehmen erscheint mir nicht möglich. Dieses Mal passte eine Bekannte auf Lasko auf und ich riskierte einen zweiten Blick nach oben den „Kamin“ hinau. Nach unten fällt der Roque an dieser Stelle steil bergab. Ich riskierte noch einen Blick nach oben und einen weiteren bergab.  „Besser heute nicht – vielleicht ein anderes Mal“,  dachte ich mir, “ aber dann besser mit Seil“.

Auf dem Abstieg passierte wir die nette Gaststätte Refugio. Die Wirtsleute kochen dort selber und bieten den Gästen eine abwechslungsreiche Küche quer durch die spanische Küche. Dieses Mal stand u. a. Blutwurst auf dem Programm. Ich gebe zu: nicht so wirklich meine Sache.

Blutwurst

Blutwurst

El Refugio

El Refugio

Und zum Schluss noch einige Bilder von diesem wirklich zu empfehlenden Rundweg. Liebe Grüße an alle Leser und ein wunderschönes Wochenende.

 

 

 

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k-Sonnenuntergang Hundetapsen 030

 

Heute ein kurzer aktueller „Sachstandsbericht“ zu dem Hundebiss, den ich mir hier auf Teneriffa bei einer Radtour zugezogen habe. Wer die vorherigen Folgen verpasst hat, kann hier nachlesen:

Teil 1: Verfolgt von einem Schäferhund

Teil 2: Hundebesitzer und spanische Ärzte

Teil 3: Krankheit, Lug und Betrug

Teil 4: Ein einsames großes Anwesen in den Bergen

 

Die gute Nachricht vorweg. Nach 10 Wochen Krankheit ist die Infektion, die ich mir in Folge des Hundebisses zugezogen hatte, dank einer guten Ärztin und viel starker „Chemie“ beseitigt. Mir geht es wieder richtig gut. Die Ärztin meinte, dass ich Glück gehabt hätte, da ich gerade noch rechtzeitig zu ihr gekommen sei. Die Gesundheit ist das Wichtigste. Doch nun möchte ich gerne ein wenig „Gerechtigkeit“ und zumindest meine Arztkosten von den Hundehaltern, die ihre Hunde weder versichert noch geimpft haben, erstattet bekommen.

Ich habe ihnen per Post zwei Briefe mit meinen Rechnungen in Kopie und der Bitte um Erstattung zukommen lassen. Erwartungsgemäß erfolgte daraufhin keine Reaktion. So habe ich weiter nachgeforscht und weiß nun von einem weiteren Fall, in dem derselbe Hund zugebissen hat.

In der letzten Woche brachte ich einen älteren Nachbarn mit meinem Wagen zur örtlichen Ambulanz, da er dort einen Termin hatte und nicht allein dorthin laufen konnte. Wir kamen mit der freundlichen irischen Krankenschwester ins Gespräch. Sie erzählte uns, dass sie bereits 30 Jahre hier auf der Insel leben würde. Mein Nachbar erzählte ihr von meinem Missgeschick und davon, dass ich von dem Schäferhund der Blumenhändlerin im Ort unterhalb des Ortes von Tamaimo gebissen worden sei. Sie erzählte, dass sie ihm letzten Jahr in der Ambulanz in Tamaimo gearbeitet habe. An einem Morgen habe man ihr einen Jungen gebracht, der gleichfalls von dem Schäferhund der Blumenhändlerin verfolgt und vom Rad geworfen worden sei. Dieser hätte eine kräftige Bisswunde am Oberschenkel erlitten. Sie meinte, dass sie sich auch noch an weitere Vorfälle erinnern könne. Wir tauschten uns aus und sie versicherte mir, dass sie in den alten Papieren nachschauen würde, ob noch etwas schriftlich festgehalten sei.

