Archiv für die Kategorie ‘Reisen 2011’

 

Schlange stehen nicht nur auf der Straße

Schlange stehen nicht nur auf der Straße

Da Busse auf der Insel Teneriffa Hunde nicht mitnehmen und Frau mit Hund beweglich sein möchte, habe ich mir ein über 20 Jahre altes Auto zugelegt. Der „Oldtimer“ ist in einem guten Zustand, fährt und hat ohne größere Schäden sogar den Sturz in die Brombeerbüsche überstanden. Einmal im Jahr müssen jedoch auch in Spanien alte Fahrzeuge zum TÜV, der hier – zumindest auf Teneriffa – itv heißt.

Ich war richtig froh, als mir jemand erzählte, dass die Anmeldung zum itv recht einfach über das Internet ginge. Und tatsächlich. Itv gesucht, einen Standort in der Nähe gefunden und gleich einen Termin reserviert. Das ging wirklich einfach. Doch würde der Sicherheitscheck des alten Wagens gleichermaßen gut laufen? Ein wenig Sorgen machte ich mir nicht nur allein wegen Alter und Zustand des Gefähts. Würden meine Spanischkenntnisse ausreichen?

Doch alles Sorgen nützte nichts, gestern ging es auf nach Adeje, einer 20 Kilometer entfernten Stadt. Schnell hatte ich den großen Parkplatz vor dem itv gefunden. Doch was war das? In vier langen Reihen standen die Wagen vor der Servicehalle Schlange. „Na, das kann ja dauern“, dachte ich mir. Ich reihte mich gleich mit meinem Fahrzeug in eine Schlange ein. Doch das war mein erster Fehler des Tages. Sofort kam ein Mitarbeiter, der mir mit großen Armbewegungen unmissverständlich bedeutete, dass ich aus dem Gelände herauszufahren hätte und vor dem Oficina parken müsse.

Das tat ich und ging artig, wie der Mitarbeiter mir gesagt hatte, in das Oficina. Mein Termin war um 12.00 Uhr. Es war genau 11.30 Uhr. Im Oficina standen mindestens 50 Personen und drängten sich vor einem Schalter, hinter dem zwei Personen die Fahrzeugpapiere entgegen nahmen. Seufzend stellte ich mich an und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Plötzlich rief der eine Herr hinter dem Schalter: “Ist hier jemand mit Termin?“ Ja, ja, zwei Herren und ich stürmten nach vorne. Anscheinend werden „Termine“ bevorzugt abgefertigt. „Doch nicht so schlecht“, dachte ich und Hoffnung keimte in mir auf, dass ich bald aus dem Oficina wieder herauskommen würde. Nachdem die beiden Herren ihre Papiere überreicht und gezahlt hatte, wollte ich gleiches tun.

„Wann haben Sie Ihren Termin?“ fragte mich der Herr vom itv streng. „Um 12“, erwiderte ich brav. Mit einem Blick auf die Uhr an der Wand schüttelte er den Kopf: „Jetzt ist es 20 vor 12.Können Sie das nicht sehen? Kommen Sie um 12 wieder“. So entlassen trat ich wieder in die Masse zurück und wartete brav weitere 20 Minuten. Um Punkt 12 wollte ich mich gerade wieder zum Schalter aufmachen. Da wurde mir bedeutet, mich hinten anzustellen. Die Zeit für bevorzugte Termine war wohl abgelaufen. So wartete ich Zähne knirschend in einer Schlange bis ich an die Reihe kam. Und als ich dann endlich vor dem Schalter treten durfte, notierte der freundliche Herr, dass ich jetzt anwesend sei. „Hätte er vielleicht auch schon vorhin machen können“, dachte ich grummelnd bei mir.

Er erklärte mir, dass ich nun warten müsse, bis mein Nummernschild aufgerufen würde. Das machte ich und war nach einer weiteren halben Stunde wiederum – dieses Mal aufgerufen – am Schalter. Nun durfte ich alle Papiere zeigen und ich war sehr froh, dass ich alle mir zur Verfügung stehenden spanischen Papiere dabei hatte. Die Wagenpapiere, die Versicherung, die Steuernummer, die Bestätigung der Steuernummer, meine Wohnbescheinigung und und und. Und auf jedem der Papiere steht meine Adresse. Doch die durfte ich zum Abschluss noch einmal persönlich auswendig für die Dame am PC aufsagen. Eine Stunde nach meinem Termin konnte ich zahlen. Dankbar verließ ich mit meinen und einigen neuen Papieren das Oficina.

