Mit ‘dog’ getaggte Beiträge

Lasko denkt

Lasko denkt

Gestern – wir hatten einen richtigen Glückstag. Nicht, dass Ihr denkt, dass Leonie endlich in der spanischen Lotterie gewonnen hätte. Nein, die Nieten zieren weiter unsere Wand und sehen dort – als viele kleine bunte Bilder aneinandergereiht – gar nicht so schlecht aus.

Unser Glückstag bestand darin, dass wir völlig unerwartet einige sehr nette Menschen- und Hundebegegnungen hatten.

Zuerst trafen wir morgens einen Mann, der einen Malamut spazieren führte. Der Malamut war so groß, dass es eher aussah, als wenn der Hund den Mann spazieren führte. Leonie sagte: „Lasko, das scheint ein recht praktischer Hund zu sein. Auf dem könnte ich sogar spazieren reiten“. Nee, was soll denn so ein Unsinn Leonie. Das war doch hoffentlich nur ein Witz. Reiten auf Hunden – das mögen wir nämlich gar nicht. Und damit macht Mensch auch keine Witze. Und ein Malamut hin und her. Ich hoffe, dass Du weißt, was Du an einem Lasko Labrador hast.

Der Malamut hatte wohl beschlossen, uns näher kennen zu lernen und zog den Mann, der gar nicht anders konnte,  in unsere Richtung hinter sich her. Und während ich im Windschatten des großen Tieres durch intensives Schnüffeln Kontakt aufnahm, konnte Leonie sich auf Spanisch mit dem netten Mann unterhalten. Leonie erfuhr, dass der Mann hier mit Frau und drei Kindern lebt. Und ich erfuhr, dass Antonio (so heißt mein neuer Kumpel) täglich einen Eimer voll Futter frisst. Wau – kann ich dazu nur sagen.

Am Nachmittag kam ein alter Mann, der in unserer neuen Nachbarschaft seit dem Tod seiner Frau alleine lebt, uns in der Wohnung besuchen. Er war früher auf einem eigenen Boot als Fischer zur See gefahren. Und er kocht sehr gerne und gut. Am allerbesten kann er Fische und Meeresfrüchte jeder Art zubereiten. Als er gestern überraschend an der Tür klingelte, hielt er ein Glas mit eingelegten Calamaren und einen Teller mit frisch zubereitetem Heringen mit Butterkartoffeln in der Hand. Er meinte, dass Leonie immer so nett zu ihm gewesen sei und wollte ihr den lecker zubereiteten Fisch schenken.

Leonie wusste gar nicht was sie sagen sollte und war fast ein wenig beschämt. Sie bedankte sich tausendfach. „So ein tolles Fischessen. Womit habe ich das denn verdient?“ murmelte sie vor sich her. Sie schien sehr glücklich über das unerwartete Geschenk. Ich hätte mich da ja nicht so geziert. Ein großer Happs von mir und der Fisch wäre aus dem Blickfeld gewesen. Aber leider, leider…Leonie passte zu gut auf.

Heute – wir hatten schon wieder Glück. Gestern habe ich über Wörter geschrieben. Eine liebe Freundin schickte uns eine Mail, dass ich wohl Worte meinen würden. „Worte könne wehtun, Wörter hingegen nicht, das sind nur grammatische Gebilde, in Worten drücken sich jedoch Gedanken aus.“ Ja klar, manchmal sind Leonie und ich einfach blöd. Gut, dass gute Freunde aufpassen und uns auch mal sagen, was wir falsch machen. Glück haben wir deswegen, weil wir so gute Freunde haben und weil wir wieder etwas dazu gelernt haben. Den „Fehler“ im Blog habe ich dann aber doch schnell verbessert :-).

Morgen – ich hoffe, dass wir immer gute liebe Menschen und Tiere um uns herum haben werden. Ich wünsche mir, dass wir vielen Menschen und Tiere ein wenig Freude machen können. Und natürlich für Euch und uns: immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel 🙂

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Lasko denkt

Lasko denkt

Gestern – ich lag auf dem Sofa und träumte vor mich hin. Da plötzlich stubste Leonie mich unsanft an und sagte, dass ich nicht so laut schnarchen solle. Ich habe gar nicht geschnarcht. Oder ich habe mich nicht schnarchen gehört. Oder wenn ich wirklich geschnarcht haben sollte, kann ich es nicht ändern. Also Leonie –  was soll die Störung? Außerdem habe ich Dir schon mal zugeflüstert: „Wachhunde müssen schnarchen, um die wilden Tiere zu vertreiben“.  Doch Leonie glaubt mir das nicht. „Leonie hast Du jemals ein wildes Tier hier in der Wohnung gesehen? Nein, na siehst Du. Woran liegt das wohl? Na, fällt der Groschen? Genau – an meinem Schnarchen:-)“.

Heute – wir mussten wieder mit dem bekannten Ehepaar wandern. Doch dieses Mal hatte sich Leonie besser auf die gute Kondition der Beiden eingestellt. Sie zog Flip Flops an und schlug einen Gewaltmarsch entlang der Küste Richtung Alcala vor. Lachend sagte sie zu mir: „Freu Dich nicht zu früh. Vielleicht endet die Wanderung wieder im nächsten Restaurant“. Doch heute kamen wir nach einigen Stunden schwersten Gehens tatsächlich in Alcala an. Die Wanderung am Meer entlang gefiel mir sehr, da immer eine Möwe, die ich jagen konnte, in der Nähe war.

