Mit ‘finden’ getaggte Beiträge

Ich erinnere mich, dass mein Vater, als ich ungefähr fünf Jahre alt war, einen Reiseprospekt mit nach Hause brachte. Der Prospekt war nicht so aufwändig wie die heutigen Prospekte. Heute würde man Flyer in schwarz weiß zu dieser kleinen Broschüre sagen. Vorne auf diesem gefalteten Prospekt, der für Urlaub im Harz warb, war ein kleiner Bach abgebildet, in dem große Steine lagen. Über diese Steine sah man Wanderer den Bach überqueren. Mich hat dieses Bild als Kind auf seltsame Weise fasziniert. Ich sehe es noch heute nach so vielen Jahren bildlich vor mir.

Ich wünschte mir damals sehr, auch einmal über so einen Bach mit Steinen gehen zu können. „Wenn wir Urlaub im Harz machen, kannst Du auch über so einen Bach springen“, erklärte mir mein Vater. Leider kam es aus vielerlei Gründen und familiären Verpflichtungen meiner Eltern weder zu diesem noch zu einem anderen Urlaub. Es mussten andere Wanderer über den Bach von Stein zu Stein hüpfen. Ich habe das Bild jedoch nie ganz vergessen.

15 Jahre später hatte ich einen Freund, der im Harz studierte und war häufiger zu Besuch im „westlichen Harz“. Da hatte ich endlich die Gelegenheit nach so einem Bach, wie ich ihn auf dem Prospekt gesehen hatte, zu suchen. Ich wollte immer noch gerne einen Bach auf den darin liegenden Steinen überqueren. Leider habe ich den Bach im Harz nie gefunden.  Ich bin allerdings überzeugt davon, dass es sicherlich solche Bäche dort in Vielzahl gibt.

In späteren Jahren bin ich viel gereist und der Bach war ganz langsam ein wenig  in meinem Kopf verblasst. Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass ich ihn irgendwo auf der Welt in meinen späteren Jahren gesucht oder einen ähnlichen Bach je gefunden hätte. Bis ich nach Masca kam

Bei meiner einsamen Wanderung durch die Mascaschlucht waren häufig Wasserläufe auf Steine zu überqueren. Ich merkte, dass es mir eine große Freude machte, von Stein zu Stein zu springen. Ich hatte auch überhaupt keine Angst, dass ich abrutschen könnte. Jede Gelegenheit, die sich bot, nutzte ich, um auf den Steinen die Wasserläufe zu überqueren. Mir wurde immer bewusster wie glücklich mich das machte. Und auf einmal wusste ich warum. Das verblasste Bild aus der Kindheit tauchte wieder auf. Ich sah das Bild mit dem Bach aus dem Harz vor mir und spürte ganz intensiv meinen einstigen tiefen Wunsch, dort am Bach zu sein und über die Steine zu springen. Und die Wasserläufe vor mir in Masca waren noch um einiges größer als der Bach in meinem Kopf und nach meinem Gefühl, auch schöner ( da nicht in schwarz weiß). Ein Kindheitswunsch war erfüllt und ich glücklich.

Kennt Ihr auch Wünsche, die aus der Kindheit stammen und nach so vielen Jahren wieder auftauchen?

Ich danke Euch für Eure tollen Hinweise gestern zum Umgang mit alten Blogeinträgen und wünsche Euch allen einen wunderschönen Tag.

Maenam Tempel

Du kannst nicht davon ausgehen, dass dein derzeitiger Wissensstand unverändert bleibt. Eine absolute Wahrheit.

Wahrheit wird im Leben gefunden und nicht ausschliesslich im konzeptionellen Denken.

Sei bereit dein ganzes Leben lang zu lernen und dich der Wirklichkeit in dir selbst und der Welt zu öffnen.

Thich Nhat Hanh

So suche ich wieter nach Wahrheit im Leben und versuche dabei  täglich ein ganz kleines bisschen dazu zu lernen. Ich wünsche allen Lesern einen wahrhaft schönen Tag.

Letzten Sonntag habe ich hier die Wahlen in Spanien mit erlebt und war beeindruckt, wie die Leute in meiner Umgebung mit Händen und Füßen die Wahlereignisse und die Politik diskutierten.