Jetzt war es mir gestattet, mich endlich in eine Schlange, und zwar in die Schlange mit der Nummer vier einzureihen. Ich passte gut auf, tatsächlich in die richtige Reihe zu fahren. Denn noch einmal wollte ich hier nicht unangenehm auffallen. Wagen für Wagen kam ich so auf der Bahn 4 der Halle näher. Und dann war ich mit der itv Überprüfung dran. Blinken, hupen, lenken und bremsen. In 10 Minuten war ich zu meiner Überraschung schon wieder aus der Halle auf der anderen Seite heraus. Das war der schnellste Part. Das Warten auf die Plakette und die neuen Papiere dauerte dann nur noch 15 Minuten. Dann war es geschafft und mit einer neuen roten Plakette an der Windschutzscheibe konnte ich den itv verlassen. Bis zum nächsten Mal.

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Zurück auf Teneriffa, konnte ich kaum meine erste Wandertour abwarten. Und so schön auch der Teide Nationalpark ist, am liebsten wandere ich durch das nahe zu Puerto de Santiago gelegene Teno Gebirge. Hier geht es maximal bis 1.200 Meter hoch, so dass auch die Temperaturen selbst in luftigen Höhen noch recht moderat sind.

Heute möchte ich über eine kleine Tour durch das Teno Gebirge berichten. Diese Tour führt von Los Gigantes oder Puerto de Santiago nach Tamaimo und von dort in den Barranco Seco und wieder zurück nach Los Gigantes. Sie weicht  ein wenig von den normalen Wanderrouten ab, da es nicht nur bergauf und bergab geht, sondern zwischendurch auch durch zwei lange Tunnel unter dem Berg hindurch, die den Barranco del Santiago mit dem Barranco Seco verbinden. Ausgangspunkt dieser Wanderung ist der kleine Küstenort Puerto de Santiago oder das unmittelbar daneben gelegene Los Gigantes. Von der Küste gibt es mehrere Möglichkeiten, in Richtung Tamaimo und Santiago del Teide zu wandern.  Die hier beschriebene Wanderung ist ein etwas abenteuerlicher Rundweg, der allerdings Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erfordert.

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Blick auf La Gomera und die Felsen von Los Gigantes

Wir brachen von Puerto de Santiago am frühen Morgen auf, da wir nicht wussten, was uns genau erwartete. Ich hatte über diese Tour nur etwas in einem Wanderführer gelesen, in dem allerdings genaue Details recht vage gehalten waren. Zunächst gingen wir immer aufwärts an der Hauptstraße TF 454 Richtung Santiago del Teide entlang. Vom Straßenmirador, der oberhalb von Puerto liegt, hatten wir einen wunderbaren Ausblick über die Häuser von Puerto de Santiago in Richtung La Gomera und auf die Felsen von Los Gigantes. Gemächlich fing diese Tour an. Doch es ging stetig weiter bergauf und die Rückblicke wurden bereits von Anfang an immer schöner. Als wir nach links die Straße verließen, ging es zunächst zwischen einzelnen Fincas und Bananenplantagen hindurch. Zwischen den Bananenplantagen und den vielen Obstbäumen verlief die Wanderung recht abwechslungsreich, da es immer wieder neue Pflanzen und Früchte zu bestaunen gab. Die Bäume spendeten wohltuenden Schatten.

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Dann führte der Weg an einem Wasserreservoir vorbei, an dem wir eine kleine Mauer mit einer abgedeckten Wasserrinne überquerten. Hier konnte ich Wasser für den Hund aus einer nicht abgedeckten Stelle der Rinne schöpfen, was Hund dankbar in Anspruch nahm. Wir folgten dem Pfad bergan und kamen nach einer halben Stunde an zwei weißen Baracken vorbei, die sich auf der linken Seite des Weges befinden. Hier sollte sich der Tunneleingang befinden. Wir waren in Höhe von  400 Metern und tatsächlich entdeckten wir zwischen den Baracken einen dunklen Eingang, an dessen Boden sich Schienenreste befanden. Es gab kein Verbotsschild und wir hatten eine Taschenlampe dabei. Das Abenteuer konnte beginnen.

Barranco Seco

Hier geht es in den ersten Tunnel.