In Alcala waren auf dem Marktplatz viele Stände aufgebaut. Und die Frau, die mit uns wanderte konnte wieder einkaufen gehen. Nur dieses Mal musste ihr Mann die Einkäufe zurücktragen. Neben bunten Tüchern, Ledertaschen, bunten Haarschmuck und Bananen, gab es (wahrscheinlich originale) kanarische Knoblauchpressen. Ein lustiger schwarzhäutiger Engländer (?) pries die Dinger an. Und weil es bei Vielfachkäufen Rabatt gab, kaufte die Frau gleich fünf. So werden sich demnächst viele Bonner Haushalte über eine neue Knoblauchpresse freuen können  :-).

Morgen – soll ich allein zu Hause bleiben, da Leonie einen Ausflug in den Botanischen Garten in Puerto de la Cruz mit ihrem Spanischkurs unternehmen wird. Da muss ich mir noch etwas ausdenken, wie ich die Leonie bei ihrer Rückkehr überraschen kann.

Warum darf ich nicht ins Wasser?

Nun leben Hund und ich seit einiger Zeit auf Teneriffa. Dadurch hat sich nicht nur für mich, sondern auch für meinen Hund so einiges geändert. Dass hier überall Hundekotbeutel und Abfallbehälter für den Hundekot zu finden sind, hatte ich bereits geschrieben. Ich  muss allerdings ehrlich zugeben, dass das den Hund wenig interessiert. Er muss einfach nur und macht sein Geschäft. Fertig. Ob er die Hundeschule am Samstag und die lieb gewonnenen Hundekumpel vermisst, vermag ich nicht so wirklich zu sagen. Sicher ist jedoch, dass er das Spielzeug der Hundetrainerin vermisst, das er sich bei jeder Gelegenheit schnappte und das ihm nicht mehr zu entreißen war. Nun muss er sich hier mit vier alten Tennisbällen vergnügen, von denen er zwei bereits zersägt hat. Die Reste schwimmen auf dem Atlantik in Richtung Nordsee und kommen so ungefähr in einem Jahr in Cuxhaven an.

Wenn man Hundi zum Gassi gehen auf Teneriffa befragen würde, käme ungefähr die folgende Prioritätenliste zustande:

  1. An erster Stelle der „Gassi geh Hitliste“ stehen Wanderungen oder Reitausflüge. Da kann der Hund zumeist noch mit anderen Hunden im Rudel Stunden lang ohne Leine durch die Landschaft laufen, hundert Fährten erschnüffeln und sich wieder richtig als Rudeltier und Wolf fühlen. Das tut er dann durch wölfisches Imponierscharren verbunden mit seinem einzigartigen Löwengebrüll auch kund. Dieses Brüllen hat selbst die Hundetrainerin noch bislang bei keinem anderen Labrador festgestellt und wie sie mir schrieb, wird das Gebrüll in der Bonner Waldgegend in letzter Zeit tatsächlich vermisst.
  2. Gleich danach und vielleicht auch ab und zu an erster Stelle stehen bei einem Wasserlabbi natürlich Ausflüge an den Strand. Da Hunde hier jedoch zumeist am Strand verboten sind, geht es dabei im Allgemeinen über Geröll, Felsen und spitze Klippen. Während Frauchen jede Sekunde in Gefahr läuft, abzurutschen, sich die Füße oder Beine aufzuschlitzen oder gar zu stolpern und für nimmer Wiedersehen von den Klippen zu stürzen, amüsiert sich Hundi mit Schwimm- und Tauchübungen im Wasser. Wenn Frauchen es allerdings schafft bei Morgengrauen an den Strand zu laufen, kann sie sich das Klettern ersparen und in Ruhe mit vom Schlaf noch halb verschlossenen Augen mit Labbi am Menschenstrand Ball spielen. Sie ist allerdings bereits gewarnt worden, dass die Polizei, wenn sie das denn mitbekommen sollte, in solchen Dingen hier keinen Spaß versteht. Doch was riskiert man nicht alles als Labbibesitzer für seinen treuen vierbeinigen Freund. Das Foto mit den spielenden Kindern entstand bei Sonnenuntergang, der hier in Bezug auf Labbis Strandvergnügen mit dem Sonnenaufgang gleichzusetzen ist.
  3. Auf Platz drei rangieren immerhin noch die langen Spaziergänge in der neuen Gegend an der Leine. Schließlich geht es immer in der Nähe des Meeres entlang und vielleicht ist ja doch mal die Chance……Außerdem kann so ein Hund bei diesen Spaziergängen eindeutig sein Netzwerk erweitern. Während uns im Norden nur spanische Hof- und Fincahunde hinter geschlossenen Mauern ankläfften, begegnen uns hier im Süden die Briten mit ihren Kampfhunden, die Russen mit ihren hergerichteten Pudeln, die Spanier mit ihren kleinen „ja was eigentlich?“. Da Hunde keine Sprachbarrieren zu überwinden haben und mehr als eindeutig kommunizieren, kann man auf diesen Spaziergängen sich neue Freunde und Feinde machen und einen angemessenen Rang verschaffen. Solange der Kampfhund an der Leine ist, teilt ihm Labbi deshalb unverhohlen mit, was er von ihm hält.
  4. Alles andere kann man nach Hundemeinung hier vergessen. Hundi liebt es nicht in der Mittagshitze hinter mir herzuschleichen. Auch, dass er in kein Gebäude mit herein darf und überall draußen angeleint werden muss, passt ihm überhaupt nicht. Und ganz schlimm sind seiner Meinung nach die vielen alten britischen Damen, die immer wenn sie ihn sehen, mit schrillen Stimmen: „How nice, how cute, how lovely“ schreien. Er findet Zweibeiner ohnehin manchmal recht merkwürdig. Die hohen Töne kann er gar nicht einordnen. Zunächst zeigte er noch geringes Interesse, denn möglicherweise könnte das „how nice“ ja eine leckere Fleischwurst sein, die die Briten für ihn im Handtäschchen spazieren tragen. Immerhin bleibt seine Leinenhalterin dauernd stehen und redet auch noch mit den merkwürdig schreienden Zweibeinern. Wie langweilig. Da Labbi recht praktisch  veranlagt ist, nutzte er gestern eine solche Zwangspause, um ein bisschen „brownware down zu loaden“. Als er sich hinhockte ahnte ich schon was jetzt folgen würde. Doch die Damen riefen immer noch: „How cute“. Als sie dann die „brownware“ entdeckten, verstummten sie schlagartig und wir konnten nach Säuberung der Stelle unseren Gassigang in Ruhe fortsetzen. Ich hoffe nicht, dass Labbi nun mit dem englischen Geschrei sein Geschäft verbindet, denn das wäre in der Folge keine ganz so glückliche Idee.

