Mit ‘Fahrrad’ getaggte Beiträge

mit dem Rad unterwegs

mit dem Rad unterwegs

Mittlerweile hatte ich auch Gelegenheit, die Wander- und Radwege auf beiden Seiten des Limfjordes rund herum um Aalborg auszuprobieren. Nach den ersten nassen Tagen zeigte sich in der letzten Zeit dann doch ab und zu die Sonne. Und der Wind trieb imposante Wolkengebilde über das weite flache Land.

Wolken über Nordjütland

Wind und Wolken über Nord Jütland

Auf dem Fahrrad fuhr ich auf kleinen Wander- und Radwegen  in westlicher und östlicher auf beiden Uferseiten am Limfjord entlang. Gut, dass ich ein Crossrad habe, denn mit einem Rennrad wäre ich schnell auf den steinigen und morastigen Wegen „stecken“ geblieben. Zum Wandern ist die Gegend rund um Aalborg bestens geeignet. Es gibt keine Berge und den einzigen „Widerstand“ bietet der häufig recht stark auffrischende Wind. Alle Wanderwege in der Region sind sehr übersichtlich bezeichnet, markiert und kaum zu verfehlen.

Rad- und Wanderwege am Limfjord

Rad- und Wanderwege am Limfjord

Doch wer nicht mit seinem Fahrrad auf der Straße fahren möchte, dem ist ein Mountain Bike zu empfehlen. Denn häufig münden die anfänglich gut asphaltierten oder gepflasterten Wege in kaum 50 cm breite schlammige Pfade. Daher kam ich dann auch auf allen vier Uferseiten des Limfjordes jeweils nur maximal 10 Kilometer weit. Dann hatte ich die Wahl zwischen Schlamm oder Straße. Und ich entschied mich für die Letztere.

"endlose Weiten"

„endlose Weiten“

Am Besten hat mir eine Tour, die ungefähr 45 Kilometer lang ist, von Aalborg Richtung Westen zu dem kleinen Städtchen Nibe gefallen. Nibe hat ca. 5000 Einwohner und wurde zu Hansezeiten von den großen Koggen angelaufen. In dem kleinen Städtchen Nibe am Limfjord gab es Heringe und die großen Hansekoggen brachten das Salz.

weite Landschaft

weite Landschaft

Meine Tour führte mich von Aalborg zunächst über kleine Straßen mit wenig Verkehr. Kurze Wegstrecken ging es auf größeren Straßen mit gut ausgebauten Radwegen entlang. Alle Radwanderwege, die ich um Aalborg herum gesehen habe,  sind mit Ziffern bezeichnet und übersichtlich markiert.

Paddler auf einem kleinen Seitenarm des Limfjords

Paddler auf einem kleinen Seitenarm des Limfjords

Ungefähr 10 Kilometer westlich von Aalborg geht die Wegführung dann für kurze Zeit in einen Kieselsteinweg über, der kurz darauf in einen gepflasterten Wanderweg mündet. Der weitere Weg verläuft parallel und auch recht nah zum Limfjord. Den Limfjord und die weite Landschaft im Blick lässt es sich herrlich radeln.

Steinmännchen im hohen Norden

Steinmännchen im hohen Norden

Wiesen am Limfjord

Wiesen am Limfjord

Wolken über Nordjütland

Wolken über Nordjütland

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Blick auf die Rheinostseite bei Remagen

Blick auf die Rheinostseite bei Remagen

Die Brücke von Remagen ist vielen von uns aus dem Geschichtsunterricht oder auch  dem gleichnamigen Film bekannt. Wer seine Geschichtskenntnisse ein wenig auffrischen möchte, der kann das hier bei Wikipedia tun. Doch obwohl ich so dicht an Remagen wohne, muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich durch Remagen bislang nur hindurch gefahren bin. Nie habe ich dort gehalten. Doch das  wird sich jetzt ändern. Denn am letzten Mittwoch unternahm ich eine Radtour, die mich südlich am westlichen Ufers des Rheins hinunterführte. Auf hübsch angelegten Fahrradwegen ging es immer am Rhein entlang Richtung Süden. Südlich von Bonn mit der Kulisse des Siebengebirges ist  die Landschaft recht reizvoll und das Rad fahren eine wahre Freude.