Der Tunnel war dunkel und sollte 1,2 Kilometer lang sein. Am Boden befanden sich teilweise die alten Schienenreste, aber auch Müll und alte Drähte. Ein wenig unheimlich war mir schon zu Mute und ich war mir plötzlich nicht mehr sicher, ob dieser Tunnel tatsächlich jemals wieder an das Tageslicht führen würde. Zudem mussten wir in dem niedrigen Gang auf unsere Köpfe achten, damit wir nicht gegen den Felsen stießen. Der Tunnel senkte sich nach ungefähr der Hälfte des Weges ein wenig ab. Vielleicht waren wir doch in einen Bergwerkschacht geraten und es ging nun weiter hinab in die Tiefen der Insel. Mir wurde doch ein wenig ängstlich und ich war froh, dass ich mit Begleiter und Hund nicht alleine hier in der Dunkelheit war.

Doch kurze Zeit später, jedoch erst relativ kurz vor dem Austritt auf der anderen Seite, erblickte ich  das Licht am Tunnelende auf der anderen Seite des Berges. Was für eine Freude! Wir kamen im Barranco Seco unter dem gewaltigen Felsen des Risco Blanco aus dem Tunnel heraus und genossen einen herrlichen Ausblick.

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Risco Blanco mit und ohne Regenbogen

Doch das Abenteuer war noch nicht zu Ende. Am Ende des Tunnels war kaum ein Pfad erkennbar und es ging steil bergab. Ich las den mitgebrachten Wanderführer noch einmal durch und fand heraus, dass nur ein verwilderter Pfad steil bergab weiter führen sollte. So kletterten wir ein wenig den Hand hinab, bis wir einen undeutlichen Pfad erkannten. Orientierungshilfe gaben uns dann zu meiner Freude sehr schnell die an vielen Stellen von freundlichen Wanderern aufgestellten Steinmännchen. Nachdem wir  diesen unwegsamen Streckenabschnitt überwunden hatten, trafen wir auf einen etwas größeren Wanderweg, der von El Modello an den Strand des Barranco Seco herunterführt. Den kannten wir bereits und konnten ihn eine halbe Stunde weiter bergab folgen.

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Blick in den Barranco Seco

Es ging an einigen alten Ruinen vorbei bergabwärts auf den Grund des Barrancos. Da es in letzter Zeit hier auf Teneriffa recht viel geregnet hat, gab es auch genügend Wasser. Wir benutzten es zur Abkühlung und Hund zum Trinken. Der Weg schlängelte sich häufig quer durch das Bachbett von der linken auf die rechte Talseite und nach einiger Zeit wieder auf die andere Seite zurück. So liegen wir größtenteils auf der linken Bachseite am Hang talabwärts. Dabei bewegten wir uns inmitten einzigartiger Natur. Obwohl der Barranco Seco trockene Schlucht heißt, gibt es im Moment im Bachlauf genügend Wasser und die Schlucht ist wunderbar grün. Der Bachlauf spendete uns  ausreichend Wasser für Hund und machte die Schlucht zugleich zu einem „grünen“ Erlebnis.

Neben der üppigen Natur war sonst anscheinend kaum ein Mensch in diesem Barranco. Er scheint noch nicht, wie die benachbarte Masca Schlucht, von Touristengruppen besucht zu werden. Wir hörten um uns herum nur Naturgeräusch, wie Vogelgezwitscher und das Plätschern des Bachlaufs. Nachdem wir eine weitere halbe Stunde auf dem Schluchtpfad bergab gewandert waren, trafen wir auf einen abgedeckten Wasserkanal. Der Hauptweg durch die Schlucht geht weiter bergab. Doch wir, die dem Wasserkanal gefolgt waren, standen plötzlich vor einem zweiten Tunnel, der uns wieder aus dem Barranco Seco unter dem Berg hindurch in Richtung Los Gigantes bringen sollte.

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Tunnel Nummer zwei vom Barranco Seco, der unmittelbar in die Steilklippen von Los Gigantes führt

Dieses Mal sah ich zu meiner Freude von Anfang an das Licht am Ende des Tunnels, was die Durchquerung weitaus angenehmer machte. Auch hier benötigten wir unsere Taschenlampe. Da hier keine alten Schienen auf dem Boden sind und auf der linken Seite des Tunnels ein Wasserkanal verläuft, klopfte hier mein Herz weit weniger. Hund freute sich an dem Wasserkanal und kostete auch hier das frische Nass. Nach knapp einer Viertelstunde hatten wir die Durchquerung geschafft und befanden uns ca. 200 Meter über dem Atlantik an der Steilwand des Acantilado de Los Gigantes. Doch der nächste und letzte Schreck auf dieser Tour folgte, als ich zunächst keinen weiter führenden Weg erkannte. Doch bei genauerem Hinsehen verlief senkrecht am Hang hinab ein kleiner Pfad, der wiederum durch Steinmännchen gekennzeichnet war.