Die freundliche Krankenschwester bestärkte mich darin, etwas gegen die Hundebesitzer zu unternehmen. Sie sagte mir, dass es diesen bislang  immer erfolgreich gelungen sei über die lokale Polizei, die allein dem örtlichen Bürgermeister unterstellt ist, die Vorfälle unter den Teppich zu kehren. Der Hund stelle jedoch ihrer Meinung nach tatsächlich eine große Gefahr da, da er weiterhin frei laufend auf der Straße vor dem Haus gesichtet worden sei. Auch ich habe zurzeit Angst dort mit dem Fahrrad entlang zu fahren. Da es aber kaum eine andere Möglichkeit bzw. Alternativstrecken gibt, überlege ich zurzeit, wo ich mir wenigstens ein Pfefferspray besorgen könnte. So lautete zumindest  der Rat eines Mitarbeiters an der deutschen Botschaft in Madrid. Vielleicht bringt mir mein Weihnachtsbesuch das Gewünschte mit auf die Insel. Ein Pfefferspray als Weihnachtsgeschenk :-).

Mittlerweile war ich  in der nächst größeren Stadt, in Playa Juan und habe mich bei der Polizei Guardia Civil nach dem Fall erkundigt. Dazu hatte mir meine Ärztin geraten. Sie meinte, dass die Guradia Civil auf meinem Hinweis wahrscheinlich bei der Lokalpolizei nachfragen würde. Dann wäre es dort nicht mehr so einfach den Vorgang einfach verschwinden zu lassen. Zunächst war es schwer, überhaupt bei der Guardia Civil vorstellig zu werden, da dort bewaffnetet Beamte vor der Tür standen, die anscheinend an dem Tag kein großes Interesse an Publikumsverkehr hatten. Doch als ich mit viel Überredungskunst endlich an drei schwer bewaffneten Mitarbeitern vorbei war, nahm sich ein freundlicher Beamter meines Anliegens an. Er hörte mir aufmerksam zu und rief danach in meiner Anwesenheit bei der Lokalpolizei an. Ich bin froh, dass ich mittlerweile recht gut die spanische Sprache verstehen und sprechen kann.

Nach dem Telefonat teilte er mir mit, dass er sich von der Lokalpolizei einen Bericht werde schicken lassen, den er mit mir durchsprechen würde. Dieser würde dann an das Gericht in Arona gesandt werden. Er würde mich im Laufe der nächsten Woche anrufen.

Gut gelaunt verließ ich die Polizeistation. Doch in der nächsten Woche passierte dann doch leider nichts. Ich wurde also  noch einmal auf der Polizeistation vorstellig. Man warte auf den Bericht der Lokalpolizei erklärte mir eine Mitarbeiterin bei der Polizei. Nach einer weiteren Woche saß ich wieder vor dem freundlichen Herrn bei der Guardia Civil. Er rief noch einmal in meiner Anwesenheit bei der Lokalpolizei an. Danach sagte er mir, dass der zuständige Bearbeiter dort nicht im Hause sei. Er werde dort morgen früh anrufen und mich dann benachrichtigen. Das ist nun schon wieder drei Tage her. Morgen, morgen…ist das große Zauberwort hier. Doch ich werde dranbleiben und den freundlichen Herren – wenn es sein muss – jeden Montag einen Besuch abstatten.

Ich habe noch die Worte der irischen Krankenschwester im Ohr. „Bleiben Sie dran. Der Hund stellt nicht nur für sie, sondern auch für jeden, der dort an der Finca vorbei kommt, eine große Gefahr da. Die Korruption muss  auch hier einmal ein Ende haben. Schließlich leben wir in Europa.“

Wird das Pfefferspray unter dem Tannenbaum liegen? Bin ich mit Pfefferspray tatsächlich zukünftig gut geschützt? Werden sich die Hundebesitzer melden oder ihre Hunde besser beaufsichtigen? Wird es weitere Bissfälle geben? Und werde ich eines Tages von der Guardia Zivil etwas hören? Muss ich doch noch einen Rechtsanwalt einschalten? Die Zukunft wird es zeigen.