Grüne Radwege am Rhein entlang

Grüne Radwege am Rhein entlang

Leider kann ich auf meinen Fahrradtouren keine große Kamera mitnehmen und bin nur mit meinem kleinen Handy ausgestattet. So gibt es nur Schnappschüsse minderer Qualität. Das bedauere ich sehr und nehme mir an vielen Orten vor, mit richtiger Kamera einmal wiederzukommen. Dennoch hat   das Fahrerlebnis entlang des Rheins für mich einen besonderen Reiz. Streckenweise gibt es allerdings bei so viel Skatern, Joggern, Wanderern, Radwanderern und anderen Fussgängern mit und ohne Hunde einen regelrechten Stau an den Uferpromenaden. Auf anderen Abschnitten ist es dann zum Glück wieder ruhig und manchmal geradezu einsam. Das hängt natürlich auch stark vom Wetter ab.

Bei meiner kleinen Radtour am letzten  Mittwoch kam ich nun zum ersten Mal in meinem Leben an den Überresten der Brücke von Remagen, die heute als Friedensmuseum dient, vorbei. Vom Rad und dem Ufer bot sich mir  ein schönes Bild von der Altstadt. Ich habe mir ganz fest vorgenommen, den kleinen Ort bald mit meiner Kamera zu besuchen.

Die Brücke von Remagen - Westend

Vor der Brücke von Remagen – Rest einer alten Schiffanlegestelle?

Gedenktafeln an den Mauerresten

Gedenktafeln an den Mauerresten

Blick von der Westseite auf die Reste der Brücke auf der Ostseite

Blick von der Westseite auf die Reste der Brücke auf der Ostseite

Gedenktafel am Museum

Gedenktafel am Museum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer in der Bonner Gegend am Rhein Rad fahren und dabei die Uferseiten wechseln möchte, der kann die Kölner und die drei Bonner Brücken benutzen. Südlich von Bonn wird er auf den nächsten 50 Kilometern keine Brücken finden. Die nächste Rheinbrücke befindet sich südlich von Bonn bei Neuwied und danach geht es erst wieder  in Koblenz über eine Rheinbrücke. So weit habe ich es bei meinen kleinen Touren, die zwischen 50 und 70 Kilometer lang sind, allerdings noch nicht geschafft. Für eine Rundtour über Neuwied müsste ich ca. 110 Kilometer mit Hin- und Rückweg einrechnen. Das dauert seine Zeit und geht auf den Rücken und den Allerwertesten :-).

Nordbrücke Bonn

Friedrich- Ebert Brücke (Nordbrücke) mit Handy und in Regen grau

Brücke Innenstadt Bonn

Kennedy Brücke – Verbindung Innenstadt Bonn mit dem Ortsteil Beul

Konrad Adenauer Brücke (Südbrücke) Bonn

Konrad Adenauer Brücke (Südbrücke) Bonn

Wer diese Brücken verpasst kann nur die Fahrradbrücken über kleine Rheinarme wählen oder muss auf eine der vielen Fähren ausweichen. Doch auch das kann  eine wunderbare Alternative sein. Ein bisschen Pause mit Blick auf den Rhein und seine herrliche Umgebung.

Weitere Infos zu der alten Rheinbrücke Bonn.

Fährbetrieb am Rhein

Fährbetrieb am Rhein

Auf kleinen Brücken werden Nebenarme des Rheins überquert.....

Auf kleinen Brücken werden Nebenarme des Rheins überquert…..

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Rast am Rhein

Rast am Rhein

Wochenende und dann noch sonniges Wetter mit milden Temperaturen. Da hielt auch mich nichts mehr in der Wohnung. Endlich kam ich nach zweiwöchiger Abstinenz einmal wieder aufs Fahrrad. Ich machte meine erste längere Radtour rund um Bad Godesberg herum. Da ich in Deutschland noch keinen Kilometerzähler am Rad habe, weiß ich allerdings nicht einmal, wie viele Kilometer ich gefahren bin. Doch vielleicht viel wichtiger:  es hat mir große Freude gemacht.