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Blick von den Steilklippen auf den Atlantik

Es ging unmittelbar abwärts auf die rechte Talseite, wo wir eine Felsnase überquerten. Der Verlauf des Weges ließ sich tatsächlich häufig nur durch die Steinmännchen ermitteln. Es ging auf einem sehr schmalen Weg, der häufig ausgewaschen und von Felsen und Steinen verschüttet ist, direkt am Steilhang entlang. Ab und zu geht es aufwärts, zumeist jedoch abwärts im Steilhang Richtung Los Gigantes. Hier war nun unbedingte Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt, denn auf der rechten Seite ging es steil die Felswände hinab. Ich war froh, dass Hund nicht an der Leine zog, sondern brav hinter uns hertrottete. An einer Stelle überquerten wir noch einen Wasserfall und mussten ein wenig kraxeln. Richtig gefährlich wurde es zum Glück nicht. Dennoch mussten wir aufpassen, dass wir am Steilhang nicht ins Rutschen gerieten.

Die ganze Zeit über boten sich uns großartige Ausblicke auf La Gomera, den Atlantik, die Steilwände, Los Gigantes und ein wenig später auch auf den Punta de Teno.

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….und noch einmal La Gomera                                                                                                 zurück über Los Gigantes

Dann plötzlich mündete der schmale Weg auf einem Fahrweg, der bereits nach ca. 100 Metern am Ende der Calle Tabaiba in Los Gigantes endete. Mit einem Schlag waren wir von dem Höhengang zurück auf einem normalen Fussweg inmitten der Zivilisation.

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Wie am letzten Samstag angekündigt, hier einige Impressionen vom bunten Karnevalstreiben in Aalborg. Das Wetter war fantastisch und die Stadt war voller Menschen (ungefähr 100.000 sollen zum Schauen und 25.000 zum Festplatz (Eintrittskarte) gekommen sein). Aalborg außer Rand und Band. Ich habe mich durch die Massen treiben lassen und – mit meiner kaputten Hand zwar ein wenig eingeschränkt –  ein paar Eindrücke fotografisch auffangen können. Bis spät in die Nacht dauerte die Feier auf dem Hauptfestplatz, auf dem sich die Gruppen nach den Umzügen, die von verschiedenen Richtungen quer durch die Stadt führten, versammelten. Bis zum frühen Morgen zogen Gruppen verkleiderter Menschen auch am Hafen entlang. Einige „Leichtsinnige“ gönnten sich dabei eine kleine Abkühlung im Hafenbecken. Als ich um sieben Uhr mit dem Hund zum Morgenspaziergang aufbrach, traf ich auf eine Gruppe Jugendlicher, die den Karneval anscheinend mit einigen wagemutigen Sprüngen von der Brücke in den Limfjord ausklingen ließen.

Auch schwedische und deutsche Flaggen waren zu sehen – die deutsche Flagge häufig im zusammenhang mit „bayerischer Trachtenmode“ und Alpenhütten.

Pirat

Farbe

In den vielen mitgebrachten Kinderwagen wurde hauptsächlich Alkohol transportiert. einige dieser Wagen sah man am nächsten Tag „aufgegeben“ auf dem Limfjord schwimmen.

Musikwagen – Party now – Apologize later

das ist  GRÜN

viele Teilnehmer schauten gerne und freundlich in die Kamera

Ich wünsche allen Lesern einen angenehmen Pfingstmontag und grüße aus dem warmen Aalborg.

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Der letzte Tag des Jahres 2011 ist angebrochen. Heute Nacht um  Punkt 00.00 Uhr, wenn das Neue Jahr beginnt, läuft meine vor mir selbst abgelegte Verpflichtung (im Jahr 2011 täglich zu bloggen) ab. Eine neue Verpflichtung des täglichen Bloggens für das Jahr 2012 werde ich nicht eingehen. Ich werde im Neuen Jahr so viel bloggen, wie ich möchte, Lust und Zeit habe. Ob das dann 3 mal am Tag oder 3 mal in der Woche sein wird, wird sich weisen. Mein persönlicher Tipp ist, dass es eher mehr als weniger sein wird, da ich im Jahr 2011 einfach gemerkt habe, dass ich sehr viel Freude am Bloggen habe, Euch alle meine Leser nicht mehr missen möchte und vielleicht auch ein wenig süchtig bin.