Vor ungefähr einer Woche wurde meine Kurzgeschichte tatsächlich im Radio gebracht. Ich habe sie hier auf Teneriffa das erste Mal mit meiner eigenen Stimme gehört. Das war so ungewohnt, dass ich gar nicht mehr richtig hingehört habe. Es hat mich sehr gefreut, dass die Geschichte wirklich vom Sender übertragen wurde. Ehrlich gesagt, heute würde ich sie bereits ganz anders schreiben. Entwicklung?

Endlich habe ich wieder angefangen, weiter an meinem Buch zu schreiben. In der ersten Zeit bin ich dazu leider nicht gekommen, da ich viel von der Umgebung und der Insel sehen wollte und zumeist unterwegs war.

Wenn ich schreibend an meinem kleinen Tisch in der Miniküche sitze und an den Palmen vorbei über den Atlantik blicke, habe ich das Gefühl, dass ich einen guten Ort gefunden habe. Einfach sein im hier und jetzt.

Einem lieben Geburtstagskind sende ich heute ganz besonders liebe Glückwünsche in die Heimat. Euch allen wünsche ich ein angenehmes Wochenende.

Und zum Abschluss noch etwas ganz anderes. Ich möchte gerne diesen Link zu Tasso weitergeben, weil mich die Tötung der rumänischen Straßenhunde doch sehr bewegt. Vielleicht ist der eine oder andere unter Euch, der den Protest dagegen auch unterschreiben möchte.

 Basis Big Buddha

Ich nenne mich hier nicht nur Sucherin, sondern ich suche tatsächlich. Im letzten Oktober habe ich ein Seminar besucht, auf dem sich jeder einen Namen geben mußte. Ganz spontan und ganz schnell. Nur mir fiel einfach nichts ein. Ich suchte nach einem Namen. Vielleicht blieb es daher bei Sucherin. Ich erinnere mich an ein Kinderbuch, in dem Pippi Langstrumpf unter die Sachensucher ging. Das mit Sperrmüll zu tun und ist wieder eine andere Geschichte.

An jenem Tag im Oktober nannte ich mich Sucherin und fand trotz Pippi Langstrumpf eigentlich recht einfallslos. Leider ist mir nichts besseres eingefallen. „Na gut“, sagte ich mir damals, „das ist ja nur für diesen einen Tag“. Man fragte mich damals:“Sucherin, was suchst Du denn?“ „Ich suche das Glück“, war meine ganz spontane Antwort. „Nur das Glück – als wenn das so einfach wäre“, dachte ich bei mir.

Auf dem Rückweg von dem Seminar dachte ich viel über den Namen „Sucherin“ und über meine „Suche nach dem Glück“ nach. Nach einiger Zeit kam mir die Namensgebung gar nicht mehr so absurd vor. Denn letztlich bin ich seit knapp über einem Jahr in irgendeiner Weise tatsächlich eine Sucherin. Ich wurde recht plötzlich und rabiat aus meinem bis dahin relativ eingefahrenem Leben hinaus geworfen. Alles brach um mich herum zusammen oder zumindest erschien es mir so. Nach einiger Zeit begriff ich, dass so ein Zusammenbruch auch zugleich eine neue Chance ist. Doch wo ist die Chance, wohin und in welche Richtung soll ich nach etwas Neuem suchen? Sehr viele Fragen tauchten auf einmal wie aus dem Nichts auf. Seitdem suche ich – und das nicht nur nach Antworten.


Als ich einige Monate später diesen Blog anfing, hatte ich mich bereits an meine Suche gewöhnt und fand auch den Namen nicht mehr so ungewöhnlich. „Meine Suche nach dem kleinen Glück“. Zu dem Zeitpunkt war die Suche bereits Teil meines Selbst, jedenfalls meines momentanen Selbst geworden.

Nun suche ich jeden Tag weiter und werde fündig. Ich finde Menschen, machen neue Erfahrungen, habe nette kleine Begegnungen und erfreue mich an kleinen Dingen. So hat sich der Name im Laufe dieses Jahres verselbständigt. Es sind die kleinen Dinge, die ich suche und finde.