Es bleibt spannend. Fortsetzung folgt.

Zum Wochenanfang einige Wetterbilder vom letzten Wochenende. Im Süden der Insel Teneriffa ist es immer noch recht warm (19-24 Grad). Und auch die Sonne kam nach einigen grauen regnerischen Tagen wieder zum Vorschein. Da hielt uns nichts mehr zu Hause. Obwohl auf allen Inseln wegen des Sturms immer noch die Warnstufe rot ausgegeben war, machten wir einen langen Küstenspaziergang. Wir waren nicht allein. Viele Menschen hatten sich von der Sonne nach draußen locken lassen. Einige genossen ein Sonnenbad, andere zog es zum Wandern bereits wieder in die Berge. Ein langer Spaziergang zwischen Wind und Wellen machte den Kopf frei und blies alle trüben Gedanken davon. Der blaue Atlantik mit hohen Wellen vor uns und in der Ferne der schneebedeckte Teide. So macht das Wochenende Spaß.

Ich wünsche Euch allen eine wunderschöne Woche.

 

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Eine Schlechtwetterfront zieht seit dem letzten Dienstag über die kanarischen Inseln und hat mit Unwettern und viel Regen an einigen Orten für erhebliche Überschwemmungen und Schäden gesorgt. Auf Teneriffa wurde bereits am letzten Dienstag vorsorglich oranger Alarm ausgelöst. Von den Wassermassen betroffen war in erster Linie der Norden der Insel. In unserer kleinen Südwestecke sind wir weitgehend verschont geblieben. Ein Mix von Sonne und Regen über uns und jeden Tag ein neuer Regenbogen. Eine Freundin meinte, dass Teneriffa wohl das Regenbogenland sei. Das scheint – zumindest im Moment – richtig zu sein.

 

Regenbogen

Regenbogen

 

Regenbogen

Regenbogen

Regenbogen

Regenbogen

Sonne und Regen

Sonne und Regen

Regenbogen

Regenbogen

Regenbogen

Regenbogen

Wolken und Wellen

Wolken und Wellen

Wolken und Wellen

Wolken und Wellen

LIEBE GRÜSSE UND EIN SCHÖNES WOCHENENDE

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mit dem Bus auf Teneriffatour

mit dem Bus auf Teneriffatour

Leider darf ich immer noch nicht sehr viel Sport machen oder auch keine langen Wanderungen unternehmen. Mein Körper muss sich nach der langen Zwangspause infolge des Hundebisses langsam wieder aufbauen. Doch insgesamt geht es mir viel besser und ich werde schon wieder richtig unternehmungslustig. So beschlossen wir am letzten Wochenende einmal etwas – jedenfalls für uns – sehr Ungewöhnliches zu unternehmen.
Auf meinen Spaziergängen mit Lasko hatte ich in den letzten Wochen überall in der Stadt diese Flyer vorgefunden.

Prospekt Inselrundtour

Teneriffa Ausflüge für 15 €

Sie lagen mit einem Stein befestigt auf Mauern und am Wegesrand, an einem Geländer angehängt oder auf Stufen vor einem Hotel platziert. Erst hatte ich die bunte Werbung ignoriert. Doch dann wurde ich irgendwann neugierig und nahm einen dieser farbigen Prospekte mit nach Hause. Für 15 € werden darin unterschiedliche Touren über die Insel Teneriffa angeboten. 15 €? Eigentlich nicht machbar. Ich las genauer: Eine der drei Touren ging in den Mercedeswald in das Anaga Gebirge. Ich las weiter. Sogar ein großes Essen und eine Flasche Wein sollte es noch inklusive geben. Mir war klar, dass solch eine Fahrt wahrscheinlich mit einer Verkaufsveranstaltung verbunden sein würde. Doch auf der anderen Seite hatte ich Zeit und war auch ziemlich neugierig, was sich genau hinter so einer Tour verbergen könnte. Ich wollte sehen und wissen, wie so eine werbewirksame Verkaufstour organisiert und durchgeführt wird.