Blick über den Rhein auf den Drachenfels

Blick über den Rhein auf den Drachenfels

Zunächst war es sehr ungewohnt nach dem vertrauten  Rennrad auf Teneriffa nun wieder auf einem Tourenrad zu sitzen. Doch die Umgewöhnung – zumindest auf das Rad – gelang recht schnell. An die grüne Mailandschaft müssen sich meine Augen wahrscheinlich etwas länger  gewöhnen. Denn auch wenn es auf Teneriffa viele blühende Sträucher und Pflanzen gibt. So grün wie Deutschland und mit so vielen blühenden Wiesen ist die Insel dann doch nicht. Ich konnte mich an dem frischen saftigen Grün gar nicht satt sehen. Dabei  fuhr ich über Landstraßen und kleine Feldwege. Doch trotz  der Sonne kam es mir auf dem Rad im Fahrtwind doch um einige Gerade kälter, als auf Teneriffa vor. Dort fahre ich zumeist mindestens 10 Kilometer am Stück den Berg hinauf. Nicht weil ich das unbedingt möchte, sondern weil es landschaftsbedingt nicht anders geht. So bin ich mittlerweile an das Bergfahren und an das schnelle „warm werden“ gewöhnt.

Drachenfels und Drachenburg

Drachenfels und Drachenburg

Das ist hier im Rheintal ein wenig anders. Lange Radwege (sehr angenehm) laufen über lange Strecken gerade aus neben der Fahrbahn oder separiert durch Wald und Flur. Unterbrochen von leichten Steigungen und langen Abfahrten. Die Bergtouren muss ich wohl noch suchen :-). Doch auf die Rheinhöhen ging es dann doch sacht hinauf.

.....un ganz klein der Petersberg

…..un ganz klein der Petersberg

Nach einer langen sanften Abfahrt landete ich wieder am Rhein und fuhr direkt am Uferweg zurück nach Bad Godesberg. Dabei konnte ich einen wunderschönen Blick auf beide Rheinufer, den Drachenfels, die Drachenburg und den Petersberg werfen. Leider kann ich auf Radtouren nur das Handy mitnehmen, obwohl ich heute meine Kamera bitterlich vermisst habe.

Rheinpromenade

Rheinpromenade

Fazit des ersten Ausritts:
1. Um Bonn herum ist entspanntes Radfahren ohne allzu große Anstrengung durch eine wunderschöne Landschaft möglich.
2. Für die eigene kleine Statistik fehlt mir noch ein kleiner Tachometer.

Lasst das Wochenende entspannt ausklingen und kommt gut in die neue Woche.

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mit dem Fahrrad unterwegs

mit dem Fahrrad unterwegs

An unserem zweiten Tag in Nha Trang wollten wir ein wenig weiter die Umgebung erkunden. Wir  überlegten zunächst, uns wieder einen Scooter zu mieten, wie wir das bereits  in Sapa für einige Stunden getan hatten. Jetzt durften wir feststellen, dass Vietnam auch bei der Rollervermietung sehr wiedersprüchlich ist. Überall im ganzen Land werden Roller und Motorräder zu günstigsten Preisen für Touristen angeboten. Häufig wird noch nicht einmal der nationale, geschweige denn der internationale Führerschein verlangt. Doch in Nha Trang erfuhren wir im Hotel, dass Ausländer in Vietnam tatsächlich legal nur fahren dürfen, wenn sie den vietnamesischen Führerschein haben. Den zu erwerben dürfte jedoch den meisten Touristen recht schwer fallen. So bleibt dem Reisenden nur, das Verbot zu ignorieren und trotzdem zu fahren, wie es anscheinend sehr viele Touristen machen. Sollte die Polizei einen dabei anhalten, kämen laut Aussage einiger Motorradverleiher ungefähr 100 $ Strafkosten auf den Fahrer zu. Alternativ gibt es die Möglichkeit  sich den Roller oder das Motorrad gleich samt Fahrer zu mieten. Das haben wir für kleinere Strecken hier auch einige Male ausprobiert. Es ist im Allgemeinen recht günstig und bietet neben der reinen Fahrt gleich einen Führer inklusive. Seriöse Unternehmen, wie die in Verbänden zusammengeschlossenen Free Easy Rider oder die Easy Rider oder ähnliche Gruppen nehmen jedoch auch ihren Preis.