Ich wünsche Euch allen Lesern einen schönen Tag.

manchmal ist es hier ganz schön heiß

spielen am Strand ist immer gut

Herbstsonne, Ballspiel und Sonntagslaune

Veröffentlicht: 20. Oktober 2011 in Hund, Natur
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Am letzten Wochenende habe ich das schöne sonnige Herbstwetter für einen langen Spaziergang genutzt. Auf einer Wiese konnten wir am Ende sogar noch den Ball auspacken und ein wenig spielen.Los mach endlich – ich bin zwar schon von dem vielen laufen ganz gut fertig, aber ich will mehr, mehr mehr…

Wieder so lange ruhig sitzen bis ich endlich suchen darf  – ich will laufen und zwar sofort – wann darf ich denn endlich?

Wo hat sie den Ball nur versteckt?  Egal – ich finde ihn und zwar schneller als Ihr schauen könnt!

Ist er hier im Gras? Jetzt habe ich doch wieder vor Aufregung nicht richtig hingesehen. Wo ist er nur gelandet?

Riecht das lecker hier. Aber wo ist der Ball? Erst einmal eine kleine Pinkelpause.

Was liegt denn da? Ein bisschen graben macht Spass und dann fällt mir sicher auch wieder ein, wo ich den Ball finden könnte.

Ha, ich wußte es doch. Da hinten liegt er.

So, den geb ich jetzt erst einmal nicht mehr her.

So ist er richtig plaziert.

Hechel, hechel – ist das heute warm. Kein Labradorwetter.

Da bleib ich doch gleich liegen. Aber was ist das unter mir?

Ein bisschen schnüffeln geht immer.

Und noch ein letztes Mal. Jetzt passe ich auch auf. Und los….

Ha, das ist Tempo – fresst den Dreck hinter mir!

Noch einmal kräfig zubeißen ehe ich ihn wieder rausrücken muss.

Und Gute Nacht!

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Allen Lesern einen schönen Tag und allen Hunden süße Träume.

Hund oder Kaninchen?

Veröffentlicht: 5. September 2011 in Hund, Leonies Leben 2011
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Potrait 5

Jeden Morgen, wenn ich mit meinem Hund laufe, komme ich an einem großen Haus vorbei, das mit einer Mauer und einem Tor umgeben ist. Die Mauer ist aus Stein und das Tor aus Metall, so dass ich bis heute nicht den Hof hinter dem großen Tor gesehen habe. Was ich jedoch ziemlich schnell mitbekommen habe, ist, dass ein recht großer  Hund dort lebt. Denn jedes Mal, wenn ich an dem Haus vorbei laufe, fängt der Hund an zu bellen und steht anscheinend auf der anderen Seite hinter dem Tor. Ab und zu schiebt er auch seine Schnauze ein wenig durch den ca 10 cm großen Spalt unter dem Tor in Richtung Straße durch. Eine lange schwarze Schnauze wird sichtbar. Wie der Hund dabei noch bellen kann, ist mir zwar ein Rätsel, aber er kann.

Für mich ist dieser Teil meiner Morgenstrecke von jeher ein nicht so angenehmer Teil. Am Anfang bin ich einfach an dem Haus vorbei gegangen und habe versucht, den bellenden und kläffenden Hund zu ignorieren. Mein Hund tat das selbstverständlich nicht und kläffte, bellte und knurrte so gut und so laut er konnte zurück. Es half kein schimpfen, ziehen  und keine Ablenkung. So ging es morgen für morgen. Ich stellte mich nach einiger Zeit bereits darauf ein, dass das Gekläffe, Geknurre und Gezerre gleich los gehen würde. Meine Laune an dieser Stelle war ständig auf dem Tiefpunkt. Nicht so die meines Hundes. Er schien immer freudig erregt, umso näher wir dem Haus seines Lieblingsfeindes kamen. Er riss an der Leine und hätte wahrscheinlich 10 Huskies im Zug ersetzen können, um nur möglichst schnell dort zu sein und ordentlich Morgenspaß zu haben.