Seit ich im Januar 2011 mit dem Bloggen begonnen habe, habe ich mir häufig die Frage gestellt, ob ich das Bloggen wohl ein ganzes Jahr lang durchhalten werde. Tatsächlich gab es unterschiedliche Tage. Ab und zu flossen mir die Blogbeiträge nur so aus der Feder. Zu anderen Zeiten, wenn ich mit sehr vielen anderen Dingen befasst war, gestaltete es sich ab und zu durchaus schwerer. Umso mehr freue ich mich heute, dass ich durchgehalten habe. Das ist mir natürlich nicht alleine gelungen, sondern ich weiß sehr gut, dass ich diesen meinen kleinen Erfolg ausschließlich Euch allen, meinen Lesern zu verdanken habe. Ohne Euch hätte ich diesen Blog nicht mal einen Monat schreiben können. Daher ganz großen und lieben Dank an Euch alle.

Fast ein Jahr war ich nun auf der Suche und bin seit einiger Zeit auf Teneriffa gelandet oder gestrandet. Ich habe in diesem Jahr – auch gerade durch Euch – viel gesehen, erlebt und gefunden. Wie ein fließender Fluss ging das Leben weiter und fast ganz nebenbei habe ich mich am Ende zu meinem eigenen größten Staunen selber gefunden. Damit ist die große Suche für mich beendet. Das heißt jedoch nicht, dass das Leben nun zu Ende ist. Es geht weiter, bleibt spannend und macht neugierig auf mehr. Das Suchen im Sinne von „die Dinge heran kommen lassen“, „alles mit interessierter Neugier betrachten“ und „weiter im großen Spiel des Lebens dabei sein“, werde ich nur zu gerne weiter betreiben. Daher wird es diesen Blog auch im Jahr 2012 unter dem  Namen Sucherin geben.

Was werde ich schreiben?

  1. Ich werde unter der Kategorie Reisen weiter über meine Reisen und mein momentanes Leben hier auf Teneriffa berichten.
  2. Auch über meinen Hund, den kleinen verfressenen Labrador, Kater und andere Tiere wird es weiter Geschichten in der Kategorie Tiere geben.
  3. Dann möchte ich eine Kategorie „die Geschichte zum Bild“ einrichten. Hier werde ich Fotos zeigen und vielleicht etwas, das zu dem Bild dazu gehört, erzählen (wie z.B. die Geschichte hinter dem Bild). Gerne würde ich diese Kategorie auch als gemeinsames Projekt laufen lassen und habe mir bereits fachlichen Rat bei Clara eingeholt, da ich bislang keine Ahnung hatte, wie so ein Projekt überhaupt laufen kann/soll/muss. Daher wäre ich sehr glücklich, wenn ich Eure Meinung über so das von mir geplante Projekt vorab erfahren würde. Ich freue mich über jeden Kommentar, Tipp, Hinweis (auch gerne als Mail).
  4. In „das Leben eben“ werde ich weiter berichten, was so um mich passiert, über Glück und Schatten, über was ich stolpere, was ich suche und gefunden habe, Sport, Musik, alles von A bis Z, was das Leben eben zu bieten hat (meine heimliche Auffangkategorie ).
  5. Auch die Kategorie Wishcraft werde ich als Wishcraft, Wünsche und Coaching weiter führen, da ich einfach ein riesiger Fan von der Autorin, Psychologin und Coach Barbara Sher bin. In ihren Büchern, wie z. B. in dem Buch Wishcraft hat sie eindrucksvoll beschrieben, dass jeder Mensch einzigartige Talente in sich trägt. Den Weg zu diesen Talenten weisen uns unsere Wünsche. Folgen wir unseren Wünschen, kommen wir zu dem was wir gerne tun. Was wir gerne tun, werden wir zwangsläufig gut tun und damit nicht nur für uns selber, sondern letztlich der ganzen Welt Gutes tun. Eine Grundaussage ist: Habe den Mut Deiner Intuition und Deinem Herzen zu folgen. In dieser Kategorie möchte ich gerne in den Austausch mit allen Lesern gehen. Wie? Das verrate ich im Neuen Jahr. Für dieses Projekt habe ich eine Vision, die hoffentlich im Jahr 2012 wahr werden kann.

Für einen letzten Tag im Jahr habe ich jetzt fast zu viel geschrieben :-). Nun werde ich mit meinem Mann zusammen diesen unseren vorerst letzten gemeinsamen Tag auf der Insel in vollen Zügen genießen. Denn morgen früh geht leider bereits sein Flieger nach Deutschland zurück. Leider hat mich zwischenzeitlich auch ein kleiner Infekt erwischt und ich schniefe, huste und kämpfe tapfer gegen eine kleine Grippe an. Dennoch werden wir heute Nacht um die Häuser ziehen und uns überraschen lassen, wie so ein spanisches Silvesterfest auf Teneriffa aussehen kann. Auch darüber werde ich sicherlich berichten.