Nachem wir nun Flugzeug, Bahn, Bus, Auto, Rikscha und Motorrad ausprobiert hatten, wagten wir gestern einen Trip mit dem Rad. Für zusammen 3 € am Tag konnten wir zwei alte Fahrräder leihen. Beide waren mehr als alt und klapprig, aber sie fuhren. So stürzten wir uns dann in das belebte Straßentreiben. Ich schaute möglichst nur vorwärts und fuhr und fuhr und fuhr ohne anzuhalten. Rechts und links von mir kurvten andere Fahrradfahrer, Autos und tausende von Scootern. Aber mittlerweile bin ich ein wenig an den Verkehr gewöhnt und alles  lief prima. Immer wieder interessant sind auch die vielen bunten Motorradhelme, die in allen Formen und Farben und häufig passend zum Outfit getragen werden. Für Frauen mit Pferdeschwanz gibt es ein Sondermodell mit einem Loch im Helm, aus dem der Pferdeschwanz herausfallen kann.

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Buddha in der Pagode

Buddha in der Pagode

junger Mönche

junger Mönche

Unser erstes Ziel war der vier Kilometer entfernte Große Buddha. Am Fuße der riesigen Statue ist eine Pagode, die sich wirklich zu besichtigen lohnt. Wunderschöne Bild- und Holzarbeiten zieren die Wände, Decken und Fußböden. Von einem beflissenen selbsternannten Guide erfuhren wir, dass der dem Kloster vorstehende Mönch vor einigen Tage verstorben sei. Sein Bild hängt  in einem großen Saal und zu seinen Ehren werden bis zu seiner Einäscherung viele Zeremonien abgehalten.

Bild des verstorbenen Mönches

Bild des verstorbenen Mönches

Rund um die Pagode sind Tafeln mit religiösen Sprüchen in vietnamesischer und englischer Sprache aufgehängt.

Schrifttafel an der Pagode

Schrifttafel an der Pagode

Dann besichtigten wir den liegenden Buddha, der eine Kopie des großen thailändischen schlafenden Buddhas sein soll. Er wurde erst 2004 angefertigt. Die Füße sind riesig. Die überall auf den Figuren anzufindenden Kreuze haben nichts mit dem Dritten Reich zu tun, sondern bedeuten Sonne und Glück und sind weitaus älter als aus dem letzten Jahrhundert. Von hoch oben auf der Anlage, dort wo sich der große weiße Buddha befindet, bietet sich ein fantastischer Ausblick auf die Reisfelder und Berge um Nha Trang. Im weißen Buddha selber ist ein kleiner Tempel, an dessen Eingang sich Yin und Yang, dargestellt als guter und als böser Mensch befinden. Auch hier zündeten wir Räucherstäbchen an. Vom Glück und guten Wünschen gibt es nie genug.

am Fuße des schlafenden Buddha

am Fuße des schlafenden Buddha

Füße des schlafenden Buddhas mit Sonnenzeichen

Füße des schlafenden Buddhas mit Sonnenzeichen

Buddha mit Räucherstäbchen

Buddha mit Räucherstäbchen

Yin Und Yang

Yin Und Yang

Gräber bzw. Urnenkästen

Gräber bzw. Urnenkästen

Nachdem wir den Friedhof bzw. die kleinen Kästen, in denen die Asche von Verstorbenen aufbewahrt wird, besichtigt hatten, ging es wieder abwärts. Unterhalb des weißen Buddha befindet sich eine riesige Glocke. Ein Mönch forderte uns auf, uns unter die Glocke zu setzen, während er diese von außen mit einem riesigen Holzpfahl anschlug. Ob das auch ein Glücksritual ist, habe ich nicht herausbekommen, aber es war überhaupt nicht laut, sondern nur sehr angenehm dort unter der Glocke zu sitzen.