Prospekt - Fahrt in den Mercedeswald

Prospekt – Fahrt in den Mercedeswald

So meldete ich zwei Personen unter der auf dem Flyer angegebenen Telefonnummer an. Einstieg in den Bus war an zahlreichen Orten möglich, so dass kein Teilnehmer sehr weit zum Bus laufen brauchte. Für uns ging es 200 Meter von der Wohnung entfernt los. Um 9.00 Uhr stiegen für am letzten Samstagmorgen in einen mit Mitreisenden gefüllten Bus. Wir hörten die hier Sitzenden in Deutsch, Englisch, Italienisch und Russisch reden. Und das waren noch nicht alle Sprachen, die an mein Ohr drangen.

Wir hatten Glück. Denn wir stiegen an der letzten Haltestelle des Busses ein. Und so ging es für uns  mit der Rundtour über das Tenogebirge in Richtung Puerto de la Cruz gleich los. Noch saßen alle Nationen gemischt in dem Bus, so dass der Reiseleiter seine Ansage auf mehreren Sprachen machen musste.
Er erklärte, dass der günstige Reisepreis nur in Kooperation mit ihrem Vertriebspartner möglich sei, bei dem wir 90 Minuten an einer Verkaufsveranstaltung teilnehmen dürften. Das hatte ich mir schon gedacht. Danach erzählte der Reiseleiter dann jedoch recht interessante Dinge über Teneriffa, die hiesige Natur, Klima, Kultur und über das Inselleben. Das Meiste war mir bekannt, aber für einen Touristen, der das erste Mal die Insel bereist, sicher eine gute Unterhaltung gemixt mit mehr oder minder interessanten Informationen. Der Halt am Mirador von Santiago del Teide fiel wegen Nebel aus. Dafür durften wir am Mirador über Garachico auf Toilette. Wer wollte konnte hier bereits die ersten Reiseandenken kaufen. Wer das nicht wollte, konnte für 3.50 € einen frisch gepressten Orangensaft, dessen Erlös angeblich einem Tierheim zugutekommen sollte, bestellen.
Nach 90 minütiger Fahrt hielt der Bus nördlich von Puerto de la Cruz auf einer Straße, an der bereits viele andere Busse des Unternehmens parkten. Der Himmel war dort im Norden grau und es fing zu regnen an. So machte es mir nicht viel aus, mich mit den anderen Fahrgästen, die aus ca. 5-8 Reisebussen aus allen Himmelsrichtungen über die Insel angereist waren, in ein großes Gebäude schleusen zu lassen.
Hier warteten viele Mitarbeiter auf uns, die uns als Menschenmasse nun sauber nach Sprachen trennten. Skandinavier, Russen, englisch sprachige Länder, deutschsprachige Länder usw. . Mit meinem Freund und mir gab es ein kleines Problem. Mein mitreisender Freund ist Däne, der nicht deutsch spricht und ich bin Deutsche, die nicht dänisch spricht. So wollten wir uns denn für die Verkaufsveranstaltung trennen oder in den englischsprachigen Raum gehen, da wir beide Englisch verstehen. Doch eine Trennung von Paaren war überhaupt nicht vorgesehen oder geduldet.  Getrennte Paare sind wahrscheinlich schlechte Käufer. In den englischsprachigen Raum durften wir  nicht, da man uns erklärte, dass die Verkaufsgespräche auf die Länder abgestimmt (?) seien. Also schob man mich mit in den skandinavischen Raum, in dem wir gleich mit einem aufmunternden „Hej“ von der laut und lustig wirkenden schwarzhaarigen Verkäuferin begrüßt wurden.
Die eher reserviert blickenden Skandinavier saßen bereits an Tischen und tranken Kaffee und Wein. Viele von ihnen schauten ein wenig misstrauisch auf das aufgebaute Bett mit der weißen Matratze. Doch die lebhafte füllige Matratzenverkäuferin redete ohne Unterbrechung. Dem Lachen der Anwesenden entnahm ich, dass sie nun wohl zur Auflockerung skandinavische Witzen erzählte.