Ab und zu glaube und hoffe ich noch, dass eine „Große“ zu finden, von dem ich noch nicht einmal weiß, was es ist. Ich merke an bestimmten Tagen mehr oder minder stark, dass es mir fehlt. Nun neigt sich das Jahr ganz langsam dem Ende zu und ich habe leider noch immer keine Vorstellung davon, was es eigentlich ist, dieses Ding (ist es ein Ding?), wonach ich suche. Ich denke nach. Ich denke noch einmal nach.

fishing

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und suche weiter.


Seerose

jedes Fragen ist ein Suchen – 

                                                  Martin Heidegger

Mittlerweile ist es einige Zeit her, dass ich diesen Satz von Martin Heidegger gelesen habe. Wenn er so richtig ist, müßte das doch bedeuten, dass wir einen großen Teil unseres Lebens mit auf Suche verbringen. Nicht nur, dass wir tatsächlich Dinge suchen, sondern wie oft am Tag stellen wir uns und anderen Fragen. Wo ist der Handschuh oder der Hund? Wie mache ich eine gute Lasagne? Wohin fahren wir am nächsten Wochenende? Wann wird unser Nachbar zu Besuch kommen? Wie wird das Wetter? Wo ist verflixt noch einmal wieder meine Brille gelandet?

Wenn die Zeit, die wir zum Suchen benötigen so immens lange andauert, gibt es dann auch Zeiten, in denen wir etwas finden? Sind diese Zeiten auch so immens groß, sozusagen lange Findezeiten? Oder stellt unser Kopf bei einer erfolgreichen abgeschlossenen Suche sofort wieder auf eine neue Suche um? Arbeiten wir wie eine große Suchmaschine? Ist vielleicht das Suchen – wie der Weg – das Ziel? So viele Fragen. Ich denke für diesen Morgen habe ich genug gesucht.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und viele Antworten auf suchende Fragen oder fragende Suchen.

Und wieder war Sperrmüll und ich war dabei. Obwohl ich bereits darüber geschrieben habe, wie sehr mir die Sperrmülltage gefallen, mache ich es heute wieder, denn der Sommersperrmülltag ist immer besonders schön. Das liegt nicht nur daran, dass im Sommer häufig warmes Wetter ist und die Leute bessere Laune haben und  mehr Sachen auf der Straße zu finden sind. Insbesondere zeichnet sich der Sommersperrmüll  dadurch aus,  dass im Sommer der Sperrmülltag  viel länger ist und so die Sachensucher bis spät in die Nacht Gelegenheit haben, am Straßenrand Sachen zu suchen und zu finden. Auf der Straße ist dann sehr viel los und es gibt nicht nur Sachen, sondern auch viele interessante Leute aus der ganzen Welt (und das meine ich tatsächlich so) zu sehen.

Ich selber hatte auch wieder einige alte Sachen, die ich gegen 16.00 Uhr am Vortag des offiziellen Sperrmülltages an den Straßenrand brachte. Einen alten Stuhl und alte Jalousien rissen mir gleich einige Altmetallhändler aus der Hand. Auch die kaputte Gartenliege stand keine 5 Minuten dort, denn seit Mittag kreisten die Händler mit ihren großen Kastenwägen durch den Stadtteil und späten mit Argusaugen nach Metall. Aber auch private Sachensucher waren in Scharen bei dem schönen Wetter unterwegs und ich hatte kaum Gelegenheit schöne Sperrmülldinge zu fotografieren, da diese alle schnellstens den Besitzer wechselten.