Euch wünsche ich allen einen wunderschönen Tag, eine lange Nacht und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2012. Hoffentlich bis bald.

Bereits im Fernsehen hatte ich gesehen, dass im Norden von Spanien riesige Wellen vom Atlantik auf das Land trafen. Auch hier im Westen von Teneriffa waren die Strände in meiner Nähe zumeist für einige Tage abgesperrt, da ein sehr hoher und anscheinend gefährlicher Wellengang war. Wie hoch die Wellen tatsächlich hier vor Ort waren, vermag ich nicht genau zu sagen. Mit dem bloßen Auge sah es für mich sehr beeindruckend aus. Hier einige Fotos für Euch.

die Felsen vor Puerto de Santiago wurden von hohen Wellen überspült

auch das Naturschwimmbecken war gesperrt, da ständig Wellen hineinschlugen

mit Wucht donnerten die Wellen aufs Land zu

noch einmal das Naturschwimmbecken: vorne läuft noch die vorherige Welle ab, während im Hintergrund bereits die zweite Welle hinein gespült wird

auch an den Felsen krachten die Wellen mit ziemlicher Wucht heran

Ich wünsche Euch einen ruhigen und nicht so stürmischen Tag zum Jahresausklang.

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Heute zeige ich ohne viele Worte einfach ein paar Bilder aus dem Sommer, um Euch zu Hause im noch kühlen Deutschland vielleicht schon ein wenig auf den Frühling, der irgendwann wieder kommt, einzustimmen.

 

Pflanzen vor meiner Wohnung

Blick auf die Felsen von Los Gigantes

Blumenhecke

das sieht nicht nur gut aus – das duftet auch – schade, dass ich hier keinen Duft übermitteln kann

Blumenbrücke

Palmen

Gräser

Fächerpalme vor dem Haus

Ich grüße Euch alle und wünsche einen schönen Tag.

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Wirklicher Segen liegt in deinen eigenen Handlungen.

Dalai Lama

Hier in Spanien gibt es keinen zweiten Weihnachtstag, so dass heute eigentlich ein ganz normaler Arbeitstag wäre. Dennoch sind die meisten Geschäfte heute geschlossen und keiner geht arbeiten. Verwundert fragte ich deshalb letzte Woche die Einheimischen, wieso denn die Geschäfte geschlossen seien, wenn doch gar kein Feiertag sei und warum keiner arbeiten müsse. Da erfuhr ich, dass es in Spanien ein Gesetz gäbe, dass festlegen würde, dass wenn ein Feiertag auf einen Sonntag fallen würde, sei der nächste Tag ein zusätzlicher Feiertag. Ich habe das nicht überprüft, aber es scheint tatsächlich zu stimmen. Was für ein Gesetz – was haltet Ihr davon? Die Arbeitnehmer freuen sich hier sicherlich.

Mein Buch ist im Wesentlichen fertig. 160 Seiten reichen für das von mir vorgesehene Thema. Nun geht es an den Feinschliff und die Überarbeitung. Ich habe die feste Absicht, dass das Buch im Entwurf vollständig fertig gestellt ist, wenn ich Anfang Februar nach Deutschland  zurückkehre. Mal sehen, ob es mir dann tatsächlich noch gelingt, einen Verlag zu finden.

In meinem Kopf sind durch meinen Aufenthalt hier, bereits sehr viele neue Ideen. Ich habe das Gefühl, dass ich auch nach diesem Buch (egal ob ich es verlegen kann oder nicht) noch nicht mit dem Schreiben aufhören kann. Unter anderem habe ich auch eine nette Idee für ein Kinderbuch. Dafür suche ich jedoch noch einen Kooperationspartner, der die Illustrationen dazu macht.

Euch wünsche ich allen einen wunderschönen ruhigen zweiten Weihnachtstag.