Zur Freude der restlichen Anwesenden, zog sie ein Paar zunächst noch ungläubig dreinblickender Norweger auf das aufgebaute Bett mit der weißen festen Matratze. Das Ehepaar sollte anscheinend die Matratze ausprobieren und bestätigen, dass diese  wirklich einmalig war. Vergnügt hoppelte die Verkäuferin mit dem langsam auftauenden Paar auf der Matratze herum. Sie pries dabei die Matratze als ökologisch, ohne Metall, deutsche Markenqualität und überhaupt die beste der Welt an.

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Ich verstand außer diesen sich ständig wiederholenden Wörtern wie ökologisch, ohne Metall und deutsche Markenqualität nicht viel. So hielt ich mich an Kaffee und Wasser und berauschte mich an der eindrucksstarken Vorführung der schwarzhaarigen Schönheit auf dem Bett. Nach einer Stunde wusste ich dann, dass ein Matratzenset mit zwei ökologischen deutschen Markenkissen und einer bunten Zudecke nur 2.200 € kosten sollte. Ich kann leider keine skandinavische Sprache sprechen, ansonsten hätte es mir spätestens bei diesem Preis die Sprache verschlagen.
Noch verblüffter war ich, dass drei Ehepaare in unserem Raum dieses Matratzenset kauften und sich die deutsche Markenmatratze nach Norwegen, Schweden und Dänemark schicken ließen. Die Verträge waren schnell gemacht. Und für jeden, der sich keine Matratze leisten konnte oder wollte, gab es im Anschluss einen kleinen Upsale. Ein ökologisches Körperspray für 40 €, eine Markenbodycreme für 30 € oder ein kleines Kissen, das man als Tasche zusammenfalten konnte für 25 €. Auch die Kleinprodukte, die jeder Teilnehmer ganz ohne Transportkosten sofort in die Tasche stecken konnte, fanden ihre Abnehmer.

Innerlich rechnete ich hoch. In diesem Raum ca. 7.000 € Bruttoeinnahme mal 10 Räume macht in einer Stunde 70.000 € Bruttoeinnahme. Nun weiß ich, wieso die Tagestour so günstig ist.

Blick auf La Laguna

Blick auf La Laguna

Anaga Gebirge

Anaga Gebirge

Aufgeteilt nach Sprachen fuhren wir mit dem skandinavischen Bus weiter über La Laguna und durch den bekannten Mercedeswald in das Anaga Gebirge. Das Wetter war aufgeklart und ich genoss bei einer Pause von einem Mirador aus den weiten Blick über das farbenfrohe La Laguna. Die Informationen, die wir erhielten waren interessant und die Fahrt mit dem großen Bus durch den Wald und über die kleinen Gebirgsstraßen sehr beeindruckend. Leider konnte ich den schönen Mercedeswald mit seinen Lorbeerbäumen nur durch die Fensterscheiben genießen und daher nicht fotografieren. Wir fuhren an einer Höhle, in der wohl seit vielen Jahren ein altes Ehepaar lebt, vorbei. Dort soll es Wasser, Strom und mietfreies Wohnen geben. Hätte ich Zeit gehabt, hätte ich mir diese Gegend einmal näher angesehen. So werde ich also ohne Bus wiederkommen.