Ich überlegte mir teilweise in Absprache mit der Hundetrainerin fast jeden zweiten Tag eine neue Taktik:

1. Bereits weit vor dem Haus den Hund mit Leckerli ablenken und auf mich fixieren: Das klappte zunächst wunderbar und mein Hundi stopfte alle Leckerlis schnell in sich hinein, um rechtzeitig die Schnauze wieder für wichtigere Dinge leer zu haben. 5 Meter vor dem Haus war ihm unsere Bindung, seine Leckerlis und alles in der Hundeschule Gelernte egal.

2. Die Leckerli durch Fleischwurst ersetzen: Unnötig zu erwähnen, dass er auch diese gerne verschlang, aber 5 Meter vor dem Haus ihm selbst die gute Fleischwurst wurstegal war.

3. Das Haus meiden und woanders lang gehen: Das Haus liegt an einer taktisch für mich so ungünstigen Stelle, dass es dort oben auf dem Berg kaum eine Umgehung gibt. Da ich nicht meine gesamte Joggingrunde zerstören wollte, ging das Gekläffe weiter. Und wer weiß, ob es nicht woanders auch Häuser mit Hunden gibt?

4. Die Laufzeit verändern: Das schien zunächst zu klappen, da der Hund drinnen im Haus nicht anschlug und anscheinend auch auf dem morgendlichen Gassigang war. Leider interessierte die Anwesenheit des Lieblingsfeindes meinen Hund nur peripher. Er knurrte auch gerne das Haus ohne  Hund an. Hinzu kam, dass die Besitzer des großen schwarzen Hundes anscheinend keine regelmäßige Gassigehzeit hatten, und so die Hundeanwesenheit nicht planbar war.

5. Die Straßenseite wechseln: Ja, ich wechselte vor dem Haus und hinter dem Haus die Straßenseite und muß auch noch über eine Ampel extra. Dadurch habe ich gelernt, fünfmal in kürzester Zeit bei morgendlichen Berufsverkehr die Straßenseite zu wechseln ohne überfahren zu werden. Knurren funktioniert aber übrigens auch über die Straße – und zwar beidseitig wie ich jetzt weiß.

Ich habe aufgegeben und mich damit abgefunden, dass es an einer Stelle meines Morgenlaufes eine Begrüßung von Lieblingsfeinden gibt. Heute morgen wechselte ich dennoch die Straßenseite und stellte mich auf Lärm und Vorbeiziehen ein. Der Hund hinter der Mauer fing an zu bellen. Mein Hund …… nicht. Er fing in einer enormen Geschwindigkeit an nach vorne zu ziehen ohne seinen Lieblingsfeind zu beachten. Was war los? Vor uns radelte eine Dame, die einen Kaninchenkäfig auf dem Gepäckhalter ihres Rades transportierte. Kaninchen ist also noch interessanter als Lieblingsfeind. Das muß ich mir merken. Vielleicht kann ich ja in Zukunft meinen Morgenlauf so organisieren, dass immer an dieser Stelle eine Dame mit einem Kaninchenkäfig auf dem Gepäckhalter an uns vorbei radelt :-).

Ich wünsche allen Lesern einen guten Tag mit guten Lösungen.

Gestern habe ich über meinen Labrador geschrieben und von seinem ersten  – und bislang zum Glück auch einzigen  – Ausflug ins Tierheim berichtet. Allerdings gab es letzte Woche eine Situation, bei der es fast schon wieder soweit war. Dieses Mal war  die Ursache aber nicht mein Labrador, der Türklinken zu öffnen gelernt hatte, sondern ich selber habe das kleine „Chaos“ verursacht, das ihn fast ins Tierheim gebracht hätte.

Ich war abends mit meinem Hund am Rhein spazieren gegangen. Das mache ich ab und zu bei besonders schönen Wetter oder um dem Hund eine besondere Freude zu machen. Ein Labrador liebt Wasser und so braucht er von Zeit zu Zeit ein ausgiebiges Bad. In unserer Wohngegend gibt es leider kein Gewässer und so fahre ich von Zeit zu Zeit, um den Labrador zu „wässern“, an den Rhein. An jenem späten Nachmittag hatte er eine schöne Zeit und war lange geschwommen, hatte nach Bällen getaucht und hatte sich anschließend mit anderen Hunden auf der riesigen Hundeauslaufwiese ausgetobt. Ich verfrachtete nach dem ausgiebigen Toben den „fertigen“ Hund hinten in den Laderaum meines Wagens, wo er sich auch gleich hinlegte und schlief.

Auf der Rückfahrt fiel mir ein, dass ich ja noch schnell  bei meiner Freundin vorbei schauen und etwas abholen könnte, was dort bereits seit längerer Zeit zur Abholung bereit lag. Diese wohnt auf meinem Weg nach Hause und so setzte ich meinen Gedanken spontan in die Tat um. Ich parkte den Wagen auf dem Seitenstreifen vor ihrem Haus, öffnete die Rückfenster einen Spalt weit, damit der Hund Luft bekäme und klingelte an der Eingangstür des großen Wohnblocks. Auf Schatten für das Auto und den Hund musste ich nicht achten, da im Juli in Bonn ohnehin die Sonne irgendwie verschwunden war. Meine Freundin war da und fragte, ob ich nicht noch einen Moment Zeit und Lust auf einen Kaffee hätte. Wir setzten uns auf die überdachte Dachloggia, wo wir es auch bei diesen gemäßigten Temperaturen noch ganz gut aushalten konnten. Ich hörte neben dem Straßenlärm, der von unten zum siebten Stock hoch drang, ständig einen irgendwie aufdringlichen Piepton.