Aus Teneriffa sende ich allen Lesern viele liebe Grüße und wünsche mit vielen Weihnachtssternen Euch allen
ein frohes Weihnachtsfest

Feliz Navidad

Merry Christmas

Joyeux Noel

Buon Natale

Fröhliche Weihnachten

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Heute entführe ich Euch von Teneriffa in das „nahe“ gelegene Afrika und hinterlasse hier einen Text, den ich nach meinem Urlaub 2008 in Kenia geschrieben habe. Da mein Mann im Moment zu Besuch ist, sind wir sehr viel unterwegs und ich bin nur ganz selten im Internet. Hinzu kommt noch, dass bei mir im Hause das WLAN zusammengebrochen ist, da die zuständige Dame in den Weihnachtsurlaub gefahren ist. Es gibt keine Vertretung (!) und so müssen alle Leute im Haus warten bis der Urlaub der Dame beendet ist. Solange hangele ich mich von Cafe zu Cafe und hoffe auf Netzwerke. Aus diesem Grunde können meine Besuche bei Euch im Moment nur kurz ausfallen, aber irgendwann wird die Dame, die allein die Macht hat, das WLAN wieder einzuschalten, wohl zurück sein :-). Dann bin ich hoffentlich wieder richtig bei Euch.

Die Flusspferde wälzten sich gerade eines nach dem anderen den schlammigen Abhang zum Fluss hinunter, in dem sie den ganzen Tag über dösend und mit ihren kleinen Ohren wackelnd zubringen würden. Die Nacht hatten sie grasend auf der Anhöhe über dem ruhig dahin fließenden Fluss verbracht, während der Mond die weite Grasfläche beschienen hatte. Nun verblasste der Mond langsam und am Horizont zogen die ersten dunkelroten Streifen, die den nahenden Sonnenaufgang ankündigten, herauf. In wenigen Stunden würde die Sonne wieder sengend über dem Land stehen.

Wir machten uns mit leichtem Gepäck, das Wasservorräte und die Kameraausrüstung enthielt, auf, um mit einem Guide, einem Fahrer und vier weiteren Gästen der Lodge in einem Jeep Richtung Berge zu fahren. Zunächst führte uns die schnelle Fahrt noch bei Dunkelheit durch die weite Ebene der Massai Mara in Kenia. Dieser große Nationalpark, der unter Schutz steht, wird wegen des großen Tierbestandes von vielen Touristen jährlich besucht. Große Landflächen gehören den verschiedenen Stämmen der Massai, auf die man in den weiten Flächen überall mit ihren Herden trifft. Bereits von weitem sind sie wegen ihrer leuchtend roten Überwürfe zu erkennen. Sie leben hier in Dörfern, die mit Holz und Zweigen zum Schutz vor wilden Tieren umgeben sind.

Ab und zu sahen wir ein Zebra oder einen Schakal aus dem Kegel des Scheinwerferlichtes in die Dunkelheit flüchten. Langsam verwandelte sich das Schwarz der Nacht in graue Farbe. Die Morgenröte am Horizont leuchtete nun in breiten roten und orangen Farben. Die Fahrbahn verengte sich und wir fuhren einen schmalen Pfad bergauf. Mit dem einsetzenden Tageslicht sahen wir, dass der Pfad immer schmaler und holpriger wurde. Selbst der Geländewagen hatte mit der Steigung zu kämpfen. Plötzlich verjüngte sich der Fahrweg und wir fuhren wieder gerade aus, auf einem mir unendlich weit erscheinendem Plateau. Hinter uns erleuchtete die aufgegangene Sonne nun die ganze Ebene. Wir sahen weit unter uns eine kleine Herde von Giraffen aus einem Gebiet, das mit Gebüsch bewachsen war, herauskommen. „Die haben dort die Nacht verbracht und suchen nun in der Morgensonne eine Wasserstelle auf“, erklärte uns unser Guide.

Der Fahrer fuhr schneller und lenkte den Wagen Richtung Plateaukante. Dort forderte uns der Guide auf, aus dem Fahrzeug auszusteigen. Wir wanderten noch ungefähr 500 Meter durch unübersichtliches Felsengelände. Dann standen wir fast unmittelbar vor der Abbruchkante des Plateaus. Für uns völlig unerwartet, eröffnete sich ein unbeschreiblicher Anblick. „Das ist die Migration“, sagte unser Guide. „Die Tiere ziehen von Kenia nach Tansania, wo sie um diese Jahreszeit neue Weidegründe aufsuchen“. Weit unter uns in der Ebene sahen wir tausende von Zebras, Antilopen und anderen Herdentieren in riesigen Verbänden vorbeiziehen. Wir hörten das laute Stampfen ihrer Hufe, das bis uns auf die Berge herauf drang. Die Tierherden reichten bis zum Horizont, wo sie sich vor unseren Augen in  Staubwolken auflösten. Diesen schönen Anblick am Morgen habe ich nie vergessen.