Große Glocke

Große Glocke

Landschaft um Nha Trang

Landschaft um Nha Trang

Wir verließen die ruhige Pagode und stürzten uns in den lauten Straßenverkehr, um quer durch die Stadt und dann immer parallel zum Strand zu fahren. Südlich von Nha Trank ist quer über das Meer eine große Seilbahn zu einer Insel errichtet worden. Wer mag, kann für 500000 Dong oder 25 $ über das Meer schweben. Wir mochten nicht.

Seilbahn über das Meer

Seilbahn über das Meer

Wir wollten lieber in einer der kleinen Garküchen etwas essen und danach noch einen Stopp an einem Früchtestand einlegen.  Die Frau vom Fruchtstand mixte uns einen erfrischenden Mangodrink, der neue Kraft für die Weiterfahrt gab. In der Mittagshitze ging es zurück in die Stadt. Obwohl ich zu Hause viel und gerne Fahrrad fahre, war ich heute doch recht froh, dass die Tour beendet war, denn auf dem unkonfortablen Rad zwickte nicht nur die Rückseite. Dennoch hat sich der Ausflug auf dem Zweirad, der neben interessanten Ausflugszielen vor allen Dingen eine andere Perspektive bot, auf jeden Fall gelohnt.

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Mann ohne Hund

Veröffentlicht: 6. Juli 2011 in Hund, Leonies Leben 2011, Natur
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Gestern fuhr ich auf dem Rad durch den Wald und mein Hund folgte mir. Das heißt: er sollte mir folgen. Irgendwie schien er mich gestern jedoch konsequent zu ignorieren. Das Abrufen klappte bislang immer recht gut, aber seit kurzer Zeit scheint mein Hund in der „dritten Pubertät“ zu sein. Schnüffeln und sein eigenes Ding machen ist anscheinend wichtiger für ihn als dem Abruf zu folgen. Ich probierte deshalb in den letzten Tagen alle Kniffe und Tricks, die ich so in den unterschiedlichen Hundeschulen und Hundetrainings gelernt habe. Dennoch scheint in der momentanen Phase wenig zu gehen.

Ich brauche keinen Hund, der absolut dressiert wirkt und ich weiß auch, dass ein Hund keine Maschine ist, die immer auf Knopfdruck funktioniert. Dennoch ist eine zuverlässige Bindung zwischen Mensch und Hund wichtig, da nur dadurch auch die Freiheit für den Hund größer ist und der Wohlfühleffekt für Mensch und Hund zunimmt. Denn nur, wenn ich mich wirklich darauf verlassen kann, dass mein Hund auf Rückrufsignal auch kommt, kann ich ihn ableinen, ihm Freiraum gewähren ohne dass ich Angst haben muss, dass er andere Fußgänger verängstigt oder sich selber in Gefahr bringt.

Daran habe ich lange trainiert und wenn dann auf einmal alles nicht mehr richtig klappt, neige ich dazu, mich in Selbstvorwürfen zu zerfleischen. Bin ich zu dumm einen Hund zu erziehen? Was habe ich nun wieder falsch gemacht? Was soll ich denn noch alles probieren? Als Hundi mich gestern zum zweiten Mal konsequent ignorierte, nahm ich ihn wortlos an die Leine und bemühte mich keinerlei Wut zu zeigen. Ich fuhr mit dem angeleinten Hund weiter und grummelte insgeheim in mich hinein. Irgendwie war ich mit mir, der Welt und diesem Hund im Unreinen. Ich ertappte mich sogar dabei, wie ich wütend dachte: Dieser blöde Hund. Dieser blöde Hund kann nur so gut sein, wie Du ihn erzogen hast. Also: ich bin blöd. Grummel, grummel, grummel … und das an einem so schönem Morgen.