Erst hörte ich ihn nur im Unterbewußtsein. Dann wurde er mir ganz langsam bewußt und auch meine Freundin, mit der ich im Gespräch vertieft war, schien ihn zu bemerken. Sie sagte dann als erste. „Hörst Du das auch –  diesen merkwürdigen Piepton?“. Schrill drang er an mein Ohr. Irgendwie wie eine Einbruchsicherung. Von irgendwo her kannte ich das Geräusch. Und dann kam es in mir blitzartig hoch geschossen, woher ich das Geräusch kannte. Das Auto, die Diebstahlsicherung  –  Schreck – ich hatte vergessen den Bewegungsmelder auszumachen. Das war mein Auto! Wie von der Tarantel gestochen sprang ich auf, lief aus der Wohnung und drückte auf den Fahrstuhlknopf.

Zur Erklärung: Der Wagen hat eine Diebstahlsicherung, die Bewegungen im Auto mit diesem Signal anzeigt. Da der Hund im Wagen war, war dieses Signal bei seiner ersten Bewegung  angegangen. Ich hätte das vermeiden können, wenn ich die Sicherung mit einem kleinen Knopfdruck vor dem Aussteigen ausgeschaltet hätte. Doch das hatte ich leider vergessen.

Der Fahrstuhl kam und kam nicht. Ich geriet fast in Panik und raste zum Treppenhaus und sprintete die Treppen herunter. Endlich an der Haustür angekommen, drückte ich aufs Knöpfchen des Fahrzeugschlüssels und das ätzende Geräusch hörte schlagartig auf. Aber was war das? Ein Polizeiwagen parkte hinter meinem Wagen und drei Beamte schlichen um das Fahrzeug herum. Schnell meldete ich mich bei diesen als verantwortliche Ruhestörerin. Zunächst warfen sie mir im barschen Ton Tierquälerei vor, da ich einfach das Tier so allein im Kofferraum habe sitzen lassen und außerdem sei ja wohl durch dieses Geräusch klar, dass in den Wagen eingebrochen worden sei, Schließlich seien ja auch die Rückfenster geöffnet. Sie wollten gerade den Wagen aufbrechen und hatten bereits die Feuerwehr alarmiert, die den Hund ins Tierheim bringen sollte.

Ich bemühte mich ganz ruhig zu bleiben und die Situation aufzuklären. Ich zeigte ihnen das „Störerknöpfchen“, entschuldigte mich und konnte ihnen auch einen freudig mit dem Schwanz wedelnden Hund präsentieren, der nicht nach Mißhandlung aussah. Zum Glück kann dieser aber auch nicht sprechen. Denn ansonst hätte er den Beamten wahrscheinlich gesagt, dass er bei seinem ersten Aufenthalt im Tierheim gutes Futter genossen hatte und dass er es durchaus in Erwägung ziehen könnte, dort noch einmal zum fressen vorbei zu schauen.

Für mich ging die Geschichte daher gut aus und ich hoffe sehr, dass ich zukünftig immer an das kleine Knöpfchen denken werde.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und dass im Bedarfsfall die Polizei immer so schnell vor Ort ist, wie an jenem Tag in Bonn.

Gestern habe ich davon erzählt, wie mein kleiner Labrador lernte Türklinken zu öffnen und seinen ersten eigenständigen Tagesausflug dabei gestaltete. Morgens war er zunächst aufgegriffen und zur örtlichen Tierarztpraxis gebracht worden. Ohne dass meine im Haus anwesenden Söhne es merkten, hatte er am Mittag zum zweiten Mal die Türklinke der Haustür betätigt und tauchte erst gegen Abend im Bonner Tierheim, wo ich ihn glücklich in Empfang nehmen durfte, wieder auf.

Was war in der Zwischenzeit geschehen? Ich wußte es nicht, erfuhr die Geschichte jedoch mehr oder minder durch Zufall von einem Mann, den ich am darauf folgenden Sonntag beim Bäcker traf. Er erzählte mir, dass er meinen Hund kenne und welche Erlebnisse er an dem besagten Tag mit ihm gehabt habe. Als meine Söhne das Verschwinden des Hundes bemerkten, waren sie sofort aus dem Haus und die benachbarten Straßen auf und ab gelaufen. Der Hund war jedoch verschwunden.

Wie sich durch die Erzählung des Mannes herausstellte, war der Hund in eine Seitengasse gelaufen und hatte da freudig an den Mülltonnen herum geschnuppert. Vielleicht gab es  ja „endlich“ etwas zu essen. Eine Frau, die dort in einer Wohnung wohnte und die Ehefrau des Mannes, der mir die Geschichte erzählte, war, sah ihn dort schnuppern. Sie hatte keine Ahnung von Hunden und erst recht nicht von verfressenen Labradorhunden. Sie dachte, dass das arme Tier so hungrig aussah und wahrscheinlich hier auf der Straße so allein elendig zu verhungern drohte. Die mitleidige Frau nahm ihn daher mit in ihre Wohnung und gab ihm leckere Brühwürste aus dem Kühlschrank zu fressen. Nur zur Erinnerung: der arme verhungerte Hund hatte seine Morgenration an Futter zu Hause erhalten, auf seinem Ausflug einige Mülltonnen geplündert und war in der Tierarztpraxis gefüttert worden.