Dennoch ist es mir gelungen einige Sperrmüllfotos zu machen. Ich freute mich fotografisch festzuhalten, was alles so weggeworfen wird. Da mich der Sperrmüll immer mehr fasziniert, werde ich vielleicht demnächst auch in andere Stadtteile gehen und schauen und fotografieren, was es dort so alles am Sperrmülltag zu sehen gibt. Als ich so Sperrmüll fotografierend durch die Straßen ging, wurde ich auch des Öfteren darauf angesprochen, was ich denn suchen würde. Waren das Hilfsangebote oder Leute, die in mir eine Konkurrentin beim Suchen vermuteten? Ich beruhigte alle mit den Worten, das ich nur fotografieren möchte. Ich sah viele Sachen und interessante Menschen, die eifrig sammelten. Ich sah wieder viele Dinge den Besitzer wechseln und damit wieder in den Gebrauchskreislauf eintauchen. Ich selber hatte meine Bilder und mein Hund fand zum Schluss noch einen roten Teppich, aber auch den habe ich auf der Straße liegen gelassen (denn: der lag – wie bei Emil – schon da :-)).

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag und viel Freude mit den Sperrmüllsachen.

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Nun neigt sich der vierte Monat des Jahres dem Ende zu und es beginnt die „richtige“ Sommerzeit. Dennoch war es heute morgen beim Laufen richtig kühl und nebelig. Als ich gerade darüber grübelte, was hier auf wordpress mit meiner Seitennavigation oder den Überschriften nicht stimmen könnte, wäre ich fast mitten auf einem einsamen Feldweg mit einer Gruppe Schüler zusammen gestoßen. Wieso eigentlich Schüler? Es sind immer noch Schulferien in Nordrhein-Westfalen. Komisch, dennoch kam wie aus dem Nichts auf einmal ein älterer Herr mit ungefähr 12 jungen Männern den Weg entlang. Ein Ausflug, eine Exkursion? Hundi hat auch nicht vor gewarnt, da er selber ein Rüpel ist und halbwüchsige wilde Kerle ihn wahrscheinlich an meine Jungs erinnern. Für mich eine sehr seltsame Begegnung an dem Ort und zu der Zeit und sie hat mich davon abgehalten weiter über die „Technik“ nachzugrübeln. Ich glaube, ich muss einfach in Halle direkt nachfragen.

Nun schreibe ich hier bereits über drei Monate täglich so vor mich hin. Am Anfang hätte ich nicht erwartet, dass mir auch nur eine Woche lang etwas einfallen würde. Aber irgendwie kommen mir dann doch irgendwelche Ideen. Manchmal fallen sie ein wenig spärlicher aus, wie zum Beispiel gestern. An solchen Tagen würde ich am liebsten nur ein Foto mit vielleicht maximal einem Satz hier einstellen, denn wenn man nichts zu sagen hat, sollte man vielleicht lieber den .. halten.

Dann gibt es aber zum Glück auch wieder Tage da fallen mir so viele Dinge ein, über die ich doch mal schreiben wollte. Dazu gehören auch viele alte Geschichten aus meiner Kindheit, Jugend und auch Erlebnisse auf einigen Reisen. All das möchte ich irgendwann gerne aufschreiben. Auch sogenannte überlieferte Familiengeschichten, die ich selber gar nicht mehr miterlebt habe, warten darauf, doch einmal aufgeschrieben zu werden. Ein System habe ich dabei nicht. Häufig habe ich morgens beim Laufen mit dem Hund eine Idee und das ist dann genau die richtige für den Tag. Auch wenn ich mir eigentlich etwas ganz anderes vorgenommen hatte zu schreiben. So war mir heute morgen klar, dass ich zunächst die Sache mit der Seitennavigation klären sollte. Daher kann ich auch nicht auf Vorrat schreiben. Leider – denn es gibt Tage da könnte ich sehr viel schreiben.

Auch funktionieren bei mir nicht die Hinweise und Vorschläge von wordpress. Schreibt überhaupt jemand danach? Ich habe da bisher wenig gefunden.

Was habe ich nun alles in den drei Monaten gesucht – und dann auch noch gefunden. Eine Auflistung will ich dem Leser ersparen, aber ich zerre davon reichlich. Insbesondere finde ich es immer wieder schön auf mir bis dahin unbekannte Seiten bei wordpress zu stoßen und die vielen verschiedenen Blogs? Blöcke? Artikel? von vielen interessanten Menschen zu lesen. Dafür ganz vielen Dank.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen Tag mit viel Spannung (überraschende Begegnungen?) – für andere Spannung beim Hochzeiten oder spätestens heute Abend beim Freitagskrimi.