Ungefähr 100 Meter vor mir tauchte ein junger Mann auf. Er war groß und mochte zwischen 20 und 30 Jahren alt sein. Für mich war in dem Moment wichtig, dass ich erkannt hatte, dass er eine Hundeleine über der Schulter hängen hatte. Sein Hund schien irgendwo voraus oder seitlich im Wald frei zu laufen. Da bei Begegnungen von Hunden mit und ohne Leine Vorsicht geboten ist, hielt ich Ausschau, von welcher Seite der fremde Hund nun wohl kommen würde. Mein Hund trabte friedlich am Rad weiter. Er hatte wohl noch nichts gewittert. Nun war ich fast auf gleicher Höhe mit dem Mann und setzte zum überholen an. Er sagte: „Hallo“. Und auch ich grüßte „Hallo“ und fragte im Vorbeifahren, wo denn sein Hund sei. Er schaute mich mit großen traurigen Augen, die ich bei einem jungen Mann gar nicht erwartet hatte, an und sagte nur: „Luna ist letzte Woche gestorben“. Ich murmelte etwas, wie „oh, dass tut mir aber leid“ und war auch schon an ihm vorbei. Wie traurig der junge Mann war, konnte ich sehen und dachte sofort daran, wie traurig auch ich wäre, wenn ich meinen „Rüpel“ nicht mehr hätte.

Der junge Mann tat mir so leid und zugleich hatte er mich in diesem kurzen Augenblick aus meiner Grummelei befreit. Ich war nicht mehr genervt über meine vergeblichen Erziehungsversuche, sondern freute mich, dass der Hund da war und wir gemeinsam Richtung zu Hause steuerten, wo Hundefutter auf den Hund und Frühstück auf mich warteten.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag, gute Nerven und ein gutes Frühstück.

Die letzten Tagen in  Freiburg habe ich bei warmen und ab und zu bewölktem Wetter sehr genossen. Mit dem Hund bin ich durch die Felder und Wiesen gelaufen und mit dem Rad war ich in Freiburg und Umgebung unterwegs. Am letzten Tag habe ich noch einmal die City aufgesucht und mich an dem südländischem Flair erfreut. An der Dreisam gab es einen Kaffee und auf dem Münsterplatz und dem riesigen Münster eine leckere Münster Bratwurst. Die ist für mich bei meinen Freiburgaufenthalten nicht weg zu denken. Gerne gehe ich auch in den kleinen Gassen, in denen kleine Bächle lang fließen spazieren. Wenn der Hund dabei ist, muss er  natürlich dort hinein. Alleine springe ich gerne von einer zur anderen Seite und beobachte die Kinder, die ihre kleinen Schiffe in den Bächen schwimmen lassen oder hinter sich her ziehen. Durch die Hauptstraße mit den rot blühenden großen Oleanderkübeln verließ ich die Stadt und freute mich bereits auf den nächsten Besuch.

TAKE ME HOME

Die Landstraßen und die Autobahn haben mich dann nach Hause zurück geführt. Nach neun Tagen mit Hund und Fahrrad auf Tour bin ich nun wieder zu Hause eingetroffen und kann mich nun wieder auf die Verwaltung unseres privaten Chaos konzentrieren. Das Haus steht noch, im Garten sind zum Glück auch noch einige Pflanzen erhalten geblieben und ein großer Poststapel wartet auf Bearbeitung. Back home again.