Was jedoch ein richtiger Labrador ist, der hat immer Hunger und so nahm er nur zu gerne eine Brühwurst nach der anderen. Die Frau meinte ein gutes Werk zu tun und verfütterte nach und nach den halben Kühlschrank an Hundi. Selbstverständlich legte dieser weiter seinen hungrigen Hundeblick auf, der besagte: Ich bin sooo hungrig. Soll das etwa alles gewesen sein? Als nichts mehr zum Verfüttern im Kühlschrank war, ging der Hund zur Selbstbedienung über und knabberte die Äpfel aus der Obstschale an.

Nun wurde es der Frau doch langsam ein wenig unheimlich und sie ging noch einmal auf die Straße, um nachzuschauen, ob es nicht doch vielleicht ein passendes Herrchen oder Frauchen zu dem ausgehungerten Tier gäbe. Hundi hatte jedoch keine Lust zu folgen und suchte derweil lieber in der Wohnung nach weiteren essbaren Dingen. Dabei sprang er wohl so gegen die offene Terrassentür, durch die die Frau das Haus verlassen hatte, dass diese ins Schloss fiel. Als die Frau von ihrer vergeblichen Suche nach einem passenden Herrchen für diesen ausgehungerten Hund zurückkam, stellte sie fest, dass ihr kleines Kind und Labrador sich drinnen gut vergnügten, sie aber draußen bleiben mußte.

Dann kam der Erzähler und Ehemann nach Hause, der keinen eigenen Schlüssel bei sich hatte, da die Frau ja zu Hause war. Und so kam es, dass Kind und Labrador sich in der Wohnung weiter vergnügten und nun Frau und Mann von draußen zuschauen durften. Denen wurde es unheimlich und sie riefen die Polizei. Diese kam und mußte die Tür aufbrechen. Nun standen alle im Wohnzimmer und dem Labrador wurde langsam langweilig, da es nichts mehr zum Essen gab. So nahm er anscheinend die gebotene Abwechslung, doch mit der herbeigerufenen Feuerwehr ins Tierheim zu fahren, dankbar an. Dort gab man dem armen Tier selbstverständlich erst einmal etwas Gutes zu fressen.

Der Rest der Geschichte ist bekannt. Als ich all das erfahren hatte, habe ich mich nicht mehr über den Riesenberg gewundert, den mein liebes Tierchen mir an jenem Abend vor die Füße……. Nun gut, dann gab es noch ein paar Rechnungen zu bezahlen, ein paar Entschuldigungen auszusprechen und einen Baumarktbesuch, um einen Türknauf, der hundesicher ist, zu kaufen.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und Vorsicht beim Mitnehmen von „ausgehungerten“ Labradorhunden.

Am Morgen regnete es Bindfäden und ich fuhr mitten im Hochsommer bei eisiger Kälte, grau am Himmel hängenden Regenwolken und eiskaltem Wind mit dem Fahrrad durch die Felder. Mein Labbi folgte mir mehr oder minder, wobei das „minder“ mit fortschreitender Zeit Überhand nahm. Da es ja schließlich überall so viel zu schnüffeln gab, blieb er immer häufiger zurück und folgte nur noch im großen Abstand. Geduldig blieb ich alle paar hundert Meter stehen und rief ihn wieder heran. Von weiten sah ich, dass ihn mein rufen wenig tangierte und er sich sehr gründlich überlegte, ob es sich wohl lohnen könnte, dem Rückruf folgen zu leisten. Langsam setzte er sich zumeist mit einiger Verzögerung in Bewegung und folgte. Ich stieg aufs Fahrrad und hing weiter meinen zu dem Wetter passenden trübsinnigen Gedanken nach, die sich auf die Ereignisse am Tag zuvor bezogen.

An jenem Tag davor war Hundeschule mit unserer Hundegruppe im Wald gewesen. Ich gehe dort immer sehr gerne hin, da ich auf den Waldspaziergängen mit netten Menschen zusammen bin und jedes Mal etwas Neues dazu lerne. Ob mein Hund das auch so sieht, wage ich zu bezweifeln. Auf jeden Fall geht er auch gerne dort hin, wobei bei ihm eine etwas andere Motivationslage zugrunde liegt. Er freut sich bereits, wenn er merkt, dass es Richtung Wald geht und ich kann ihn zum Schluß kaum noch an der Leine halten. Wir treffen uns mit den anderen Hundebesitzern, der Trainerin und den anderen Vierbeinern zumeist auf einer großen Wiese, die mitten im Wald liegt. Die Hunde können kurz zusammen spielen und wir besprechen in der Zeit, was in der letzten Woche war, was anliegt, wo es Probleme gab und was wir an dem Tag machen werden.

An jenem Tag übten wir zunächst in Kolonne per Fuß mit Hund durch den Wald zu gehen, während ständig Ablenkungen in Form von Joggern und Fahrradfahrern auftauchten. Diese erste Übung des Tages meisterten mein Hund und ich mit Bravour und in mir keimte bereits ein Fünkchen Hoffnung auf, dass meine gesammelten Hundeerziehungsbemühungen doch noch Früchte tragen könnten. Ein Lob der Trainerin bestärkte mich. Das war es dann aber auch für den Tag. Mein kleiner Labrador hatte beschlossen, dass er mit dieser ersten Übung für heute mehr als genug für seine Erziehung getan hatte und dass er den weiteren Nachmittag einfach nur Spaß haben wollte.