Höhlenwohnung

Höhlenwohnung

Dann schraubten wir uns mit dem Bus vorbei am Löwenkopf Felsen hinunter in den kleinen Ort Taganana. Die hohen Wellen am Strand und die Aussicht auf die schroffen Felsen des Anaga gefielen mir sehr. Wir gingen in ein großes Strandrestaurant, in dem wir spanische Vorspeisen, Salat, kanarische Kartoffeln mit Mojo Sauce und einen großen Fisch aßen. Dazu gab es Wein und Wasser. Die Matratzen finanzierten den Fisch – wie praktisch für uns. Ich wunderte mich, als ich in Gesprächen von vielen Mitreisenden erfuhr, dass viele von ihnen die guten deutschen Qualitätsmatratzen erstanden hätten. Ein englisches Ehepaar von der Insel Jersey, das mit uns am Tisch zusammen den Fisch verspeiste, erzählte uns, dass sie auch noch gleich für ihre Kinder zwei Matratzen gekauft hätten. Bei so viel Verkäufer und Käuferglück könnte das Transportunternehmen uns eigentlich Champagner servieren.

Blick auf Taganana

Blick auf Taganana

Löwenkopf Felsen über Taganana

Löwenkopf Felsen über Taganana

Nach dem Essen hatte ich noch 15 Minuten Zeit für einen kleinen Spaziergang am Meer. Ich wollte die beeindruckende Landschaft fotografieren. Doch in dem Moment als ich aus dem Restaurant trat, zog sich der Himmel über uns zu und es begann sehr stark zu regnen. So habe ich leider nur graue Aufnahmen aus dem schönen Taganana.

Regen zieht über den Atlantik heran

Regen zieht über den Atlantik heran

Seelöwen Fels in Taganana

Seelöwen Fels in Taganana

Boote in Taganana

Boote in Taganana

kein Badewetter in Taganana

kein Badewetter in Taganana

Wir fuhren mit dem Bus über das Anaga Gebirge auf die andere Seite der Insel. Nördlich von Santa Cruz de Tenerife hörte der Regen auf, so dass wir bei einem kurzen Spaziergang den langen weißen Sandstrand von Teresitas bewundern konnten. Leider keine Zeit zum Baden – allerdings auch kein Badewetter.

..und auch nicht in Teresitas

..und auch nicht in Teresitas

Begleitet von letzten Informationen über San Andres und Santa Cruz de Tenerife, ging es an dem neuen großen Opernhaus in Santa Cruz de Tenerife zu einem Busparkplatz. Hier mussten wir nun die sprachlich sortierten Busse verlassen und wieder den Bus besteigen, der uns nach Hause bringen sollte. Auf der Autobahn ging es für uns Richtung Süden. Und als wir uns Los Gigantes nach 11 Stunden näherten, ging gerade die Sonne hinter der Insel Gomera wunderschön in allen gelben und roten Tönen unter.
Zum Abschluss erhielten alle Fahrgäste  beim Ausstieg aus dem Bus eine Flasche Wein. Doch als wir an der Reihe waren, waren die Flaschen Wein ausgegangen. So erhielten die letzten Aussteiger stattdessen einen Euro überreicht. Der Reiseleiter meinte, dass der Wein einen Euro kosten würde. Da war ich froh, dass ich dieses Getränk nicht mit nach Hause nehmen musste. Denn besser einen Euro als Kopfschmerzen.
Ich freute mich nach der langen Inselumrundung sehr wieder zu Hause zu sein. Und Lasko, der allein 11 Stunden in der Wohnung ausgeharrt hatte, freute sich noch mehr uns endlich wiederzusehen. Als Belohnung, dass er nicht einmal versucht hatte, den Kühlschrank zu öffnen, gab es einen riesengroßen Lammknochen.
Fazit dieser Tour:
1. Wer die Zeit hat und sich nicht an 90 Minuten Verkaufsveranstaltung stört, der kann auf dieser Bustour in einem Tag günstig  die Insel Teneriffa kennen lernen.
2. Wer wissen möchte, wie sich mit großen Touristenmassen schnell Geld verdienen lässt, der sollte sich die Logistik und die Verkaufsveranstaltungen einer solchen Tour nicht entgehen lassen.
3. Wer eine teure deutsche (vielleicht) Qualitätsmatratze (sicher nicht) auf Teneriffa kaufen möchte und zudem noch gerne günstig Fisch isst, der ist auf dieser Tour genau richtig.