Leider ist der Kater nun schon seit über einer Woche überfällig. Ob er auch eine kleine Reise unternommen hat oder sich nur eine zweite neue Familie gesucht hat? Ich bin ratlos. Ich hätte ihm doch vielleicht lieber ein Funkhalsband kaufen sollen. So werde ich mich in den nächsten Tagen aufmachen und mich intensiv nach ihm in unserer näheren und weiteren Umgebung umsehen.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und einen stressfreien Sonntag.

ich hör auf zu biken

Veröffentlicht: 9. Mai 2011 in Leonies Leben 2011, Sport
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Gestern war ein recht merkwürdiger Tag. Als ich mit dem Hund morgens an der Leine am Fahrrad die letzten 400 Meter zu unserem Haus auf dem Fußweg fuhr, kam mir auf der Straße ein Auto entgegen. Ungefähr 300 Meter vor mir fuhr es ohne abzubremsen – schätze ca. mit 50 km/h – mit den rechten Rädern auf den Fußweg und hielt auf mich zu. Ich war unheimlich erschrocken und starr vor Schreck. 50 Meter vor mir hielt der jugendliche Fahrer wieder auf die Straße. Ich sah nur noch wie drei Jugendliche im Auto die Situation anscheinend lustig fanden. Ich hingegen war ziemlich geschockt über die ganze Situation und zitterte so, dass ich das Fahrrad nach Hause schieben musste. Was es so alles gibt! Oder muß ich mich jetzt freuen, dass ich überhaupt noch am leben bin?

Das jedenfalls war gestern mein erstes Fahrraderlebnis. Nachmittags ging es dann mit einem Bekannten zum „biken“ wie er sagte. Da ich mein ganzes Leben gerne Rad gefahren bin, mich von dem morgendlichen Schock erholt hatte und sooo schönes Wetter war, willigte ich gerne ein, mit auf eine Tour um herum Bonn zu kommen.

Mein Bekannter hat in letzter Zeit die Liebe zum Fahrrad fahren entdeckt und sich mit einem sehr guten Fahrrad, sehr teurer Biking Montur usw. eingedeckt. Das ist ja auch in Ordnung, wenn er Freude daran hat. Ich selber habe das Fahrrad bislang eher für Wege zur Schule, zur Uni, zur Arbeit, in die Stadt und zum einkaufen benutzt. Es ist mein Transportmittel. Nur sehr selten mache ich Touren nur um der Touren willen, sondern fahre gerne ganz zielgerichtet, um mir etwas zu erledigen oder etwas anzusehen. Ausnahme ist die kleine Runde mit dem Hund.

Ich halte mich auch für eine recht sportlich und zügig fahrende Radfahrerin und durch das tägliche Joggen habe ich auch eine ganz gute Kondition. Dennoch war ich nicht gefasst auf das, was mich gestern erwartete. Mein Bekannter raste auf seinem neuen Leichtrad mit Montur einschließlich Klickies voran und ich bemühte mich mit meinem etwas älteren schweren Mountainbike tapfer mitzuhalten. Runter ging es an den Rhein. Ich hatte allerdings keine Zeit die wunderschönen Ausblicke zu genießen, die sich uns wahrscheinlich boten, denn ich musste um die vielen Menschen Slalom fahren und mich sehr bemühen, den Anschluss zu halten. Auch durfte ich mir die Kommentare der Fußgänger („die haben wohl einen Termin“ usw,) anhören, während mein Begleiter schon in einer Staubwolke 100 Meter vor mir verschwunden war.

So ging es ohne Rast und Ruh am Rheinufer rauf und runter und ich war froh, als mein Begleiter nach ca. 2 Stunden und gefühlten 50 Kilometern wieder Richtung Heimat lenkte. Es gab noch die Möglichkeit über einen Berg nach Hause zu fahren. Ich bin über diese Anhöhe auch schon einmal rüber gefahren, als ich in dem Stadtteil oben zum Zahnarzt musste. Gestern jedoch sah ich keinen Sinn darin, mich bei 30 Grad zum Abschluss der Tour auch noch freiwillig den Berg hoch zu quälen. Ich fuhr dann allein die längere Strecke um den Berg herum, während mein Begleiter die Herausforderung suchte. Dennoch kam ich vor ihm am Ziel an, um mir dann anzuhören, dass das doch kein biken sei, was ich betriebe.

Recht hat er. Seit gestern weiß ich: biken lasse ich andere. Ich fahr nur noch Rad.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und gutes radeln.