Es folgten Dummy Übungen. Dafür geht mein Labbi, wenn man ihn denn fragen könnte, in diese Runde. Er ist ein Ball und Dummy Junky und würde für diese Geräte sogar morden. Es gab auch keine Probleme beim Suchen und Aufspüren des Dummys. Das kann er fast besser als alle anderen Hunde in der Gruppe zusammen. Der Haken an der Sache ist, dass er nicht im Traum daran denkt, den erbeuteten Dummy brav zu apportieren. Er scheint innerlich zu jubilieren: Beute, Beute und hüpft munter mit einem Labbigrinsen auf der Schnauze durch den Wald. Nicht genug damit, dass er seinen Dummy nicht apportiert, er vergrößert seine Freude noch dadurch, dass er auch die Dummys der anderen Hunde einsammelt. Soviel und noch ein bisschen mehr, wie eine Labbischnauze tragen kann. Da kommt allgemeine Freude bei allen Betroffenen auf und in mir begann es langsam aber sicher zu kochen.

Ich kenne mittlerweile so viele Tricks, um Beutedummys zurück zu erobern, dass ich damit ein eigenes Buch füllen könnte. Ablenkung, tauschen und und und … Gestern klappte natürlich nichts. Woran lag es und wer war schuld? In dubio pro Labbi und ich hatte die gesamte Asche auf mein Haupt zu kippen. Letztlich gelang es der Trainerin und mir ihm die schönen Dummys mit Leckerchen (was auch sonst?) zu entlocken. Der Schweiß stand mir auf der Stirn und ich war froh, dass die Suchspiele für den Tag beendet waren.

Aber es sollte noch schöner werden, denn schließlich war mein Labrador ja nicht nur zum Spaß in den Wald gekommen. Auf einem engem Pfad sollten wir mit Hund an der Leine an fremden Hunden vorbei gehen. Mein friedlicher kleiner Hund röhrte beim Anblick der fremden Hunde wie ein Hirsch, blies zum Kampf  und stürzte sich mit Löwengebrüll in Richtung Feind. Ich blockierte ihn, stellte bzw. schmiß mich dazwischen und verpaßte ihm letztlich einen ordentlichen Stoß mit dem Bein. Das ließ ihn alles kalt. Nicht aber die Trainerin, die mich ordentlich anschnauzte. Während Sie mir vorschlug, es doch einmal mit einem Geschirr bei meinem lieben Vierbeiner zu probieren, schwebten in meinem Kopf bereits Gedanken an ein Kettenhalsband mit Würger. Das würde ich natürlich nicht umsetzen, aber ich ärgerte mich sehr über den „Stahlbetonkopf“ oder eigentlich noch mehr über mich selbst, dass ich es an dem Tag mit der Hundeerziehung nicht so wirklich in den Griff bekam.

Ziemlich zerknirscht schritt ich durch den Wald nach Hause. Nicht so mein kleiner vierbeiniger Freund. Er hatte ein Schlammloch entdeckt in das er mit allen Vieren voran hinein sprang, dass es nur so spritzte. Betroffen davon waren leider nicht nur die anderen Hunde, sondern auch deren Halter, die mich langsam etwas entnervt beäugten. Am liebsten hätte ich wie im Film Marley gerufen: Wem gehört bloß dieser Hund? Mein Labbi scheint eine Reinkarnation von Marley zu sein. Warum hat mir das die Verkäuferin denn nicht mitgeteilt?

Ich fuhr mit meinem Rad über regennasse Feldwege und der Schlamm spritzte an meinen Hosenbeinen hoch. Dabei dachte ich an den Tag zuvor, an dem ich meinen Labbi zu Hause nach der Hundeschule erst einmal mit dem Gartenschlauch abgespritzt hatte und unter der Schlammkugel wieder ein zur Einrichtung passender Labrador Buche zu Tage kam. Ich mußte an den Film Marley denken und mußte endlich wieder ein wenig grinsen. Gut, dass es einige Marleys unter den Hunden gibt – sonst wäre die Welt doch eigentlich auch zu langweilig.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und weder Frust noch Hundewetter.



               Während ich mich wieder auf den Rückweg mache und auf eine staufreie Reise hoffe, die mich möglichst schnell nach Bonn zurück bringt, hier noch eine kleine Geschichte von meinem kleinem Schlammschwein Labrador.

Mein Labbi liebt wie alle Labradorhunde jegliche Art von Wasser. Das umfasst genauso die großen Weltmeere und Flüsse wie kleine Seen, Bäche und Tümpel. Auch an Springbrunnen und Wasserläufen komme ich nur schwer vorbei ohne dass er zumindest seine Beine und Schnauze in das kühle Nass getaucht hat.

In den letzten Tagen war ich zu Besuch in einem Haus, zu dem ein kleiner etwas wilder Garten gehörte. Man sagte mir, dass ich den Hund dort ruhig laufen lassen könne, da alles eingezäunt sei. Es war auch alles eingezäunt und er lief auch nicht weg. Was man mir aber nicht gesagt hatte und was ich nicht wusste war, dass sich im Gebüschseitenstreifen ein Miniteich verbarg. Durch die Trockenheit der letzten Wochen war daraus nun eine Schlammpfütze geworden.

Ich hörte nachdem er drei Minuten im Garten lief nur ein begeistertes Platschen. Mein Hund suhlte sich regelrecht in der Schlammbrühe und kam als brauner Labrador wieder aus dem Loch heraus. Das hätte ich fotografisch festhalten sollen. Dazu war ich aber nicht in der Lage, da ich zu sehr damit beschäftigt war, ihn zu „fangen“.