Ich wünsche allen Lesern einen wunderschönen Tag.

Zunächst wundere ich mich allmorgendlich, wenn ich zu meinem Morgenlauf  mit dem Hund starte, über die große Sauberkeit, die hier auf den Straßen herrscht. In erinnere mich, dass bei meinen Besuchen in südeuropäischen Staaten vor vielen Jahren der Müll häufig an vielen Orten in der Gegend herum flog und Plastiktüten in den Büschen hingen. Davon ist hier nichts mehr festzustellen. Im Gegenteil – die Straßen blitzen vor Sauberkeit. Bereits am frühen Morgen werden mit riesigen Putzkolonnen die Straßen mit Wasser gesäubert, jeglicher Dreck von den Fußwegen beseitigt und allerorts gekehrt und geputzt. Das gilt hier bislang für alle Orte und Städte, die ich gesehen habe – also nicht nur für die touristischen Gebiete. So sauber ist es in Bonn leider nicht.

Allerdings frage ich mich, was es wohl kosten mag, mit so einem großem Personalaufwand die kommunalen Gebiete sauber zu halten. Fließen hier EU Mittel oder handelt es sich um Maßnahmen, um die sehr große Anzahl der arbeitslosen Menschen hier zu beschäftigen? Diese Fragen  gehen mir seit Tagen nicht aus dem Kopf, wenn ich jeden Morgen das große Putzen betrachte. Hier muss ich unbedingt einmal weiter nachforschen.

Auch für Hundebesitzer ist es hier – soweit ich das beurteilen und beobachten kann – selbstverständlich den Hundekot aufzuheben und in einen der zahlreichen Müllbehälter zu tun. Es ist mir auch bislang an keinem Ort der Welt in dieser Hinsicht so leicht gemacht worden, denselben zu entsorgen. An vielen Stellen gibt es Hundetütenspender und alle fünf Meter einen Abfallkorb. Davon kann ich an vielen Orten in Deutschland nur träumen. Allerdings stehen auch hinter einem solchen Abfallsystem hohe Kosten, über die die deutschen Kommunen zurzeit sicher nicht verfügen. Woher kommt das Geld?

Der Umweltschutz scheint auch in Sachen Mülltrennung und Plastik weit voran geschritten zu sein. Überall gibt es Flaschencontainer und große Behälter für Mülltrennung. Selbst an den Stränden sind häufig vier verschiedene Abfallbehälter für unterschiedlichen Müllsorten aufgestellt. Stehen dahinter auch EU-Mittel?

In den Läden wird nun auch auf die Plastiktüten ein Entgelt erhoben, so dass immer mehr Leute eigene Taschen mitbringen oder Plastiktüten doppelt verwenden. So sieht man auch kein Plastik mehr in den Büschen herum flattern.

Da die Arbeitslosigkeit hier sehr hoch ist (die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen soll weit über 40%) liegen, sieht man viele Jugendliche hier tagsüber einfach in Gruppen zusammen herum sitzen. In kleinen Bergdörfern wurden mir provisorisch gebaute Hütten gezeigt, die von den Jugendlichen selber als kleine Treffpunkte zum Karten spielen oder ähnliche Aktivitäten gebaut wurden. Arbeitslosigkeit ist immer traurig. Jugendarbeitslosigkeit ist mehr als schlimm. Arbeitsplätze gibt es anscheinend hauptsächlich im touristischen Bereich, da durch die Wirtschafts- und Immobilienkrise der gesamte Bausektor brach liegt.

Das einzige was hier auf der Insel noch gebaut wird, sind im Moment neue Straßen. Die sind in einem hervorragenden Zustand und anscheinend kommen immer mehr neue Straßen dazu. Das größte Straßenprojekt ist zurzeit wohl der Autobahnring, der  um die ganze Insel gehen soll und nun noch zu einem Viertel zu schließen ist.

Viele Firmen scheinen in die Insolvenz gegangen zu sein und allerorts sieht man an den Ladengeschäften und Gebäuden Schilder (zu verkaufen, zu vermieten). Mein erster Eindruck war, dass anscheinend die halbe Insel zu verkaufen ist. Was ist der Hintergrund? Krise und Arbeitslosigkeit?

Bei näherem Hinsehen lässt sich sehr schnell feststellen, dass hinter der wunderschönen Natur und den sauberen Straßen, große Probleme bestehen. Denn auch die kanarischen Inseln werden nicht von der Krise, die im Moment Europa und Spanien schüttelt, verschont.

Ich grüße Euch und wünsche einen schönen Tag.