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Lasko denkt

Lasko denkt

Gestern – Endlich, endlich ging es für Leonie und ihre Technik ein wenig voran. Ein Nachbar schickte uns zwei Fernsehtechniker, die extra aus Los Christianos angereist kamen. Ein Engländer und ein Spanier – merkwürdig, dass die Techniker hier immer im Team auftreten. Aber durch diesen gelungenen Teamauftritt fasste ich die doppelte Streicheleinheit ab. Also weiter so im Team.

Die beiden Technker sagten nicht viel. Sie schauten in der Wohnung. Sie schauten auf dem Dach. Und dann machten sie. Ein Kabel hier und ein Kabel dort und in Nullkommanix hatte Leonie eine spanische Antenne auf dem Dach. So schnell kann es hier auf Teneriffa also auch gehen. Eine vollkommen neue Erfahrung. Die Visitenkarte dieser Firma werden wir uns einrahmen lassen und über dem Bett aufhängen. Nun kann Leonie endlich wieder die spanischen Sender empfangen und dabei hoffentlich ein wenig spanisch lernen.

Ich bin nicht so wild auf das spanische Fernsehen, da die Spanier immer so schnell und laut reden. Dabei kann ich gar nicht in Ruhe schlummern. Das deutsche Fernsehen ist da viel ruhiger und gemütlicher – richtig zum Einschlafen.

Heute –  es ist der 26. April 2013. Leonie meint, dass sie an den 26. April viele Erinnerungen hat. 1987 als sie zum ersten Mal  in Bonn gewesen ist, ist das schreckliche Reaktorunglück in Tschernobyl passiert. Zu der Zeit lebte mein Ururgroßvater in Bonn, aber auch der wusste seinerzeit davon zu berichten. Jedenfalls hat mir das meine Kölner Mutter mal erzählt.

Leonie ist sich nicht so ganz sicher, ob der 26. April ein Glücks- oder Unglückstag ist, denn sie hat mir erzählt, dass sie den 26. April 1991 als einen ganz besonders schönen Tag in Erinnerung hat. So schaute sie bei Wikipedia zum 26. April. Und dann las sie mir vor. So viele Leute wurden an diesem Tag geboren. So viele Leute starben. So viele geschichtliche Ereignisse und Katastrophen. „Das scheint ja wirklich ein ganz besonderer Tag zu sein“, meinte sie. Ich stupse sie mit der Schnauze, was sie wie immer verstand. Das heißt nämlich. „Weiter lesen“.

Sie schaute unter einem anderen Datum, und unter noch einem anderen Datum und..und ..und. „Überall das Gleiche“, murmelte sie. „Berühmte Leute werden geboren, Berühmte Leute sterben, geschichtliche Ereignisse und Katastrophen“. Genau Leonie. Und im Übrigen werden auch nicht berühmte Leute beboren und sterben und Hunde und Tiere auch. Aber das haben die Schlauen Schreiber von Wikipedia wohl vergessen zu erwähnen. Also halten wir fest: der 26. April ist ein Tag wie jeder andere. Und wo wir das jetzt geklärt haben – kann ich jetzt bitte mein Futter haben?

Morgen – morgen ist der 27. April und kein Tag wie jeder andere, denn in Los Gigantes wird mal wieder gefeiert. Was? Das verrate ich später.

 

Letzten Sonntag habe ich hier die Wahlen in Spanien mit erlebt und war beeindruckt, wie die Leute in meiner Umgebung mit Händen und Füßen die Wahlereignisse und die Politik diskutierten.

Vor ungefähr einer Woche wurde meine Kurzgeschichte tatsächlich im Radio gebracht. Ich habe sie hier auf Teneriffa das erste Mal mit meiner eigenen Stimme gehört. Das war so ungewohnt, dass ich gar nicht mehr richtig hingehört habe. Es hat mich sehr gefreut, dass die Geschichte wirklich vom Sender übertragen wurde. Ehrlich gesagt, heute würde ich sie bereits ganz anders schreiben. Entwicklung?

Endlich habe ich wieder angefangen, weiter an meinem Buch zu schreiben. In der ersten Zeit bin ich dazu leider nicht gekommen, da ich viel von der Umgebung und der Insel sehen wollte und zumeist unterwegs war.

Wenn ich schreibend an meinem kleinen Tisch in der Miniküche sitze und an den Palmen vorbei über den Atlantik blicke, habe ich das Gefühl, dass ich einen guten Ort gefunden habe. Einfach sein im hier und jetzt.

Einem lieben Geburtstagskind sende ich heute ganz besonders liebe Glückwünsche in die Heimat. Euch allen wünsche ich ein angenehmes Wochenende.

Und zum Abschluss noch etwas ganz anderes. Ich möchte gerne diesen Link zu Tasso weitergeben, weil mich die Tötung der rumänischen Straßenhunde doch sehr bewegt. Vielleicht ist der eine oder andere unter Euch, der den Protest dagegen auch unterschreiben möchte.