Hundi war begeistert und putschte sich richtig auf, indem er als Schlammhund eine Runde nach der anderen im Garten drehte. Ich versuchte ihn abzurufen, um ihn zu säubern. Er raste jedoch an mir vorbei in das Wohnzimmer, wo er sich noch einmal richtig schüttelte, so dass der Schlamm auch möglichst gut über den Fußboden, den Tisch und die Stühle verteilt wurde. Dann hatte ich ihn gegriffen und rausgezerrt und der Spaß war für ihn vorbei. Zur „Belohnung“ wurde er dann von mir auch noch mit dem Gartenschlauch abgespritzt, aber wie man auf den Bildern sieht, blieb immer noch Schlamm im Fell übrig, der erst nach dem Trocknen langsam zu Boden rieselte. Während mein Labbi auf dem Terrassenholz langsam vor sich hintrocknete war ich mit wischen und putzen des Wohnzimmers beschäftigt.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und wenn Ihr einen Labbi habt – meidet Schlammpfützen (es sei denn Ihr putzt gerne :-))

 

Irgendwann wenn mein Hund gefressen und verdaut hat, macht er das, was alle Lebewesen machen, er sch… oder wie man beim Hund wohl richtig sagt: er löst sich. Bereits für Welpen gibt es Erziehungsregeln, wie man sie „stubenrein“ bekommt, indem man sie zum Beispiel zunächst an einen sogenannten Löseplatz gewöhnt. Ich erinnere mich noch an die Zeit als ich mit meinem kleinem Labradorwelpen übte und übte und eine Runde nach der anderen in der Nähe des Hauses drehte. Nichts passierte. Er schien sich an der Welt und den kleinen Spaziergängen sehr zu erfreuen. Viel zu schade, um die Zeit am Boden hockend zu verbringen. Wenn ich dann nach „erfolgloser“ Tour in den Flur trat, löste er sich und schaute mich freudig an. Gut gemacht? Wie mir später jemand erzählte sollen Labradors in dieser Hinsicht ohnehin ein wenig Spätzünder sein. Ich weiß nicht, ob das so stimmt. Bei meinem Hund dauerte es jedenfalls eine ganze Weile, aber dann war klar, dass der Flur nicht der Löseplatz ist.

Ab und zu hat mein lieber Hund später einige Sachen in sich rein geschlungen, die er eigentlich nicht fressen sollte, so dass er danach Dünnpfiff hatte und mitten an der Nacht vor der Tür jaulte. Dann wankte ich schlaftrunken mit ihm zum Feld hoch. Im Allgemeinen passiert das aber zum Glück recht selten. Dennoch macht er heute manchmal sein Geschäft nicht bei unseren Streifzügen durch den Wald und auf den Wiesen, sondern gerade dann, wenn wir wieder auf einem Gehweg sind. Für diese Fälle der „unautorisierten Downloads“, wie ich sie scherzhaft nenne, habe ich immer Plastiktüten bei mir und kratze den Hundekot dann von der Straße auf.

Neulich erzählte mir die Hundetrainerin, dass man einem Hund auch das kontrollierte lösen beibringen können. Einfach ein Wort verwenden, wenn der Hund sich gerade löst und nach einer Zeit würde der Hund das Wort mit dem Vorgang verknüpfen. Wenn man dann das Wort sagen würde, wenn Mensch meint, dass es nun Zeit für ein Geschäft sei, könne man den Hundekot gewissermaßen gezielt plazieren.

Zunächst überlegte ich ein Wort und hatte schon „spanisches“ im Sinn, entschied mich dann aber für das profane Wort „Haufen“. Beim nächsten Lösevorgang sagte ich voller Inbrunst: Haufen – Hauuuu-fennn. Mein Hund, der sehr wählerisch mit seinem Plätzchen ist und sich zehnmal um die eigene Achse dreht ehe er sitzt, schien so mit sich beschäftigt, dass er gar nicht zu hören schien. Drei Wochen lang habe ich den Beschwörungsvorgang fortgesetzt: Hauauau-fen, Hauu-fen rief, frohlockte und flüsterte ich. Einmal übersah ich dabei ein Ehepaar, das an mir vorbeiging und mich ansah, als ob ich irgendwo ausgebrochen sei. Trotzig wiederholte ich: Haufen – Hauuu-fen.

Heute morgen nun die Probe auf den Ernstfall. Wir drohten ohne Lösung aus dem Wald hinaus zu kommen und ich wollte, dass er endlich sein Geschäft macht, damit ich nicht wieder auf der Straße kratzen musste. Ich befahl laut und deutlich: HAUFEN HAUFEN. Überraschender Weise schien mein Hund zu verstehen. Er stoppte und pinkelte. Nein. HAUFEN HAUFEN. Er schaute mich an als wenn er dachte: was will die denn jetzt schon wieder von mir. In dem Moment kam ein Hundebesitzer samt Hund um die Ecke. „HAUFEN HAUFEN“  rief ich mit gespannter Erwartung, ob es denn nun klappen könnte. Anstatt sich zu lösen galoppierte mein Hund freudig auf den anderen Hund zu. Er hatte endlich (leider zu spät und falsch) verknüpft. Der Hund heißt also HAUFEN schien seine Schlußfolgerung zu sein. Das hätte sie mir doch auch gleich sagen können.

Ich habe beschlossen, von weiteren Beschwörungsformeln in dieser Hinsicht abzusehen und den Hund sich lösen zu lassen, wo und wann er immer mag. Schließlich habe ich ja immer Tüten dabei.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und entschuldige mich für die unautorisierten Downloads.